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Ohne Leica – Klassiker digital neu erfunden zwischen Fuji X und Lumix GX

Klassiker bei Fotoapparaten, die ich meine, haben den Sucher links. Es gibt ganz wenige Ausnahmen wie die Ricoh GR Digitalkameras, die ohne Sucher zum Klassiker geworden sind. Dies als Orientierung, damit Sie wissen, was ich meine.

Karl Stechl schreibt schon viele Jahre über Kameras und Digitalkameras. Er kommt in der Ausgabe 11/2019 von Colorfoto zu einem eindeutigen Urteil: „Die X-E3 ist eine klassische Schönheit und dank des fehlenden Sucherhöckers sehr kompakt.“

60 Jahre Fotografie pur: Winter in Rüdesheim 1956 – Die Welt auf dem Sensor 2016

Henri Cartier-Bresson hat ein Foto gemacht mit dem Titel Winter in Rüdesheim.

Dabei handelt es sich nicht um Streetfotografie, höchstens um Streetsfotografie.

Wenn wir aber deutsch sprechen wollen ist Landschaftsfotografie oder Still-Fotografie eher eine richtige Bezeichnung.

Für dieses Foto hat er keine Kamera mit Monitor benutzt sondern einen optischen Sucher ohne weitere Hilfsmittel, höchstens für die Scharfstellung die Vereinigung des Doppelbildes im Messsucher (wenn…).

Dieses Foto entstand 1956. Es dient mir als Anlaß um meinen fotografischen Schwerpunkt im Jahr 2016 ebenfalls unter den Schwerpunkt Sucher pur und eher Schwarzweiss zu stellen.

Dafür greife ich dann auf Kameras mit Optik pur zurück.

Es ist die Reduktion auf das Wesentliche.

Nach jetzigem Stand wird dies die Fuji X10 sein mit ihrem optischen Sucher und an zweiter Stelle wird dies dann mit der puren ersten Fuji X100 und ihrem hybriden optischen Sucher geschehen. Vielleicht ergibt sich noch die Nutzung einer anderen Kamera mit optischem Sucher.

Natürlich könnte man auch andere Kameras nutzen, wenn sie über entsprechende optische Sucher verfügen. Natürlich könnte man auch digitale Produkte nehmen, die dies nachahmen. Aber genau dies ist es nicht.

Nachahmen geht immer. Die Herausforderung besteht darin es so zu tun, daß man es selbst kann und nicht die Kamera alles macht.

Natürlich könnte man auch analog fotografieren. Aber mir geht es weniger um das Herstellen der Fotos im Labor als um den Prozess des Fotografierens mit dem Sucher.

Denn der Sucher verdichtet und fokussiert. Das ist für mich das Geheimnis.

Und es muß eben nicht nur auf der Straße geschehen, es kann auch bei Landschaften sein.

Dafür gibt es aber dann in meinem Fall die Herausforderung der geometrischen Komposition.

Im Fall von Henri Cartier-Bresson ist dies die doppelte Geometrie mit der Aufteilung des Fotos in der Fläche und der Aufteilung des Fotos in der Tiefe. Er arbeitet hier einerseits mit Motiv im Vordergrund und Motiv im Hintergrund und andererseits mit der Aufteilung des gesamten Fotos in mindestens drei Teile, Weinberg, Dorf und Rhein.

So kann man Fotos erstellen, die das jeweilige Motiv betonen und es in die visuelle Geometrie einpassen:

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Oder ein Foto besteht nur aus Geometrie und der Ausschnitt aus der Wirklichkeit wird benutzt, um durch die Geometrie eine Ordnung in eine sonst rein funktionale und nichtssagende Anordnung zu bringen. Dann wird durch die Geometrie aus der Summe der Teile etwas Ganzes wie hier:

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Fotografisch kommt es also darauf an der unendlichen Wirklichkeit einen Rahmen zu geben und nach eigenen Anforderungen damit die Wirklichkeit visuell zu gestalten.

 

Power the moment – Streetfotografie als Sucherfotografie

Hat bei Fuji auch das neue Image der Streetfotografie gesiegt?

