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Der Weg der Armut

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Wenn du in dein Schicksal einwilligst wird es dich leiten…

So muß man sich das auch in der Fotografie vorstellen. Die Dinge geschehen und wenn du dann offen genug dafür bist sie zu sehen, dann hat das Schicksal dir die Chance gegeben selbstbestimmt diese Dinge anzunehmen und umzusetzen – auch in der Fotografie.

Dann entwickelt sich sogar Streetfotografie plötzlich zu einer stillen sozialdokumentarischen Fotografie.

So wurde die Serie Der Weg der Armut geboren.

Nur so.

Welche Digitalkamera würde sich heute Henri Cartier-Bresson kaufen?

Von Leica zu Lumix - Foto: Michael Mahlke

Von Leica zu Lumix – Foto: Michael Mahlke

Diese Frage stelle ich mir, weil ich wissen möchte, ob meine Wahl auch seine Wahl gewesen wäre.

Die Frage habe ich vor sechs Jahren so ähnlich schon einmal gestellt.

Als er intensiv zu fotografieren begann, hat er sich für eine Kleinbildkamera von Leica entschieden, weil dies die kleinste Kamera auf dem Markt mit Wechselobjektiven war. Es ging also primär um technische und praktische Gesichtspunkte, die für seine Art unterwegs zu sein, Momente schnell und diskret aufzunehmen und fotografisch zu sehen entscheidend waren.

Der Preis spielte für ihn eher keine Rolle, da er aus einer sehr reichen Familie stammte.

Er hat aber nicht mit einer Leica Fotografieren gelernt. Und sein Benutzen der Festbrennweite um die 50mm ist legendär.

Die Fotos, die er mit diesen Kameras gemacht hat, wären heute in digitalen Zeiten auch mit jeder durchschnittlichen Kompaktkamera in dieser Qualität möglich.

 

Hätte sich Cartier-Bresson heute überhaupt eine Digitalkamera gekauft oder direkt nur noch ein Smartphone?

Ich glaube, er hätte den Sucher gemocht, weil Sucherfotografie intensiver ist und weil der Sucher seiner Art entsprach, der Wirklichkeit einen Rahmen zu geben und das Foto geometrisch zu gestalten.  Deshalb wäre das Smartphone wohl nur eine Ergänzung gewesen.

Er wollte ja immer eine kompakte und schnelle Kamera haben, die er unauffällig benutzen kann.

Und da würde es heute natürlich eine andere und bessere Auswahl geben.

In der Tradition von Leica mit einem besseren Sucher wäre die Fuji X100 interessant.

Entscheidend wäre sicherlich eine Kombination von Sucher und Monitor und er wäre bestimmt auch experimentierfreudig genug, um Aufnahmen mit dem Monitor zu machen.

Zudem bin ich überzeugt davon, daß er auch in Farbe fotografiert hätte. Das hat er ja auch zu seiner Zeit, aber es gefiel ihm nicht so. Auf dem Monitor und mit der Möglichkeit sofort mehr zu sehen, wäre dies vielleicht anders gewesen.

Denn auch er wußte, daß manche Fotos monochrom und manche farbig besser wirken.

 

Wäre er bei einer größeren Kamera geblieben oder hätte er sich eine kleinere Kamera geholt?

Das ist ein Kapitel aus dem Themenbereich der ungeschehenen Geschichte.

Er hat gerne mit der Minilux fotografiert als es sie gab: „Die Leica ist eigentlich gar keine Leica, sondern sie wurde von 1995 bis 2003 von der Firma Panasonic aus japanischen Bauteilen gefertigt.  Lediglich das Summarit-Objektiv stammt aus deutscher Rechnung, aber auch nicht aus deutscher Fertigung.“

Es war also nicht der Messsucher und die Kameragröße an sich, da der Sucher der Minilux bzw. Minilux Zoom  ja viel kleiner war und die berühmten zwei Lämpchen hatte, die bis vor kurzem bei allen optischen Suchern zu finden waren: „Sucher:  Realbild-Sucher mit Markierungen für das Autofocus-Meßfeld, für Aufnahmen im Nahbereich und für Panorama-Aufnahmen. Blitz-Funktionsanzeige durch eine rote Leuchtdiode. Funktionsanzeige für Autofocus und Belichtungsmessung durch eine grüne Leuchtdiode.“

Das ist sehr gut in dem Buch Faceless zu sehen.

