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Das Gefühl für das Fotografische in wandelnden Zeiten

Man nimmt die Welt an sich so wie man sie vorfindet bzw. sieht. Das Sein bestimmt das Bewußtsein. So war es auch bei mir.

Ich kam aus der analogen Welt bzw. der Welt der Filme mit 35mm und den Filmkassetten. Dann brach das digitale Zeitalter an und zuerst war der Wunsch da, die Vorteile des Digitalen in derselben Qualität wie zu Filmzeiten zu bekommen. Das war der Maßstab.

Dabei spielte auch Leica als Symbol für mechanische und optische Qualität eine Rolle. In Sensorzeiten wurde dann klar, daß die alten Regeln nicht mehr gelten, weil auch Leica mit Sensoren arbeitet, die nur Fotos machen und das Glas, die Linse, das Objektiv davor nicht mehr auf den Sensor bringt als bei Digitalkameras von anderen Herstellern, da alles nur noch aus Nullen und Einsen im digitalen Binärcode besteht und echte Weiterentwicklungen in digitalen Zeiten von anderer Seite kamen wie das Beispiel Fuji X100 zeigt.

Das begriff ich erst später. Man kann sich eben schlecht eine neue Welt vorstellen jenseits des eigenen Horizonts.

Aber weil das so ist, ging es auch so weiter.

Als dann die Smartphones aufkamen, war der nächste Schritt der Vermarktung, dass sie fotografisch so gut sein sollten wie die neueren Digitalkameras.

Wieder war das Vorhandene der Maßstab. Und dann kamen wir in der Welt von heute an, in der es Smartphones gibt und weiter Digitalkameras, die alle auf unterschiedliche Weise versuchen das Fotografieren zu ermöglichen.

Sie sind gleichwertig, weil sie Fotos machen – sie sind verschieden, weil sie auf unterschiedliche Weise mit differierenden Techniken verschiedene Möglichkeiten haben.

Vermarktet wird, daß das Neue das Beste ist – wer es glaubt…

Es gibt kein entweder-oder sondern nur noch ein sowohl-als-auch. Das wurde mit klar, als ich heute zwei Apparaturen nebeneinander legte, die zum Fotografieren geeignet sind.

Es handelte sich um ein Smartphone mit 1/1,7 Sensor und die Fuji X10 mit 2/3 Zoll Sensor. Die verschiedenen Sensorgrößen sehen Sie hier. oder hier.

Man hat ja so lichte Momente, in denen einem Selbstverständliches aus dem vorbewußten Sein mitten ins Bewußtsein rückt. Das sind wohl Aha-Momente.

Ja da war dieses Aha!

Das Smartphone dabei und ein schnelles Foto zur Kommunikation machen oder zum Festhalten eines Momentes ist die eine Seite.

Aber das ist doch gar kein Vergleich gegen die Möglichkeit mit einem Sucher ein Foto zu gestalten und selbst manuell alle Vorgaben zu machen auf mechanische Art und Weise.

Da liegen Welten zwischen. Selbst wenn das Ergebnis ein Foto ist, so ist doch die Entstehung des Fotos anders.

Und für mich gilt auch hier, daß der Weg das Ziel ist, also der Prozess der Entstehung der Fotografie mit Motiv und Rahmen ein anderes Handling hat und Bewußtsein hinterläßt.

Hinzu kommt bei mir, daß ich mich an Fotos mit Sucher meistens noch Jahre später erinnere und an Fotos im Smartphone schon nach wenigen Minuten nicht mehr.

Zudem stecken noch ganz andere Dimensionen des sozialen und individuellen Lebens darin. Denn der Prozess der Entstehung von Fotos ist mit einer Kamera für mich ein Akt der Kreativität. Das empfinde ich bei einem Smartphone so nicht.

Die entscheidende Frage ist die nach dem, was mir Freude bereitet oder mir die Möglichkeit gibt, mich damit auf meine eigene Art und Weise auszudrücken.

Das ist der Moment der großen Gefühle. Es sind nicht die Gefühle der Kamerawerbung, die uns immer nur das Neuste verkaufen will, sondern es sind die Gefühle, die bei der Anwendung des vorhandenen Equipments entstehen.

Fotografie ist dann gut, wenn ich dabei glücklich bin, dieser flüchtige Moment, der alles um mich herum vergessen macht.

Dann war der Fotoapparat richtig, egal welcher.

Während es für mich eine Wonne ist, nun die Fuji X10 mitzunehmen und damit auf händische unperfekte und künstliche Intelligenz freie Weise zu fotografieren, wäre es für mich eher freudlos, einfach mit einem Smartphone zu fotografieren.