Fuji hat eine Roadshow und eine School im Angebot, wo einige Dozentinnen und Dozenten die neuen Kameras vorführen sollen. Zielgruppen sind offenkundig Kunden mit Interesse an Fashion, Porträt und anderen Themen.

Aber nicht für Street so wie es aussieht. Vielleicht liegt es daran, daß Fuji zunehmend mehr Kameras ohne Sucher im Programm hat.

Es gibt aber von einem Liebhaber der Streetphotography (ohne Unterstützung von Fuji oder eine PR-Agentur) ein komplettes Ebook (mit englischen Kurztexten und vielen wunderbaren visuellen Eindrücken) zu den Vorzügen der Sucherfotografie speziell mit der Finepix X100 und X10. Das Ebook ist speziell für die Benutzung des Suchers beim Fotografieren (viewfinder – rangefinder) gemacht worden.

Der Autor glaubt nämlich, daß dies das wirklich Einzigartige bei klassisch guter Streetfotografie ist und es sich um eine spezielle Art des Fotografierens handelt. Gute Streetphotography kann auch mit anderen Kameras gemacht werden.

Aber die Art und Weise der Entstehung durch die Auswahl mit dem Sucher gibt dem Ganzen nicht nur im Moment der Entstehung sondern auch im Prozess der Auswahl andere Qualitäten für sich selbst und für manches Foto.

Das kostenlose ebook finden Sie hier (pdf).

Es handelt sich um Fineart-Streetphotography.

Es geht eben um die Weitergabe des Feuers und nicht um das Aufbewahren der Asche.

Abschließend noch ein Beispiel für echte Fineart-Streetfotografie nach den Kriterien der goldenen Regel für Streetphotography – übrigens in der Nähe von Düsseldorf, wo Fuji residiert.

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Text 1.1

Mit der Fuji X100 unterwegs – Motive zwischen Schnappschuss und Landschaft

Wenn man sich den Genuss der Sucherfotografie mit einer Reportagekamera gönnen will, dann ist die Fuji X100 sicherlich in meinen Augen erste Wahl. Was liegt also näher als damit umherzustreunen und die Qualität der fertigen Schnappschüsse als JPGs aus der Kamera zu geniessen.

So nahm ich die Kamera und ging damit einmal durch Naumburg an der Saale am frühen Nachmittag mit schlechten Lichtverhältnissen: Sonne pur, grell und heiss. Also die richtige Herausforderung für die Kameratechnik!

Schnell fand ich das erste Motiv, ein typisches Strassenfoto.

Naumburg 1 - Foto: Michael Mahlke

Dann konnte ich mich an der Landschaft gar  nicht sattsehen und hielt auch diese fest.

Naumburg 2 - Foto: Michael Mahlke

Und die Stadt bietet für Menschen viel an Architektur in Kombination mit Freiflächen, die aus der Vergangenheit in die Gegenwart gerettet wurden.

Naumburg 5 - Foto: Michael Mahlke

Der Weg Richtung Dom ist natürlich die zentrale Anlaufstelle.

Naumburg 6 - Foto: Michael Mahlke

Hier wird Geschichte, Kultur und Gemütlichkeit angenehm miteinander verbunden.

Naumburg 7 - Foto: Michael Mahlke

Aber auch schnelle Schnappschüsse auf flotte Beine sind mit der Kamera problemlos möglich, hier mit einer 340tel Sekunde.

Naumburg 8 - Foto: Michael Mahlke

Immer wieder merkt man, dass diese Stadt großzügig geplant wurde, damit die Natur und die Menschen als Fußgänger, Fahrradfahrer und Autofahrer einen Platz haben.

Naumburg 9 - Foto: Michael Mahlke

Ünd auch in neueren Wohngebieten wurde mitgedacht und alte Bäume wurden erhalten.

Naumburg 10 - Foto: Michael Mahlke

Wenn man dies so sieht, dann merkt man, dass hier klug städteplanerisch vorgegangen wurde – auch nach der „Wende“ – um Platz für Menschen in einem natürlichen Umfeld zu schaffen und/oder zu behalten.

Naumburg 4 - Foto: Michael Mahlke

Wohnen bedeutet eben auch Wohlfühlen und dies geht bei Menschen, die Teil der Natur sind, nur mit der Natur.

