Tag Archive for urheberrecht

Das war mir neu: Fotomonat.de hat noch viel mehr Aufrufe als dokumentiert

iframe google screenshot by m. mahlke

iframe google screenshot by m. mahlke

Ich habe über die Bildersuche berichtet, bei der die Suchmaschinen dazu übergehen, einfach einen Rahmen um vorhandene Inhalte zu legen. Das ist ja eigentlich verboten, wenn es nicht ausdrücklich erlaubt wird.

Aber ich habe mich offenkundig geirrt. Das Spiel ist noch böser.

Bei einer Kontrolle, welche Fotos angezeigt werden, staunte ich nicht schlecht. Ich rief die Bildersuche auf und klickte die Fotos an.

Danach ging ich in die Logfiles, um zu sehen, wie die aufgerufenen und angeklickten Fotos als Logs dargestellt werden.

Da war nichts.

Kein Eintrag.

Nachfrage beim Provider.

Ergebnis: keine Einträge, keine Aufrufe.

Das kann doch nur bedeuten, daß die Seiten komplett schon bei Google und co gespeichert sind und von dort aus aufgerufen werden. Dort werden dann die Seitenaufrufe auf meine Inhalte gespeichert, die dorthin kopiert worden sind.

Muß ich noch mehr schreiben?

 

Iframe – Missachtung der Urheberrechte durch Suchmaschinen?

Bilderklau auf die feine Art ist meine Meinung zu diesem Thema.

Eine Suchmaschine funktionierte so, dass sie gefundene Inhalte anzeigte. Sie zeigte Wörter in Texten und auch Bilder im Kleinformat. Wenn man auf die Suchergebnisse in Textform oder Bildform klickte, dann landete man auf den Webseiten, die dazugehörten.

Das war einmal – zumindest bei Fotos.

Heute binden die Suchmaschinen google und bing die Suchergebnisse in ihre Webseiten zusätzlich ein wie man nachfolgend sehen kann.

iframe google screenshot by m. mahlke

iframe google screenshot by m. mahlke

Das nennt man einen inneren Rahmen in eine Webseite einfügen = iframe.

Das macht google so ähnlich übrigens auch auf Smartphones, wenn man sich die Google App runterlädt. Es öffnet sich ein Fenster mit dem Suchergebnis, aber es ist nicht das Originalfenster des Browsers, sondern ein Fenster innerhalb der App. Man muß quasi ganz raus aus der App und zurück in den Browser, wenn man von Link zu Link frei surfen will.

Das ist auch mehr als einbetten. Wenn Sie ein youtube-Video einbetten und anklicken, dann landen Sie bei youtube.

Wenn Sie bei google ein Bild als Suchergebnis anklicken, dann landen Sie in einer Fotogalerie auf google, die google erstellt hat und wenn sie dann auf das Foto klicken wird das Foto größer aber sie landen nicht auf der Webseite des dazugehörigen Fotografen. Dazu müssen Sie einen Link suchen auf der Seite, der sie eventuell dorthin bringt.

Das obige Beispiel zeigt zudem, daß google alle Bilder von der Webseite in eine Galerie gepackt hat, die man sich in google anschauen muß, weil ein Klick auf das Bild eben nicht direkt zur Webseite führt. Man kann also die Inhalte der eigenen Webseite aufbereitet auf google sehen.

Wenn ich zulasse, daß google meine Fotos findet, dann muß ich noch lange nicht damit einverstanden sein, daß google meine Inhalte in Originalgröße und in eigenen Zusammenstellungen nutzt. Das geht weit über das Anzeigen von Suchergebnissen mit Minibildern hinaus.

Dasselbe bei bing:

iframe bing screenshot by m. mahlke

iframe bing screenshot by m. mahlke

Würde ich von anderen Webseiten Fotos einfach in meine Webseite einbinden, dann wäre was los.

Aber wieso dürfen dies Suchmaschinen ungestraft?

Da kann doch was nicht stimmen – oder gibt es hier zwei verschiedene Rechtssysteme, eines für kleine Webseiten und eines für große Webseiten?