So ist der fotografische Amateur der wahre Liebhaber des Fotografierens.

 

Die Fuji X10 in der Dämmerung im EXR-Modus

Wenn der Herbst beginnt und die Blätter fallen, dann zeigt sich bei den Kameras, was sie zu leisten vermögen. Denn das Dämmerlicht, die schwierigen Übergänge und die vielen unterschiedlichen Lichtquellen fordern die Chips und die Optiken der Kameras ganz schön heraus.

Und deshalb nahm ich die Fuji X10 als Sucherkamera und Reportagekamera mit und besuchte die Vaillant Nacht der Kultur in Remscheid. Der Mond war noch nicht ganz voll, der Himmel war wolkenlos, es war sehr kalt und sehr windig und die blaue Stunde hatte schon begonnen. Vor allem aber war an diesem Abend auch eine Mischung aus verschiedenen Lichtarten zu sehen und das erhöhte ja die Anforderungen an die Kamera.

Da die Kamera nun den modifizierten Sensor hat und einige Firmware Updates von Fuji aufgespielt worden waren, machte ich etwas ganz einfaches. Ich wählte den Bildausschnitt und stellte die Kamera auf den EXR-Modus.

So entstanden Reportagefotos als Produkte einer Kombination von Mensch und Maschine.

Damit zu einigen Fotos, die zeigen sollen, was daraus entstanden ist. Alle Fotos sind unbearbeitet bis auf die Größenänderung.

Hier fing die blaue Stunde gerade an. Man sieht, dass das Problem der „weissen Scheiben“ gelöst wurde.

Fuji X10 EXR – Foto: Michael Mahlke

Ein paar Minuten später wird die blaue Stunde schon deutlicher und die Lichtmischungen nehmen zu, links das Telekom-„Lilarot“ und rechts die roten Lampen:

Fuji X10 EXR – Foto: Michael Mahlke

Hier dominieren dann eindeutig die roten Farbtöne und verleihen dem Ganzen etwas Surreales:

Fuji X10 EXR – Foto: Michael Mahlke

Doch schon eine Strasse weiter wechselte die Farbe. Grün war angesagt und lud in das städtische Bibliotheks-  und Kommunikationszentrum ein:

Fuji X10 EXR – Foto: Michael Mahlke

Und um den Unterschied zwischen EXR-Modus und P-Modus zu zeigen folgt nun ein Bild im P-Modus, also mit etwas weniger Dynamik, dafür aber mit 12MP statt 6MP Auflösung im Original:

Fuji X10 P – Foto: Michael Mahlke

Das Foto wurde etwas später aufgenommen als das Foto vorher.

Abschließend noch ein Vergleichsfoto. Beide um 18.44 Uhr Ortszeit aufgenommen. Man sieht sehr genau wie die Kamera die Lichtführung verändert, wenn vom P-Modus in den EXR-Modus gewechselt wird.

Wenn Sie auf das Foto klicken wird es größer. Da jeder Monitor anders kalibriert ist oder gar nicht ändert sich auch die Farbdarstellung. Aufgenommen sind die Fotos im sRGB-Modus. Achten Sie auch auf das Verhältnis der Lichter. Schauen Sie einmal auf das Kunstlicht, das in den Türen zu sehen ist im Verhältnis zum Licht, das draussen am Teo-Otto-Theater zu sehen ist.

Fazit:

Die Fuji X10 hat meine Erwartungen voll erfüllt. Sie war treffsicher, hat schnell fokussiert und die Kamera hatte überhaupt keine Probleme bei Dämmerlicht.

Da ich sie als Sucherkamera nutze, hat sie noch einen zusätzlichen Vorteil. Weil der Monitor nur im Infomodus ist und daher nur Daten zeigt und kein Livebild, hält bei mir ein Akku  ca. 500 Fotos. Selbst bei der Kälte hatte ich keine Probleme. Wenn allerdings der Monitor zum Fotografieren genutzt wird, ändert sich dies.

Die Fuji X10 ist ein echter kleiner Glücksfall unter den Sucherkameras geworden und sie ist für professionelle journalistische Tätigkeiten einsetzbar.

Nachtrag 2014:

Seit dem Erscheinen der X20 fragen sich viele, ob sie sich noch eine X10 kaufen sollen.

Der X-Trans Sensor in der X20 ist anders als der EXR-Sensor in der X10.

Eine sachlich gute Diskussion, die beim Beurteilen hilft, findet sich hier.