Die Unwirklichkeit von anderen Städten und die bis heute fortgesetzten Fehler mancher Stadtplanung in anderen Orten werden in solchen Momenten umso deutlicher.

Und ich erlebte wieder einmal, dass die Fuji X100 für viele Gelegenheiten als Kamera eingesetzt werden kann, nur nicht im Regen und in Menschenmengen meiner Erfahrung nach. Aber für Schnappschüsse und gestaltete Geometrie ist sie einfach wunderbar.

So hatte ich fotografische und städteplanerische Erlebnisse, die ich hier mit Ihnen teilen möchte.

Info: Alle Fotos wurden lediglich verkleinert und nicht nachbearbeitet (bis auf das Foto am Naumburger Dom, da war etwas perspektivische Korrektur nötig).

 

Im Suchermodus zwischen Trend und Werbung

schöne Füsse festgehalten mit alter Kamera - Foto: Michael Mahlke

Persönliche Blicke auf die aktuelle fotografische Situation

Der Mut von Fuji und der Unmut der Käufer

Es gibt aktuell (11.01.2012) keine echten innovativen Neuerungen bei Digitalkameras. Das letzte Mal betrat Fuji mit der X100 Neuland und da muß noch etwas getan werden im Bereich Firmware, um daraus eine längerfristige Entwicklung zu machen.

Der Versuch mit der X10 ist zudem in meinen Augen noch in der Warteschleife, weil die Unberechenbarkeit beim Fotografieren in bezug auf die auftretenden „weißen Scheiben“ den Einsatz der Kamera zum reinen Fotolotto macht.

Ich denke, um aus einer Pioniertat keine Bruchlandung zu machen, ist noch einiges erforderlich. Und darauf warten offenkundig viele in diesem Fall immer noch.

Insellösungen

Nachdem Ricoh mit der GXR-Reihe den APS-C ähnlichen Sensor in die spiegellose Kamera geholt hat, kam Sony mit der NEX-Reihe, dann kam Samsung, aktuell Fuji mit der X-Pro 1 nach der X100 und nun kommt Canon mit der G1X.

Alle Hersteller verfolgen unterschiedliche Ansätze und setzen auf Insellösungen. Canon liefert eine Alles-In-Einem Kamera, Ricoh hat das flexibelste Modulsystem, Fuji wahrscheinlich den besten (optischen) Sucher und Sony die meisten Kameras in dieser Reihe. Mit allen grossen Sensoren wird man wohl gute bis sehr gute Fotos machen können, wenn auch jeder Hersteller seine Sensoren besonders loben wird.

Kundenfreundlichkeit

Stattdessen haben Panasonic und Olympus mit dem M43 (Micro-FourThirds) Standard ein für Kunden wesentlich freundlicheres System geschaffen. Hier ist es möglich, dass man beliebige Objektive des einen Herstellers mit Gehäusen des anderen Herstellers kombiniert.

Neu neben alt

Aktuell sieht man, wie versucht wird, die ausgebauten Systeme der DSLR-Kameras durch neue Systemkameras abzulösen. Da Canon und Nikon die am besten ausgebauten DSLR-Systeme haben, scheinen sie eher zurückhaltend. Das hat aber auch gute Gründe.

Für mich sprach gegen die bisherigen DSLRs insbesondere das laute Auslösegeräusch und die „Klobigkeit“ der Gehäuse (wichtig: ich spreche vom Konsumerbereich, nicht vom Semi/Profi). Beides hat z.B. Nikon mit der D3100 weitgehend beseitigt. Bei Canon stört mich das laute Auslösen immer noch.

Setze ich nun die vermeintlich kleineren Systemkameras dagegen, dann sind diese in meinen Augen

  • nicht wirklich praxistauglich  kleiner (schon gar keine Hosentaschenkameras),
  • sie haben keinen so guten (optischen) Sucher (wenn überhaupt),
  • sie sind sogar lauter im Auslösegeräusch und
  • die optischen Gesetze waren auch bei den Objektiven nicht ausser kraft zu setzen.

Lichtstärke macht auch hier die Objektive schwer und groß. Man darf die Objektive übrigens nicht nur eingefahren und im Transportmodus sehen sondern auch ausgefahren.