Das wäre ja auch bei uns die Abschaffung des Rechtsstaates.

Freelens geht dagegen an, zu Recht wie ich meine.

Fotografieren im Museum zwischen Dallas und Düsseldorf

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Vor ein paar Jahren war es noch erlaubt in Museen zu fotografieren. Wenn ich eine Fotoausstellung besuchte sagte man mir, ich darf nicht das einzelne Foto eins zu eins fotografieren aber die Ausstellung insgesamt schon.

Dann erlebte ich zunehmend, dass es wegen des Hausrechtes und wegen der Rechte der Eigentümer strikt verboten wurde, zu fotografieren. Einige Mussen wollten auch bei Fotos über die Hängung bestimmen und nur ihre eigenen Fotos von ihren Räumen zeigen.

So wurde die Fotografie verbannt.

Auf der Photokina 2012 zeigte dann Leica eine Fotoausstellung mit Bildern von Mccurry, Gurski und anderen.

Dort stand die ganze Welt und fotografierte die meisten Fotos 1:1 ab. Einige der Fotos fanden sich dann auf diversen Blogs wieder.

Daraufhin schrieb ich Leica an und fragte nach, wie es denn mit den Bildrechten aussehen würde. Ich bekam nie eine Antwort.

Das Ganze ist aber deshalb so interessant, weil Urheberrecht und Copyright weltweit verschieden gesehen werden.

Und wenn verschiedene Menschen und Rechtssysteme aufeinandertreffen, dann ist es nicht immer einfach, genau zu regeln, wer wo Recht hat.

Wenn der asiatische Besucher in Köln ein Foto macht und dieses Foto in Asien bloggt und dabei deutsches Urheberrecht verletzt, spielt das überhaupt noch eine Rolle?

Nun gibt es eine neue Diskussion – aber außerhalb von Deutschland.

In der New York Times hat Deborah Solomon darauf hingewiesen, dass das Dallas Museum of Art einen anderen Weg geht.

Da immer mehr Menschen mit Smartphones leben und in Museen auch damit fotografieren, um diese Fotos später zu sehen und zu posten, hat man im Dallas Museum of Art mit den Ausstellern versucht, die Fotografieerlaubnis zu integrieren.

Aus Sicht von Frau Solomon ist dies richtig, weil die Welt sich verändert hat und Fotos keine Kunstwerke zerstören.

Ob sich dies in Deutschland aber umsetzen läßt wird interessant sein zu beobachten.

Vielleicht gibt es in Deutschland vorher eine Art Gema für „Kunstwerke“.

Genau wie man Musik vervielfältigen kann und nutzt, muß man dann für das Vervielfältigen durch Abfotografieren bezahlen und bloggen kostet extra.

Denn es ist real egal und technisch identisch, ob ich Musik oder Fotos kopiere. Da das Internet durch den Datendownload ja immer „kopiert“ müßte eigentlich alles ununterbrochen bezahlt werden. Das wäre zwar der Tod des Internets aber es wird nur eine Frage der Zeit sein bis das angepackt wird.

Wetten, daß so ein Vorschlag in Deutschland schon in einer Schublade liegt und nur darauf wartet, Luft zu schnappen?

Aber bevor ich hier die Satire weiter verfolge möchte ich das Ganze noch einmal ganz konkret machen.

Im NRW-Forum wird gerade eine Ausstellung gezeigt „Foto von A-Z“.

Bildschirmfoto 2013-10-03 um 08.51.30

Dazu ist beim WDR eine Bilderstrecke publiziert worden, die einige Fragen offenläßt.

Denn nur weil es sich um ein öffentlich-rechtliches Medium handelt sind ja die Urheberrechte der jeweiligen Fotografinnen und Fotografen nicht außer kraft gesetzt.

