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Rubbeln Sie sich alt – Anmerkungen zu Kameratests heute

Heute muß alles messbar sein, damit es vergleichbar ist. Und Kameratests haben heute zwei Ziele: Informationen über Kameras zu verbreiten und Kameras zu vergleichen.

Da die Hersteller oft Kameras vorab Bloggern zur Verfügung stellen, werden diese manchmal auch zu PR-Bloggern. Wenn man sich nämlich die Ergebnisse der Kameratests anschaut, dann wird deutlich, daß sie keine Lust auf eine echte Meinung haben, weil sie dabei auch in ein Fettnäpfchen treten könnten. Daher gibt es maximal Pro und Contra.

Umgekehrt gibt es viele Dinge, die auch sehr lustig wirken.

Das möchte ich hier einmal darstellen.

Beispiel Pentax MX-1

Es gibt einen Test zur Pentax MX-1. Dort kommt der Tester zu folgendem Ergebnis: „Die Idee, dass sich der Lack mit der Zeit abnutzt und das darunterliegende Metall zum Vorschein kommt, finde ich witzig. Used-Look ist „IN“. Und wer das ganze beschleunigen will, kann mit einem Lappen oder Schmirgelpapier nachhelfen. Die Ausstattung der MX-1 ist völlig ausreichend auch wenn mir eben die drei oben erwähnten Punkte ein wenig fehlen.“

Also ist die Ausstattung jetzt ausreichend oder nicht? Bedeutet ausreichend eine 4 wie in der Schule oder bedeutet ausreichend, es ist alles da? Wenn die drei Dinge dabei wären, wäre die Ausstattung dann befriedigend oder gut oder wie? Und dann der Lack. Es gibt die Debatte über die eingebaute Abnutzung von Dingen. Das nennt man Obsoleszenz. Wenn der Lack der Pentax nicht hält, dann könnte man dies als Materialfehler sehen. Hier wird es umgedreht. Der Tester findet die Idee gut, daß der Lack sich abnutzt und empfiehlt sogar Schmirgelpapier zum Beschleunigen. Test, PR oder PR-Test – ich weiß es nicht. Vielleicht soll man das nicht so ernst nehmen.

Wie differenziert man testen kann und wie man dabei auch sieht, wie tief man sich mit einer Kamera vertraut machen kann, möchte ich an einem anderen Test der MX-1 in englischer Sprache zeigen. Dort weist der Autor darauf hin, dass die MX-1 ganz in der Tradition der früheren Kameras über zwei einzigartige Fokussiermodi verfügt, den Panfokus und den Unendlichfokus.

Finden Sie diesen Hinweis erläutert auch in anderen Tests?

Ich fand zudem in keinem Test die vertiefte Darstellung des Nacht-Schnappschuss-Modus mit guten Beispielen.

Ist er wie bei Sony? Handelt sich sogar um denselben Modus, weil es sich um einen Sony-Sensor handelt?

In meinen Augen hat ein guter Test auch offene Fragen, wenn es ein Test sein soll, der über die Vorführung der Kamerafunktionen hinausgeht.

  • Ist eine Vorführung eigentlich ein Test?
  • Oder gibt es einfach eine Umwertung der Werte?
  • Soll ein Kameratest heute nur der verbesserten Kaufberatung im Schnellverfahren dienen oder einen tiefen Einblick ermöglichen.
  • Und wenn der Test bei Testfotos und einem Gang durch die Menüs bleibt, kann der Tester mehr oder weiß er vielleicht gar nicht mehr, warum der Panfokus eine Rolle spielt etc.?
  • Oder ist der Test die neue PR-Anzeige?

Auch das sind Fragen, die ich mir stelle, wenn ich sehe, was heute an Content produziert wird.

Ich möchte diese Fragen beantworten mit einem anderen Beispiel. Es handelt sich um die Olympus XZ-10.

Beispiel Olympus XZ-10

Wußten Sie, daß man bei der Olympus XZ-10 die Belichtungsmessung auf das aktive Fokusfeld legen kann? Es wird also dort gemessen, wo fokussiert wird.

Der Moderator eines Forums hat die Spezialitäten dieser Kamera auf den Punkt gebracht. Finden Sie diese irgendwo in einem Test so differenziert wieder?

Den Testbericht von Daniela Schmidt auf digitalkamera.de finde ich sehr gut, weil er die Geschwisterkameras vergleicht. Der Test auf cnet.de zeigt differenziert eher die Filterseiten dieser Kamera.

Wenn man sich dann den Test auf chip.de anschaut meint man, eine andere Kamera vor sich zu haben. Auch die Empfehlung für die Alternative führt nicht zu einer anderen Kamera, die auch nur annähernd ein solches Niveau von Möglichkeiten hat.

So ist es, wenn man Tests miteinander vergleicht.

Nun handelt es sich hier um ein unendliches Thema. Daher höre ich an dieser Stelle damit auf, weil dies ein Artikel aus der Reihe fotografisches Feuilleton ist, der nur dazu dienen soll, unterhaltend und nachdenkend zu wirken.

Ich möchte weder die verlinkten Webseiten noch die dabei verlinkten Personen negativ erscheinen lassen.

Mir geht es nur darum, die Unterschiedlichkeit von Test zu Test zu zeigen und auf verschiedene Möglichkeiten hinweisen an zwei konkreten Beispielen, deren Bewertung auf der Grundlage ihrer Möglichkeiten erfolgen kann aber nicht muß – wie wir hier gesehen haben.

Mehr zum Thema Test finden Sie hier.

Ansonsten viel Spaß beim Fotografieren!

 

2012: Immer teurer, schlechte Pflege und „falsch“ informiert? – Bitte nicht!

Was ist los im Kameraleben auf dieser Welt?

