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Digitalkameras in der Streetphotography bzw. Streetfotografie von Fotomonat bis Filtermix

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Alles ist möglich aber nicht alles ist gut.

So würde ich meine Erfahrungen zusammenfassen, wenn es um Digitalkameras und das Fotografieren auf der Straße geht.

Ich meine dabei Fineart Streetfotografie.

Als im Jahre 2006 die Pananonic Lumix DMC-L1 (als Kooperation mit Olympus) auf den Markt kam, war dies wie ein kleines digitales Wunder.

Es gab nur DSLRs und einige Bridgekameras. Das klassische rechteckige Format wie es bei Pentax, Leica, Olympus etc. zu analogen Zeiten vorhanden war, gab es nicht.

Leica war damals digital kaum existent und übernahm die Kamera als Digilux 3 ins eigene Programm.

Die Lumix L1 holte das Handling aus analogen Zeiten in die digitale Welt, sie bot alle die Knöpfe und Rädchen, die viele haben wollten, sie hatte das Format, das viele mochten und sie war so stabil wie alte Kameras.

Ich weiß noch wie ich und andere diese Kamera zum damaligen Einstiegspreis von 2998.- Euro bei Fotokoch anschauten. Da standen wir echt in einer Reihe bis jeder mal dran war und die Kamera in die Hand nehmen konnte. Das waren noch Zeiten!

Das war 2006.

Jetzt sind wir zehn Jahre weiter.

Was ist in dieser Zeit bei Sucherkameras mit Wechseloptiken für Streetfotografie geschehen?

Wenn wir uns das Bild betrachten, wird es auf einen Blick klar.

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Die Digitalkameras sind kleiner geworden und Panasonic ist sich dabei wirklich treu geblieben und bietet aktuell mit der DMC-GM5 eine Kamera an, die im Format einer Kompaktkamera mit großem MFT-Sensor und Sucher alles das kann, was auch eine ausgewachsene DSLR konnte – und noch ein bißchen mehr (inklusive totalem Videospaß).

Dazwischen drängen konnte und kann sich eigentlich nur die V1 von Nikon, deren 1er Sensor mit der unglaublichen Fokussierschnelligkeit und dem Sucher doch ebenfalls richtig gute Streetfotografie ermöglicht.

Diese Kameras sind für mich die Klassiker unter den Digitalkameras mit Sucher, klassischer Form und Wechseloptik im Bereich der Streetfotografie in der Abfolge von damals bis heute.

Aber es wurden seitdem ja noch mehr Kameras gebaut.

Und wenn ich mich für Digitalkameras interessiere, die einen Sucher und eine fest verbaute Optik haben, dann gibt es eine andere Reihe.

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Haben Sie die Kameras erkannt?

Wenn nicht, dann zeige ich sie Ihnen hier noch mal von vorn:

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Wie Sie sehen handelt es sich um die Fuji X100, die der Pionier für die Rückkehr des klassischen Suchers in die Streetfotografie ist. Sie wurde auch ein Ersatz für viele, die von Leica kamen und sie ist bis heute im Kreis von Fotoreportern sehr beliebt.

Die Fuji X100 hatte und hat drei Dinge, die es so vorher und bis heute nicht mehr gab. Erstens hat sie einen unerreicht guten Sucher, der sowohl optisch als auch digital sein kann. Zweitens hat sie die klassische Form der Reportagekamera, die ein ganzes Jahrhundert dominierte. Drittens traf sie den Nerv der Zeit, weil sehr viele darauf warteten endlich eine Kamera zu bekommen, die das beste aus analogen Zeiten mit dem besten aus digitalen Zeiten miteinander vereint und bezahlbar ist.

Und Fuji war eben klug genug in einer Kamera beide Möglichkeiten anzubieten bis hin zur Wahl zwischen Sucher und Monitor und dies alles mit einem Preis zu koppeln, der für arbeitende Menschen annehmbar ist.