  • So wäre zu fragen, ob die abfotografierten und beim WDR publizierten Künstler/Rechteinhaber alle ihre Veröffentlichungsrechte dafür abgegeben haben. Diese Rechte müßte ja das NRW-Forum haben und dann an den WDR weitergegeben haben. Der WDR selbst legt viel Wert darauf, die Bildrechte an den Aufnahmen zu besitzen und schreibt: Bildrechte: WDR/Phillip J. Bösel.
  • Darüber hinaus wäre zu fragen, ob diese Fotos auch von einem Blogger hätten gemacht werden dürfen und ob dieser Blogger dieselben Rechte erhalten hätte wie der WDR (Thema Journalismus).
  • Wie man dem obigen Foto entnehmen kann enthält die Hausordnung im NRW-Forum einen klaren Passus: „Das Fotografieren der Ausstellungsobjekte ist nicht gestattet.“ Gehen Sie doch mal hinein und fotografieren sie als Blogger und fragen sie um Veröffentlichungserlaubnis im Netz. Darf der WDR mehr als andere journalistische Medien?

Ein sehr bemerkenswerter Vorgang.

 

Urheberrecht in Grossbritannien – die Fotografen toben

Der 3. Dezember 2012 ist ein wichtiges Datum für das Urheberrecht in Grossbritannien. Im House of Lords wird an diesem Tag ein Gesetz eingebracht, das schon im Mai auf den Weg gebracht wurde.

Um unnötige Bürokratie abzubauen  will man ein Gesetz verabschieden, das die Arbeit im Internet stark vereinfacht.

Es soll möglich werden, die Arbeiten/Produkte ausländischer Eigentümer zu nutzen, ohne deren Kenntnis und ohne deren Erlaubnis.

Das heisst auf Englisch so: „Legalising the usage of foreign works without the knowledge and permission of the copyright owners…“

So bekommt der Kampf um das Urheberrecht eine neue Variante, die englische Variante. Natürlich laufen gegen diesen Vorschlag alle Sturm, die Bildrechte und andere Rechte haben.

Und wir dürfen gespannt sein, welche parallele Rechtswelt sich an dieser Stelle manifestiert.

Nach dem 3. Dezember wissen wir mehr.

Neues Urheberrecht in Kanada – der Sieg der Fotografen?!

Rügen wie gemalt – Foto: Michael Mahlke

Wie man auf verschiedenen englischen Internetseiten lesen kann, ist in Kanada das Urheberrecht geändert worden. Fotografen wird nun dasselbe Recht wie allen anderen Künstlern zugestanden. Das bedeutet, alle Rechte bleiben auch beim Verkauf der Fotos bei den Fotografen.

Die kanadische Vereinigung professioneller Bildhersteller verweist darauf, dass damit das von Henri Cartier-Bresson Prinzip der Beibehaltung der Rechte nun auch in Kanada umgesetzt wurde. Das hört sich auf Englisch so an:

„The principle of protecting photographers‘ ownership rights started 65 years ago by Henri Cartier-Bresson, who founded Magnum with Robert Capa and David Seymour. Magnum assured that a photographer’s image belonged to the photographer and not to the commissioner of the work.“

Was hat das zu bedeuten? Was erwächst daraus für Deutschland? Was bedeutet das überhaupt?

Im angelsächsischen Raum beginnen gerade die Diskussionen dazu. Insbesondere auf dpreview.com wird dies schon engagiert und differenziert diskutiert. Eine sehr differenzierte Analyse mit weiteren Verlinkungen gibt es auf imaging-resource.com. Die kanadische Regierung verweist darauf, dass sie damit im Kreis der G8-Staaten angekommen ist, also auch bei deutschen Rechtsgrundsätzen. Den Originaltext der Gesetzesänderung gibt es hier.

Aber viel auf Deutsch gibt es dazu bisher nicht. Und ich bin kein Spezialist für ausländisches Urheberrecht. Bei Interesse also Augen auf und die nächsten differenzierten Blogbeiträge suchen zu diesem Thema (vielleicht gibt es dazu sogar qualifizierte Zeitungsbeiträge von bezahlten Journalisten)!

 

 

A wie Abmahnung und F wie Fotografie – ein Hochrisikogeschäft?

