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Die Kameras von Gordon Parks

Dieser Artikel ist eher eine editorische Notiz.

Wenn ich nach den Kameras von Gordon Parks frage, dann war er doch um einiges vielfältiger als z.B. Henri Cartier-Bresson.

Bei einer Suche in Suchmaschinen sieht man ihn mit einigen aktuellen Kameras seiner Zeit von groß bis klein rumlaufen – außer Leica.

Aber für die Fotos nah dran und unterwegs scheint er doch eher entweder eine Contax II mit Festbrennweite  und später eine Nikon F mit dem ersten Zoom von 43-86mm genutzt zu haben.

Das Zoomobjektiv mit 43-86mm erinnert dann wieder an Cartier-Bresson mit seinen 50mm Brennweite. Im Prinzip ist ein Objektiv mit einer Brennweite von 40 bis 90 oder 35 bis 90 Millimeter für fast alle Formen des Fotografierens besonders gut geeignet, wenn man Menschen und soziale Situationen aufnehmen will.

Aber solche Objektive gibt es so gut wie gar nicht. Das Mass aller Dinge ist heute eher 24-120 Millimeter wobei die meisten eingebaut nur 28-70 oder 24-75 schaffen, wenn zumindest die Anfangslichtstärke unter 2.8 sein soll.

 

Gordon Parks und Jack London und die sozialdokumentarische Fotografie

Es stimmt, was auf dw.com steht: „Gordon Parks war der erste schwarze Fotograf von Weltruhm. Trotzdem ist sein Name nicht sehr bekannt und fehlt in vielen Nachschlagewerken zum Thema Fotografie.“

Er hatte aber noch ein anderes Prinzip: „Er arbeitete als erster schwarzer Fotograf für das Magazin „Life“. Sein Blickwinkel war immer auf Augenhöhe. Gordon Parks machte keinen Unterschied zwischen Stars, Bandenbossen und Putzfrauen.“

In dem großartigen Buch zur Ausstellung „Subjective Objective A century of Social Photography“ ist er schon im Vorwort erwähnt und man sieht eines seiner Fotos.

Aber im Mainstream kommt er nicht vor, weil er sich nicht vermarkten ließ für Marken und nicht aus dem Kreis derer kommt, die normalerweise unter sich sind.

Und in diesen Kreisen sind ja bis heute reiche Weiße eher unter sich und identifizieren sich nicht mit einem Farbigen, wenn ich das so schreiben darf. Statt einfach zu akzeptieren, daß Menschen unterschiedliche Hautfarben haben so wie es unterschiedliche Nasen gibt, wird immer noch in Rassen gedacht – so erkläre zumindest ich mir das Ganze. Menschen sind Menschen und nicht Weiße und Schwarze und Gelbe etc.

Gordon Parks Fotos sind Momente, die überdauern durch ihre Einzigartigkeit und ihre Ästhetik mit z.T. malerischen Anklängen, wobei Gordon Parks auch die Fotografie als Waffe im sozialdokumentarischen Sinne einsetzte.

Und da ist er dann auf einmal auf Augenhöhe mit Jack London.

Gordon Parks und Jack London?

Ja genau. Beide wurden populär durch ihr Bemühen und Probieren, sie waren beim Volk beliebt und engagiert trotz Erfolg und wegen ihrer Herkunft. Beide waren auf ihre Art einzigartige Persönlichkeiten, die ohne vorhandene soziale Strukturen und Förderungen ihren eigenen Weg suchten und gingen.

Diese Vielseitigen, die nicht einseitig Festgelegten, sind die, die Farbe ins Spiel bringen. Sie leben aus sich selbst, sie leben trotzdem, sie brauchen Publikum und sie sind das Salz in der Suppe, auch medial und digital.

Und wie man an diesem Artikel erkennen kann, leben Jack London und Gordon Parks auch digital weiter, weil sie sie selbst waren und auch im digitalen Upload noch sind.