 

 

 

Fuji X10 – die Versöhnung ist das Schönste

Fuji X10 und Fuji X100 – Foto: Michael Mahlke

Die zweite Chance der Fuji X10

Die zweite Chance ist meistens der beste Weg. Die Fuji X10 war für mich nach dem Abschied von der Leica CL die richtige Kamera – neben der Fuji X100 als Nachfolgerin meiner analogen Leica M, um als Träger einer Gleitsichtbrille die klassische Sucher-Fotografie digital ausüben zu können.

 

Nach der Trennung wegen der „weissen Scheiben“ habe ich nun eine Fuji X10 Kamera mit dem neuen Sensor knapp zwei Monate ausführlich getestet und kann heute meine Versöhnung bekanntgeben.

Fuji X10 und Fuji X100, die Spezialisten

Zusammen mit der Fuji X100 ist die Fuji X10 für mich mit Abstand die am meisten und am liebsten genutzte Kamera. Einzige Ausnahme ist der schnelle Schnappschuss aus der Hosentasche und im Regen. Dazu gibt es andere Kameras und nun auch andere Handys.

Beide Kameras sind keine Kameras für alle Fälle sondern für ihre Fälle. Die Fuji X100 hat eine feste Brennweite und einen grossen Chip und ist mir daher so lieb. Die Fuji X10 ist im Bereich 28 bis ca. 112mm angesiedelt. Beide Kameras sind keine Hosentaschenkameras, sind keine Telekameras und keine Handschmeichler. Wer so etwas mag, sollte sich eine andere Kamera zulegen – wenn man es braucht.

Es gäbe viel zu schreiben über das Verhalten von Fuji. Aber ich glaube, dass unter dem Druck der Kunden durch das Internet letztlich die Dinge sich zum Besseren wendeten.

Der Umgang mit Fehlern ist entscheidend

Und wie immer im Leben sind Fehler entscheidend gewesen für die Erfahrungen, die dann zu Verbesserungen führten. Wenn es um technische Produkte geht, lernen Menschen offenbar eher aus Fehlern als bei den grossen sozialen und politischen Fragen. Darüber lohnt es sich auch nachzudenken…

Ebenso wie die Fuji X100 ist die Fuji X10 für mich nun ein echtes Arbeitsinstrument geworden, wenn ich sicher gute Fotos machen will.

In der Praxis bewährt

Ausschlaggebend  für den Artikel heute war das fotografische Porträt eines sehr bekannten deutschen Beraters und Coach, Franz Jochen Schwarz.

Während der Sitzung stellten wir fest, wie störend die Geräusche des Auslösers der digitalen Spiegelreflexkamera waren und ich nahm die Fuji X10.

Die Kamera beflügelte nicht nur das Gespräch sondern wurde auch ein akzpetierter und stiller Begleiter, der geräuschlos richtig gute Fotos machte.

Und als Franz Jochen Schwarz mir auf einem Spaziergang die wunderschöne Landschaft rund um Bingen zeigte, da freute sich auch die Fuji X10 und fing diese schöne Natur ein.

Rochuskapelle mit der Fuji X10 aus RAF entwickelt mit PS als HDR – Foto: Michael Mahlke

So eignet sich Bingen – direkt gegenüber von Rüdesheim – als traumhaftes Ziel für einen kurzen Ausflug.

Der lukullische Geheimtipp

Und jetzt kommt noch ein Geheimtipp, den ich natürlich auch mit der Fuji festgehalten habe. Es gibt ein wunderbares Ess- und Weinlokal in direkter Nähe, das man zu Fuß oder mit dem Auto erreichen kann, das Weinlokal-Bingium.

Foto: Michael Mahlke

Gemütlich sitzen, herrlicher Ausblick, drinnen und draussen, und dabei gut Essen und Trinken. Das haben wir hier angetroffen.

Foto: Michael Mahlke

So trug die Fuji X10 im zweiten Anlauf dazu bei, Freude zu schaffen und neue schöne Dinge zu entdecken.

Nachtrag:

Nun ist mehr als ein Jahr vergangen seit der Artikel geschrieben wurde. Mittlerweile ist schon die X20 auf dem Markt. Aus meiner Sicht zeigt sich nun, dass die Fuji X10 mit dem veränderten Sensor eine besondere Kamera bleiben wird. Denn dieser Sensor ist aus der Praxis heraus digital „geschmiedet“ worden.

Die Kamera wird nicht mehr produziert, der veränderte Sensor ist wohl ein einzigartiges Praxisprodukt in der Kamerageschichte und die Kameras mit diesem Sensor machen erstklassige Fotos. Die X20 macht auch erstklassige Fotos aber wieder anders. So bleibt die X10 ein Fotoapparat, der noch viele Jahre gute Fotos macht und es ist eine digitale Pionierarbeit.