Wenn wir es runterbrechen auf die konkreten Handlungsweisen, dann fallen meiner Meinung nach einige aktuelle Entwicklungen auf:

  • Fuji löst z.B. wesentliche Probleme nicht, die von Kunden bzgl. der Kameras formuliert werden. Statt hochpreisige Produkte (X100, X10) durch Firmware-Updates zu optimieren bzw. voll einsetzbar zu machen, werden noch höherpreisige neue Produkte angeboten. Aber warum sollte man die kaufen, wenn die vorherigen Produkte nicht mal richtig ok sind? Nun steht Fuji nicht alleine da, wie man in diversen Foren lesen kann. Aber das ist schon bemerkenswert. Ich finde, das hat erhebliche Auswirkungen auf das Vertrauen in eine Marke.
  • Neue Kameras werden mit empfohlenen Preisvorstellungen auf den Markt gebracht, die dem technischen Mehrwert in keiner Weise entsprechen.
  • Der Journalismus verabschiedet sich teilweise. Die Internet-Oligarchie wächst. Es scheint z.B. so, dass offenkundig nur ein kleiner Kreis ausgewählter Webmagazine spezielle Kameras erhält und diese dort entsprechend besprochen werden, sogar bewertet werden und mit Beispielgalerien gefüllt werden ohne dass die Kameras tatsächlich kaufbar und die dort publizierten Inhalte überprüfbar wären. Einmal scheint spiegel.de dies ausgehebelt zu haben.
  • Die Zahl der „Previews“ und „Hands on“ bei Artikeln in Testmagazinen nimmt zu. Das sind in meinen Augen Tests ohne Tests, die aber schon bewerten. Aber sind dies noch journalistische Artikel oder eher (bezahlte?) Werbung bzw. PR? Zweifel sind spätestens angebracht, wenn diese Magazine von den Herstellern Werbung schalten.

Der DJV fordert mehr Qualitätsjournalismus. Das muss gerade auch im Bereich des Fotojournalismus und im Internet gelten. Allerdings ist das Thema grösser als ich es hier anschneiden kann. So wird die Gegenwart ein Ort neuer und alter Herausforderungen.

 

Im Suchermodus zwischen Trend und Werbung

schöne Füsse festgehalten mit alter Kamera - Foto: Michael Mahlke

Persönliche Blicke auf die aktuelle fotografische Situation

Der Mut von Fuji und der Unmut der Käufer

Es gibt aktuell (11.01.2012) keine echten innovativen Neuerungen bei Digitalkameras. Das letzte Mal betrat Fuji mit der X100 Neuland und da muß noch etwas getan werden im Bereich Firmware, um daraus eine längerfristige Entwicklung zu machen.

Der Versuch mit der X10 ist zudem in meinen Augen noch in der Warteschleife, weil die Unberechenbarkeit beim Fotografieren in bezug auf die auftretenden „weißen Scheiben“ den Einsatz der Kamera zum reinen Fotolotto macht.

Ich denke, um aus einer Pioniertat keine Bruchlandung zu machen, ist noch einiges erforderlich. Und darauf warten offenkundig viele in diesem Fall immer noch.

Insellösungen

Nachdem Ricoh mit der GXR-Reihe den APS-C ähnlichen Sensor in die spiegellose Kamera geholt hat, kam Sony mit der NEX-Reihe, dann kam Samsung, aktuell Fuji mit der X-Pro 1 nach der X100 und nun kommt Canon mit der G1X.

Alle Hersteller verfolgen unterschiedliche Ansätze und setzen auf Insellösungen. Canon liefert eine Alles-In-Einem Kamera, Ricoh hat das flexibelste Modulsystem, Fuji wahrscheinlich den besten (optischen) Sucher und Sony die meisten Kameras in dieser Reihe. Mit allen grossen Sensoren wird man wohl gute bis sehr gute Fotos machen können, wenn auch jeder Hersteller seine Sensoren besonders loben wird.

Kundenfreundlichkeit

Stattdessen haben Panasonic und Olympus mit dem M43 (Micro-FourThirds) Standard ein für Kunden wesentlich freundlicheres System geschaffen. Hier ist es möglich, dass man beliebige Objektive des einen Herstellers mit Gehäusen des anderen Herstellers kombiniert.

Neu neben alt

Aktuell sieht man, wie versucht wird, die ausgebauten Systeme der DSLR-Kameras durch neue Systemkameras abzulösen. Da Canon und Nikon die am besten ausgebauten DSLR-Systeme haben, scheinen sie eher zurückhaltend. Das hat aber auch gute Gründe.

Für mich sprach gegen die bisherigen DSLRs insbesondere das laute Auslösegeräusch und die „Klobigkeit“ der Gehäuse (wichtig: ich spreche vom Konsumerbereich, nicht vom Semi/Profi). Beides hat z.B. Nikon mit der D3100 weitgehend beseitigt. Bei Canon stört mich das laute Auslösen immer noch.

Setze ich nun die vermeintlich kleineren Systemkameras dagegen, dann sind diese in meinen Augen

  • nicht wirklich praxistauglich  kleiner (schon gar keine Hosentaschenkameras),
  • sie haben keinen so guten (optischen) Sucher (wenn überhaupt),
  • sie sind sogar lauter im Auslösegeräusch und
  • die optischen Gesetze waren auch bei den Objektiven nicht ausser kraft zu setzen.

Lichtstärke macht auch hier die Objektive schwer und groß. Man darf die Objektive übrigens nicht nur eingefahren und im Transportmodus sehen sondern auch ausgefahren.

Wenn man dann eine DSLR wie die D3100 neben eine Systemkamera hält, wird deutlich, wie gering die Unterschiede sind, wenn zum Beispiel zwei Gehäuse mit Sucher als Vergleich dienen.