Die langen Schlangen auf der Photokina waren damals so erstaunlich, daß die Fuji Verantwortlichen selbst aus dem Staunen nicht mehr rauskamen.Ich war dabei. Und auch spätere Berichte beschreiben diese ganz besondere Erwartungshaltung.

Es war nicht nur Zeitgeist sondern es war die vorgeformte Erwartungshaltung ganz vieler Menschen, die mit analogem Equipment aufgewachsen waren und nun endlich die kompromisslose digitale Umsetzung wollten. Das hat sich nur Fuji getraut.

Doch zurück zum Foto.

Hier kommt die Fuji X10 mit ihrem optischen Sucher hinzu und als neuste Kamera in dieser Reihe die Panasonic Lumix DMC-LF1, klein und fein, wenn auch mit elektronischem Sucher.

Doch auch dies war nicht alles.

Denn es gab ja viele Jahre fast ausschließlich Kameras mit Monitor und ohne Sucher.

Für Streetfotografie sind die besten Digitalkameras ohne Sucher und mit Monitor dabei hier zu sehen:

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Es handelt sich um die Olympus XZ-10 (wobei die XZ-1 bis heute genau so gut ist aber noch etwas anders), die Ricoh GR Digital 3 bzw. 4 (als Festbrennweite) und die Casio EX-ZR 700 bzw. 1000. Es sind alles Kameras mit kleinen Sensoren. Das ist kein Zufall weil schnelle und spontane Monitorfotografie vielfach mit kleineren Sensoren auf die Schnelle bessere Ergebnisse erzielen kann.

Ich habe vor einigen Jahren an anderer Stelle schon einmal über die besten Kameras für Streetphotography aus meiner Sicht geschrieben.

Das war zu einer Zeit als ich noch nicht wußte was noch kommt und womit ich weiter Erfahrungen sammeln werde. Auch damals waren es alles gute Kameras aber es gab im Ergebnis auch dabei noch bessere.

Insofern ist der damalige Bericht ein guter Querschnitt, ersetzt aber nicht diese Zeilen, weil ich hier technische Entwicklungen und eigene Erfahrungen Jahre später im Längsschnitt zusammenführe.

Denn für gute Streetfotografie ist eine gute Kamera erforderlich, die etwas haben muß, was alle Kameras hier haben.

Wissen Sie was?

Genau, es ist das RAW-Format.

Meiner Erfahrung nach kann man zwar den Moment in der Streetfotografie nicht wiederholen aber man kann die Fotos danach im digitalen Labor so bearbeiten daß die Anmutung entsteht, die man haben will.

Denn fertige jpgs sind ja nichts anderes als im kamerainternen Digitallabor bearbeitete Fotos. Die kann man dann auch selbst mit den eigenen Möglichkeiten später herstellen mit dem RAW-Format, dem digitalen Negativ.

Alle Kameras haben aber noch etwas. nämlich die Möglichkeit der Zeitvorwahl (S wie Shutter Speed). Nur wenn ich die Verschlußzeit selbst bestimmen kann, kann ich auch die Gestaltung des Bildes beeinflussen.

Und man muß sich entscheiden, ob man mit Monitor oder Sucher fotografiert. Sucherfotografie ist anders, weil das Fotografieren durch einen Sucher sehr viel intensiver ist.

Natürlich habe ich viele Kameras ausgelassen.

Verfechter des Vollformats werden sicherlich von Leica und Sony sprechen wollen. Aber die Verknüpfung von Vollformat und Streetfotografie war nur solange sinnvoll wie es keine Alternative gab.

Cartier-Bresson stieg z.B. damals von größeren Kameras auf die kleinere Leica mit dem Kleinbild um, weil so schnelleres und unauffälligeres Fotografieren möglich war und die Kamera einfach kleiner war.

Genau dieser Mut zur Veränderung war die technische Voraussetzung für seine Fotos.

Und diesen Schritt sollte man heute auch machen, denn der Umstieg vom Kleinbild auf kleinere Kameras und kleinere Sensoren lohnt sich, weil die Bildqualität kein Thema mehr ist und die Möglichkeiten durch den Umstieg zum Teil wachsen und mehr Kreativität ermöglichen.