Aus heutiger Sicht hat danach und bis heute überhaupt die wahrscheinlich besten optischen Sucher die Firma Fuji mit der X100 für eine größere und mit der Fuji  X10 bzw. X20 für eine kleinere Digitalkamera angeboten und bei den „kleineren“ optischen Suchern war und ist der optische Sucher der Fuji X10 davon letztlich wohl der beste.

 

Was würde Henri Cartier-Bresson heute nutzen?

Wenn ich mir nun anschaue, was aktuell auf dem Markt verfügbar ist, dann wäre für mich die Wahl klar.

Foto: Michael Mahlke Lumix TZ71

Foto: Michael Mahlke Lumix TZ71

Es wäre unter technischen Gesichtspunkten und der Bequemlichkeit, wenn man unterwegs ist, eine Panasonic Lumix TZ-71.

Da diese Digitalkamera ein Leica-Objektiv hat, wären alte Namen und neue Möglichkeiten hier taschenfreundlich vereint.

Auch das Design ist fein.

Und man kann neben allen klassischen und fortschrittlichen Techniken sogar mit Sucher manuell sehr detailliert scharfstellen mit elektronischer Hilfe. Nur die Olympus Stylus 1 ist besser aber auch etwas größer. Sie hätte ihn vielleicht auch interessiert.

 

Hätte Herr Cartier-Bresson meine Meinung geteilt?

Es bleibt offen, ob Monsieur Cartier-Bresson sich aus sozialen Gründen als reicher Mann dann nicht doch lieber eine teurere Kamera gekauft hätte. Wahrscheinlich hätte er sie sogar geliehen oder geschenkt bekommen.

Aber für Reportage und Street und schnelle Schnappschüsse unterwegs ist die Lumix TZ-71 eine gute Wahl.

„Alles dran und alles drin“ stimmt wirklich.

Das liegt vielleicht auch daran daß es nicht die erste Kamera in der Serie ist und Panasonic auch Erfahrungen integriert. Sie ersetzt in meinen Augen auch eine so gute Kamera wie z.B. die DMC-FZ150, die im Bereich der Bridgekameras bis heute wirklich gut ist. Ich persönlich würde sogar noch schwanken zwischen der Lumix TZ-71 und der DMC-LF1 alias Leica C.

Na gut!

Andere leichte, technisch und optisch ausgereifte und flexible Kameras mit Sucher wären sicher auch möglich und wenn ich den Artikel in fünf Jahren noch mal schreiben sollte, würde das Ergebnis sicher wieder neu ausfallen.

Aber wer kennt dann noch seinen und meinen Namen und stellt sich so eine Frage?

Vielleicht mehr als man heute meint.

Wer weiß!

Die Kamera ist sicherlich nicht die beste Kamera, um eine Kartoffel zu fotografieren oder eine Handtasche und dafür dann 1 Million Dollar zu erhalten.

Dafür muß die Kamera wohl teurer sein.

Aber sie ist gut genug um das Soziale im Ablauf von Begegnungen, Momenten und dem Leben festzuhalten. Dafür gibt es dann aber nicht so viel Geld – aber mehr Leben.

Da man nach dem Leben und dem Sterben im Himmel alle Menschen wiedertrifft, werde ich dann die Gelegenheit nutzen, um Monsieur Henri Cartier-Bresson selbst zu fragen. Ich hoffe es dauert noch ein Weilchen, aber wenn es so weit ist, bin ich auf seine Antwort gespannt.

Nun hoffe ich, daß ich in fünf Jahren den nächsten Artikel mit dieser Frage schreiben kann – ich bleibe dran.

Digitalkameras in der Streetphotography bzw. Streetfotografie von Fotomonat bis Filtermix

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Alles ist möglich aber nicht alles ist gut.

So würde ich meine Erfahrungen zusammenfassen, wenn es um Digitalkameras und das Fotografieren auf der Straße geht.