Dennoch wird versucht, neue Absatzmärkte aufzubauen und die Systemkameras als die bessere Alternative aufzubauen. Bisher sehe ich aber nicht, dass auch nur eines meiner oben aufgeführten Argumente für DSLRs durch eine Systemkamera aufgefangen und/oder verbessert wurde.

Einzig die Canon G1X ist irgendwie sehr klug konzipiert. Wer eine DSLR mit lichtstarken Objektiven nutzt, der wird dies auch weiterhin tun (oder das Ricoh GXR-System). Dagegen kann die G1X nicht an. Aber als Ergänzung zur DSLR-Kombination ist diese Kamera sicherlich sehr sinnvoll. Wenn denn alles klappt und technisch ok ist, dann wird die G1X wohl Canon und den Kunden gemeinsam viel Freude bereiten.

Wie geht es nun weiter?

Es wird wohl eine Parallelität der Systeme geben. Die aktuellen Trends  sind sehr vielschichtig.

Aber

  • große Chips,
  • Retrodesign,
  • der Einbau von Suchern und
  • Insellösungen

scheinen einige der Themen zu sein, die sich gerade entwickeln. Da fast alles jenseits der 500 Euro Marke (ca. 1000 DM) angesiedelt ist, wird auch zu fragen sein, inwiefern diese Preise durch fotografische Leistung und Mehrleistung gerechtfertigt sind.

Da werden wir alle noch viel Spass haben!

 

Wo bleibt die Firmware? Beispiele für Modellpflege und Philosophie in der Kameraindustrie

Warten auf ein Update - Foto: Michael Mahlke

Eine persönliche gedankliche Skizze in einer Zeit der fotografischen Unübersichtlichkeit

Im Zeitalter der Software-Fotos

Im digitalen Zeitalter sind Kameras nicht mehr nur von der Optik abhängig. Hinzu kommen zusätzlich der Sensor und die Software. Die Software regelt das Zusammenspiel aller Komponenten (Firmware). Man könnte sogar von Software-Fotos sprechen.

Daher ist es unerläßlich, sich die Frage zu stellen, was Kamerahersteller tun, um die Qualität einer Kamera für ihre Kunden durch die Software sicherzustellen.

Musterschüler Leica und Ricoh

Eins muß man Leica lassen. Sie pflegen ihre Produkte wie die Leica M Serie doch sehr. Man hat dabei nicht das Gefühl etwas zu kaufen, das mit dem Kauf schon wieder veraltet ist.

Vielmehr weiß man, dass es an die technischen Entwicklungen im Umfeld (Speicherkarten, Betriebssysteme,  Steuerung des Fokus, verbesserte Algorithmen etc.) angepasst wird.

Mir scheint, dass Leica diese Philosophie im Bereich der Kompaktkameras ergänzt/verändert hat.

Im Bereich der Kompaktkameras kommt nun auch bald jedes Jahr in Anlehnung an die aktuellen Panasonic Lumix Modelle etwas Neues heraus. Updates sind dort nicht so oft zu finden. Das kann aber auch daran liegen, dass es dort von vornherein sehr gute Firmware gibt.

Bei Ricoh fühlt man sich auch nicht im Stich gelassen. So werden insbesondere die Kompaktkameras der GX, GR und GXR-Serie feinabgestimmt mit sinnvollen Updates versorgt und auch noch Jahre nach Erscheinen neuer Modelle gepflegt. Ricoh möchte ich deshalb besonders erwähnen, weil man dort keine Kamera für tausende von Euro  kaufen muß, um in diesen nachhaltigen und guten Service zu kommen.

Die Gretchenfrage bei Fuji

Fuji ist nun auf diesen Zug in meinen Augen aufgesprungen. Mit der Fuji X100 und der Fuji  X10 wird  versucht, Bewährtes und Neues zu verbinden, ähnlich wie bei der M9.

Doch nun wird es für mich spannend. Wird Fuji für diese Kameras die Firmware verbessern?

Für die X100 ist dies zwar teilweise geschehen, aber die Verbesserungsmöglichkeiten sind noch sehr hoch und sehr viele Käufer erwarten auch, dass diese Optimierungen noch umgesetzt werden.

Sollte Fuji stattdessen eine neue Kamera auf den Markt bringen ohne die bisherige X100 zu optimieren, dann wird dies sicherlich dazu führen, dass man sich fragt, ob bei einer solchen Firmenphilosophie ein neuer Kauf von hochwertigen Produkten Sinn macht.

Hinzu kommt das Problem mit der X10. Die ist zwar preiswerter aber für ihr Segment sehr hochpreisig. Wird Fuji hier im Sinne der Kunden eine Lösung finden? Zumal im Vergleich mit Ricoh die Kamera noch teurer ist als zum Beispiel eine Ricoh GR 3 oder 4.

Es wird in meinen Augen nicht reichen, den Kunden neue Kameras ca. im Jahrestakt für 500, tausend oder mehr Euros anzubieten und die Software der bisherigen Modelle nicht zu optimieren und auch noch nach Erscheinen eines neuen Modells zu pflegen.

Die Sache mit Sony

Bei Sony sind sehr viele Kameras relativ schnell durch neue Kameras abgelöst worden. Man muss mindestens zwischen Nex, Alpha und Kompaktkameras unterscheiden. Bisher gab es z.B. für die Sony HX9V keine neue Firmware, obwohl man mit dieser Kamera dann durchaus jahrelang optimiert gut fotografieren könnte. Bei den höherpreisigen NEX-Kameras waren doch Firmware-Updates zu verzeichnen.

Andere

Dies alles könnte man nun noch sehr viel mehr ausführen und recherchieren. Das würde diese gedankliche Skizze sprengen.

Gretchenfrage

Aber aktuell brennt im digitalen Land vermutlich das Verhalten der Firma Fuji unter den Nägeln. Wird es diese Firma schaffen, sich Teile des Image der Firma Leica (ähnlich Leica M) oder der Firma Ricoh aufzubauen?

