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Gibt es eine globale visuelle Kultur?

Wirklichkeit ist nichts für Adobe

„Die Mitglieder von Kollektiven wie Activestills hingegen verstehen sich dezidiert als langfristige Agenten des politischen Wandels in einer globalen visuellen Kultur.“

Dieser Satz von Evelyn Runge aus ihrem Aufsatz AGENTEN DES GLOBALEN POLITISCHEN WANDELS. Das Kollektiv Activestills fordert Stereotype des Fotojournalismus heraus führte mich gedanklich zu der Eingangsfrage.

Und daraus entstanden diese Gedanken und Notizen zum Thema globale visuelle Kultur.

Das war mir neu: Fotomonat.de hat noch viel mehr Aufrufe als dokumentiert

iframe google screenshot by m. mahlke

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Ich habe über die Bildersuche berichtet, bei der die Suchmaschinen dazu übergehen, einfach einen Rahmen um vorhandene Inhalte zu legen. Das ist ja eigentlich verboten, wenn es nicht ausdrücklich erlaubt wird.

Aber ich habe mich offenkundig geirrt. Das Spiel ist noch böser.

Bei einer Kontrolle, welche Fotos angezeigt werden, staunte ich nicht schlecht. Ich rief die Bildersuche auf und klickte die Fotos an.

Danach ging ich in die Logfiles, um zu sehen, wie die aufgerufenen und angeklickten Fotos als Logs dargestellt werden.

Da war nichts.

Kein Eintrag.

Nachfrage beim Provider.

Ergebnis: keine Einträge, keine Aufrufe.

Das kann doch nur bedeuten, daß die Seiten komplett schon bei Google und co gespeichert sind und von dort aus aufgerufen werden. Dort werden dann die Seitenaufrufe auf meine Inhalte gespeichert, die dorthin kopiert worden sind.

Muß ich noch mehr schreiben?

 

Die goldene Regel der Streetphotography – Straßenfotografie im Zeitalter von NSA und Google

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Ich erlebe heute vielfach einen Umgang miteinander, der immer respektloser, distanzloser und menschenverachtender wird.

Dazu gehört auch das Fotografieren von Menschen im Bereich Streetfotografie.

Ich finde, dies ist Grund genug, um klare Verhaltensweisen zu definieren, die man einhalten sollte, wenn man nicht mit diesen Entwicklungen einverstanden ist.

Denn man kann nicht gegen die totale Überwachung sein und Demokratie mit Menschenrechten, Datenschutz und Menschenwürde fordern, wenn man gleichzeitig glaubt, mit einer Kamera in der Hand alles außer Kraft setzen zu können.

Der Respekt vor dem anderen fängt bei der Nutzung der Kamera an.

Deshalb hier die goldene Regel zur Streetfotografie im 21. Jhrdt.:

Respekt vor Menschen und ihren Rechten

Strassenfotografie ist keine Spannerfotografie.

Bei der Strassenfotografie gibt es eine besondere Herausforderung, der sich auch die Klassiker meistens bewusst waren.

Und heute sollte man sich im Zeitalter der maschinellen Gesichtserkennung dieser Frage noch bewusster sein.

Es geht um die Persönlichkeitsrechte der Fotografierten.

Einfach ausgedrückt gilt für die Strassenfotografie und die aufgenommenen Personen: Einwilligung oder nicht erkennbar!

Und auch das gerne angeführte Argument, dass es sich ja auf der Strasse um einen öffentlichen Raum handelt, gilt so einfach nicht.

Sind Besucher einer Kirmes, Menschen an einer Bushaltestelle oder Frauen auf der Einkaufsstrasse Teil einer Öffentlichkeit, die einfach fotografiert werden darf, sozusagen fotografisches Freiwild?

Ist dies das Ende der Strassenfotografie?

Ganz im Gegenteil!

Gerade dieses klare Kriterium erfordert eine neue Art des Fotografieren, bei der man sich anstrengen muß.

Der neue Klassiker der modernen Strassenfotografie ist die Fineart-Streetphotography.