Kleine Sensoren sind auch gute Sensoren und zunehmend auch besser für Street und Still.

Hinzu kommt noch, daß sich das Sozialverhalten verändert hat.

Kameras und das Fotografieren werden heute vielfach anders wahrgenommen. Das hat mit Edward Snowden ebenso zu tun wie mit der Smartphone-Fotografie und sozialen Netzwerken mit ihrer neuen Öffentlichkeit.

Eine Antwort darauf ist meine Fineart-Streetfotografie, die sich genau aus dieser Auseinandersetzung entwickelt hat.

Von 2006 bis 2016 sind nun zehn Jahre in der Digitalfotografie um.

Ich war rund um Fotomonat ca. zehn Jahre dabei.

Aber es zeichnete sich schon 2015 ab, daß es einen Übergang geben wird aus unterschiedlichen Gründen.

Ich brauchte mehrere Versuche über mehrere Jahre, um zurück ins Fotografieren zu finden.

Das Ergebnis steht nun fest: weniger ist mehr und mehr Zeit fürs Fotografieren und weniger Zeit für das Schreiben ist eine gute Veränderung, die ja auch wieder nur vorübergehend ist.

Übrigens heißt mehr Zeit für das Fotografieren nicht mehr Fotos – ganz im Gegenteil!

Ist Leben im Moment mehr Leben oder einfach nur das Leben, weil es mehr als den Moment zu leben nicht gibt?

Vielleicht finde ich es heraus.

Danken möchte ich abschließend Hans Treffer für die Kameras, die er mir zur Verfügung gestellt hat.

Text 1.1

Leben ohne Photoshop – Gute Software für Fotografen und Journalisten im Jahre 2011


Eine subjektive Einschätzung.

Bis vor ein paar Jahren war alles klar. Es gab ein Programm, welches alle Fotografen quasi als Standard beherrschen sollten: Adobe Photoshop in den verschiedenen Versionen. Aber es war eben vor allem auch ein Grafikprogramm.

Wer grafisch oder als Grafiker arbeiten wollte, der hatte und hat als gute Alternative immer Corel Draw, ein sehr anwenderfreundliches Programm, aber weniger für Fotografen geeignet.

Adobe Photoshop war auch deshalb so erfolgreich, weil man durch die Technik der Ebenen quasi alles miteinander kombinieren und verändern konnte. So konnte aus Fotos ein völlig neues digitales Bild gemacht werden. Das fasziniert bis heute viele Grafiker und Kreative. Aber es war in meinen Augen im Vergleich zu den heute verfügbaren Programmen kein Programm für Fotografen oder Bildreporter und die Bedienung des Programms war eine echte Geschmackssache…

Deshalb lohnt ein Blick zurück und einige Blicke in die heutige Runde aktueller Software für Fotografen.

Eines Tages kam eine Reihe von innovativen Firmen auf den Markt. Mir scheint eine besonders erwähnenswert, die Firma Nik mit ihrer U-Point Technologie.

„Ausgangspunkt für die Entwicklung der U Point- Technologie war die Vorstellung, die der Fotograf von einem fertigen Bild hat. Mit Hilfe der U Point- Technologie kann er das Bild direkt bearbeiten und seine Vorstellung exakt umsetzen.“ Diese Aussage der Firma Nik Software zeigt ihren Ansatz. Ein erster Vertreter dieser Technologie war die Software Capture NX und später NX2 der Firma Nikon. Diese wurde meines Wissens (?) von der Firma Nik produziert.

Es gab daneben schon immer viele andere Programme. Diese waren aber fast alle für die Bearbeitung von JPG-Dateien gedacht. Das „unentwickelte“ Rohdatenformat RAW hatte dagegen weniger Freunde. Das änderte sich in den letzten Jahren rapide, so dass immer mehr RAW-Konverter entstanden, also Programme die aus RAW-Dateien JPG und TIFF Dateien machten.

