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The Decisive Moment – Photographs by Henri Cartier-Bresson

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Das Buch der Bücher in der Geschichte des Fotojournalismus ist wieder da.

Es ist die Bibel vieler Fotografen gewesen und als Buch bis heute unerreicht als Vorlage für das Auge und die Chance sehen zu lernen – wenn man Gelegenheiten wahrnehmen will.

Sein Erscheinen war rückblickend damals einer der großartigsten Momente in der Geschichte der Fotobücher.

Jetzt ist es die Rückkehr eines der bekanntesten und bis heute besten Bücher zum Thema Fotojournalismus und klassische monochrome Fotografie.

Zudem ist es von Matisse gestaltet für Henri Cartier-Bresson.

Jeder, der mit Fotojournalismus zu tun hatte, kannte dieses Buch.

Aber es war jahrzehntelang vergriffen.

Denn so gut es war – so selten war es auch.

Doch wer über Fotojournalismus sprach und  wer über Henri Cartier-Bresson sprach, der landete irgendwann immer bei diesem Buch.

Images a la sauvette im Original und The decisive moment in der englischen Übersetzung ist der Titel.

Qualität bleibt.

Gut dass es wieder da ist.

So ist dieses Buch sowohl buchbinderisch als auch gestalterisch im Reprint eine Augenweide geblieben.

Und natürlich die Fotos!

Ja die Fotos.

Viele kennen sie und digital findet man sie auch.

Aber so wie sie wirklich wirken sieht man sie nur hier.

Groß, monochrom, großartig.

Der Steidl-Verlag hat ein großformatiges Booklet beigelegt von Clement Cheroux.

Dieser weist darauf hin, daß Cartier-Bresson´s Fotos ursprünglich für Magazine und Zeitungen gemacht waren und damit eine eher flüchtige Wirkung hatten.

Bücher bleiben und deshalb blieben in diesem Buch schon damals die flüchtigen Augenblicke, die entscheidenden Momente, über den Tag hinaus bestehen.

Und dann erzählt uns Cheroux die Geschichte dieses Buches von der ersten Idee an.

Wie Matisse vorging, um das Cover zu gestalten, mit welcher Technik er arbeitete, welche Materialien und welches Papier in diesem Buch genutzt wurden, warum die Fotos in dieser Reihenfolge erschienen sind und natürlich auch wie der französische und der englische Titel entstanden.

Es ist einfach wunderbar.

Das Buch hat aber noch eine andere Dimension.

Cheroux arbeitet sehr schön heraus wie dieses Buch zu einem Lebensversuch von Cartier-Bresson wird, um zwischen seiner inneren Welt und der äußeren Welt fotografisch eine Balance zu finden.

Es ist der Weg zwischen Sur-Realismus und Realismus.

Henri Cartier-Bresson The Decisive Moment ist bei Steidl erschienen.

Wer es nicht kauft oder sich nicht wünscht ist selbst schuld.

Andere haben darauf viele Jahre gewartet.

Jetzt ist die Gelegenheit da.

160 + 48 booklet Seiten

Leineneinband im Schuber
27.4 x 37 cm

Englisch

ISBN 978-3-86930-788-6

Wertloser Moment oder verpasste Gelegenheit?

Collage - Foto: Michael Mahlke

Heute im Gottesdienst. Eine Taufe steht an. Viele haben Kompaktkameras dabei, einige DSLRs. Alle blitzen wie verrückt als die Kinder mit den Eltern in der ersten Reihe sitzen.

Der Gottesdienst beginnt. Nun soll die Taufe durchgeführt werden und die Eltern, die anderen Kinder und alle anderen werden zum Taufbecken gebeten und die Taufe beginnt.

Keiner fotografiert, keiner nimmt das Ereignis auf, keiner hält den schönen Moment fest: wie die Eltern strahlen, das Kind freundlich lächelt, das Glück dieser Situation. Weder mit Blitz noch ohne Blitz. Dann ist es vorbei.

Zeitqualität

Jeder Moment hat seine eigene Zeitqualität. Manche Momente sieht man Jahre später ganz anders oder hat sie ganz anders in Erinnerung. Aber was sind solche Momente wert?

Wie das Beispiel zeigt, zunächst einmal fotografisch nichts.

Ich persönlich glaube, dass irgendwann alle sich freuen würden, wenn ein Foto auftauchen würde, bei dem sie so beisammen sind. Denn es ruft einen Moment der Freude mit all seinen Facetten und Erinnerungen wach.

Aber dieses Foto wurde nie gemacht, denn man kann nicht einfach in einer Kirche fremde Menschen und Familien fotografieren und man kann dies alles schon gar nicht erklären.

Hier gibt es eben viele Grenzen, juristische, soziale und persönliche.

Aber man kann es auch anders sehen und sagen, es ist eine verpasste Gelegenheit. Denn irgendwann stellt man sein Leben in ein Verhältnis zur Zeit und den sozialen Beziehungen, in denen man ist oder war und dann wären solche Fotos genau die Schlüssel für Erinnerungen, Diskussionen und Dokumentationen.

So ist dies ein Artikel zu einem verpassten Foto und zu einem Ereignis mit symbolischen Übergang, das nie wiederkommt und nicht nachgeholt werden kann.

Und es bewahrheitet sich der Spruch, wer fotografiert hat mehr vom Leben – und wenn es auch erst später ist.

 

Henri Cartier-Bresson. Der Schnappschuss und sein Meister von Clément Chéroux


Alles fing mit Kodak an. Mit 13, 14 Jahren erhielt Henri Cartier-Bresson eine Brownie-Box von Kodak und entdeckte sein Interesse an der Fotografie.

Cartier-Bresson wuchs in einem vornehmen Viertel von Paris auf. Seine Familie hatte es mit Fabriken für Garne zu Wohlstand gebracht und Henri Cartier-Bresson konnte an allen Vorteilen einer solchen Situation teilhaben.