Foto: Michael Mahlke

Mit einem Klick kann es teuer werden. Das ist eine neue Situation im Zeitalter der Klickwirtschaft.

Dazu gibt es aktuell einige Beispiele, die ich hier ansprechen möchte, um das Thema der Bildrechte und der Folgen der Nichtbeachtung zu beleuchten.

In den internationalen und nationalen Diskussionen rund um das Thema Strassenfotografie taucht immer wieder auf, dass die Beachtung der Persönlichkeitsrechte nicht so wichtig sei.

Wer die Aussagen von Menschen liest, die nicht im deutschen Rechtsraum leben, der sollte sich daran erinnern, dass es nicht überall so wie in Deutschland ist. Hier gelten Regeln, die ich an aktuellen Beispielen benennen möchte.

Darauf sollte man als Fotografin oder Fotograf ein Auge haben.

  • Auf medienrecht-urheberrecht.de wird folgendes geschildert: „Für ein Foto, welches selbst in der höchsten Auflösung zwischen 20 Cent und 1,30 Euro kostet, werden Schadensersatz und Abmahnkosten von regelmäßig insgesamt ca. 1.349,00 Euro gefordert. Wir vertreten auch einen Mandanten, von dem 1.700,00 Euro Schadensersatz allein wegen der versehentlich vergessenen Angabe des Namens des Fotografen gefordert werden.“
  • Auf welikethat.de gibt es einen anderen Sachverhalt: „Vor 2 Tagen haben wir diesen Artikel veröffentlicht, in dem wir über eine Abmahnung berichteten die uns ins Haus geflattert ist. Wir wurden aufgefordert knappe 3.000 € für EIN Bild aus einem Artikel von 2009 zu zahlen und wie sich mittlerweile herausgestellt hat sind wir nicht die Einzigen die in diesem Fall betroffen sind. „
  • Bei Facebook kann ein Klick auf den „Teilen“ Knopf schon Probleme verursachen wie bei toalster.de zu lesen ist: „Liegt für die Veröffentlichung eines Fotos bei Facebook (etwa durch “Teilen” des Bildes) keine Erlaubnis vor, handelt es sich um eine widerrechtliche Veröffentlichung. „
  • Bei lhr-law.de wurde offenkundig einer der ersten Fälle zum Thema „Teilen“ auf Facebook durch Dritte auf der eigenen Pinnwand vertreten: „Die Besonderheit des Falles besteht darin, dass das betreffende Lichtbild von einem Dritten auf die Pinnwand unseres Mandanten hochgeladen wurde. Dieser kann naturgemäß gar nicht überprüfen, ob derjenige auch Rechteinhaber ist, der es auf der Pinnwand postet.“ Diese Seite ist deshalb so interessant, weil dort geklagt wurde, ein Urteil gesprochen wurde und dieses Urteil auch im Wortlaut zu lesen ist.
  • Ich empfehle sonst Bücher wie das von Wolfgang Rau: „Wolfgang Rau schildert auch das Problem der Strassenfotografie und analysiert die Fotos von Henri Cartier-Bresson. Und er schreibt den heutigen “Strassenfotografen” eine klare Botschaft ins Stammbuch: entweder liegt eine Einwilligung vor oder die Personen dürfen nicht erkennbar sein.“

Was kann man daraus lernen?

  • Am besten benutzt man nur Fotos, die man selbst gemacht hat mit Motiven, die keine rechtlichen Probleme auslösen.
  • Bei Facebook sollte man nur Artikel hochladen bei denen auch das Miniaturbild weggelassen wird.  Und „Teilen“ sollte man nur Artikel, bei denen klar ist, dass die verwendeten Grafiken oder Fotos oder Fotos mit Texten auch urheberrechtsfrei sind oder verwendet werden dürfen
  • Bei Flickr sollte man nur Fotos in seine Seiten einbinden, bei denen es eine CCC-Lizenz gibt. Wo alle Rechte vorbehalten sind, darf man diese Fotos auch nicht in einer Sidebar einbinden!
  • Kamera ist Kamera und Foto ist Foto, egal ob mit einem Handy und nur ganz klein oder mit einer grossen DSLR und ganz gross!