Im Laufe dieser Zeit entstanden einige Programme, die letztlich sowohl die Bearbeitung in RAW und die Weiterbearbeitung in JPG und TIFF beherrschten und den Arbeitsprozess der Fotobearbeitung auf digitalem Niveau möglich machten: Silkypix, Lightroom, Capture NX2, Lightzone – alle für Windows und Mac, Corel Paintshop Pro Photo X3 (nur Windows), Aperture (nur Mac) sowie viele spezialisierte kleinere Programme wie z.B. Bibble Pro, PT Lens, Graphic Converter, Autofx etc. Umgekehrt entwickelte sich das eher als Dateiverwaltung konzipierte Programm ACDSee in der Version 3 zu einem schon sehr ausgereiften Komplettprogramm weiter, welches plötzlich seine frühen Stärken voll ausspielen konnte, die fast einzigartig schnelle und umfangreiche Dateiverwaltung. Seit der Version 4 ist ACDsee auch noch mit GPS Visualisierung ausgestattet. Das ermöglicht mit GPS-fähigen Kameras und einem Internetanschluss völlig neue Visualisierungsmöglichkeiten.

Wenn ich nun Programme anschaue, die vom Laden der Dateien aus der Kamera bis zum druckfähigen oder webfähigen Bild alles im Ablauf (neudeutsch: workflow) bieten, dann fällt mein Fazit aus meiner subjektiv-praktischen Sicht für RAW-Dateien folgendermassen aus:

Silkypix 4 Pro hat eine Routine zum Automatischen Belichtungsausgleich, die ohne eigenes Zutun unglaublich gut arbeitet. Durch die Verfeinerungen bei den Lichtern ist es möglich, aus RAW Dateien eine unglaublich feine Struktur herauszuholen – ohne stundenlange Arbeit.

Capture NX2 hat als einziges Programm die U-Point Technologie komplett umgesetzt. Man muß aber hinzufügen, dass erst zusammen mit den Nik Filtern Color Efex Pro 3 Complete das Programm zur Hochform aufläuft. Da der Pinsel in Capture NX2 jeden Filter abziehen oder hinzufügen kann, ist es sehr einfach, fast jede Art von Veränderung einfach reinzumalen in das Foto. Zusammen mit den U-Point Farbpunkten gelingt damit die digitale Nachbildung des Fotolabores in einer Form, die analog nicht möglich war. Das Programm könnte unter dem Gesichtspunkt der Usability etwas schöner sein. Das größte Manko von Capture NX2 ist die Beschränkung auf Nikon NEF/NRW RAW Dateien.

Genau da setzt Lightroom an. Während Photoshop/Elements noch einen ähnlichen Bildschirmaufbau hat wie vor einigen Jahren fast alle Programme (und auch Capture NX2), so ist Lightroom mit einer neuen Struktur gestartet. Ich finde aber erst die Version 3 von Lightroom so strukturiert, dass sie einigermassen schlüssig ist und die Arbeitsfähigkeit nicht durch Umdenken immer wieder neu unterbrochen wird. Hinzu kommt die Fähigkeit, fast alle RAW Formate nutzen zu können und diese auch noch in das Adobe Format DNG konvertieren zu können. Das erhöht die Flexibilität wesentlich.

Dadurch dass die Firma NIK die U-Point Technologie zudem in alle ihre Filterprogramme eingebaut hat und alle Filter in Adobe Lightroom und Adobe Photoshop Elements nutzbar sind, kann man nun auf wunderbare Weise diese exzellente Technik in Lightroom 3 nutzen. Lightroom 3 hat eine eingebaute Objektivkorrektur für alle größeren Kamerahersteller und ist somit flexibler als alle herstellerspezifischen Programme. Hinzu kommt der Korrekturpinsel mit der Möglichkeit der lokalen Korrekturen (ich fühle mich da an die U-Point Technologie erinnert), so daß flexible Fotobearbeitung auf hohem Niveau möglich ist.