Ab 1926 besuchte Cartier-Bresson, der mehrmals beim Abitur durchgefallen war, die Akademie für Malerei von André Lhote.

Alles dies und noch viel mehr erfahren wir in dem wunderbar gestalteten und informationsreichen Buch „Henri Cartier-Bresson. Der Schnappschuss und sein Meister“ von Clément Chéroux. Offenbar war Cartier-Bresson ein Netzwerker, wie wir heute sagen würden.

Wahrscheinlich hatte er durch seine Familie schon Zugang und geöffnete Türen, die anderen nicht aufgemacht worden wären.

Chéroux schreibt, dass Cartier-Bresson Harry und Caresse Crosby kennenlernte. „Die Elite der künstlerischen und literarischen Avantgarde verkehrt in der Moulin du Soleil, dem Haus der Crosbys…. Dort trifft Cartier-Bresson Crevel und Breton wieder, begegnet Salvador Dali und Max Ernst. Dort lernt er auch Julien Levy kennen…“

1930 reist Cartier-Bresson dann nach Afrika. „Nach einem Monat erreicht er die Elfenbeinküste, wo er fast ein Jahr bleibt und verschiedenen Tätigkeiten nachgeht. Er ist Holzhändler und Plantagenbesitzer, bis er einen österreichischen Jäger trifft, der ihm beibringt, nachts mit einer Karbidlampe zu jagen, um die Beute anzulocken.“

Dann wurde er krank und kehrte nach Europa zurück.

Wie wurde er denn nun Fotograf?

Chéroux schreibt dazu: „Es ist heute schwierig, zwischen belegten Fakten und einer persönlichen Mythologie zu unterscheiden, die im Nachhinein durch eine logische Folge von auslösenden Ereignissen rekonstruiert wurde.“

Und so reiste er und fotografierte, erst in Europa und später in Südamerika.

Und schon 1933, ein Jahr nach seinem Entschluß, Fotograf zu werden, stellt er in der Galerie von Julien Levy in New York aus.

Man kann sich beim Lesen der Seiten dieses Buches und der Kontakte und Bekanntschaften, die Cartier-Bresson in den „feinen“ Kreisen machte, nicht des Eindrucks erwehren, dass hier viele helfende Hände im Netzwerk einflussreicher Beziehungen eine Rolle gespielt haben, denn allein mit den produzierten Fotos ist dies nicht erklärbar.

So lernt man umgekehrt wie Können und Kontakte (neudeutsch Networking) Wege zum Erfolg ermöglichen und die richtigen Verhältnisse dabei sehr hilfreich sein können.

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs erfolgt 1947 eine Ausstellung im MOMA und er wird sich ab diesem Zeitpunkt ganz dem Reisen, dem Fotografieren und dem Vermarkten widmen. Dazu wird die Fotoagentur Magnum gegründet.

Cartier-Bresson fotografiert bekannte Schriftsteller und Künstler, trifft Politiker wie Gandhi und kann durch Türen gehen, die andere nicht einmal erreichen würden.

So wird er berühmt und eine Legende. Mir gefallen viele seiner Fotos und vor allem gefällt mir das Buch von Clément Chéroux aus dem Schirmer-Mosel Verlag.

Das Buch ist für mich das am besten gestaltete Buch über Cartier-Bresson, welches ich kenne.

Und das Buch hat mir zu der Erkenntnis verholfen, dass das Fotografieren alleine nicht reicht. Um davon leben zu können, ist das Networking und die Hilfe reicher und einflussreicher Menschen viel wichtiger.

Cartier-Bresson hat bei Andre Lhote Malen gelernt. Die Geometrie war dabei das, was für ihn am wichtigsten war.

Mit dem Satz „Am Anfang war die Geometrie“ setzte er dann seinen Weg in die fotografische Welt fort. Und der geometrische Aufbau, die visuelle Grammatik, wurde dann auch wesentliches Merkmal seiner Fotos. Diese waren am besten, wenn Form und Inhalt stimmten.

Seine Schnappschüsse stellten sich später als erarbeitete und geplante Auswahl heraus – was sie nicht mindert – oder wie Gisele Freund einmal erzählte: “Wissen Sie, ich habe doch damals, in den Dreißigern, meine erste große Reportage gemacht, für LIFE, über das Elend der arbeitslosen Bergarbeiter in Nordengland. Und der Bildredakteur, der war ganz erstaunt, daß ich von jedem Motiv nur ein Photo gemacht hatte, nur eines oder höchstens zwei. Aber das saß dann. Später, bei Magnum, hat man mir die Kontaktbögen von Cartier gezeigt, und da hatte er einen ganzen Film… und eines war dann bestimmt darunter, das er den entscheidenden Moment nannte. Auf diese Idee bin ich nie gekommen, schon weil Film so teuer war für mich.”

Und so bleibt die Erkenntnis, dass man schon planen und viel fotografieren muß, um Momente zu bekommen, die später wie Zufall aussehen können. Aber Planung reicht auch nicht, das Können liegt dann in der Anwendung der Geometrie und in der Umsetzung durch die Person mit ihren Möglichkeiten.

Ich bin ein Fan vieler Fotos von Cartier-Bresson und seiner Art zu fotografieren. Und deshalb mag ich das Buch besonders, weil es zeigt, „Meisterhaftigkeit“ in der Fotografie (wie auch immer definiert) und Erfolg sind zwei verschiedene Dinge. Cartier-Bresson hatte – je nach Definition – beides, daher wurde er bekannt und prominent. Die meisten anderen heute haben nur eines davon.

Ein großartiges Buch, aus dem man viel lernen kann.