Diese Frage wird sich 2012 durch das Handeln der Beteiligten sicherlich von alleine beantworten. Wir werden es erleben und live dabei sein.

Text-Version 1.1.

 

Vom Zauber älterer Neuentdeckungen oder digitale Oldtimer und der besondere Charme

von der Leica M6 zur Lumix DMC-L1 – Foto: Michael Mahlke

Digitale Oldtimer werden aktuell

Manchmal erleben verschiedene Menschen dasselbe. Immer wieder und in letzter Zeit verstärkt „spiele“ ich mit der Panasonic DMC-L1. Die gab es auch als Digilux 3. Alle Fotos, die ich damit gemacht habe, waren irgendwie besonders schön. Sie hatten einen besonderen Zauber.

Aber als ich dann die Erfahrung machte, dass in der Strassenfotografie unauffälliges Fotografieren aus der Nähe nur noch mit handyähnlichen Kameras möglich ist und in der Reisefotografie das „standardisierte“ Weitwinkelbild geliebt wird, suchte ich andere Kameras.

Doch der Geschmack an grossen Kameras kam zurück und die Bilder der DMC-L1 hatten immer einen besonderen Schick, den ich mit keiner anderen Kamera hinbekam. Selbst die Nachbearbeitung mit digitalen Filtern veränderte die Fotos anderer Kameras nicht so, dass ich sagen könnte, ja es ist praktisch gleich.

Digitale Oldtimer haben Charme

Und jetzt schreiben wir das Jahr 2012 und plötzlich veröffentlicht C. Garrard einen Artikel über die DMC-L1. Man muss sich natürlich fragen, warum macht Carl Garrard das. Das kann ja auch PR sein, wenn Panasonic eine DMC-L2 plant und die alte Kamera aktualisiert bewertet  und in die fotografische Diskussion gebloggt werden soll. Das kann so sein. (Nachtrag 2015: Und tatsächlich kam 2013 die GX7 heraus)

Es kann aber auch sein, dass da einfach jemand einen Artikel über eine Kamera schreibt, die ihm gefällt und die auch noch mal gewürdigt werden soll im Ozean der fotografischen Nachrichten. Das hat Mr Garrard früher auch schon getan. Ich erinnere an seinen sehr substanziellen Artikel zur GX200/GX300.

Wir werden sehen, was davon stimmt. Aber davon abgesehen gibt es in dem Artikel Argumente, die auch meine wären.

von der Leica M6 mit Festbrennweite zur Lumix DMC-L1 mit Varioobjektiv – Foto: Michael Mahlke

Warum?

Auch er schreibt vom Zauber, den die Fotos dieser Kamera ausstrahlen und von dem besonderen Gefühl, mit dieser Kamera zu fotografieren.

Was dem einen sein Oldtimer, ist dem anderen seine digitale Oldtimer-Kamera. Und es scheint, dass langsam die Zeit beginnt, bei der ältere digitale Kameras noch einen hohen Nutzwert haben und die Zeit der digitalen Oldtimer beginnt.

Die Digitalkameras der ersten Jahre waren von den Versuchen mit der neuen Technik bestimmt. Und die Kameras mit bis zu 5 Megapixel waren zwar für den Monitor gut nutzbar aber für Ausdrucke weniger.

Seit es mehr als 5 Megapixel gibt und seit die Modelle technisch, optisch, sensormässig und softwaremässig ausgereifter wurden, entstanden dann Kameras, die heute ebenso nutzbar sind wie neue Modelle. Der meistens einzige echte Unterschied für das Fotografieren ist die ISO-Zahl bei schlechtem Licht.

Der ISO-Faktor

Man kann mit allen älteren Modellen mit niedrigen ISO auf Stativ hervorragende Fotos machen bei unbewegten Objekten. Nur bei bewegten Objekten im Schummerlicht geht es nicht mit hohen ISO und kurzen Verschlusszeiten. Dafür gibt es heute eben Kameras wie die D3S, die das können. Aber wer will so eine Kamera dabei haben?

Hinzu kommt natürlich, dass man die älteren Kameras mit mehr als 5 Megapixel auch noch in zehn oder zwanzig Jahren nutzen kann für Web und Druck. Und wenn immer mehr ins Web verlagert wird, dann wohl noch länger.

Zudem wird es sicherlich irgendwann auf minimale Unterschiede bei der Darstellung digitaler Fotos am Monitor und im Netz ankommen. Dann wird auch deutlich werden, dass digitale Filter nicht alles können.

In diese Kategorie der digitalen Oldtimer gehören sicherlich u.a. auch die Sony DSC-R1, von Canon die EOS 5D und die EOS 40D, die Sigma DP1s  und die Olympus E400. Sie haben alle bemerkenswerte Chips, die die Kameras für Kenner auf Fotos auch heute noch eindeutig identifizierbar machen.

Nur Erfahrung zählt

Aber was ich hier schreibe, ist nicht durch Tests erfahrbar und erlebbar. Es ist die Folge

  • von Erfahrung durch die Benutzung verschiedener Kameras in unterschiedlichen fotografischen Situationen,
  • das Betrachten sehr unterschiedlicher Fotos verschiedener Kameras im Vergleich
  • und das Gefühl für technisch-fotografische Zusammenhänge

So wird dann aus einer vermeintlich alten Kamera ein Luxusobjekt der digitalen Oldtimerszene. Dabei sind es eben nicht die teuersten Kameras, um die es geht. Sondern es sind besondere Kameras mit heute nicht mehr hergestellten Sensoren, die für besondere Fotos und besonderes Fotografieren stehen. Das ist natürlich auch in der analogen Ära so gewesen.