So ist Fotografie auch wieder mehr als bloßes Draufhalten und Abdrücken.

Sie wird zur höchsten Kunstform der Fotografie und ermöglicht einzigartige Chancen.

Einfache Beispiele dafür finden Sie hier.

Übrigens gibt es hier einen langen Artikel über einen Instagramer, der Leute fotografierte. Als er dann auch noch oben-ohne Fotos machte flog er bei instagram raus. Das geschah in Amerika und nun denkt der Mensch das erst Mal über Persönlichkeitsrechte nach in digitalen Zeiten.

 

Iframe – Missachtung der Urheberrechte durch Suchmaschinen?

Bilderklau auf die feine Art ist meine Meinung zu diesem Thema.

Eine Suchmaschine funktionierte so, dass sie gefundene Inhalte anzeigte. Sie zeigte Wörter in Texten und auch Bilder im Kleinformat. Wenn man auf die Suchergebnisse in Textform oder Bildform klickte, dann landete man auf den Webseiten, die dazugehörten.

Das war einmal – zumindest bei Fotos.

Heute binden die Suchmaschinen google und bing die Suchergebnisse in ihre Webseiten zusätzlich ein wie man nachfolgend sehen kann.

iframe google screenshot by m. mahlke

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Das nennt man einen inneren Rahmen in eine Webseite einfügen = iframe.

Das macht google so ähnlich übrigens auch auf Smartphones, wenn man sich die Google App runterlädt. Es öffnet sich ein Fenster mit dem Suchergebnis, aber es ist nicht das Originalfenster des Browsers, sondern ein Fenster innerhalb der App. Man muß quasi ganz raus aus der App und zurück in den Browser, wenn man von Link zu Link frei surfen will.

Das ist auch mehr als einbetten. Wenn Sie ein youtube-Video einbetten und anklicken, dann landen Sie bei youtube.

Wenn Sie bei google ein Bild als Suchergebnis anklicken, dann landen Sie in einer Fotogalerie auf google, die google erstellt hat und wenn sie dann auf das Foto klicken wird das Foto größer aber sie landen nicht auf der Webseite des dazugehörigen Fotografen. Dazu müssen Sie einen Link suchen auf der Seite, der sie eventuell dorthin bringt.

Das obige Beispiel zeigt zudem, daß google alle Bilder von der Webseite in eine Galerie gepackt hat, die man sich in google anschauen muß, weil ein Klick auf das Bild eben nicht direkt zur Webseite führt. Man kann also die Inhalte der eigenen Webseite aufbereitet auf google sehen.

Wenn ich zulasse, daß google meine Fotos findet, dann muß ich noch lange nicht damit einverstanden sein, daß google meine Inhalte in Originalgröße und in eigenen Zusammenstellungen nutzt. Das geht weit über das Anzeigen von Suchergebnissen mit Minibildern hinaus.

Dasselbe bei bing:

iframe bing screenshot by m. mahlke

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Würde ich von anderen Webseiten Fotos einfach in meine Webseite einbinden, dann wäre was los.

Aber wieso dürfen dies Suchmaschinen ungestraft?

Da kann doch was nicht stimmen – oder gibt es hier zwei verschiedene Rechtssysteme, eines für kleine Webseiten und eines für große Webseiten?

Das wäre ja auch bei uns die Abschaffung des Rechtsstaates.

Freelens geht dagegen an, zu Recht wie ich meine.

Die Tatsache der Überfüllung

Als Jose Ortega y Gasset darüber schrieb, empfand er die Welt schon als ziemlich voll. Und er beschrieb zwei Wesensmerkmale des modernen Massenmenschen: „die ungehemmte Ausdehnung seiner Lebenswünsche und darum seiner Person; und die grundsätzliche Undankbarkeit gegen alles, was sein reibungsloses Dasein ermöglicht hat.“

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Heute sehen wir nur noch Masse. Daher kann der Blick auf die Texte von Ortega y Gasset uns dorthin zurückbringen, wo die Zivilisation sich gerade erst so entwickelte. Damit wird klar, woher wir kommen und was heute anders ist.