Ich meine dabei Fineart Streetfotografie.

Als im Jahre 2006 die Pananonic Lumix DMC-L1 (als Kooperation mit Olympus) auf den Markt kam, war dies wie ein kleines digitales Wunder.

Es gab nur DSLRs und einige Bridgekameras. Das klassische rechteckige Format wie es bei Pentax, Leica, Olympus etc. zu analogen Zeiten vorhanden war, gab es nicht.

Leica war damals digital kaum existent und übernahm die Kamera als Digilux 3 ins eigene Programm.

Die Lumix L1 holte das Handling aus analogen Zeiten in die digitale Welt, sie bot alle die Knöpfe und Rädchen, die viele haben wollten, sie hatte das Format, das viele mochten und sie war so stabil wie alte Kameras.

Ich weiß noch wie ich und andere diese Kamera zum damaligen Einstiegspreis von 2998.- Euro bei Fotokoch anschauten. Da standen wir echt in einer Reihe bis jeder mal dran war und die Kamera in die Hand nehmen konnte. Das waren noch Zeiten!

Das war 2006.

Jetzt sind wir zehn Jahre weiter.

Was ist in dieser Zeit bei Sucherkameras mit Wechseloptiken für Streetfotografie geschehen?

Wenn wir uns das Bild betrachten, wird es auf einen Blick klar.

klassiker_streetphotography

Die Digitalkameras sind kleiner geworden und Panasonic ist sich dabei wirklich treu geblieben und bietet aktuell mit der DMC-GM5 eine Kamera an, die im Format einer Kompaktkamera mit großem MFT-Sensor und Sucher alles das kann, was auch eine ausgewachsene DSLR konnte – und noch ein bißchen mehr (inklusive totalem Videospaß).

Dazwischen drängen konnte und kann sich eigentlich nur die V1 von Nikon, deren 1er Sensor mit der unglaublichen Fokussierschnelligkeit und dem Sucher doch ebenfalls richtig gute Streetfotografie ermöglicht.

Diese Kameras sind für mich die Klassiker unter den Digitalkameras mit Sucher, klassischer Form und Wechseloptik im Bereich der Streetfotografie in der Abfolge von damals bis heute.

Aber es wurden seitdem ja noch mehr Kameras gebaut.

Und wenn ich mich für Digitalkameras interessiere, die einen Sucher und eine fest verbaute Optik haben, dann gibt es eine andere Reihe.

klassiker_streetphotography2

Haben Sie die Kameras erkannt?

Wenn nicht, dann zeige ich sie Ihnen hier noch mal von vorn:

klassiker_streetphotography2a

Wie Sie sehen handelt es sich um die Fuji X100, die der Pionier für die Rückkehr des klassischen Suchers in die Streetfotografie ist. Sie wurde auch ein Ersatz für viele, die von Leica kamen und sie ist bis heute im Kreis von Fotoreportern sehr beliebt.

Die Fuji X100 hatte und hat drei Dinge, die es so vorher und bis heute nicht mehr gab. Erstens hat sie einen unerreicht guten Sucher, der sowohl optisch als auch digital sein kann. Zweitens hat sie die klassische Form der Reportagekamera, die ein ganzes Jahrhundert dominierte. Drittens traf sie den Nerv der Zeit, weil sehr viele darauf warteten endlich eine Kamera zu bekommen, die das beste aus analogen Zeiten mit dem besten aus digitalen Zeiten miteinander vereint und bezahlbar ist.

Und Fuji war eben klug genug in einer Kamera beide Möglichkeiten anzubieten bis hin zur Wahl zwischen Sucher und Monitor und dies alles mit einem Preis zu koppeln, der für arbeitende Menschen annehmbar ist.

Die langen Schlangen auf der Photokina waren damals so erstaunlich, daß die Fuji Verantwortlichen selbst aus dem Staunen nicht mehr rauskamen.Ich war dabei. Und auch spätere Berichte beschreiben diese ganz besondere Erwartungshaltung.