Der Genuss, Momente mit einer Kamera festzuhalten, die über besondere Merkmale verfügte oder die dem Fotografierenden einen besonderen Zugang vermittelte für das Festhalten der Motive oder die Gestaltung – das ist und bleibt etwas besonderes.

Es gibt bei den grossen Fotocommunities schon länger Treffen von Analogfotografen, die sich speziell auf ein Modell konzentriert haben und dann als Gruppe damit Fotos machen und sich danach zusammensetzen. Das wird es sicherlich in absehbarer Zeit auch für digitale Kamera-Oldtimer geben.  Vielleicht gibt es dann Aufrufe zum Fototreff auf der Kö/ am Dom oder in Elberfeld, um die Wirklichkeit mit dem Sensor einer DMC-L1/Digilux 3 gemeinsam festzuhalten und danach ein Alt/Kölsch oder einen guten Kaffee zu trinken.

So bieten sich völlig neue Möglichkeiten, dabei zu sein, und auch danach online Bilderwelten auszutauschen und die Freude am Fotografieren mit diesen digitalen Oldtimern zu pflegen.

Sony Nex-7 – Knalltüte oder Königsklasse?

Sony hat die Nex-7 Kamera angekündigt. Sie soll rechteckig sein mit einem grossen Chip im APS-C Format und mit einem eingebauten Sucher.

Nun ist ja nicht umsonst einer der populärsten Artikel von mir der Artikel über Cartier-Bresson und die Strassenfotografie. Dort hatte ich formuliert: „Im Prinzip ist es so: kleine Kamera mit Sucher und großem Chip sowie lichtstarker Optik, also die Quadratur des Kreises.“

Es könnte durchaus sein, dass die Verantwortlichen bei Sony diesen Artikel auch gelesen haben. Denn irgendwie scheint sich die NEX-7 in diese Richtung zu bewegen.

Aber bisher gibt es sie nicht wirklich. Und die entscheidende Frage, Goethe würde sagen die Gretchenfrage, wird sein: wie laut ist das Auslösegeräusch?

Wird das Geräusch so laut sein wie z.B. in der Nex-3, also schussähnlich oder knalltütenähnlich oder wird es ein sehr leises, am besten abschaltbares, Geräusch geben?

Dies ist in meinen Augen die entscheidende Frage dafür, ob die Kamera in die Königsklasse der Digitalkameras für die Strassenfotografie aufgenommen werden kann oder nicht.

Die zweite wichtige Frage wird die der Schnappschussfähigkeit sein und die dritte Frage die nach der Geschwindigkeit beim Speichern von RAW-Dateien.

So wird die nächste Zeit spannend. Sony hat jetzt eine Chance, die Tradition der Strassenfotografie digital mitzugestalten.

Ob Sony dies nutzen wird?

Über strategische Klugheit und Dummheit oder warum MFT ein Hoffnungsträger ist

Was sich gut verkauft war immer richtig. Deshalb ist Verrat ebenso eine Frage des Datums wie strategische Klugheit und Dummheit. Aber dennoch lohnt sich die Frage, warum nun bald wieder jeder Kamerahersteller sein eigenes Ding macht.

Eigentlich hatte eine gute Zeit begonnen als der FourThirds und der Micro Four Thirds (MFT) Standard vereinbart wurden. Seitdem geniesse ich mit wachsender Begeisterung die Möglichkeit, Objektive untereinander auszutauschen von verschiedenen Firmen.

Da keine Firma in allen Bereichen gleich gut ist, war damit die verbraucherfreundliche Möglichkeit verbunden, selbst zu entscheiden, welche Kombination von Body und Objektiv gerade gewünscht wurde.

Die einzigen Ausnahmen waren für mich Fuji mit der X100 und dem EXR-Sensor und Ricoh, weil es hier um fest verbaute Einheiten ging.

Nun kommt Nikon mit der V1 und hat eine eigene Sensorgröße mit eigenen Objektiven. Sony hat mit der Nex ebenfalls eine eigene Sensorgröße und eigene Objektive und die Objektive sind nicht jedermanns Geschmack. Dasselbe bei anderen Firmen.

Das ist altes Denken.

So macht fast jeder sein Ding. Insofern muß man Panasonic und Olympus fast dankbar sein, dass sie uns mit einem guten MFT Sensor und austauschbaren Objektiven ausstatten, damit man sich selbst seine fotografische Ausrüstung zusammenstellen kann.

So benutze ich am liebsten für Weitwinkelaufnahmen die Lumix G2 mit dem Olympus 9-18mm. Der Body ist griffig und hat ein bewegliches Display und das Objektiv gefällt mir von der Schärfe und Abbildungsleistung einfach besonders gut.

Und – ich will es nicht verschweigen – ich freue mich besonders, dass eines der lichtstärksten Objektive der Welt, das Voigtländer Nokton 0.95/25mm, ebenfalls als MFT Objektiv zur Verfügung steht.

So macht es Freude, mit MFT zu fotografieren und man kann hoffen, dass die Dinge, die der eine nicht macht, vom anderen gemacht werden. Das wird dann zu einer freundlichen Verbreiterung des Kamerasystems führen und vielen Menschen viel Freude bereiten.

Strategisch halte ich daher MFT für eine gute Lösung.

Natürlich bin ich von manchen Entwicklungen enttäuscht wie der Artikel über „Marsmenschen“ zeigt. Aber insgesamt ist die Chance der individuellen Nutzung und der brauchbaren Technik gut und ich bin mit dem System zufrieden. Gerade daraus resultiert dann auch das Unverständnis bei einem „Hoffnungsträger.“

 

Magnum & Leica oder Mimapix und die Dokumentarfotografie

Welche Philosophie ist wohl besser?