Die Menschen, die heute leben, kennen nur noch Menschenmassen. Für sie ist diese Welt selbstverständlich. Es ist ihre Welt. Sie können sich auch keine andere Welt vorstellen. Ziel ist die Aufrechterhaltung ihres Status und der Konsum.

Wir leben damit in einer Zeit ohne Gedächtnis.

Die permanente Gegenwart führt dazu, dass die Fähigkeit des Erinnerns fast völlig ausgelöscht wird. Statt etwas auswendig zu lernen lernt man das Bedienen von Geräten, die einem etwas mitteilen, um die permanente Reizüberflutung einzuteilen.

„Informationen werden mitgeteilt, Wissen erwirbt man durch Bildung.“

Dieser Satz zeigt das Dilemma.

In diesem Sinne sind wir heute in einer Informationsgesellschaft – wobei mir Mitteilungsgesellschaft besser erscheint – mit Augenzeugenillusion aber nicht in einer Wissensgesellschaft. Die haben wir hinter uns gelassen – wissentlich.

Alles wird flüchtig. Die eigene Existenz bekommt Halt durch Erleben von digitaler Präsenz.

Medienerziehung, Medienbewußtsein, Umgang mit Medien sind Begriffe und Vorstellungen aus einer Zeit vor dem Smartphone, Google und Facebook. Sie sind für die meisten Menschen nicht mehr nachvollziehbar.

Heute haben Softwaresysteme das eigene Denken übenommen und die Beschäftigung mit der eigenen Darstellung ist die tägliche Aufgabe in sozialen Netzwerken.

Aktualisieren statt verstehen ist die Devise. Sicherheit entsteht durch das Anschalten von Geräten und nicht durch die Souveränität des Ausschaltens von Geräten. Selbstbestimmung schwindet.

Das Gedächtnis verschwindet. Fotos übernehmen die Aufgaben von Texten und dem Denken in Zusammenhängen. Die digitale Welt hat eine Unmenge an Texten produziert. Diese treten selbst bei Suchmaschinen immer mehr in den Hintergrund. Fotos und Videos übernehmen die Aufgabe und ändern unser Wahrnehmungsverhalten.

Durch die Vernetzung wird nun die absolute Überfüllung deutlich. Die Chance des Einzelnen liegt nun allein darin, möglichst viele Mitteilungen durch eigenes Denken zu ersetzen. Dies gilt übertragen dann auch für das Fotografieren. Statt unendlicher Fotostreams sollte die Erarbeitung eines Moments oder einer Situation umgesetzt werden, die in ein Foto mündet.

Aber auch dieser Text ist nun wie ein Tropfen im Meer der digitalen Informationen und wird mit seinem Erscheinen schon wieder von anderen Tropfen überrollt. Ob diese vielen digitalen Tropfen unterschieden und gefiltert werden, liegt dann an den Filtern, den Suchmaschinen.

Und dann ist Schweigen vielleicht die bessere Alternative.

Blockupy, Taksim Gezy Park und mehr

Google und Bing

Die Suchfunktion bei google und bei bing ist für Fotos mit dem Wort blockupy sehr ergiebig und hat sehr unterschiedliche Ergebnisse. Wir sehen, wie die Versammlungsfreiheit dort vor Ort gelebt wurde im Jahr 2013 und wie sie eingeschränkt wurde.

Eine Einschätzung zu dieser „Prügelparty“ gibt der Fotograf Peter Jülich und eine Zusammenfassung gibt es in der Neuen Rheinischen Zeitung.

Aber die Suchmaschinen sind längst nicht allein ergiebig.

Flickr und Tumblr

Auf flickr.com gibt es bei blockupy 2013 ebenfalls sehr interessante Fotos zu finden und bei tumblr auch.

Zumapress

Bei Zumapress mit dem Datum vom 1. Juni 2013 finden sich ebenfalls Fotos, die dokumentieren.

