Tag Archive for photos

Sandy oh Sandy

Der Hurrikan Sandy hat grossen Schaden angerichtet. Es ist viel darüber geschrieben worden wie darüber berichtet wurde. Wer sich einen kleinen Überblick verschaffen will, der hat viele Möglichkeiten.

Ich möchte auf einige Varianten hinweisen.

So erhält man viele verschiedene gesammelte Blicke, die dokumentieren, was geschehen ist.

  • Sind die Fotos in ihrem Aussagewert gleichrangig?
  • Gibt es Unterschiede bezüglich des Dokumentationswertes?
  • Welche verschiedenen Themen finden sich auf den Fotos?

 

Occupy – ein Tag geht um die Welt

Das ist ein Fest für Flickr-Freunde. Wer auf flickr.com geht und dort „occupy“ ohne Gänsefüßchen eingibt, der kann ausnahmsweise die Vorteile der Fotovereinigung sehen. Dort gibt es hunderttausende Fotos aus aller Welt zu diesem Begriff.

Wobei „Tag“ einmal ein englisches Wort ist und übersetzt auf deutsch  „Schlagwort“ bedeutet und Tag auf deutsch als Wochen-Tag genutzt wird, also als Zeiteinheit.

Hinzu kommt bei flickr eine Gruppe zum Thema Photojournalism = Fotojournalismus, die sich ebenfalls mit diesem Thema beschäftigt.

Das ist nun wirklich neu. Die Bürger nutzen weltweit den Tag (= das Schlagwort), um Bilder sichtbar zu machen für Menschen auf der ganzen Welt.

Occupy ist das englische Wort für „Besetzen“, in diesem Fall das Besetzen öffentlicher Plätze, um auf die Misere mit den Finanzmärkten aufmerksam zu machen. Man könnte ja auch das Wort „Demonstration“ oder „Demo“ eingeben, weil es sogar weltweit gleich ist.

Aber „Occupy“ geht weiter. Es sagt, wir demonstrieren gegen die Finanzmärkte und ihre Macht und für eine Gesellschaft, die den Menschen gehört. Es ist ein Akt der Rückeroberung der Zivilgesellschaften. Es ist auch ein Eintreten für Meinungsfreiheit und Demokratie. Einige sprechen sogar vom Dritten Weltkrieg.

Die Occupy-Bewegung ist ein weltweite Bewegung für eine demokratische Zivilgesellschaft, die den Menschen Chancen und Sicherheiten gibt. Aber das wird sicherlich an anderer Stelle diskutiert werden. Hier geht es um die fotografischen Blicke.

Und hier geschieht fotografisch etwas Neues. Man könnte sagen, ein Schlagwort( = engl. Tag) erobert die fotografische Welt. Weltweit nutzen Menschen dies, um ihre Fotos darzustellen.

So hat flickr eine weltweite Bedeutung für soziale Bewegungen. Das ist hochpolitisch, positiv und hoffentlich ohne Zensur.

Damit aber nicht genug. Die Occupy-Bewegung macht ihre eigenen Medien, weil sie wohl zu Recht vielen Medien nicht traut.

Dass ausgerechnet im Spiegel ein Artikel erschien mit der Überschrift „99 Prozent blieben zu Hause“ ist von einer seltsamen journalistischen Ignoranz. Der Journalist Carsten Volkery scheint überhaupt nicht zu verstehen, was die Menschen bewegt. Natürlich waren nicht alle Menschen dabei. Denn die Macht der Verhältnisse führt unter anderem dazu, dass sehr viele Menschen von den 99 Prozent auch samstags jobben müssen, zum Teil kein Geld haben, um in große Städte zu fahren und viele andere Verpflichtungen. Aber so viel Zuspruch von Menschen, die sonst eher unpolitisch sind, gab es selten. Schade, da hätte ich vom Spiegel mehr erwartet und vor allem mehr Differenzierung. Die scheint in diesem Fall eher im Spiegel-Forum zu erfolgen, aber da dort nicht jeder Beitrag veröffentlicht wird, ist es wohl nicht so viel wert. Nach diesem Schwenk in den aktuellen Journalismus zurück zu den Fotos.

Ich wünsche viel Spaß beim Anschauen von Fotos, da dokumentiert sich gerade eine weltweite Bewegung fotografisch. So haben viele Handys und Digitalkameras und eine weltweite Community eines gemeinsam, sie besetzen digitalen Raum und gelangen in das Bewusstsein der Menschen, die dies nutzen können.

Mit der Fuji X100 Fotografieren

Der Weg war länger als gedacht. Nachdem ich die Fuji erhalten hatte, probierte ich sie eine Weile aus. Dabei wurde mit klar, dass die Kamera keine Fehler verzeiht.

 

Blick durch den Sucher der Fuji X100

1. Die meisten Probleme macht nicht die Kamera sondern die Person dahinter

Es fängt mit dem banalen Beispiel an, wo ich die Kamera zur Belichtungsmessung hinhalte. Wenn ich zur Belichtungsmessung Richtung Himmel halte, dann wird der Rest dunkler aber dafür kann ich alle Feinheiten später rausarbeiten aus den RAW-Dateien. Wenn ich zur Erde  halte oder auf das Motiv, dann ist der Himmel oft ausgefressen und weiss. Allein dieses Beispiel zeigt, wie sehr es auf den Fotografen ankommt.