Wenn man dann eine DSLR wie die D3100 neben eine Systemkamera hält, wird deutlich, wie gering die Unterschiede sind, wenn zum Beispiel zwei Gehäuse mit Sucher als Vergleich dienen.

Dennoch wird versucht, neue Absatzmärkte aufzubauen und die Systemkameras als die bessere Alternative aufzubauen. Bisher sehe ich aber nicht, dass auch nur eines meiner oben aufgeführten Argumente für DSLRs durch eine Systemkamera aufgefangen und/oder verbessert wurde.

Einzig die Canon G1X ist irgendwie sehr klug konzipiert. Wer eine DSLR mit lichtstarken Objektiven nutzt, der wird dies auch weiterhin tun (oder das Ricoh GXR-System). Dagegen kann die G1X nicht an. Aber als Ergänzung zur DSLR-Kombination ist diese Kamera sicherlich sehr sinnvoll. Wenn denn alles klappt und technisch ok ist, dann wird die G1X wohl Canon und den Kunden gemeinsam viel Freude bereiten.

Wie geht es nun weiter?

Es wird wohl eine Parallelität der Systeme geben. Die aktuellen Trends  sind sehr vielschichtig.

Aber

  • große Chips,
  • Retrodesign,
  • der Einbau von Suchern und
  • Insellösungen

scheinen einige der Themen zu sein, die sich gerade entwickeln. Da fast alles jenseits der 500 Euro Marke (ca. 1000 DM) angesiedelt ist, wird auch zu fragen sein, inwiefern diese Preise durch fotografische Leistung und Mehrleistung gerechtfertigt sind.

Da werden wir alle noch viel Spass haben!

 

Wo bleibt die Firmware? Beispiele für Modellpflege und Philosophie in der Kameraindustrie

Warten auf ein Update - Foto: Michael Mahlke

Eine persönliche gedankliche Skizze in einer Zeit der fotografischen Unübersichtlichkeit

Im Zeitalter der Software-Fotos

Im digitalen Zeitalter sind Kameras nicht mehr nur von der Optik abhängig. Hinzu kommen zusätzlich der Sensor und die Software. Die Software regelt das Zusammenspiel aller Komponenten (Firmware). Man könnte sogar von Software-Fotos sprechen.

Daher ist es unerläßlich, sich die Frage zu stellen, was Kamerahersteller tun, um die Qualität einer Kamera für ihre Kunden durch die Software sicherzustellen.

Musterschüler Leica und Ricoh

Eins muß man Leica lassen. Sie pflegen ihre Produkte wie die Leica M Serie doch sehr. Man hat dabei nicht das Gefühl etwas zu kaufen, das mit dem Kauf schon wieder veraltet ist.

Vielmehr weiß man, dass es an die technischen Entwicklungen im Umfeld (Speicherkarten, Betriebssysteme,  Steuerung des Fokus, verbesserte Algorithmen etc.) angepasst wird.

Mir scheint, dass Leica diese Philosophie im Bereich der Kompaktkameras ergänzt/verändert hat.

Im Bereich der Kompaktkameras kommt nun auch bald jedes Jahr in Anlehnung an die aktuellen Panasonic Lumix Modelle etwas Neues heraus. Updates sind dort nicht so oft zu finden. Das kann aber auch daran liegen, dass es dort von vornherein sehr gute Firmware gibt.

Bei Ricoh fühlt man sich auch nicht im Stich gelassen. So werden insbesondere die Kompaktkameras der GX, GR und GXR-Serie feinabgestimmt mit sinnvollen Updates versorgt und auch noch Jahre nach Erscheinen neuer Modelle gepflegt. Ricoh möchte ich deshalb besonders erwähnen, weil man dort keine Kamera für tausende von Euro  kaufen muß, um in diesen nachhaltigen und guten Service zu kommen.

Die Gretchenfrage bei Fuji

Fuji ist nun auf diesen Zug in meinen Augen aufgesprungen. Mit der Fuji X100 und der Fuji  X10 wird  versucht, Bewährtes und Neues zu verbinden, ähnlich wie bei der M9.

Doch nun wird es für mich spannend. Wird Fuji für diese Kameras die Firmware verbessern?