Das ist alles nicht so einfach und das muss man üben. Und manchmal vergisst man es auch. Da nicht alles und immer kontrolliert wird, sollte man im Zweifel lieber nachträglich löschen.

Fotografisch betrachtet ist es einfacher. Durch geschicktes Fotografieren kann man weiter fast alles fotografieren. Man muss sich nur an die Regeln halten, wenn man nicht das hohe Risiko einer Abmahnung eingehen will, denn die Suchsoftware für Fotos wird immer besser.

Das ist eigentlich ein guter Grund, um die eigenen fotografischen Fähigkeiten zu verbessern, das Vermeiden solcher Probleme durch geschicktes Fotografieren zu üben und dann noch mehr Fotos zu erstellen.

Abgesehen davon darf man in nichtgewerblichen Fällen nach § 97a Abs. 2 UrhG eigentlich bei einfachen Urheberrechtsverletzungen nur 100 Euro verlangen laut einem interessanten Artikel.  So gibt es noch viel zu tun.

Dieser Artikel stellt natürlich keine Rechtsberatung dar sondern gibt lediglich meine Meinung und Interpretation rechtlich-sozialer Informationen und individueller Verhaltensmöglichkeiten wieder.

Ist Photos.com eine Marke?

Beim Wandern durch die Weiten des Internets stösst man unweigerlich auf Dinge, die im Hintergrund offenkundig ablaufen. Wenn man beim Deutschen Patentamt nach Marken mit dem Begriff „Photos“ sucht, dann fällt auf, dass von 33 Treffern sieben Treffer sich allein mit „Photos.com“ beschäftigen.

Kann man ein allgemeines Wort mit einer Domainendung als Marke schützen? Und welche Folgen hat das? Wenn ich das richtig sehe, dann ist das Wort „Photos“ ein allgemeines Wort der englischen Sprache und unterscheidet sich nur durch die Domainendung. Im Deutschen wäre es das Wort „Fotos“.

Wäre dann das Wort nur mit der Endung geschützt oder könnte man dann aus dem Wort „Photos“ allein Rechtsansprüche gegenüber Dritten ableiten? Was wäre dann eigentlich, wenn jemand eine Domain wie z.B. „Photos-XXL.xxx“ registrieren würde?

Und weiter: würden dann Anwälte auch sagen, das deutsche Wort „Fotos“ hört sich so an wie das englische Wort „Photos“ und weil Verwechslungsgefahr bestehen könnte hat man Urheberrechte verletzt? Wären dann auch alle von Photos abgeleiteten Wörter wie Photos-online etc. monopolisiert?

Puuuuh!!! Wenn das so käme, dann wären ja faktisch die Wörter „Photos“ (und Fotos?) doch weltweit monopolisiert – oder?

Fragen über Fragen, die aber geklärt werden müssen, auch im Sinne der Menschen.

Darf man dann Wörter gar nicht mehr benutzen?

Nun denn. Offenkundig bin ich nicht der einzige, der sich diese Fragen stellt. Im Amtsblatt der Europäischen Union vom 27.08.2011 wird eine Klage von Getty Images veröffentlicht: „Klagegründe: Verstoß gegen Art. 7 Abs. 1 Buchst. b und c in Verbindung mit Art. 7 Abs. 3 der Verordnung Nr. 207/2009 des Rates, da die Beschwerdekammer (i) zu Unrecht festgestellt habe, dass die angemeldete Marke für die beanspruchten Waren/ Dienstleistungen beschreibend sei,…“

Vielleicht passt dazu auch ein Artikel, der spekuliert, ob Carlyle Getty Images kaufen will.

Es ist sehr interessant, dies alles zu verfolgen. Ich bin gespannt, was dabei rauskommt.

Übrigens, dieser Artikel stellt nur meine persönlichen Überlegungen und Meinungen dar.

