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The Decisive Moment – Photographs by Henri Cartier-Bresson

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Das Buch der Bücher in der Geschichte des Fotojournalismus ist wieder da.

Es ist die Bibel vieler Fotografen gewesen und als Buch bis heute unerreicht als Vorlage für das Auge und die Chance sehen zu lernen – wenn man Gelegenheiten wahrnehmen will.

Sein Erscheinen war rückblickend damals einer der großartigsten Momente in der Geschichte der Fotobücher.

Jetzt ist es die Rückkehr eines der bekanntesten und bis heute besten Bücher zum Thema Fotojournalismus und klassische monochrome Fotografie.

Zudem ist es von Matisse gestaltet für Henri Cartier-Bresson.

Jeder, der mit Fotojournalismus zu tun hatte, kannte dieses Buch.

Aber es war jahrzehntelang vergriffen.

Denn so gut es war – so selten war es auch.

Doch wer über Fotojournalismus sprach und  wer über Henri Cartier-Bresson sprach, der landete irgendwann immer bei diesem Buch.

Images a la sauvette im Original und The decisive moment in der englischen Übersetzung ist der Titel.

Qualität bleibt.

Gut dass es wieder da ist.

So ist dieses Buch sowohl buchbinderisch als auch gestalterisch im Reprint eine Augenweide geblieben.

Und natürlich die Fotos!

Ja die Fotos.

Viele kennen sie und digital findet man sie auch.

Aber so wie sie wirklich wirken sieht man sie nur hier.

Groß, monochrom, großartig.

Der Steidl-Verlag hat ein großformatiges Booklet beigelegt von Clement Cheroux.

Dieser weist darauf hin, daß Cartier-Bresson´s Fotos ursprünglich für Magazine und Zeitungen gemacht waren und damit eine eher flüchtige Wirkung hatten.

Bücher bleiben und deshalb blieben in diesem Buch schon damals die flüchtigen Augenblicke, die entscheidenden Momente, über den Tag hinaus bestehen.

Und dann erzählt uns Cheroux die Geschichte dieses Buches von der ersten Idee an.

Wie Matisse vorging, um das Cover zu gestalten, mit welcher Technik er arbeitete, welche Materialien und welches Papier in diesem Buch genutzt wurden, warum die Fotos in dieser Reihenfolge erschienen sind und natürlich auch wie der französische und der englische Titel entstanden.

Es ist einfach wunderbar.

Das Buch hat aber noch eine andere Dimension.

Cheroux arbeitet sehr schön heraus wie dieses Buch zu einem Lebensversuch von Cartier-Bresson wird, um zwischen seiner inneren Welt und der äußeren Welt fotografisch eine Balance zu finden.

Es ist der Weg zwischen Sur-Realismus und Realismus.

Henri Cartier-Bresson The Decisive Moment ist bei Steidl erschienen.

Wer es nicht kauft oder sich nicht wünscht ist selbst schuld.

Andere haben darauf viele Jahre gewartet.

Jetzt ist die Gelegenheit da.

160 + 48 booklet Seiten

Leineneinband im Schuber
27.4 x 37 cm

Englisch

ISBN 978-3-86930-788-6

Henri Cartier-Bresson im Film

Diese Woche war bei arte ein neuer Film über Henri Cartier-Bresson zu sehen „Das Jahrhundert des Henri Cartier-Bresson.“ Darin erzählt „er“ sein Leben und spricht über seine Auffassungen.

Der Film ist nach seinem Tod entstanden und ein Rückblick auf seine Arbeit und sein Denken. „Er“ ist ein Sprecher, dessen Texte von dem Filmemacher und Schriftsteller Pierre Assouline stammen, der schon vor Jahren eine Biografie über Cartier-Bresson geschrieben hat.

Es ist ein Blick von aussen, der durch die persönliche Bekanntschaft mit Henri Cartier-Bresson einen guten Einblick in das Leben unter fotografischen Gesichtspunkten ermöglicht. Da der Film noch ein paar Tage online ist, kann man ihn noch anschauen.

Doch es gibt noch einen Film über Henri Cartier-Bresson. Es ist der Film von Heinz Bütler mit dem Titel „Biographie eines Blicks“. Dieser Film entstand mit Henri Cartier-Bresson zu seinen Lebzeiten und zeigt sehr viele Aspekte seiner Fotografie. Man hat auch das Gefühl, dabei dem Menschen etwas näher zu kommen, der hinter der Kamera stand als er die Fotos machte.

Neben diesem Film gibt es noch eine Arte-Edtion von und mit Henri Cartier-Bresson. Diese hat den Titel „11 Filme von und mit Henri Cartier-Bresson“. Es ist aktuell wohl die umfassendste Sammlung von filmischen Informationen über diesen Fotografen.

Wer sich für Henri Cartier-Bresson interessiert, der sollte sich diese Filme schenken oder schenken lassen. In der Arte-Edition ist auch der Film von Heinz Bütler enthalten. Es sind in meinen Augen Lehrfilme für klassisches und gutes Fotografieren, die sehr viel dazu beitragen können, ein besseres Verständnis zu wecken.

In dem Film von Pierre Assouline betont Cartier-Bresson, dass er lieber das Kleinbildformat mit hoch und quer in verschiedenem Format mochte als  das quadratische Format, weil dieses ihm zu langweilig war.  Das kann heute jede digitale Kamera von der Kompaktkamera über die 1 Zöller, das 4/3 Format, den APS-C Chip und den Vollformatchip im 4:3 und 3:2 Format.