Es war nicht nur Zeitgeist sondern es war die vorgeformte Erwartungshaltung ganz vieler Menschen, die mit analogem Equipment aufgewachsen waren und nun endlich die kompromisslose digitale Umsetzung wollten. Das hat sich nur Fuji getraut.

Doch zurück zum Foto.

Hier kommt die Fuji X10 mit ihrem optischen Sucher hinzu und als neuste Kamera in dieser Reihe die Panasonic Lumix DMC-LF1, klein und fein, wenn auch mit elektronischem Sucher.

Doch auch dies war nicht alles.

Denn es gab ja viele Jahre fast ausschließlich Kameras mit Monitor und ohne Sucher.

Für Streetfotografie sind die besten Digitalkameras ohne Sucher und mit Monitor dabei hier zu sehen:

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Es handelt sich um die Olympus XZ-10 (wobei die XZ-1 bis heute genau so gut ist aber noch etwas anders), die Ricoh GR Digital 3 bzw. 4 (als Festbrennweite) und die Casio EX-ZR 700 bzw. 1000. Es sind alles Kameras mit kleinen Sensoren. Das ist kein Zufall weil schnelle und spontane Monitorfotografie vielfach mit kleineren Sensoren auf die Schnelle bessere Ergebnisse erzielen kann.

Ich habe vor einigen Jahren an anderer Stelle schon einmal über die besten Kameras für Streetphotography aus meiner Sicht geschrieben.

Das war zu einer Zeit als ich noch nicht wußte was noch kommt und womit ich weiter Erfahrungen sammeln werde. Auch damals waren es alles gute Kameras aber es gab im Ergebnis auch dabei noch bessere.

Insofern ist der damalige Bericht ein guter Querschnitt, ersetzt aber nicht diese Zeilen, weil ich hier technische Entwicklungen und eigene Erfahrungen Jahre später im Längsschnitt zusammenführe.

Denn für gute Streetfotografie ist eine gute Kamera erforderlich, die etwas haben muß, was alle Kameras hier haben.

Wissen Sie was?

Genau, es ist das RAW-Format.

Meiner Erfahrung nach kann man zwar den Moment in der Streetfotografie nicht wiederholen aber man kann die Fotos danach im digitalen Labor so bearbeiten daß die Anmutung entsteht, die man haben will.

Denn fertige jpgs sind ja nichts anderes als im kamerainternen Digitallabor bearbeitete Fotos. Die kann man dann auch selbst mit den eigenen Möglichkeiten später herstellen mit dem RAW-Format, dem digitalen Negativ.

Alle Kameras haben aber noch etwas. nämlich die Möglichkeit der Zeitvorwahl (S wie Shutter Speed). Nur wenn ich die Verschlußzeit selbst bestimmen kann, kann ich auch die Gestaltung des Bildes beeinflussen.

Und man muß sich entscheiden, ob man mit Monitor oder Sucher fotografiert. Sucherfotografie ist anders, weil das Fotografieren durch einen Sucher sehr viel intensiver ist.

Natürlich habe ich viele Kameras ausgelassen.

Verfechter des Vollformats werden sicherlich von Leica und Sony sprechen wollen. Aber die Verknüpfung von Vollformat und Streetfotografie war nur solange sinnvoll wie es keine Alternative gab.

Cartier-Bresson stieg z.B. damals von größeren Kameras auf die kleinere Leica mit dem Kleinbild um, weil so schnelleres und unauffälligeres Fotografieren möglich war und die Kamera einfach kleiner war.

Genau dieser Mut zur Veränderung war die technische Voraussetzung für seine Fotos.

Und diesen Schritt sollte man heute auch machen, denn der Umstieg vom Kleinbild auf kleinere Kameras und kleinere Sensoren lohnt sich, weil die Bildqualität kein Thema mehr ist und die Möglichkeiten durch den Umstieg zum Teil wachsen und mehr Kreativität ermöglichen.

Kleine Sensoren sind auch gute Sensoren und zunehmend auch besser für Street und Still.

Hinzu kommt noch, daß sich das Sozialverhalten verändert hat.