Clément Chéroux
Henri Cartier-Bresson. Der Schnappschuss und sein Meister
ISBN-13: 9783829603775

 

Was ist Schnappschussfähigkeit?


„Der Schnappschuss und sein Meister“ ist der Titel eines Buches über Henri Cartier-Bresson. Nun konnte man mit der damals vorhandenen analogen Kameratechnik für damalige Verhältnisse offenkundig gute Schnappschüsse machen. Heute wird technisch anderes angeboten.

Und in diesem Zusammenhang spielen auch die Schnappschussfähigkeit und die Schnappschusstauglichkeit eine Rolle. Um diese Frage konkret zu beantworten greife ich mir eine aktuelle Kamera heraus, die Casio EX-ZR200.

Casio selbst schreibt dazu: „Während andere Kameras noch das Objektiv ausfahren, machen Sie mit der EX-ZR200 längst die besten Fotos und Videos: In ca. 0,98 Sekunden ist die EX-ZR200 einsatzbereit. Um unterschiedliche Motive schnell einzufangen, können Sie mehrere Fotos hintereinander in einem zeitlichen Abstand von nur ca. 0,27 Sekunden aufnehmen. Außerdem ist die Kamera mit einem sehr schnellen Highspeed-Autofokus ausgestattet: Dieser benötigt gerade mal ca. 0,13 Sekunden, um einen Fokuspunkt zu finden und scharf zu stellen. So verpassen Sie keinen schönen, spannenden oder einzigartigen Moment mehr.“

Was ist Schnappschusstauglichkeit und was nicht mehr?

Chip.de nennt eine Auslöseverzögerung von 0,33 Sekunden für z.B. die Sony WX1 „richtig flott“ und für die Powershot S100 werden 0,37 Sekunden als „ausreichend flink“ angesehen. Für die Powershot G1X stellen die Tester von chip.de fest: „Der Autofokus braucht zum Schärfen 0,54 Sekunden im Weitwinkel und 0,67 Sekunden im Tele – knapp an der Schnappschusstauglichkeit vorbei.“

Ich denke, das zeigt den Rahmen für die Beurteilung der Schnappschusstauglichkeit. Man kann dies nun zunächst gleichsetzen mit dem Wort Auslöseverzögerung.

Schnappschusstauglichkeit = Auslöseverzögerung ?!

So wird auf digicam-beratung.de geschrieben: „Die Auslöseverzögerung ist die Zeitspanne vom Betätigen des Auslösers bis zum Erstellen des Bildes. Die Zeit setzt sich zusammen aus der Zeit für das Fokussieren, die Belichtungsmessung und dem eigentlichen Auslösen des Verschlusses. Wenn man, durch halbes Betätigen des Auslösers, vorfokussiert, erreicht man die geringstmögliche Auslöseverzögerung, da die AF-Zeit entfällt.“

Schnappschusstauglichkeit = Auslöseverzögerung + Serienbildmöglichkeiten + Videofähigkeiten?

Heute muss offenbar die Schnappschusstauglichkeit ergänzt werden um die Serienbildgeschwindigkeit und die Videofähigkeiten. Dazu zunächst ein Video, das sich mit den Videofähigkeiten der EX-ZR200 beschäftigt. Der Autor kommt zum Schluss, dass nun eine 2008 knapp tausend Dollar teure Kamera mit richtig guten Videofähigkeiten von Casio in der Casio EX-ZR200 ihre Wiederauferstehung feiert.

So interessant dieses Video ist, so anders argumentiert der Autor des folgenden Videos:

Ich habe diese beiden Videos ausgewählt, weil sie zeigen, wie unterschiedlich man etwas bewerten kann. Während der Eine völlig zufrieden damit ist, aus einer Reihe von Möglichkeiten die richtige Videogeschwindigkeit und Auslöseverzögerung auswählen zu können, ist der Andere völlig unzufrieden damit, dass er nicht alles manuell einstellen kann.

Achten Sie mal auf die Fokusebene in den beiden Videos. Im oberen Video wird ein Beispiel gezeigt, bei dem die Kamera gleichmäßig die Bewegung des Golfers an einer horizontalen Linie aufzeichnen kann. Im unteren Video steht die Kamera hinter dem Golfer, so dass quasi eine vertikale Bewegung erfolgt, bei der der Golfer nur an einem Punkt des Bewegungsablaufes scharfgestellt werden kann.

Von der Schnappschusstauglichkeit zum Schnappschuss

Aber eigentlich kommt es mir darauf an, zu zeigen, dass die Schnappschusstauglichkeit allein noch keine Schnappschüsse garantiert.

Denn der Weg zum Bild erfolgt über das Erkennen der Situation, dem Klarmachen der Kamera, dem Scharfstellen und dem Auslösen bei einem einzelnen Foto.

Und dann kommt es auf die Situation an. Aber selbst dies reicht nicht.

Abdrücken reicht nicht

Denn die Kamera kann den subjektiven, gestaltenden und auswählenden Blick der Fotografin und des Fotografen nicht ersetzen.

Und genau hier möchte ich die Schnappschussfähigkeit einführen.

Es gibt eben nicht nur die Schnappschusstauglichkeit der Kamera, um eine kurze Auslöseverzögerung zu ermöglichen. Es gibt auch die Fähigkeit der/des Fotografierenden, eine Situation zu erfassen und festzuhalten. Das ist die Schnappschussfähigkeit und nur dies macht die Individualität von Fotos aus.

Fazit

So ist die Schnappschussfähigkeit eine Fähigkeit von Menschen und die Schnappschusstauglichkeit eine Eigenschaft von Fotoapparaten, eine fotografisch interessante Situation zu erkennen und festzuhalten.

Dies zusammen kann zu jeder Jahreszeit wunderbare Schnappschüsse ermöglichen. Na dann!