„Leica und Magnum – Die Zukunft im Blick. Die Leica Camera AG und Magnum Photos International Inc. gehen eine technologische und fotografische Kooperation ein, die sich auf eine langjährige gemeinsame Geschichte dieser beiden weltbekannten Institutionen im Bereich der Fotografie stützt. Vor dem Hintergrund ihrer gemeinsamen Geschichte haben Magnum und Leica die Zusammenarbeit bei einer Reihe von Projekten vereinbart, die das gemeinsame, langjährige Engagement für unabhängige Dokumentarfotografie fortschreiben sollen.“

Das fand ich bei Leica. Ich finde es bemerkenswert, dass hier die Dokumentarfotografie als wesentlich genannt wird. Das ist es.  Aber ist hiermit die Dokumentarfotografie als Streetphotography a la Cartier-Bresson gemeint oder eher als Fotokunst?

Wenn es sich um die Tradition von Henri Cartier-Bresson handeln soll, dann glaube ich, dass Magnum hier einen Fehler macht.

Die Zukunft der Dokumentarfotografie liegt in meinen Augen nicht bei schweren Messsucherkameras oder noch schwereren Mittelformatkameras sondern bei kleinen Digitalkameras oder sogar bei Handyfotos. Ein Blick in die letzten Jahre scheint dies teilweise zu bestätigen.

Und auch der Fotograf Alex Majoli benutzt(e) Kompaktkameras.

Dazu ein Zitat: „Dieses Weltbild mit dem Fetisch luxuriöser Digitalkameras als Basis guter Bilder hebt der Magnum-Fotograf Alex Majoli komplett aus den Angeln. Er zeigt Fotojournalismus der Spitzenklasse mit ausdrucksstarken Arbeiten.“

Nun hat sich Magnum für Leica entschieden. Der Magnum-Fotograf Alex Majoli benutzt jetzt offenkundig auch Leica. So ändert sich manches im Leben.

Ich kann die Entscheidung von Magnum nicht nachvollziehen, wenn es sich um echte Streetphotography wie bei Henri Cartier-Bresson handelt.

Wenn Dokumentarfotografie aber eher in Richtung Fotokunstszene gemeint ist, dann wäre die Partnerschaft gedanklich für mich eher nachvollziehbar.

Das hier kann man auch ohne Leica. Dafür kenne ich sogar bessere und kleinere Kameras.

Aber mit mir hat Leica auch keine strategische Partnerschaft und deshalb schreibe ich dies auch so frei.

So ist das eben im Leben.

So bleibt mir im Sommer nur eins – Magnum (Mandel) eben!

Text Version 1.2

Die besten Reisekameras für den Urlaub …

Gibt es die überhaupt? Wieviel Reisekamera braucht der Mensch und was ist überhaupt eine Reisekamera? Die Anforderungen an diese Kameras sind enorm hoch. Sie muß sehr gute Bilder machen, sie muß schnelle Schnappschüsse erlauben, sie muß im schlechten Licht gute Aufnahmen machen und sie muß klein sein.

Das ist aber noch nicht alles. Am besten auch noch billig und GPS. Wenn ich nun alle diese gesammelten Assoziationen anschaue, dann sollte ich doch geordnet etwas Licht in diese Angelegenheit bringen.

Unser Test in Südtirol

Auf einer Reise nach Südtirol hatten wir folgende Kameras dabei: Nikon P7000, Canon Powershot SX30IS, Sony WX5, Sony HX5V, Nikon P500.

Die Kameras wurden von einer Frau und mir getestet. Es ging dabei darum, bei Sonnenlicht etwas zu sehen, möglichst ohne umständliche Einstellungen scharfe Fotos zu machen und eine einfache Bedienung zu haben.

Getestet wurde auf dem Spielplatz, beim Einkaufen und beim Wandern.

Die Sony WX5 war am beliebtesten. Mit dem goldenen Automatikmodus gab es keine unscharfen Fotos, egal wo. Die Kamera ist wunderbar klein. Nur bei direktem Sonnenlicht war nichts zu sehen. Aber wenn man einfach abdrückte war zumindest das Foto scharf. Das Zusammenrechnen der Fotos dauerte aber einige Zeit, so dass Serienbilder nur möglich waren mit anderen Modi.

Die Sony HX5V mit GPS war eine zuverlässige Kamera. Sie war aber subjektiv wesentlich langsamer als die WX5. Ihre Fotos waren ok, zumal auch die Bracketing-Funktion (Belichtungsreihe) Bilder  für HDR möglich machten. Bei direktem Sonnenlicht war auf dem Display nichts erkennbar.

Die Nikon P7000 sollte als DSLR-Ersatz dienen und RAW-Dateien speichern. Die Kamera war sehr zuverlässig aber viel zu langsam. Schnappschüsse in RAW waren überhaupt nicht möglich. Der optische Sucher ermöglichte bei Sonnenlicht aber eine gute Sicht.

Die Nikon P500 kann zwar kein RAW, war aber sehr schnell. Der Autofokus war schnell, sicher und zuverlässig. Das Display war  selbst bei Sonnenlicht durch den verstellbaren Neigungswinkel noch sichtbar, hilfsweise kam der kleine elektronische Sucher zum Einsatz. Die Kamera war leicht und intuitiv zu bedienen im Zoombereich mit dem seitlichen Schieber.

Die Canon SX30 IS war schwerer als die Nikon. Sie war beim Autofokus subjektiv nicht so schnell wie die Nikon P500. Aber das Menü und die Bedienung gefielen uns viel besser. Der seitlich schwenkbare Monitor gefiel uns nicht so wie der Monitor in der optischen Achse der Nikon P500. Aber die Powershot SX30IS war sehr zuverlässig, auch auf dem Berg beim Wandern.

Unsere Wahl ist klar. Für Schnappschüsse mögen wir aktuell am liebsten die Sony WX5, für Wanderungen die Sony HX5V und für Tele die Nikon P500 (der Mann) bzw. die Canon SX30 (die Frau).