Redpicture

Mit die beeindruckendsten Fotos findet man bei bei Redpicture u.a. auf flickr und in der fotocommunity.

NBC und Waltroper Zeitung

Der Blog auf nbcnews ist ebenfalls sehr aufschlußreich. Die Waltroper Zeitung hat neun Fotos, die die Stimmung zeigen.

attac

Wie der Ablauf war kann man bei attac sehr gut nachlesen und seit dem 6.6. nimmt auch die politische Debatte Fahrt auf.

spiegel.de

Und auch auf spiegel.de gibt es mittlerweile eine Fotostrecke. Dort wird u.a. gezeigt wie Polizisten massiv Pfefferspray gegen Demonstranten einsetzen.

Fotografie als Mittel für die Demokratie

Wenn man bedenkt, dass es sich in allen Fällen um Proteste von Menschen wie Du und Ich handelt, die sich nicht damit abfinden wollen, dass gegen sie und über ihre Köpfe hinweg entschieden wurde und wird – und sie das meistens auslöffeln müssen, dann ist es gut, dass Fotografie dies dokumentiert.

Demotix

Zugleich empfehle ich einen Blick auf Demotix. Dort finden sich ebenfalls Fotos aus anderen Teilen Europas und der Welt, die auch aus den letzten Tagen stammen. Hier sehen wir die Feuerwehrleute in Barcelona, die demonstrieren und hier sehen wir die Menschen demonstrieren, die den Taksim Gezi Park in Istanbul erhalten wollen.

Taksim Gezi und Stuttgart 21

Dazu gibt es auch einen Tumblr-Blog. In dem Tumblr Blog wird auch die brutale Gewalt deutlich, die gegen Menschen verübt wird, die einfach nur für Bäume und Natur sind. Das erinnert sehr an die Fotos von den Demonstrationen gegen Stuttgart 21.

Die Fotos dokumentieren auch den Veränderungswillen von Bürgern und den Einsatz der neuen Medien. Viele Politiker scheinen nicht verstanden zu haben, dass das Aufeinanderhetzen von Staatsbürgern mit und ohne Uniform nicht zum Sieg des Staates führt sondern zu Veränderungen. Aber das geht dann über den Rahmen der dokumentierenden Fotos hinaus.

Die Veränderungen kann man dann später einmal dokumentieren. So bleibt Dokumentarfotografie eine dauernde Aufgabe, ebenso wie Fotografieren auf Demonstrationen.

Nachtrag eine Woche später:

Nun kommt es so wie vorausgesagt.

Der Journalist als “Marke” oder kostenlos aber nicht umsonst

Das gute Buch von Mcadams und LangerEigentlich ist es ganz einfach. Statt eine Zeitung zu kaufen, die gedruckte und bezahlte Werbung hat, macht man einen Blog mit Werbung von Google. Diese Werbung ist bei Google schon bezahlt. Jetzt müssen die Leser/innen nur noch in dem Blog auf die Anzeigen klicken und schon haben alle Geld verdient.

Doch was machen die Leser/innen. Sie klicken nicht auf die Anzeigen, obwohl sie damit alle glücklich machen würden und zugleich dafür sorgen, dass in dem Blog, den sie dann gerade lesen, auch weiter gute Artikel geschrieben werden. Deshalb lautet das erste Gesetz für Onlineleser: immer auf Anzeigen klicken!

Bis die Leser dies flächendeckend tun, gibt es Möglichkeiten, sich selbst als Journalist/Journalistin weiter zu verbessern. Eine gute Chance ist das Buch von Mindy McAdams in der Übersetzung von Ulrike Langer zu lesen.  Das Buch finden Sie kostenlos hier.

Es enthält viele wichtige Dinge für Onlinearbeit. Es ist eine gelungene und gute Arbeit von Frau Langer wie von Frau Mcadams. Die Webseite lauten http://www.mindymcadams.com und zur Webseite der Übersetzerin http://www.medialdigital.de setzen. Und nun viel Erfolg beim Lesen und der Umsetzung bis die Leser klicken lernen…