Die besten Reisekameras für den Urlaub …

Gibt es die überhaupt? Wieviel Reisekamera braucht der Mensch und was ist überhaupt eine Reisekamera? Die Anforderungen an diese Kameras sind enorm hoch. Sie muß sehr gute Bilder machen, sie muß schnelle Schnappschüsse erlauben, sie muß im schlechten Licht gute Aufnahmen machen und sie muß klein sein.

Das ist aber noch nicht alles. Am besten auch noch billig und GPS. Wenn ich nun alle diese gesammelten Assoziationen anschaue, dann sollte ich doch geordnet etwas Licht in diese Angelegenheit bringen.

Unser Test in Südtirol

Auf einer Reise nach Südtirol hatten wir folgende Kameras dabei: Nikon P7000, Canon Powershot SX30IS, Sony WX5, Sony HX5V, Nikon P500.

Die Kameras wurden von einer Frau und mir getestet. Es ging dabei darum, bei Sonnenlicht etwas zu sehen, möglichst ohne umständliche Einstellungen scharfe Fotos zu machen und eine einfache Bedienung zu haben.

Getestet wurde auf dem Spielplatz, beim Einkaufen und beim Wandern.

Die Sony WX5 war am beliebtesten. Mit dem goldenen Automatikmodus gab es keine unscharfen Fotos, egal wo. Die Kamera ist wunderbar klein. Nur bei direktem Sonnenlicht war nichts zu sehen. Aber wenn man einfach abdrückte war zumindest das Foto scharf. Das Zusammenrechnen der Fotos dauerte aber einige Zeit, so dass Serienbilder nur möglich waren mit anderen Modi.

Die Sony HX5V mit GPS war eine zuverlässige Kamera. Sie war aber subjektiv wesentlich langsamer als die WX5. Ihre Fotos waren ok, zumal auch die Bracketing-Funktion (Belichtungsreihe) Bilder  für HDR möglich machten. Bei direktem Sonnenlicht war auf dem Display nichts erkennbar.

Die Nikon P7000 sollte als DSLR-Ersatz dienen und RAW-Dateien speichern. Die Kamera war sehr zuverlässig aber viel zu langsam. Schnappschüsse in RAW waren überhaupt nicht möglich. Der optische Sucher ermöglichte bei Sonnenlicht aber eine gute Sicht.

Die Nikon P500 kann zwar kein RAW, war aber sehr schnell. Der Autofokus war schnell, sicher und zuverlässig. Das Display war  selbst bei Sonnenlicht durch den verstellbaren Neigungswinkel noch sichtbar, hilfsweise kam der kleine elektronische Sucher zum Einsatz. Die Kamera war leicht und intuitiv zu bedienen im Zoombereich mit dem seitlichen Schieber.

Die Canon SX30 IS war schwerer als die Nikon. Sie war beim Autofokus subjektiv nicht so schnell wie die Nikon P500. Aber das Menü und die Bedienung gefielen uns viel besser. Der seitlich schwenkbare Monitor gefiel uns nicht so wie der Monitor in der optischen Achse der Nikon P500. Aber die Powershot SX30IS war sehr zuverlässig, auch auf dem Berg beim Wandern.

Unsere Wahl ist klar. Für Schnappschüsse mögen wir aktuell am liebsten die Sony WX5, für Wanderungen die Sony HX5V und für Tele die Nikon P500 (der Mann) bzw. die Canon SX30 (die Frau).

Das Ergebnis hat uns gezeigt, dass für RAW-Fotos die DSLRs noch am Sinnvollsten sind. Für JPGs waren wir sehr zufrieden mit den hier besprochenen Kameras.

Dieser Bericht gibt unsere persönliche Meinung und unsere Erfahrungen wieder. Er ersetzt keine Laborergebnisse.

Die besten Reisekameras zwischen Presse und PR

So und jetzt kommen wir zu einem anderen interessanten Teil des Artikels. Alle Kameras haben wir uns selbst besorgt, wir hatten keinen Sponsor und wir haben auch keine Geschäftsbeziehungen zu den Firmen bis heute. Es ist wichtig, darauf hinzuweisen.

Es gibt nämlich eine interessante Diskussion über eine Fotoreise von Panasonic für ausgewählte Tester zum Thema „Mit der G3 auf Mallorca“. In den Diskussionsbeiträgen zu diesem Artikel wird auf das Problem von PR und Bloggen hingewiesen. Ich empfehle ausdrücklich, dort den Artikel und alle Diskussionsbeiträge zu lesen.

Besonders interessant ist der Hinweis auf die amerikanische Webseite von Michael Reichmann, der dieses Thema klar dargestellt hat.

Mein Fazit

Allerdings muß man auch sagen, dass man natürlich nicht alles kaufen kann, über das man schreibt. Daher ist die kostenfreie Überlassung von Produkten ok. Aber es gibt eine Kette von Abhängigkeiten, über die man sich klar werden muß. Ich habe drei Kernpunkte formuliert, die ich für wichtig halte:

  • Wer Werbung auf seinem Blog hat, der wird nicht umhin kommen, attraktiv für seine Werbekunden zu sein. Das ist er/sie nicht, wenn er die Produkte seiner Kunden schlecht macht.
  • Wer PR-Angebote nutzt, der sollte dies auch klar erwähnen und sich eine eigene Meinung bilden. Das ist bei interessanten Produkten letztlich gut für PR und gut für den Blog.
  • Wer unabhängig bleiben will, der braucht zahlende Leser und das ist sehr schwierig. Daher sind Leser, die kostenlos auf Blogs lesen und dann über eventuelle Abhängigkeiten des Blogbetreibers die Nase rümpfen, in meinen Augen ebenso scheinheilig wie BloggerInnen, die genutzte PR-Angebote unerwähnt lassen. Das gilt auch für JournalistInnen.