Aperture von Apple ist seit der Version 3 ebenfalls flexibler geworden. Die Pinsel zum Aufhellen und Abdunkeln sind jetzt so einfach bedienbar, dass die schnelle Bildbearbeitung ein Genuss geworden ist. Aperture gibt es aber nur für den Mac.

Umgekehrt gibt es ACDSsee Pro 4 nur für Windows. ACDsee ist ein Programm-Werkzeug(Software-Tool), welches große Bildmengen sauber, schnell und einfach verwaltet und vor allem auch ermöglicht, die Datensicherung von Hand beizubehalten. Hinzu kommt eine exzellente Bildbearbeitung, die sehr intuitiv ist. Ein Highlight dabei ist sicherlich das Werkzeug für die Perspektivische Korrektur und aktuell auch GPS. Ich kenne keine Software, die dies so intuitiv und einfach ermöglicht. Die neue MAC-Version ist mit der Windows-Version nicht identisch und in meinen Augen noch entwicklungsfähig.

Eine der größten Herausforderungen für Journalisten und Fotografen ist neben der Bearbeitung die Sicherung der Bildbestände und das Auffinden bei einer späteren Suche. Ich würde mich dabei auf kein Programm festlegen, sondern nur die Dateien abspeichern nach einer inneren Logik. Selbst wenn der PC oder der MAC verschwindet, müßte dann auf den gesicherten externen Festplatten es möglich sein, die Dateien in Ordner, nach Jahren und/oder Themen geordnet, mit neuen Programmen zu verwalten.

Daher ist man bis heute nur auf der sicheren Seite, wenn man zusätzlich immer wieder auf externen Festplatten Ordnerstrukturen mit Fotos speichert und sich nicht auf eventuelle Heilsversprechen der Hersteller von Software verläßt.

Das kann in meinen Augen am besten ACDsee Pro 3/4 auf Windows und der neue Graphic Konverter 7x auf dem Mac. Aber auf dem MAC ist das noch etwas anders. Dort lieben ja viele die Kombination von automatischer Datenverwaltung mit Aperture und Backup. Mir persönlich ist dies zu unsicher. Wen diese Problematik interessiert, der sei auf diesen Link verwiesen.

Bei all diesen Ausführungen spielt Photoshop keine Rolle mehr. Die „Zauberwerkzeuge“ der Photoshop Elements Version 9 mit dem Austauschen von Köpfen oder dem neu zusammensetzen von Bildern können dazu führen, dass ein solches Programm noch attraktiv ist. Aber für die Fotobearbeitung im engeren Sinne spielt dies keine Rolle mehr.

Aus meiner Sicht gab es noch nie so viel gute RAW-Software für Fotografen und Journalisten wie heute, die intuitiv bedienbar ist, die Bilder gut verwaltet und die sehr viele Möglichkeiten der digitalen Nachbearbeitung beinhaltet.

Ich glaube Adobe Photoshop ist für Grafiker und Bildgestalter ein sehr gute Lösung. Corel Draw gefällt mir persönlich dafür noch besser und ist in meinem Umfeld bei praktischen Einsätzen wie z.B. Logo und Schriftzugerstellung für Folien – also im Praxiseinsatz im Handwerk – offenkundig auch bewährt.

Aber ich finde, heute gibt es für die Fotobearbeitung bessere Programme als Photoshop oder Photoshop Elements, so dass ein Leben ohne Photoshop ohne Abstriche bei den Möglichkeiten der Fotobearbeitung im klassischen Sinne vielleicht sogar noch besser möglich ist.

Und man muß anfügen, dass ich mit meiner Auffassung offenkundig nicht allein bin. Bei der Vorstellung von Corel Paintshop Pro X4 Ultimate ergab sich z.B. auf dpreview.com bei den Kommentaren eine erstaunliche Diskussion, die dazu führt, dass das neue Corel im Vergleich zu Photoshop von einigen als besser und natürlich wesentlich preiswerter angesehen wird und von anderen schlicht festgestellt wird, dass die Bedienstruktur (User Interface) der Adobe Produkte wohl eine der „unfreundlichsten“ sei.