2. Die Fuji X100 braucht noch ein paar Software-Updates, ist aber schon gut nutzbar

Nach dem Updaten auf die neuste Firmware Version hatte ich das Gefühl, dass die Kamera nun einen nutzbaren Arbeitszustand erreicht hat. Und ich wurde nicht enttäuscht. Sobald man sich wieder an den grossen Sucher gewöhnt hat, wird das Fotografieren fast zur Sucht.

3. Eine Festbrennweite erfordert immer eine andere Art des Fotografierens

Aber die Kamera ist eben mit einer Festbrennweite versehen. Daher ist die Art des Fotografierens anders. Man muß sich mehr bewegen, um den richtigen Standpunkt zu finden. Somit tut man indirekt auch noch was für seine Gesundheit.

4. Reale Beispielfotos sind immer ein Ergebnis von Fotograf, Software und Moment

Dabei sind einige Fotos entstanden, die in den nächsten Monaten ergänzt werden. Ich habe die Fotos bewusst bei flickr reingestellt. Es sind nur eine Handvoll, aber sie zeigen die Möglichkeiten und Grenzen der Kamera.

Ich empfehle besonders das Foto mit dem leichten Morgennebel über dem Wasser, weil es die Feinheiten der Natur wiedergibt. Und bei flickr kann jeder sie ergänzen oder kommentieren.

Wem meine Fotos nicht reichen (mir wären das auch zu wenig), der findet dort zwei weltweite Gruppen mit Fotos der Fuji X100. Wem das nicht reicht, der kann bei dem Prominenten Kai Pflaume noch mehr Fotos finden, wobei mir nicht klar ist, was davon PR und was davon privat ist. Noch mehr Fotos gibt es u.a. bei Fred Miranda.

Mit der Fuji gelingen kreative und schöne Portraits, wie hier zu sehen ist. Und es gibt einen sehr engagierten Fuji X100 Fotografen, der viele Fotos und eine interessante Besprechung zu bieten hat (wer kein Englisch kann, bitte mit translate.google.de übersetzen…)

5. Die alte Art des Fotografierens

Die Philosophie der Fuji X100 ist klar. Sie ist eine Kamera der alten Art des Fotografierens. Sie wird daher keine Freude für Handyfotografen sein. Aber sie ist eine wahre Wonne für qualitätsbewusste Fotografinnen und Fotografen alten Stils.

6. Die Strassenfotografie von heute ist mit anderen Kameras besser zu machen

Eigentlich kam ich ja von Henri Cartier-Bresson über die Leica und die Strassenfotografie zur Fuji. Aber es hat sich eben doch etwas geändert. Unauffällige Strassenfotografie heute erfordert zum Teil andere Kameras als die M-Leicas und die X100-Fujis.

Erforderlich sind blitzschnelle und kleine, kaum auffallende Kameras, um die Situation und das Recht am eigenen Bild auf möglichen Motiven gut zu kombinieren. Dazu sind m.M. die Leicas und Fujis einfach zu groß. Anderen ist die Fuji wiederum zu klein.

Auch andere Systemkameras sind mir persönlich zu gross und zu schwer und zu laut. Davon abgesehen wäre die Fuji für mich aber erste Wahl. Ich komme zu dieser Einschätzung, weil ich es mit der Leica M6 und nun mit der Fuji X100 mehrfach ausprobiert habe.

(Lustigerweise habe ich nach dem Schreiben dieser Zeilen einen Artikel entdeckt, der genau die Leica M6 mit der Fuji X100 vergleicht, auch mit analog zu digital etc. Aber wer die Kommentare dort zu Ende liest, der merkt, dass teilweise Glaubenskriege geführt werden und hinkende Vergleiche zu finden sind. Das schmälert aber nicht den Informationswert dieser Seite und deshalb füge ich dies hier noch in Klammern an.)

Die Kameras erregten Aufmerksamkeit oder provozierten, weil sie zu groß und auffällig sind, obwohl sie es ja eigentlich nicht sind. Aber mit einer Sony TX oder WX oder der Ricoh hatte ich diese Probleme nicht.

Dieses Phänomen habe ich vor Jahren schon einmal erlebt. Damals war die Nikon P5000 akzeptiert und die Canon Powershot G7 nicht mehr. Es gibt offenkundig heute eine sozial unbewußt akzeptierte Größe in unseren Breiten, die nicht über ein Handy hinausgehen darf.

Aber auch dieser Gedanke gilt nur da, wo ich so denke. In San Franciso scheint Streetphotography mit der Fuji X100 möglich und alle Aufgenommenen sind gut zu sehen. Da scheint wohl das Recht am eigenen Bild nicht so eine Rolle zu spielen wie hier.

7. Das Neue ist der Feind des Guten

Und ob ich will oder nicht, damit komme ich wieder auf schnelle, kleine und leise Kompaktkameras zurück.

So ist das im Leben. Wie sagte schon Tucholsky sinngemäß, du wünschst dir eine große Blonde und bekommst eine kleine Schwarze.

Ja, so ist das.