In diesem Sinne …

Alt ist neu: Gedanken zur Strassenfotografie

Die Neuerfindung der Strassenfotografie im Zeitalter der Digitalkamera und Web 2 bis 3

Dimensionen eines Begriffes

Die Strassenphotographie oder Strassenfotografie oder Straßenfotografie oder Streetfotografie oder Streetphotography – wie sie auch immer heissen mag – , ist die bekannteste Form der Schnappschussfotografie. Sie ist eine Untermenge der Dokumentarfotografie.

Geschichte

Nicht umsonst heisst ein Buch auch „Der Schnappschuss und sein Meister“ und beschreibt Leben und Werk von Henri Cartier-Bresson.

Cartier-Bresson wurde berühmt, weil er u.a. folgende Merkmale hatte:

  • er war oft an den Brennpunkten des Weltgeschehens,
  • er fotografierte immer das, was andere nicht fotografierten,
  • er benutzte das Kleinbildformat und legte sich dabei auf die Leica fest und
  • er gestaltete seine Fotos nach der Geometrie der Malerei.

Was nun die Leica angeht, so wird er immer mit der Leica M in Verbindung gebracht. Dies stimmt nur bedingt. Es beruht darauf, dass er das Kleinbildformat als Bildgrösse am liebsten hatte, weil es auch seiner Art zu sehen entsprach. Denn Cartier-Bresson hatte u.a. Malerei studiert.

Aber als es die Minilux gab, die auch das Kleinbildformat nutzte, benutzte er die Minilux. Seitdem streitet die Gemeinde, ob er die Minilux gebraucht hat, weil er schon älter war oder weil sie bequemer und schneller war. Dabei geht es natürlich auch um die Frage der Messsuchertechnik. Gegen das Argument des Alters und der Messsuchertechnik spricht, dass er in dem Buch „Faceless“, welches ihn selbst auf Fotos zeigt, die Minilux zum Fotografieren nutzte. Die Minilux hatte keinen Messsucher.

Cartier-Bresson spielt bei der Frage der Strassenfotografie also eine Rolle. Da ich Cartier-Bresson sehr mag, habe ich mich mit seinem Werk sehr befasst. Mir haben dabei einige Filme weitergeholfen, in denen er demonstrierte, wie er seine Schnappschüsse erstellte.

Gegenwart

Diese Zeilen schreibe ich aber, weil mir mittlerweile aufgefallen ist, dass die Strassenfotografie von heute sich völlig anders darstellt.

Merkmale von Cartier-Bresson waren

  • Diskretion,
  • keine entlarvenden oder verletzenden „unschönen“ Fotos und
  • künstlerischer Aufbau (Geometrie).

Wer heute durch youtube und andere Videoportale streift, der sieht, dass dort einige Filme zu diesem Thema zu finden sind.

Mir fällt dabei auf, dass dort von den Merkmalen eines Cartier-Bresson wenig bis nichts zu finden ist. Die meisten benutzen zwar noch eine Leica, aber der Rest ist eher eine Art Versuch, Fotos um jeden Preis auf der Strasse zu schiessen.

Abgesehen von den ganzen juristischen Problemen bei dem Fotografieren von Personen, ist die Diskretion dabei verschwunden. Elliott Erwitt hat mal davon gesprochen, dass die Situationen dich „beissen“ – d.h. sie kommen zu dir. Dies fehlt heute vielfach fast völlig, wenn man sich anschaut, was da als Strassenfotografie veröffentlicht wird.

Und heute?

Aber man muß natürlich im Zeitalter der Digitalkamera auch darüber sprechen, welche Kameras sinnvoll sind.

Orientiert man sich an Cartier-Bresson, dann ist es das Kleinbildformat.

Dies würde bedeuten, dass man eine EOS 5D bzw. Mark 2, eine Nikon D700 oder D3s, eine Leica M9 oder eine ähnliche Kamera nehmen würde.

In meinen Augen ist das Kleinbildformat für Strassenfotografie durch die MFT-Sensoren und die APS-C Sensoren mehr als gut abgelöst worden, weil es mittlerweile genügend hochwertige und lichtstarke Objektive gibt, die ebenso gute Ergebnisse erzielen.

Orientiert man sich an der Diskretion, dann wäre es heute eine Digitalkamera mit kaum hörbarem oder komplett abschaltbarem Auslösegeräusch.

Orientiert man sich an der Schnappschussfähigkeit, dann können es nur Digitalkameras sein, die einen echten Schnappschussmodus haben.

Aber selbst darüber kann man geteilter Meinung sein. Die Fotos von Cartier-Bresson sind ja nicht im superschnellen Schnappschussmodus gemacht worden, weil es den da noch nicht gab.

Ist ein schneller Autofokus eine gute Schnappschussfähigkeit? Mitnichten.

Ein guter Schnappschuss ist ein geometrisch gestaltetes Fotos, welches eine Situation erfasst. Damit ist der schnelle Autofokus eine vielleicht wünschbare technische Eigenschaft, aber allein keinesfalls wesentlich für den Schnappschuss.

Orientiert man sich an der Art der Darstellung des Suchers, dann wird oft diskutiert, ob der Sucher oder ein Display besser ist. Nachdem ich in der Vergangenheit eher dem Display zugeneigt war, haben mich nun einige Jahre Erfahrung wieder zum grossen optischen Sucher zurückgebracht.

Die Displays sind weder technisch in der Lage, bei allen Lichtverhältnissen optimal zu sein, noch sind sie unauffällig.

Ein guter optischer Sucher ist eine sichere und fotografisch praktische und gute Lösung. Daher sollte ein Sucher in keiner guten Digitalkamera fehlen.