Aber Photoshop hat ja noch eine andere Dimension. Wer sich im Bereich Medien qualifiziert, der muß irgendwann nachweisen, dass er/sie mit Photoshop arbeiten kann. Er/sie muß eine Grafik erstellen nach Vorgaben, mit den digitalen Werkzeugen und Ebenen arbeiten und hinterher wird diese Arbeit bewertet. Insofern ist Photoshop auch ein Macht- und Kontrollmittel. Dies könnte einer der Gründe sein, warum ein Leben ohne Photoshop noch lange nicht möglich sein wird…

Nachtrag 2012: Bitte beachten Sie, dass es sich um einen Artikel aus dem Jahre 2011 handelt und einige Software-Peodukte mittlerweile schon wieder weiterentwickelt worden sind.

Von der Ricoh zur Ricoh oder warum für mich die GXR mit S10 Modul die GX300 ist

Vor einiger Zeit schwärmte ich von der Ricoh GX200 und der GR als Alternative für Strassenfotografie.

Doch ich vermisste und vermisse dabei den eingebauten optischen Sucher. Dennoch hatten und haben die Ricoh Kameras wie die GX200 oder die GR-Serie für mich eindeutige Vorteile.

1. Man kann sie wirklich mit einer (rechten) Hand allein bedienen. Diese Einhandbedienung ist – zumindest für mich – ungeheuer praktisch (auch links wäre noch besser, aber es geht auch so). Das Menü und die Bedienfunktionen finde ich sehr durchdacht und fotografisch klug angeordnet.

2. Man kann bei der GX und GR Serie auf dem Monitor in Schwarzweiss die Fotos vor der Aufnahme sehen und sie zugleich als RAW/DNG-Format abspeichern. Damit hat man eine Schwarzweisskamera, die dennoch farbige Fotos nachträglich ermöglicht.

3. Man kann einen Fixfokus einstellen, so dass alles ab einer gewissen Distanz scharf fotografiert wird. Das führt im Bereich der Strassenfotografie bei mir zu Aufnahmen, die sonst auf die Schnelle so nicht möglich wären.

Das sind für mich drei Alleinstellungsmerkmale.

Doch dann verlor ich nach der Ankündigung der Fuji X100 die Ricoh etwas aus den Augen. Dann stieß ich auf den Artikel von Carl Garrad über die Ricoh GXR und das S10-Modul. Während in Deutschland praktisch nur die Bildqualität und die Auslösefunktion bei Fototests verglichen werden, schrieb hier ein Nutzer der Ricoh GX200 über diese Kombination mit diesem speziellen Blick.

Und er spricht davon, dass dieses Modul ein „Upgrade“ der Ricoh GX200 ist, also quasi die GX300. Dafür nennt er eine Reihe von Gründen. Die Bildqualität ist wesentlich besser, der Monitor ist wesentlich besser, die mechanische Qualität der Kamera (Body mit Einheit) ist wesentlich besser und einiges mehr.

Das stimmt. Wer genauer hinschaut, der erlebt spätestens mit dem Firmware Update 1.33 eine Kamera (GXR + S10), die alles bietet, was man sich wünschen kann. Und natürlich gehört dazu auch noch ein guter elektronischer Sucher, wenn man ihn mag. Damit ist dann die Ricoh GXR inklusive Sucher auf dem Niveau der Systemkameras. Allerdings hat sie mit der S10 Einheit nicht den grossen Chip. Da es aber andere Module gibt wie das 28mm Modul mit grossem Chip, ist das Ricoh System eine echte Alternative in vielfacher Hinsicht.

Doch so weit soll dieser kleine Artikel gedanklich nicht führen. Ich freue mich, dass ich für mich die Ricoh GX300 entdeckt habe. Sie heisst zwar GXR S10 aber faktisch ist sie entstanden und bereit, den Menschen auf der Strasse zuzuschauen…