Das Ergebnis hat uns gezeigt, dass für RAW-Fotos die DSLRs noch am Sinnvollsten sind. Für JPGs waren wir sehr zufrieden mit den hier besprochenen Kameras.

Dieser Bericht gibt unsere persönliche Meinung und unsere Erfahrungen wieder. Er ersetzt keine Laborergebnisse.

Die besten Reisekameras zwischen Presse und PR

So und jetzt kommen wir zu einem anderen interessanten Teil des Artikels. Alle Kameras haben wir uns selbst besorgt, wir hatten keinen Sponsor und wir haben auch keine Geschäftsbeziehungen zu den Firmen bis heute. Es ist wichtig, darauf hinzuweisen.

Es gibt nämlich eine interessante Diskussion über eine Fotoreise von Panasonic für ausgewählte Tester zum Thema „Mit der G3 auf Mallorca“. In den Diskussionsbeiträgen zu diesem Artikel wird auf das Problem von PR und Bloggen hingewiesen. Ich empfehle ausdrücklich, dort den Artikel und alle Diskussionsbeiträge zu lesen.

Besonders interessant ist der Hinweis auf die amerikanische Webseite von Michael Reichmann, der dieses Thema klar dargestellt hat.

Mein Fazit

Allerdings muß man auch sagen, dass man natürlich nicht alles kaufen kann, über das man schreibt. Daher ist die kostenfreie Überlassung von Produkten ok. Aber es gibt eine Kette von Abhängigkeiten, über die man sich klar werden muß. Ich habe drei Kernpunkte formuliert, die ich für wichtig halte:

  • Wer Werbung auf seinem Blog hat, der wird nicht umhin kommen, attraktiv für seine Werbekunden zu sein. Das ist er/sie nicht, wenn er die Produkte seiner Kunden schlecht macht.
  • Wer PR-Angebote nutzt, der sollte dies auch klar erwähnen und sich eine eigene Meinung bilden. Das ist bei interessanten Produkten letztlich gut für PR und gut für den Blog.
  • Wer unabhängig bleiben will, der braucht zahlende Leser und das ist sehr schwierig. Daher sind Leser, die kostenlos auf Blogs lesen und dann über eventuelle Abhängigkeiten des Blogbetreibers die Nase rümpfen, in meinen Augen ebenso scheinheilig wie BloggerInnen, die genutzte PR-Angebote unerwähnt lassen. Das gilt auch für JournalistInnen.

In diesem Sinne …

Über 50 neue Kameras – der Tanz der Technik

„So viele waren´s noch nie“ schreibt Fotohits in der Ausgabe 3/2011. Man muß sich dies auf der Zunge zergehen lassen und sich freuen, dass man kein Einkäufer in einer Elektronikabteilung ist. Wie soll man denn damit umgehen? Wieviel ist eine Kamera denn noch wert und wie oft soll man sich eine neue Kamera kaufen?

Vor einiger Zeit habe ich einen Artikel zum Thema „Über den Wert alter Digitalkameras“ geschrieben. Dort ging ich davon aus, dass die Kameras auch wirklich Eigenheiten haben, die im Bild sichtbar werden.

Aber heute? Das ist nicht nur wie bei PCs und Fernseher, das ist darüber hinaus eine reine Modefrage. Denn was gibt es bei den Kameras wirklich Neues?

Ich sehe aktuell drei Trends:

1. Es werden regelmäßig die Bildauflösungen erhöht. Erst 8, dann 10, dann 12, dann 14, dann 16 Megapixel. Aber wird dadurch die Bildqualität wirklich besser? Natürlich nicht, deshalb sind die besten Kompaktkameras die, die kleinere Chips vergrößert haben auf i.d.R. 1/1,7 und bei 10 Megapixel geblieben sind. Aber dennoch sind die meisten neuen kleinen Kompaktkameras mit noch mehr Megapixel ausgestattet.

2. Das Design ändert sich so schnell wie bei den Handys. Und weil es nicht nur ein Design gibt, ändern sich quasi alle Designs. Aber echte Veränderungen gibt es kaum. Das liegt auch daran, dass die Hände und das Gesicht des Menschen immer noch gleich geblieben sind. Das hat sich in den letzten 100 Jahren nicht geändert, an jeder Hand sind immer noch fünf Finger und im Gesicht zwei Augen. Und das Touchdisplay, welches so beliebt ist bei Handys und Tablet-Computern, kann beim Fotografieren wirklich nur bedingt punkten.

3. Die Displayauflösungen werden höher. Das ist ein Trend, um besser beim Fotografieren gucken zu können. Leider ist die Sonne immer noch stärker. Wer mit der Sonne im Rücken fotografiert, weiß, was ich meine.

Neben den Trends gibt es in meinen Augen nur folgende längerfristigen „Innovationen“ bzw. echte aktuelle technische Veränderungen:

1. Fuji, Kodak, Sigma und Sony haben neue Sensoren entwickelt, die wirklich bessere Auflösungen anbieten auf kleinem Raum bzw. bei Leica für den Kodaksensor.

2. Sony hat die Logik der Optik einfach überholt, indem die Firma mit leistungsfähigen Chips ein Bild aus mehreren Bildern zusammenrechnen läßt. Der Ansatz ist so neu und erweitert die Optik. Das ist natürlich eine neue Art zu fotografieren, die klassische Ansätze und Regeln zum Teil außer kraft setzt. Aber es ermöglicht neue Fotos mit kleinen Kameras auf kleinem Raum, die so sonst nicht möglich waren.

3. Das Fotografieren ohne Spiegel. Die Systemkameras von Olympus, Lumix und Sony Nex bzw. nun auch Samsung und Fuji ermöglichen das Fotografieren ohne Spiegel mit relativ grossen Chips.

