Tag Archive for Texte

Über Fotografie schreiben

Fotobücher und Texte zur Fotografie und Streetfotografie – Michael Mahlke

Über Fotografie schreiben bedeutet für mich über Dokumentarfotografie, soziale Fotografie und Digitalkameras zu schreiben. Die Digitalfotografie hat für mich das Fotografieren demokratisiert, weil sich heute jeder einen Fotopparat leisten kann, sogar zusätzlich zum Handy bzw. Smartphone.

Fotografieren oder Schreiben?

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Alles kommt wieder. In der aktuellen photonews 7-8/14 schreibt Markus Weckesser über die Fotoausstellung (Mis)understanding Photography im Essener Folgwang Museum.

„Die Theorie ist das ungeliebte Kind der Fotografie … Solche Kompendien versammeln kanonische Abhandlungen von große Geistern wie Benjamin, Kracauer, Barthes und Sontag, wobei keiner der Autoren selbst fotografiert hat. Bemerkenswert ist somit das Konzept der Ausstellung… Im ersten Teil reflektieren Fotografen das Medium Fotografie … Der zweite Teil präsentiert 58 Manifeste, Statements, Essays und Thesen. Und zwar ausschließlich von Fotografen.“

Weckesser wirft hier die Frage auf, ob die, die über etwas schreiben, es auch praktizieren müssen.

Gute Frage und Diogenes antwortet, es kommt darauf an.

  • Wer über das Fotografieren und seine sozialen Auswirkungen schreibt, der muß nicht fotografieren.
  • Wer aber über das Fotografieren als Tätigkeit schreibt, der sollte auch fotografieren.

Fotografen haben in der Regel nicht das gedankliche Instrumentarium erlernt, um gesellschaftliche Entwicklungen entsprechend einordnen zu können im Sinne einer wissenschaftlich orientierten Betrachtungsweise. Daher ist es nachvollziehbar, wenn Menschen über Fotografie schreiben, auch wenn sie nicht fotografieren oder fotografiert haben.