Faszinierend sind wohl neben dem Fotografen vor allem auch seine Motive. Er war bei sehr vielen sehr prominenten oder berühmten Menschen und machte Fotos von ihnen und er fotografierte daneben einfache menschliche Situationen. Dieselbe Aussagekraft, die Faszination in der Einfachheit egal bei welcher fotografischen Situation, das Ausnutzen von Schwarzweiss als Gestaltungsmittel einer bunten Wirklichkeit – alles dies versteht man erst wirklich, wenn man einen dieser Filme angeschaut hat.

Es ist ein Glücksfall, dass es diese Filme gibt und sie haben das Glück darüber hier zu lesen, um persönlich-fotografischen Nutzen daraus zu ziehen.

 

Warum sich Henri Cartier-Bresson über die Powershot G11 freuen würde

Nun beschäftige ich mich schon seit Jahren mit dem Schnappschuss und seinem Meister, nämlich Henri Cartier-Bresson.  Henri Cartier-Bresson, abgekürzt HCB, war ein Benutzer der Leica M Kameras. Als er über 80 war, benutzte er die Leica Minilux und er machte eine Menge wunderbarer Fotos. Zudem war er ein Anhänger der Schwarzweissfotografie. Es mag im Zeitalter der digitalen Reizüberflutung wie ein Randthema erscheinen, aber für mich ist es ein sehr interessanter Gedankengang. Und deshalb will ich diesen Gedanken hier zu Ende führen. Der Gedanke lautet, wäre die Powershot G11 eine Alternative für HCB gewesen?

BegegnungDie Powershot G11 von Canon ist eine relativ grosse Kompaktkamera mit einem optischen Sucher, der ca. 77 Prozent eines Bildes abdeckt. Der Sucher ist nicht der größte seiner Art und er wäre sicherlich verbesserbar. Aber er ist der einzige optische Sucher überhaupt (außer in der Nikon P6000), der zur Zeit zu einer Kompaktkamera gehört, die das RAW-Format abspeichern kann.

Damit nicht genug gehört zu der Powershot G11 die Möglichkeit, fast alle Einstellungen per Hand mit Drehrädchen vorzunehmen. Hinzu kommen alle Feinheiten der aktuellen Technik wie ein dreh- und schwenkbarer Monitor und zusätzlich verfügt die Kamera über ein fest verbautes Zoomobjektiv von 28-140mm auf das Kleinbild umgerechnet.

Und damit komme ich zum Schnappschuss …. Die Kamera hat einen Quick-Shot Modus, der in den Exif Daten als Schnappschuss Einstellung bezeichnet wird. Dazu schreibt die Chip in ihrem Test:  „Wer statt der Handarbeit die einfache Aufnahme bevorzugt, findet neben dem gewohnten Automatik-Programm den „Quick-Shot“-Modus. Dabei nutzt die G11 permanent den Bildsensor zur Schärfe- und Belichtungseinstellung. Das Motiv müssen Sie daher über den optischen Sucher (mit Dioptrin-Korrektur) anvisieren. Lohn der Mühe ist eine verkürzte Auslöseverzögerung von rekordverdächtigen 0,15 Sekunden. Im Normalmodus vergehen 0,46 Sekunden bis das Foto im Kasten ist.“

Damit hat Canon unter den Bedingungen der aktuellen Möglichkeiten meiner Meinung nach die einzige professionelle Lösung für Schnappschussfotografen entwickelt. Würde Cartier-Bresson heute fotografieren, wäre diese Kamera eine wirklich wunderbare Möglichkeit für ihn, um seine Schnappschüsse schneller als mit einem Schnittbildentfernungsmesser (wie in der Leica M9) zu erstellen. Hinzu kommt, dass die Kamera ein Gerät ist, in dem alle Teile aufeinander abgestimmt sind.

In einem Film mit Henri Cartier-Bresson äußerte er sich einmal, dass er am liebsten mit der 35 Millimeter Brennweite arbeitet. An anderer Stelle, so habe ich gehört, wird er als Meister der Normalbrennweite von ca. 50 Millimeter bezeichnet. Fakt ist, dass die Powershot G11 mit einer Brennweite von 28 bis 140 Millimeter alles das abdeckt, was er in meinen Augen benutzen würde.

Ich glaube, dass die Powershot G11 dem Altmeister der Schnappschussfotografie große Freude machen würde. Allerdings will ich hinzufügen, dass ich persönlich neben der Powershot G11 ebenso gerne die Ricoh GX200 benutze, weil ich ihr Bedienkonzept in Teilen für praktischer halte. Aber die Ricoh hat keinen eingebauten optischen Sucher und ich bin natürlich nicht Henri Cartier-Bresson.

Doch wer in die Fußstapfen von Henri Cartier-Bresson treten will und ebenso schöne Schnappschüsse erstellen möchte, der wird mit der Powershot G11 und dem Quick-Shot Modus im optischen Sucher sicherlich eine gute Möglichkeit haben, sich fotografisch zu verwirklichen.

Aber ich will auch nicht verschweigen, dass ich die Kamera nur lobe, weil es nichts anderes und besseres gibt. Eigentlich müsste es eine Kamera sein, die das Objektiv etwas mittiger hat (besseres Handling) und einen ca. APS-C grossen Sensor (besseres Freistellen) und einen doppelt so grossen eingebauten optischen Sucher (besseres Sehen). Wenn dann noch ein anschraubbarer Linkshandauslöser dazu kommt, dürfte der millionenfache Verkaufserfolg sicher sein…

Tja, und dann dachte ich, dass die Panasonic G2 der neue Kompromiss sein könnte, weil der grosse und klare elektronische eingebaute Sucher nicht schlecht ist. Aber als ich merkte, dass sie immer ein lautes Auslösegeräusch macht, habe ich mich von dem Gedanken verabschiedet.

Im Jahre 2011 darf ich diesen Artikel nun ergänzen. Es gibt jetzt die Fuji X100. Und über die würde sich Henri Cartier-Bresson bestimmt freuen…