4. Das Video als integrierter Bestandteil der Digitalkameras. Das ist ein Zeichen einer neuer Zeit. Jeder kann mit seiner Digitalkamera Video machen. Gottseidank muß sich nicht jeder alles anschauen, aber es ist ein neues Medium, was nun durchgängig jeder bei sich haben kann (nach dem Handy).

5. GPS kommt. Es war zwar schon in der Coolpix P6000 vor ein paar Jahren, aber durchgesetzt hat es sich mit der Panasonic TZ10 bzw. der Leica V-Lux 20.

Weitere größere Neuerungen sind bisher nicht in Sicht. Aber die hier aufgeschriebenen Dinge werden nun mit immer neuen Details als immer neu und immer wieder neu vermarktet.

So kommt man dann auf über 50 neue Kameras in einem halben Jahr. Das ist technisch und fotografisch sinnlos und wird nicht zu mehr guten Fotos führen, höchstens zu mehr Fotos.

So ist der Tanz der Technik im Jahre 2011 fotografisch auf einem neuen Höhepunkt angekommen. Aber die Kameras des Jahres 2010 und früher funktionieren noch.

Wer das Glück hat, noch substanziell kritische Testberichte zu finden, der wird immer öfter lesen, dass es zu dem Modell des Jahres vorher keine wirklichen Verbesserungen gegeben hat, es sei denn der Zoomhebel vorne statt hinten ist so etwas.

Das Geheimnis ist ein anderes. Wer eine Kamera gefunden hat, die sie oder er gut bedienen kann, bei der die Bilder bei niedrigen ISO rauschfrei sind und die man gerne mitnimmt, der hat fast alles, was man zum Fotografieren braucht.

Nur die Motive fehlen, aber das ist keine Frage der Kamera…

Photokina 2010 – Impressionen

Die Photokina 2010 in Köln ist ein Ort, an dem sich die Welt trifft. Es ist ein Ort der Globalisierung. Wenn man sich anschaut, welche chinesischen Firmen damit werben, für die großen Marken der Fotografie zu arbeiten und wenn man sieht, wie viele gute Produkte gar nicht nach Deutschland kommen, dann gibt es viel Stoff zum Nachdenken. Aber auch das Miteinander im Gegeneinander zeigt, wie klein Europa und wie groß die Welt ist.

Doch dies ist längst nicht alles. Bezogen auf Innovationen ist ein echtes Highlight sicherlich die Fuji X100. Endlich traut sich eine große Firma wieder eine Kamera zu bauen, die alles hat, was ein guter Fotograf braucht. Damit will ich nicht abstreiten, dass auch woanders gute Kameras gebaut werden. Aber unbestritten ist sicherlich, dass Sony und Fuji dieses Jahr den Ton bestimmen. Sony hat mit der NEX 5 und dem Camcorder NEX-VG10  echte und bezahlbare Innovationen herausgebracht. Fuji bringt nun eine Kamera mit einem echten Sucher und einem Gehäuse, dass aus einem Monitor wieder eine Kamera macht, die man auch noch gut mit zwei Händen anpacken kann. Die Fuji ist das offensichtliche Highlight der Photokina und wird wahrscheinlich eine große und begeisterte Anhängerschaft finden. Hoffentlich ist das Auslösegeräusch abstellbar, dann gehen wirklich Wunschträume in Erfüllung.

Aber mir ist noch mehr aufgefallen. Deutsche Domains werden gefragt. Was hat das mit der Photokina zu tun? Der Grund liegt darin, dass die Internetangebote wachsen. Der einfache gute deutsche Domainname wird langsam als Orientierung für digitale Inhalte entdeckt. Und es gibt zunehmend Angebote für das Hosten und die Darstellung von Fotos. Das hat man ja in den letzten Jahren fast monopolhaft ganz wenigen Anbietern überlassen, die einfach aufgrund ihrer fast Alleinstellung auf dem deutschen Markt heute aus allen Nähten platzen. Da kommt jetzt Bewegung hinein. Im Englischen Raum gibt es diese Angebote schon länger. Jetzt kommen sie auch nach Deutschland.

Aber ich habe noch etwas entdeckt. Das Fotobuch ist weltweit ein Hoffnungsträger. Es ist ja auch nicht verkehrt, wenn es auch gedruckte Fotos gibt. In unendlichen Varianten werden sie angeboten. Und es ist ein weltweites Thema.

Da hat sich ja die Photokina anders entwickelt als prophezeit. Wenn man ein knappes Jahr zurückdenkt, dann wurde von „Insidern“ eher geschätzt, dass das Hauptthema der Photokina 2010 die DSLRs mir den schwenkbaren Monitoren sein werden. Das ist offenkundig nur bedingt der Fall.  Nun denn, das Spannende scheint ja zu sein, dass das Zurückholen einiger Klassiker in das digitale Zeitalter vielfach mehr Erfolg hat als Neues um jeden Preis. Und warum auch nicht? Die Menschen haben sich in den letzten hundert Jahren nicht geändert nur die technischen Möglichkeiten wurden verändert. Insofern sind gelungene Klassiker gut, wie man mit der Olympus Pen ja schon gesehen hat. Aber offenkundig wird zunehmend den Herrstellern klar, dass das Display den Sucher doch nicht ersetzen kann. Eine kleine „Innovation“ war an einem Messestand ein Sucher für die Displays. Man setzt also auf das Kameradisplay einen Sucher, um dadurch zu gucken. Der Stand war umlagert. Das spricht wohl weniger für Kameras nur mit Display als vielmehr für gute optische und elektronische Sucher.

Ein Besuch auf der Photokina lohnt sich wirklich. Die Wege sind weit, aber es gibt so ziemlich alles, was mit Fotografie zu tun hat und vieles darüber hinaus.