Kameras und das Fotografieren werden heute vielfach anders wahrgenommen. Das hat mit Edward Snowden ebenso zu tun wie mit der Smartphone-Fotografie und sozialen Netzwerken mit ihrer neuen Öffentlichkeit.

Eine Antwort darauf ist meine Fineart-Streetfotografie, die sich genau aus dieser Auseinandersetzung entwickelt hat.

Von 2006 bis 2016 sind nun zehn Jahre in der Digitalfotografie um.

Ich war rund um Fotomonat ca. zehn Jahre dabei.

Aber es zeichnete sich schon 2015 ab, daß es einen Übergang geben wird aus unterschiedlichen Gründen.

Ich brauchte mehrere Versuche über mehrere Jahre, um zurück ins Fotografieren zu finden.

Das Ergebnis steht nun fest: weniger ist mehr und mehr Zeit fürs Fotografieren und weniger Zeit für das Schreiben ist eine gute Veränderung, die ja auch wieder nur vorübergehend ist.

Übrigens heißt mehr Zeit für das Fotografieren nicht mehr Fotos – ganz im Gegenteil!

Ist Leben im Moment mehr Leben oder einfach nur das Leben, weil es mehr als den Moment zu leben nicht gibt?

Vielleicht finde ich es heraus.

Danken möchte ich abschließend Hans Treffer für die Kameras, die er mir zur Verfügung gestellt hat.

Text 1.1

Saturn im Schützen und Chewing Gum in Wuppertal oder wie ich lernte meine Welt zu akzeptieren

chewing gum in wuppertal by mike mahlke

chewing gum in wuppertal by mike mahlke

Die Qualität der Zeit

Aktuell ist Saturn in Schütze. Das sagt Astrologen etwas. Astrologen schauen auf die Konstellationen am Himmel und dann auf die Ereignisse auf der Erde. Das sammeln sie wie Historiker. Das nennt sich Mundanastrologie und so kann man sagen, als das letzte Mal diese oder jene Konstellation am Himmel war geschah folgendes auf der Erde. Das meint man mit „wie oben so unten.“

Als das letzte Mal Saturn in Schütze war gab es den Zusammenbruch des Sozialismus, es gab Glasnost, Perestroika, den Fall der Mauer etc. Das meinen Astrologen mit Zeitqualität.

Und nun haben wir gerade den Fall der Grenzen in der EU und in Deutschland. Aber Saturn bleibt noch ein paar Jahre, so daß es noch weiter geht. Grenzen, falsches Denken, Revolutionen, alles ist möglich.

Im persönlichen Horoskop spielt Saturn auch immer eine Rolle, je nach den Aspekten im Radix.

Saturn räumt auf im Leben.

Nun denn – hallo Saturn!

chewing gum on christmas market - Foto: Michael Mahlke

chewing gum on christmas market – Foto: Michael Mahlke

Die Qualität der Statistik

Eric Kim gilt für David Gibson in seinem Buch über Streetfotografie als DER Streetfotografie-Guru der sozialen Netzwerke.

Kim selbst ist von mir schon einmal diskutiert worden. Mir fehlte damals sein persönliches fotografisches Profil. Die Nutzung der sozialen Medien hat er wirklich gut drauf. Nun hat er einen Artikel über das Bloggen geschrieben, der mich zu diesem Artikel inspiriert hat. Das spricht für seinen Artikel.

Dort schreibt er, daß er pro Tag auf seinem Blog täglich (11/2015) ca. 7.000 unique visits hat.

Bei Facebook hat er mehr als 250.000 Menschen, die seine Beiträge abonniert haben.

Ich habe beim Thema Fotografie im Bereich Fotomonat mit artlens, streetlens und frontlens im deutschen Sprachraum aktuell 2015 im Schnitt gut 3.600 unique visits pro Tag. Und ich bin überhaupt nicht auf Facebook damit.

Falsch verstanden, die Pfeile zeigen in Remscheid den Weg zum Ascher und Papierkorb - Foto: Michael Mahlke

Falsch verstanden, die Pfeile zeigen in Remscheid den Weg zum Ascher und Papierkorb – Foto: Michael Mahlke

Die Qualität des Privaten

Gut die Hälfte ohne Facebook und nur für den deutschsprachigen Raum.