Die Grössenverhältnisse einiger Kameras aus diesem Orientierungsraum sind sicherlich auch interessant: Leica M6 – 77x138x38 – 560g ohne Objektiv, Canon EOS 5D – 152x113x75 – 810g ohne Objektiv, Nikon D700 – 147x123x77 – 955 ohne Objektiv, Ricoh GX200 – 58x112x25 – 210g mit Objektiv.

Wobei mir Grösse ein unzureichendes Argument zu sein scheint. So ist z.B. die digitale Lumix DMC-L1, auch bekannt als Leica Digilux 3, eine Kamera, die etwas größer ist und ein dickeres Objektiv hat. Ja natürlich ist dies so, weil die Lumix ein erstklassiges Leica-Zoomobjektiv hat, während an der M8.2 eine Festbrennweite ist. Diese sind immer viel kleiner. Wäre an der M9 ein Zoomobjektiv wie das Tri-Elmar, wäre sie ebenfalls viel größer.

Dennoch sind natürlich die praktischsten Kameras die kleinen Digitalkameras.

Im Prinzip ist es so: kleine Kamera mit einem guten eingebauten (optischen?) Sucher und großem lichtstarkem Chip sowie lichtstarker Optik, geräuschlos und gut zu halten und relativ schnell mit Raw.

Fazit

Aber dies alles ist natürlich Geschmackssache. Fest steht auch, dass die Strassenfotografie im digitalen Zeitalter neue Möglichkeiten bietet.

Nicht alles, was früher war, ist schlecht und nicht alles, was heute ist, ist gut. Insofern sollte man durch Abwägen die Strassenfotografie von heute neu kombinieren und gestalten.

Ich plädiere aktuell für die Geometrie eines Cartier-Bresson mit der Technik einer Ricoh und dem Sucher einer Fuji und es muß kein Vollformat sein.

Hinzu kommt damit auch abschließend die Chance, Strassenfotografie weiter zu demokratisieren.

Die Zeit des Ruhmes eines Cartier-Bresson ist für Schnappschussfotografen vorbei. Damit Geld verdienen zu wollen, ist ebenso schwierig. Aber jetzt kann man für kleines Geld viele gute Fotos machen und diese fast kostenlos im Internet verbreiten.

Das Problem im Internet ist nur, dass die Masse an digitalen Inhalten gar nicht mehr überschaubar ist. Doch das ist wiederum nicht von der Strassenfotografie zu lösen. Immerhin kommt so die Strasse ins Internet und zugleich das Internet auf die Strasse….

Na ja, wie auch immer.

Dieser Artikel ist schon vor Jahren geschrieben worden. Bis auf die neuen Kameras mußte ich am Inhalt nichts ändern, weil der Mensch und seine Sehtechnik gleich geblieben sind. Das ist dann der Unterschied zwischen Magazinartikel und tagesaktuellem Zeitungsartikel und dies dann auch noch online.

Abschließen möchte ich mit einem Hinweis auf das Foto. Es zeigt einen sympathischen Herrn, der ein guter Bekannter von mir ist. Er benutzt eine schon ziemlich alte kleine Canon Digitalkamera. Wenn man genau hinschaut, dann sieht man, dass die Kamera ein Gummi hat. Da an dem eingebauten Blitz die Feststellung kaputt ist, wird dies mit einem Gummi erledigt.

Der ältere Herr fotografiert leidenschaftlich gern mit dieser Kamera (und ihrem kleinen optischen Sucher), die ansonsten fast unkaputtbar erscheint und denkt vorläufig gar nicht daran, sich eine neue Kamera zu kaufen. Und er benutzt parallel als analoge Kamera eine Leica, aber keine M sondern eine Minilux. Soweit zum Thema Straßenfotografie in der Praxis und der Relativität der eigenen Ansichten.

Ich hoffe, Sie hatten Spass beim Lesen und haben anregende Gedanken erhalten.

Der Schnappschuss wurde neu erfunden? Über Hoffnungen und Enttäuschungen

Ich bin Anhänger der Strassenfotografie und damit der Schnappschussfotografie. Das ist einfach wunderbar. Doch mit den Displays verschwanden die Sucher. Damit gab es mehrere Probleme. Einige davon habe ich in fotomonat.de schon erörtert. Ich sehnte mich zurück nach den klaren optischen Suchern, weil sie einfach klasse sind.

Doch da muß es bei der Firma Panasonic Menschen geben, die mit höchster Raffinesse ihre vielleicht eigenen fotografischen Wünsche umsetzten.

Und so geschah es im Jahre 2010. Die Firma Panasonic hat den Schnappschuss neu erfunden. Diesmal auf dem Monitor und mit einer wunderbaren Technik.

Was meine ich damit?

Hier auf dem Foto ist das Display der Panasonic DMC-G2 zu sehen. Dort sieht man als kleines gelbes Symbol eine Hand mit Daumen und Zeigefinger. Das ist das Geheimnis. Wenn dies aktiviert ist (gelb eben) dann tippt man mit dem Finger einfach irgendwo auf dem Display und sofort wird ein Foto mit der intelligenten Automatik aufgenommen. Dabei stellt innerhalb von zum Teil fast Millisekunden die Kamera scharf und alles ist im Kasten.

Natürlich gibt es Argumente, die meine Begeisterung in ein Verhältnis zur umgebenden technischen Realität setzen: Ich kann nicht im Vorhinein durch den optischen Sucher mir alles so auswählen wie ich dies bisher traditionell gemacht habe. Aber vielleicht muß ich auch einfach an dieser Stelle neu denken. Und jetzt kommt das weil: Weil ich mit dieser Art der Fotografie einfach schneller bin als wenn ich beim Sehen die Kamera erst ans Auge holen muß, um dann noch genau die Schärfe dorthin zu legen wo sie hin soll. Auf gut Deutsch: ich bin in vielen Situationen mit der neuen Technik der Panasonic einfach schneller – wenn es um Schnappschüsse geht.

