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Perlen der Photokina – Orte der Lust zwischen Leica und Lomography

Die Photokina gefällt mir dieses Jahr besser. Sie ist irgendwie aufgelockerter und es gibt viele Ausstellungen an vielen Orten in vielen Hallen. Die Partner der Ausstellungen sind Druckerhersteller, Papierhersteller, Kamerahersteller und viele Vereine, die wiederum unterstützt werden von Druckerherstellern, Fotobuchherstellern, Kameraherstellern etc.

Daneben gibt es ein gutes Vortragsprogramm. Die Auswahl ist riesig.

Ich habe mir den Vortrag von Georg Banek angehört zum Thema „Aus Fehlern lernen…“

Grundehrlich und dadurch sympathisch und unter Anwendung der 80:20 Regel. Der Vortrag war gut, die Inhalte auch.

Banek sagte auch, dass man viele Fotos machen solle, denn sie kosten ja nichts mehr im digitalen Zeitalter. Das war der Moment als ich aufspringen wollte und am liebsten gesagt hätte, doch Lebenszeit! Aber ist nicht das Fotografieren ein schönes Ausfüllen von Lebenszeit. Ich blieb sitzen und denke da noch mal drüber nach…

Einen Vortrag zum Thema wie man erfolgreich wird mit der Fotografie habe ich nicht gefunden. Aber das liegt daran, dass es da weniger auf die Fotos ankommt als auf die Verbindungen.

Was ich gefunden habe war eine Messe, die auch als Quelle vielfältiger Inspirationen dienen kann.

Vielleicht bin ich gerade stark von Neptun beeinflusst. Aber mein Weg führte mich immer wieder an Orte, die ich als energetisch und fotografisch gut empfand.

Es war die grosse Ausstellung von Leica und es war die Welt der Lomografie. Daraus schloss ich dann auch, dass es eben meistens weniger auf die Fotos und mehr auf die Verbindungen ankommt.

Die Leica-Galerie zeigte viele Fotos von prominenten Fotografen. Mir gefiel der gesamte Aufbau sehr gut. Stringent, klar, mit viel Luft, eindeutig und kreisförmig. Alles rund um einen Gursky positioniert, so dass die mediale Fotoprominenz und die Investitionsobjekte gut zusammenkamen.

Bei Lomo gab es keinen Gursky aber eine wunderbar kreative Werkstatt für das Erstellen, Riechen, Fühlen und Kleben von Fotos. Der Kontrast zu Leica wie Yin und Yang. Nur beides zusammen kann funktionieren. Dazwischen und darin war die Welt, die die Fotografie zusammenhält.

Ich habe mir erlaubt, einige wenige Momente digital festzuhalten, lomografisch zu bearbeiten und als Photokina-Fotokunst, leiloart, hier vorzustellen, um auf diese sehr schöne Situation fotografisch aufmerksam zu machen.

 

In meinen Augen zeigt die Photokina das neue visuelle Leben der Menschen in allen Kulturen. Fotografieren ist eben keine Frage des Geldbeutels mehr. Nur wenn man Geld damit verdienen will, dann kommt es darauf an, was die Zielgruppen an Technik erwarten.

Die Verlagerung vieler Tätigkeiten aus dem physischen in den digital-virtuellen Bereich schreitet dabei fort. Ein Beispiel: Ich fotografiere am liebsten Porträts mit einer Nikon D90 und einem Sigma 50-150 Objektiv. Das Objektiv ist relativ weich bei den Aufnahmen und dadurch besonders gut für Porträts geeignet. So werden die Porträts fast immer schön ohne viel Nachbearbeitung.

Heute nehme ich manchmal andere Kameras und Objektive, die „detailreichere“ und schärfere Fotos machen. Das führte jetzt dazu, dass ich ein sehr detailreiches Porträt hinterher mit einem digitalen Filter wieder weicher zeichnete, damit die Schönheit des Gesichtes auch voll zur Geltung kommt.

So ist die Welt.

 

Fotofrust oder Momentaufnahmen des Scheiterns

Was macht man eigentlich, wenn die Fotos nichts geworden sind?

Ich unterscheide drei Fälle:

  1. Wenn Sie für die Fotos bezahlt werden, dann haben Sie Pech gehabt. Deshalb ist für bezahlte Fotografie die sofortige Kontrolle und das Ausschliessen von Risiken wesentlich.
  2. Wenn es sich um schöne Momente handelt, die vorbei sind, dann fotografieren Sie danach wenigstens das Umfeld und schreiben zu den Fotos ihre Erinnerungen.
  3. Wenn Sie sich etwas vorgenommen haben und es hat nicht geklappt, dann lernen Sie damit zu leben. Fragen Sie sich, woran es gelegen hat und versuchen Sie, für das nächste Mal besser vorbereitet zu sein.

Wie geht man aber mit dem Frust um, der dabei passiert?

1. Naschen Sie, wenn Sie sich ärgern!

Da Sie nicht immer Fotofrust haben, werden Sie auch nicht dick davon. Aber Schokolade und Gummibärchen oder getrocknetes Obst sind für das Darmhirn in diesem Fall möglicherweise beruhigend.

2. Sprechen Sie mit einer fotografisch kompetenten Person ihres Vertrauens darüber!

Sprechen löst Probleme. Damit sind sie nicht weg aber in Bewegung. Deshalb sollten Sie die ganze Sache fachkompetent bereden. Das kann auch telefonisch sein. Ich würde es nicht in einem Forum machen sondern bei einer Person, mit der ich gerne über Fotografie spreche.

3. Tun Sie etwas völlig anderes!

Wer die Fotografie liebt, der ist möglicherweise in solchen Situationen total fixiert. Um die Relationen des Lebens zu sehen und die Fotografie nur als kleinen Teil des Lebens zu sehen und den Fotofrust als noch kleineren Teil, sollten sie etwas völlig anderes tun.

Sport, Essen, Meditieren, eine neue Kamera kaufen – egal was, aber etwas völlig anderes (wobei die Kamera da nicht so ein gutes Beispiel ist, es sei denn, sie wollten schon länger …)

So kann aus einem Fotofrust wieder eine echte Fotolust werden, ganz in dem Sinne, wer fotografiert hat mehr vom Leben!