Das finde ich nicht schlecht.

Die Logik bei Facebook ist ja, daß ich etwas kostenlos produziere und Facebook zur Verfügung stelle, damit dies dann mit ihrer Werbung den Followern zur Verfügung gestellt wird. Verdient hat also trotz vieler Follower nur Facebook. Und für dieses Adressbuch stelle ich auch noch freiwillig die absolute Überwachung aller meiner Aktivitäten zur Auswertung und zum Weiterverkauf zur Verfügung. Das muß nicht sein. Hinzu kommt, daß ich dort nur so schreiben darf wie Zuckerberg es will. Zensur ist also inbegriffen wie ich schon erlebt habe.

Weniger ist für mich mehr.

Eric Kim hat ebenso wie ich kostenlose PDF-Bücher zur Streetfotografie zur Verfügung stellt.

Meine sind etwas kleiner und schneller zu lesen und in zwei Sprachen verfügbar.

Eric Kim ist in den sozialen Medien und im englischsprachigen Raum viel weiter verbreitet.

Ich bin digital nur halb so groß und nicht kommerziell sondern privat.

Insofern freue ich mich, wenn Sie hier meine „mittelständischen“ privaten Räume besuchen und lade Sie abschließend noch ins Wupperartmuseum ein.

Eine gute Zeit

Michael Mahlke

 

Streetfotografie von David Gibson

streetfotografie_gibson

David Gibson fotografiert und ist Mitglied der Gruppe In-Public.

Und vor einiger Zeit hat er „The Street Photographers Manual“ herausgegeben, ein Buch von ihm mit den Sichtweisen von 20 Fotografen und Fotografinnen und ihrer jeweiligen Art Streetfotografie zu machen.

Nun ist dieses Buch mit dem Titel „Streetfotografie“ in deutscher Übersetzung und etwas angepaßt bei mitp erschienen.

Es ist eines der Bücher, die sicherlich von vorne bis hinten angeschaut und gelesen werden.

Texte und Fotos ergeben hier die Mischung, die zur kreativen Inspiration führen.

Bemerkenswerterweise tötet er zu Beginn die Sichtweise von Henri Cartier-Bresson, um dann mit vielen gelungenen Beispielen anderer Fotografen als gute Beispiele immer wieder darauf zurückzukommen.

So lebt dieses Buch einen Widerspruch, der sich aus der Kreativität ergibt.

Nur wer sich löst kann Eigenes schaffen und kehrt damit zugleich zum Guten zurück. Das gilt übrigens auch für Cartier-Bresson, der die visuelle Grammatik ja nicht erfunden hat sondern nur konsequent anwendet.

Was ist eigentlich Streetfotografie?

Gibson bezieht sich auf Dyer und zitiert ihn: „Streets brauchen Häuser, um eine Street zu sein.“

Und dann räumt er mit so mancher Blockade im Kopf auf und macht den Weg frei:

Digitale Manipulation ist kein Schimpfwoirt. Auch die herkömmliche Dunkelkammer ließ sich mißbrauchen.“

Und er betont:

„Eine der Konstanten dieses Buches ist, dass es Schubladen, Labels ablehnt. Inspiration kann schließlich aus vielen verschiedenen Bereichen kommen… Streetfashion und Streetfotografie mögen überraschende Bettgenossen sein, die Paarung betont jedoch nur die ständige gegenseitige Befruchtung in der Fotografie.“

Und er zieht eine klare Grenze:

„Es ist einer der häufigsten Irrtümer der Streetfotografie, dass Fotografen glauben, sie würden streetfotografie betreiben, wenn sie mir ihrem Motiv interagieren – dieses erkennt, dass es fotografiert wird und setzt sich womöglich in Szene. Das ist keine Streetfotografie sondern die Aufnahme eines gestellten Porträts.“

Pure ungestellte Streetfotografie - Foto: Michael Mahlke

Pure ungestellte Streetfotografie – Foto: Michael Mahlke

Diese kurzen und klaren Gedanken geben den Rahmen des Buches ab.

Man spürt schon beim Lesen: es wird interessant.