Und genau dies ist doch einen solchen Artikel wert. Denn hier geschieht etwas Wunderbares. Die Panasonic G2 erlaubt einmal den Blick durch einen guten (elektronischen) Sucher und zeitgleich eine neue Art des Schnappschusses auf dem Monitor. Die Kamera ist leider zu groß für eine Systemkamera, denn sie ist keine echte Alternative zu einer DSLR und hat das Problem, dass die Objektive für diese Kamera zu groß werden, wenn sie kleiner wird. Da wird noch manches zu lösen sein.

Ich hätte mir zwar eine rechteckige Kamera mit eingebautem Sucher gewünscht, aber vielleicht kommt das noch.

Nachtrag einige Monate später:

Die Begeisterung hat nachgelassen, weil der Finger zwar schnelle Fotos erlaubt aber keine gestalteten Fotos wie bei einem Sucher. Und jetzt?

Immer kleiner, immer glatter, immer schlechter zu halten?

  • Ich hätte erwartet, dass der Sucher insgesamt kleiner wird und das Sucherbild größer.
  • Ich hätte erwartet, dass das Auslösegeräusch leiser wird
  • und die rechteckige Kamera mit eingebautem Sucher, Schwenkdisplay und guter Haptik kommt.

Nichts davon wurde wahr. Mir persönlich gefällt von allen MFT-Kameras die E-PL1 am besten. Sie hat nur leider keinen Sucher. Sie ist gut anzupacken, hat sinnvolle Knöpfe für die Bedienung und ist klar strukturiert. Die Lumix G2 hat den Schnappschuss auf dem Display, ist aber zu groß. Was danach kam mit der G3 finde ich nicht besser und die kleineren Panas haben keinen Sucher und sind mir zu laut. Die  E-PL3  kann ich kaum noch festhalten, unter dem Gesichtspunkt ist sogar die GF3 noch besser.  Hoffnung macht die Pen Mini und der Ansatz MFT. So viel von mir zum Thema Strassenfotografie in diesem Rahmen. Aber das ist eben Geschmackssache und wird es auch bleiben.

Kleine Kameras, “schlechte” Fotos und Ganzkörperfotografie

Natürlich gibt es schlechte Fotos. Aber diese sind abhängig vom Betrachter – zumindest heute. Und das ist so wie mit der Kunst. Wenn es Kunst gibt, dann muß sie von Nicht-Kunst zu unterscheiden sein. Nun denn!

Welche Kriterien gibt es überhaupt für „gute“ Fotos?

  • Wenn ich nach den klassischen Kriterien gehe, dann sind dies Goldener Schnitt, Schärfe, Figur und Grund und inhaltliche Komposition.
  • Doch davon ist man ja ab. Heute gilt eher das Prominenz-Kriterium. Gut ist, über was einige Medien berichten und was bekannt wird.
  • Dann gibt es noch den Maßstab der Wettbewerbe. Da gibt es dann immer die „besten“ Fotografen – aus Sicht einer Jury.
  • Dann gibt es noch die Verkäufe. Gut ist, was Menschen kaufen.
  • Und dann gibt es noch die Fotos, die einem persönlich einfach gefallen.

Da ich das Thema hier nur als Einstieg wählen wollte, will ich es nicht vertiefen. Ich finde, es gibt viel mehr gute Fotos als man sagen darf. Diese Inflation an guten Fotos muß man aushalten. Und dazu gehört auch der richtige Umgang mit kleinen Kameras. Im Jahr 2010 sind ja die meisten preiswerten Digitalkameras so gut, dass sie bei gutem Wetter fast gar keine schlechten Fotos mehr machen können. Das Problem fängt bei schlechtem Licht an, weil dann das Rauschen zunimmt, also im Ergebnis die Sichtbarkeit der Punkte auf dem Foto.

Wenn wir uns nun das Farbfoto betrachten, dann fällt auf, dass es „rauscht“. Beim Blick auf den Teppich sieht man das. Das war aber gar nicht anders möglich. Wenn man nur eine kleine Kamera dabei hat, dann muß man auch damit fotografieren oder es gibt eben kein Bild. In dem Fall gefiel mir der fotografische Auftritt so gut, dass ich lieber diesen Schnappschuss machte als die Situation vorbeigehen zu lassen.

So, und damit kommen wir zu der Möglichkeit aus diesem Foto aus einer kleinen Digitalkamera bei eher schlechtem künstlichen Licht ein anderes Foto zu machen. Und das sieht dann so aus:

Was man sofort erkennt ist, dass dieses Foto kein Problem mehr mit Farbe hat sondern in sich als Schwarzweissfoto wirkt. Und es sieht gut aus, es könnte überall erscheinen. Die Qualität stimmt selbst bei diesem einfachen Foto aus einer einfachen Kamera. Und weil dies so ist, darf es natürlich nicht so sein. Man stelle sich vor, die Menschen würden mit dieser fotografischen Qualität zufrieden sein?

Doch es ist die Zeit gekommen, um sich nicht länger verrückt machen zu lassen. Gute Schnappschüsse erzählen eine Geschichte. Und wenn es in Farbe rauscht, dann ist dies nicht schlimm, doch vielfach hilft die Umwandlung in Schwarzweiss, um die wesentlichen Elemente besser herauszustellen. Das geht nicht immer, weil es auch Fotos gibt, die in Farbe besser wirken.

Ich habe dieses Fotos noch aus einem anderen Grund gewählt. Es zeigt nämlich spontan und ohne Übertreibung wie Menschen mit den kleinen Digitalkameras ohne Sucher fotografieren: nämlich mit dem ganzen Körper in ausholender Weise.