 Text 1.1

Digitale Minen oder Pressemitteilungen unterliegen dem Urheberrecht – mit allen Folgen

Wenn das Absurde paradox wird

Eigentlich logisch: ich erhalte per Email eine Pressemitteilung und bin bereit, diese zu veröffentlichen.

Stop! Wenn ich das mache, kann es richtig teuer werden.

Auf anwalt.de wird darauf hingewiesen, dass Pressemitteilungen urheberrechtlich geschützte Werke sind, die eben nicht einfach veröffentlicht werden dürfen.

Die Folgen können Abmahnungen und Schadensersatzansprüche sein.

1. Fall

Warum schreibe ich das? Weil ich immer mehr Emails mit Pressemitteilungen erhalte, die zum Beispiel als Adressaten nicht mich persönlich sondern einen Begriff oder einen anderen Namen enthalten. Weiter unten steht dann, dass der Inhalt nur für den aufgeführten Empfänger persönlich bestimmt ist und Dritten nicht zugänglich gemacht werden darf.

Auf gut Deutsch, ich erhalte eine Pressemitteilung, die ich nicht veröffentlichen darf ohne mit einer Abmahnung zu rechnen.

Dies gilt sowohl für Pressemitteilungen zu Fotoausstellungen als auch zu Pressemitteilungen zu technischen Artikeln oder zu Hotels mit Fotos.

2. Fall

Oder ich erhalte Pressemitteilungen mit dem Hinweis, dass dieser Text zur Veröffentlichung zur Verfügung steht. Wenn ich ihn nutzen will, schickt mir der Autor einen Bestellbeleg und eine Rechnung.

3. Fall

Pressemitteilungen mit Fotos sind noch pikanter. Immer wieder erhalte ich Emails mit einem Hinweis auf eine Fotoausstellung oder einen Fototermin von einem Verband, einer Institution, einem Unternehmen etc.. Darin sind dann auch Fotos. Zum Teil steht dort dann, dass diese benutzt werden dürfen. Wenn ich dann nachfrage, ob der/die, die mir dies geschickt haben, auch über die Rechte daran verfügen, dann kommt meistens die Info, sie würden beim Autor nachfragen! Wenn später dann die Antwort kommt, ich dürfe das, dann ist dies dennoch nicht rechtsverbindlich, es sei denn, der Autor eines Bildes schreibt mir persönlich.

Da kommt Freude auf

Da kommt Freude auf. Es reicht also nicht, eine Pressemitteilung zu verschicken. Der Empfänger kann die Inhalte nur dann gefahrlos nutzen, wenn in der Pressemitteilung steht, dass der Versender dieser Mitteilung über alle Rechte an den Texten und Fotos verfügt und diese vom Empfänger uneingeschränkt oder unter speziellen Bedingungen genutzt werden können.

Wie kann man sich schützen?

1. Indem man sich per Email versichern läßt, dass die Rechte bei dem Versender der Email liegen und man die Pressemitteilung nutzen darf

2. Indem der Versender von sich aus in die Email schreibt, dass er die Rechte besitzt und die Nutzung der Texte und Bilder in der Email oder im Anhang kostenfrei zur Verfügung stehen

3. Indem die Agentur selbst die Texte schreibt und publiziert

Urheberrecht verkehrt

Im übrigen zeigt der Artikel die Grenze des Urheberrechts auf. Denn hier wird die Welt paradox, da die Funktion einer Pressemitteilung darin besteht, der Presse etwas mitzuteilen. Der Sinn besteht darin, die Informationen aus der Pressemitteilung zu nutzen bzw. zu benutzen.

Relativ sicher wird man damit umgehen können, wenn man dies dann paraphrasiert. Aber da man Informationen in einer Pressemitteilung meistens nicht überprüfen kann, würde man die journalistische Sorgfaltspflicht verletzen, wenn man andere Worte wählt wie die in der Pressemitteilung, Also ist es am klügsten, dass man gar keine Pressemitteilungen mehr nutzt, solange der Versender nicht eindeutig geschrieben hat, wie und in welchem Umfang die Texte zitiert, kopiert und genutzt werden können.