Und das wird es dann auch von der ersten bis zur letzten Seite.

Mir gefällt das Buch darüber hinaus auch, weil er manches so bewertet wie es mir nicht gefällt.

Aber so ist das eben mit einem guten Buch.

Es hat eine Meinung und man kann sich daran reiben und dann feststellen, ob die eigene Meinung (wenn man eine eigene Meinung hat) beibehalten wird oder andere Auffassungen besser sind.

Streetfotografie ist Alltagsfotografie und zeigt daher auch den Alltag mit dem jeweiligen Ausschnitt, der Dinge kombiniert durch Perspektive und Blickwinkel.

Das macht es interessant und lädt zum Verweilen ein.

Reichhaltig bebildert und mit sehr vielen Ratschlägen und Hinweisen ausgestattet ist dieses Buch zur Streetfotografie eine gute Quelle für viele Ideen. Vor allem lernt man nicht nur bekannte Namen kennen sondern auch viele In-Public Fotografen.

Das gefällt in der Vielfalt doch sehr.

Der Verlag schreibt über das Buch

  • Ein kompletter Überblick über die wohl spannendste und dynamischste Form der Fotografie
  • Ratschläge und Inspiration von weltweit etablierten Streetfotografen
  • Mit konkreten Projektvorschlägen zur Schärfung des fotografischen Blicks

Das stimmt und macht dieses Buch zu einer Empfehlung, wenn man aus Technik mit Herz, Verstand und Auge gute Fotos machen will.

Es ist im mitp Verlag erschienen.
Streetfotografie
von David Gibson

ISBN: 9783958451377

 

Streetphotography rocks – Streetfotografie begeistert

Brandenburger Tor

Streetfotografie begeistert (neudeutsch: ist geil) = streetphotography rocks.

Das Wort Streetphotography ist genau so stark wie das Wort Zeitgeist.

Zeitgeist hat sich als deutsches Wort weltweit durchgesetzt und Streetphotography hat sich als englisches Wort weltweit durchgesetzt.

Die Frage ist, ob sich mittelfristig photography oder fotografie durchsetzen wird.

Denn der ganze spanische und portugiesische Sprachraum hat die fotografia, die mit f geschrieben wird.

Aber wie lange die Parallelität der Begriffe im Sprachraum existiert, hängt auch von Medien, Macht und Einfluß ab.

Und streetphotography versteht jeder, der damit zu tun hat.

Aber man sollte streetphotography nicht mit streetsphotography verwechseln, also nicht das Straßenleben mit dem Stadtbild.

Und deshalb ist es einfach so – streetphotography rocks weltweit!

 

Streetfotografie mal ganz anders

Streetphotography means photography in public – Straßenfotografie bedeutet Fotografieren im öffentlichen Raum.

Da wir dort Menschen sehen, müssen wir auf die Menschenrechte achten. Die sind bei der Frage des Fotografierens in einigen Ländern sehr unterschiedlich geregelt.

Streetfotografie heute bedeutet in Deutschland und Österreich, wenn jemand eindeutig zu erkennen ist, nur mit Einwilligung zu fotografieren, sonst ist es im Zweifel rechtswidrig.

Das ist aber nicht so schwer wie man denken könnte.

Das kann man online selbst trainieren oder offline mit einem Fototrainer.

Man kann aber auch ganz anders Streetphotography machen indem man die Motive umkehrt.

Dabei spielt man mit Licht und Schatten. Wenn die Lichtverhältnisse draußen mitspielen und man aufmerksam genug ist, die entscheidenden Momente einzufangen, dann fotografiert man nicht die Menschen sondern deren Schatten im Zusammenspiel.

So kann man Geschichten erzählen und macht dabei Strassenfotografie pur.

Man kann sogar Familien und Kinder fotografieren ohne juristische Probleme zu bekommen.

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Probieren Sie es einfach mal aus.

Aber man muß nicht nur die Schatten fotografieren, man kann auch eine fotografische Mischung festhalten, die die Schatten neben Personen im Licht setzt, wie man hier sehen kann.

Es macht richtig viel Spaß!