Das hängt einfach damit zusammen, dass ein Monitor ohne Sucher dazu führt, mit beiden Händen vom Körper nach vorne weggestreckt fotografieren zu müssen. So ist zwar die Kamera kleiner geworden, aber das Fotografieren nicht besser. Und genau dies zeigt dieser Schnappschuss authentisch.

Damit zeigt sich, dass aktuell mit den meisten kleinen Digitalkameras nur als Akt der Ganzkörperfotografie auch Fotos gemacht werden können. Das wäre irgenwie schon verbesserungswürdig und ist zugleich selbst ein nicht uninteressantes Objekt der Fotografie.

Warum sich Henri Cartier-Bresson über die Powershot G11 freuen würde

Nun beschäftige ich mich schon seit Jahren mit dem Schnappschuss und seinem Meister, nämlich Henri Cartier-Bresson.  Henri Cartier-Bresson, abgekürzt HCB, war ein Benutzer der Leica M Kameras. Als er über 80 war, benutzte er die Leica Minilux und er machte eine Menge wunderbarer Fotos. Zudem war er ein Anhänger der Schwarzweissfotografie. Es mag im Zeitalter der digitalen Reizüberflutung wie ein Randthema erscheinen, aber für mich ist es ein sehr interessanter Gedankengang. Und deshalb will ich diesen Gedanken hier zu Ende führen. Der Gedanke lautet, wäre die Powershot G11 eine Alternative für HCB gewesen?

BegegnungDie Powershot G11 von Canon ist eine relativ grosse Kompaktkamera mit einem optischen Sucher, der ca. 77 Prozent eines Bildes abdeckt. Der Sucher ist nicht der größte seiner Art und er wäre sicherlich verbesserbar. Aber er ist der einzige optische Sucher überhaupt (außer in der Nikon P6000), der zur Zeit zu einer Kompaktkamera gehört, die das RAW-Format abspeichern kann.

Damit nicht genug gehört zu der Powershot G11 die Möglichkeit, fast alle Einstellungen per Hand mit Drehrädchen vorzunehmen. Hinzu kommen alle Feinheiten der aktuellen Technik wie ein dreh- und schwenkbarer Monitor und zusätzlich verfügt die Kamera über ein fest verbautes Zoomobjektiv von 28-140mm auf das Kleinbild umgerechnet.

Und damit komme ich zum Schnappschuss …. Die Kamera hat einen Quick-Shot Modus, der in den Exif Daten als Schnappschuss Einstellung bezeichnet wird. Dazu schreibt die Chip in ihrem Test:  „Wer statt der Handarbeit die einfache Aufnahme bevorzugt, findet neben dem gewohnten Automatik-Programm den „Quick-Shot“-Modus. Dabei nutzt die G11 permanent den Bildsensor zur Schärfe- und Belichtungseinstellung. Das Motiv müssen Sie daher über den optischen Sucher (mit Dioptrin-Korrektur) anvisieren. Lohn der Mühe ist eine verkürzte Auslöseverzögerung von rekordverdächtigen 0,15 Sekunden. Im Normalmodus vergehen 0,46 Sekunden bis das Foto im Kasten ist.“

Damit hat Canon unter den Bedingungen der aktuellen Möglichkeiten meiner Meinung nach die einzige professionelle Lösung für Schnappschussfotografen entwickelt. Würde Cartier-Bresson heute fotografieren, wäre diese Kamera eine wirklich wunderbare Möglichkeit für ihn, um seine Schnappschüsse schneller als mit einem Schnittbildentfernungsmesser (wie in der Leica M9) zu erstellen. Hinzu kommt, dass die Kamera ein Gerät ist, in dem alle Teile aufeinander abgestimmt sind.

In einem Film mit Henri Cartier-Bresson äußerte er sich einmal, dass er am liebsten mit der 35 Millimeter Brennweite arbeitet. An anderer Stelle, so habe ich gehört, wird er als Meister der Normalbrennweite von ca. 50 Millimeter bezeichnet. Fakt ist, dass die Powershot G11 mit einer Brennweite von 28 bis 140 Millimeter alles das abdeckt, was er in meinen Augen benutzen würde.

Ich glaube, dass die Powershot G11 dem Altmeister der Schnappschussfotografie große Freude machen würde. Allerdings will ich hinzufügen, dass ich persönlich neben der Powershot G11 ebenso gerne die Ricoh GX200 benutze, weil ich ihr Bedienkonzept in Teilen für praktischer halte. Aber die Ricoh hat keinen eingebauten optischen Sucher und ich bin natürlich nicht Henri Cartier-Bresson.

Doch wer in die Fußstapfen von Henri Cartier-Bresson treten will und ebenso schöne Schnappschüsse erstellen möchte, der wird mit der Powershot G11 und dem Quick-Shot Modus im optischen Sucher sicherlich eine gute Möglichkeit haben, sich fotografisch zu verwirklichen.

Aber ich will auch nicht verschweigen, dass ich die Kamera nur lobe, weil es nichts anderes und besseres gibt. Eigentlich müsste es eine Kamera sein, die das Objektiv etwas mittiger hat (besseres Handling) und einen ca. APS-C grossen Sensor (besseres Freistellen) und einen doppelt so grossen eingebauten optischen Sucher (besseres Sehen). Wenn dann noch ein anschraubbarer Linkshandauslöser dazu kommt, dürfte der millionenfache Verkaufserfolg sicher sein…

Tja, und dann dachte ich, dass die Panasonic G2 der neue Kompromiss sein könnte, weil der grosse und klare elektronische eingebaute Sucher nicht schlecht ist. Aber als ich merkte, dass sie immer ein lautes Auslösegeräusch macht, habe ich mich von dem Gedanken verabschiedet.

Im Jahre 2011 darf ich diesen Artikel nun ergänzen. Es gibt jetzt die Fuji X100. Und über die würde sich Henri Cartier-Bresson bestimmt freuen…