Für die X100 ist dies zwar teilweise geschehen, aber die Verbesserungsmöglichkeiten sind noch sehr hoch und sehr viele Käufer erwarten auch, dass diese Optimierungen noch umgesetzt werden.

Sollte Fuji stattdessen eine neue Kamera auf den Markt bringen ohne die bisherige X100 zu optimieren, dann wird dies sicherlich dazu führen, dass man sich fragt, ob bei einer solchen Firmenphilosophie ein neuer Kauf von hochwertigen Produkten Sinn macht.

Hinzu kommt das Problem mit der X10. Die ist zwar preiswerter aber für ihr Segment sehr hochpreisig. Wird Fuji hier im Sinne der Kunden eine Lösung finden? Zumal im Vergleich mit Ricoh die Kamera noch teurer ist als zum Beispiel eine Ricoh GR 3 oder 4.

Es wird in meinen Augen nicht reichen, den Kunden neue Kameras ca. im Jahrestakt für 500, tausend oder mehr Euros anzubieten und die Software der bisherigen Modelle nicht zu optimieren und auch noch nach Erscheinen eines neuen Modells zu pflegen.

Die Sache mit Sony

Bei Sony sind sehr viele Kameras relativ schnell durch neue Kameras abgelöst worden. Man muss mindestens zwischen Nex, Alpha und Kompaktkameras unterscheiden. Bisher gab es z.B. für die Sony HX9V keine neue Firmware, obwohl man mit dieser Kamera dann durchaus jahrelang optimiert gut fotografieren könnte. Bei den höherpreisigen NEX-Kameras waren doch Firmware-Updates zu verzeichnen.

Andere

Dies alles könnte man nun noch sehr viel mehr ausführen und recherchieren. Das würde diese gedankliche Skizze sprengen.

Gretchenfrage

Aber aktuell brennt im digitalen Land vermutlich das Verhalten der Firma Fuji unter den Nägeln. Wird es diese Firma schaffen, sich Teile des Image der Firma Leica (ähnlich Leica M) oder der Firma Ricoh aufzubauen?

Diese Frage wird sich 2012 durch das Handeln der Beteiligten sicherlich von alleine beantworten. Wir werden es erleben und live dabei sein.

Text-Version 1.1.

 

Der Abschied vom Messsucher

Früher war es das Element für meditative Ruhe in der Fotografie. Heute habe ich Abschied davon genommen – nicht von der Ruhe sondern vom Messsucher.

Wir alle wissen ja, dass Leica M Kameras benutzt werden müssen, damit sie nicht verharzen. Also nahm ich heute meine M6 und machte ein paar Fotos. Dabei fiel mir auf, dass ich schon länger nicht mehr ernsthaft mit dem Messsucher und dem gekoppelten Schnittbildentfernungsmesser fotografiert hatte.

Doch es war ein Abschied. Was mir früher zur Bildgestaltung so sehr gefallen hatte, ist nun etwas Besserem gewichen, der Fuji X100. Ja, die richtige Belichtung mit Hilfe zweier roter Dreiecke zu finden war schön bei der Leica M6. Und dann das Scharfstellen mit dem Schnittbildentfernungsmesser.

Aber irgendwie ist der optische Sucher der Fuji X100 einfach augenfreundlicher für mich. Je mehr ich durch die Leica schaute und dann die Fuji nahm, desto mehr bestätigte sich mein Eindruck.

Es hat etwas Neues begonnen. Es ist für mich weniger eine Frage der Technik als eine Frage des Sehens. Das meditative Sehen ist mit der Fuji ebenfalls gegeben.

Wenn ich nun im direkten Vergleich den Messsucher der Leica M6 TTL nehme, den elektronischen Sucher der Panasonic G2 und den optischen Sucher der Fuji, dann ist meine Wahl klar: es ist der optische Sucher der Fuji.

Die Leica ist nun wieder in der Tasche und wartet – wohl aufbewahrt – auf ihren nächsten Service durch mich.

Ich gebe aber zu, dass ich mit der neuen Leica M9-P noch nicht gearbeitet habe. Insofern ist meine Meinung an dieser Stelle auf der Grundlage der M6 TTL gebildet worden.

Die Zeit wird zeigen, ob sich meine Meinung festigt oder durch neue Sucher neue Bewertungen auftauchen.