Straßenphotographie ist eben mehr als auf den Auslöser zu drücken, wenn man Ansprüche an sich selbst hat.

Um so schöner ist es, wenn man den Erfolg dann auf einem Foto sehen kann.

 

Street21 – Kostenlos als Download das Buch zur Strassenfotografie – Streetphotography

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Ich hatte es versprochen und nun halte ich es auch.

Falls jemals das Buch von Henri Cartier-Bresson The Decisive Moment neu erscheint, werde ich aus Freude meine Anleitung zur Fineart-Streetphotography als kostenlosen Download anbieten.

Das hatte ich versprochen.

Nun ist das Buch wirklich bei Steidl erschienen und so halte ich nun ebenfalls mein Versprechen.

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Hier können Sie das Buch direkt online anschauen

und/oder das komplette Buch zur Fineart Straßenfotografie/Streetfotografie

ohne Einschränkung als Ebook hier (pdf) runterladen.
For English speaking people:

Here is an English version The best instruction manual about street photography.

 

 

Fotografieren wie Cartier-Bresson nach den Regeln der Fineart-Strassenfotografie von M. Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Heute ist das Fotografieren so einfach.

 

Draufhalten, drücken, fertig.

Die Herausforderung fängt an, wenn man etwas anderes will, nämlich gestaltete Fotos nach eigenen Maßstäben mit zufälligen Momenten.

Dann ist es schwer.

Dazu gehört zum Beispiel das Fotografieren nach den Regeln der Fineart-Strassenfotografie.

 

Man kann es sich aber noch schwerer machen.

Wie früher! Da gab es noch keinen Autofokus.

Der Meister des Schnappschuss war Henri Cartier-Bresson.

Er fotografierte zu einer Zeit als es noch keinen Autofokus gab.

 

Warum sollte man heute so fotografieren?

Weil man damit ein Gefühl für das richtige Verhältnis von Schärfe und Abstand erhält und weil man damit besser „sehen“ lernt.

 

Wie macht man das?

Wichtig ist eine Kamera, die das noch kann.

Es muß eine Kamera sein bei der man den Fokus einstellen kann auf einen bestimmten Abstand.

Die Schlüsselwörter dabei sind Panfokus oder Fixfokus oder auch Prefocus.

Dabei wird grob gesprochen auf 1m, 2,5 m oder 4 m scharfgestellt und alles danach ist dann je nach Blende, Sensor und Abstand sowieso scharf.

Oder man stellt manuell an einem Objektiv einen bestimmten Abstand für die Schärfe ein.

 

Welche Kameras sind sinnvoll?

Es können preiswerte und kleine Kompaktkameras genommen werden oder teure und große Digitalkameras.

Die Kamera muß nur über diese technische Möglichkeit verfügen.

Übrigens gibt es auch Smartphones mit solchen Fixfokus-Objektiven, die ab ca. 20 oder 50 cm alles scharfstellen.

 

Wie geht es weiter?

Der Rest ist raus und üben.

Cartier-Bresson hatte eine analoge Filmkamera im sog. Kleinbildformat und er hatte eine Festbrennweite, am liebsten 50mm.

Heute geht es digital besser, weil man sofort sehen kann, ob man richtig lag mit der Schärfe und dem Abstand zum Motiv.

 

Viel Spaß!

 

Und wenn Sie fertig sind merken Sie, daß das Schwere vieles leichter macht – auch digital.

Aber nur, wenn Sie eine persönliche Ausrichtung beim Fotografieren entwickeln.

Sonst lohnt sich alles nicht.

Alles Street? – Streetfotografie heute und Straßenfotografie damals

Die Überschrift in diesem Artikel zeigt schon die Mischung, die hier zu finden ist.

Es gibt kaum noch ein ß, stattdessen nur noch Doppel-S. Es gibt immer weniger deutsche Wörter und stattdessen immer mehr englische Begriffe.

So wurde aus der Straße die Street. Nur die Photography ist nicht zur Photographie geworden sondern zur Fotografie.

Es wäre der englischen Sprache zu wünschen, wenn Sie ihr PH gegen das F eintauschen würde. Das würde vieles einfacher machen.

Nun gut!