Tag Archive for Ursula Meissner

Menschen hinter den Kriegen – Kriegs- und Krisenfotografie von Ursula Meissner

Ursula Meissner im Kunstmuseum Solingen - Foto: Michael Mahlke

Ursula Meissner im Kunstmuseum Solingen – Foto: Michael Mahlke

Dr. Justinus Maria Calleen hatte den richtigen Blick als er Hajo Jahn von der Else-Lakser-Schüler Gesellschaft für das Thema Krieg und Krisen und 1914 bis 2014 die Fotografin Urusla Meissner und ihr Werk empfahl. Es zeigt das Kernthema des menschlichen Beisammenseins bis heute und ist der fotografische rote Faden.

Und so war es heute der Tag der offiziellen Eröffnung und interessanten Vorträge, die Lust auf Fotos machten.

Ursula Meissner im Kunstmuseum Solingen - Foto: Michael Mahlke

Ursula Meissner im Kunstmuseum Solingen – Foto: Michael Mahlke

Ursula Meissner wurde von Dr. Calleen interviewt und es zeigte sich, daß solche Fotos ohne persönliches Engagement undenkbar sind.

 

Dr. Calllen, Ursula Meissner - Foto: Michael Mahlke

Dr. Calllen, Ursula Meissner – Foto: Michael Mahlke

Ursula Meissner wird noch einige Veranstaltungen des XX Else-Lasker-Schüler Forums „Der blaue Reiter ist gefallen ….“ bis Mitte Mai besuchen und mit diskutieren.

Das Programm dazu finden Sie hier.

Die Ausstellung lohnt sich sehr und ist zusammen mit der direkt daneben liegenden und passenden Ausstellung über Ernst Friedrich eine kaum jemals wieder zu sehende Kombination von Informationen über Krieg seit 100 Jahren und die Rolle der Fotografie.

Sie regt sehr zum Weiterdenken an.

Help my: Bilder vom belagerten Leben, Sarajevo 1992-1996 von Friedhelm Brebeck und Ursula Meissner

Ursula Meissner, Friedhelm Brebeck

Dieses Buch ist zeitlos gut. Es ist ein Buch, das bleibt. Es bleibt, weil es ein Fotografiebuch ist und zugleich ein Geschichtsbuch mit einer unvergleichlichen humanitären und fotografischen Mischung.

Es ist einerseits sozialdokumentarische Fotografie, zugleich ist es Kriegsfotografie und es ist andererseits eine Dokumentation über eine Stadt und ihre Menschen im zeitlichen Längsschnitt und thematischen Querschnitt.

Rückblickend ist es heute deshalb auch ein Geschichtsbuch, das den Krieg und seine Folgen zeigt.

Friedhelm Brebeck ist seit 1978 Fernsehkorrespondent der ARD. Das Sterben und Überleben im bosnischen Krieg hat er ab 1992 als Sonderkorrespondent aus Sarajewo begleitet. Mit über vierhundert Filmen, Live-Berichten, Features und Dokumentationen. Er schrieb die Texte zu diesem Buch.
Die Fotografin Ursula Meissner ist eine der wenigen, die bereits 1992 die ersten Kriegsmonate fotografiert hat, und die auch danach alle blutigen Sommer und die bitteren Winter mit leidenschaftlilcher Distanz dokumentierte.

Als ich das Buch aufschlug hatte ich das Gefühl mittendrin zu sein.

Ursula Meissner hat hier eine Art zu fotografieren, die quasi nach den Ereignissen anfängt und die Folgen davon zeigt. Damit werden aus Ereignissen fotografische Geschichten.

Friedhlem Brebeck hat dazu Texte formuliert, die sich einprägen und betroffen machen. Beide zusammen haben ein Buch geschaffen, das gerade heute mit dem Blick zurück und dem Erleben der Folgen in der Gegenwart die Frage nach den Ursachen von Krieg und Frieden darstellt.

Das Buch ist große Literatur, weil es übergreifend gute Texte und gute Fotos vereint.

Die Fotos lassen nicht los, weil der Stil der Bilder so geraderaus alles zeigt, was auch bei uns der Fall wäre. Es zeigt auch die Banaliät des Bösen, die im Menschen steckt und sichtbar wird, wenn man ihn nur läßt.

Das Buch erzählt wie bei einem Gang durch eine Stadt mit Fotos und Texten Geschichten und ist parallel dazu eine Zeitreise mit so vielen Berührungspunkten in der Gegenwart, daß hier fast einzigartig gut der Zusammenhang von Geschichte und Gegenwart in Bildern und Worten erlebbar wird.

Wer es noch bekommt, der sollte es sich nicht entgehen lassen.

Help my: Bilder vom belagerten Leben, Sarajevo 1992-1996

von Friedhelm Brebeck und Ursula Meissner

ISBN 3-930459-17-5