Der Fall der Fuji X10 – oder von der Leica CL zur Fuji X10

Foto: Michael Mahlke

Die Leica CL war meine Lieblingskamera von Leica. Sie hatte für mich die richtige Größe und Griffigkeit und ich habe viele Jahre gehofft, dass es einen digitalen Nachfolger gibt. Mir gefällt die Leica CL immer noch. Aber Leben heisst nun mal Veränderung. Mittlerweile habe ich meine Leica CL in die guten Hände eines Analogfotografen abgegeben und hoffe, dass er ebenso viel Freude damit hat wie ich sie hatte.

Ich habe mit der Fuji X10 nun meinen persönlichen Nachfolger für die Leica CL gefunden nachdem die Probleme am Sensor (WDS) in den neu produzierten Kameras behoben worden sind. Da ich der Fuji X10 zunächst eher kritisch gegenüberstand, habe ich sie aus meiner Sicht auf Herz und Nieren in der Praxis geprüft und möchte nun meine praktischen Erfahrungen hier niederschreiben.

Bildqualität – Kleinbild gegen 2/3 Sensor der Fuji X10

Die Leica CL war eine Kleinbildkamera, so wie alle Filmkameras Kleinbildkameras (= Vollformat digital) waren. Und sie war robust und hatte einen optischen Sucher.  Die Fuji X10 hat einen 2/3 Sensor.

Aber ehrlich gesagt entspricht für mich die digitale Bildqualität  der Qualität der früheren Kleinbildfilme. Und durch die Möglichkeit der digitalen Nachbearbeitung sind für mich mit dieser Kamera problemlos Ausdrucke bis A4 oder A3 möglich. Abgesehen davon bin ich persönlich nicht mehr ein bedingungsloser Verfechter des Vollformates/Kleinbildformat. Mir gefallen Fotos mit APS-C Größe oder MFT ebenso gut und nun ist der 2/3 Sensor gut genug, um das zu leisten, was er soll: beherrschbar gute Fotos zu machen auch bei schlechterem Licht.

Und bei einer kompakteren Kamera ist der 2/3 Sensor eigentlich die Antwort auf die meisten Probleme der 1/2,3 Sensoren. Was die 1/1,7 Sensoren nur teilweise lösten (wie z.B. Probleme der Detailtreue bei höheren ISO), hat zumindest Fuji mit dem EXR-Sensor in meinen Augen gut gelöst, nachdem das Problem der weissen Scheiben durch neue Sensoren gelöst worden ist. Ich erinnere in diesem Zusammenhang noch einmal an den Artikel „Wieviel Pixel braucht der Mensch?“.

Davon abgesehen stört mich persönlich etwas Rauschen nicht. Mich stört viel mehr der Verlust von Details in eher konstrastarmen Bereichen oder Unschärfe in scharf fokussierten Bereichen.

Messsucher gegen optischen Sucher

Der Messsucher der Leica CL  ermöglicht das Scharfstellen innerhalb des Suchers. Das ging mehr oder weniger genau aber es ging meistens ganz gut. Bei der Fuji X10 war ich skeptisch, weil in dem Sucher keine Anzeige ist und die Scharfstellung durch eine kleine LED rechts daneben erfolgt. Ich fokussiere einfach mittig und muss sagen, wenn die kleine LED grün wird, dann werden die Fotos auch scharf. (Aber: die Fuji X10 ist keine X100 mit dem großartigen Sucher. Nur ist die X100 einfach wesentlich größer und nicht so flexibel wie die X10.)

Geschwindigkeit

Mit der Leica CL war Fotografieren so wie man es analog kennt. Am Objektiv vorne fokussieren bis es im Messucher scharf ist (mit dem Schnittbildentferungsmesser), dann fotografieren und danach den Film weiterziehen. Bei der Fuji X10 ist es anders. Ich habe das Gefühl einen enorm schnellen und treffsicheren Autofokus zu haben, also einfach gucken, drücken und schon wieder gucken und drücken. Das Speichern in RAW und JPG geht sehr schnell und im Serienbildmodus natürlich noch schneller.

Foto: Michael Mahlke

 

Handling und Griffigkeit

Wie bei der Leica CL kann man auch bei der Fuji X10 so ziemlich alles von Hand einstellen an den aussen sichtbaren Rädchen. Das geschieht sehr schnell. Bei der Fuji X10 führt das Drehen des Objektives dazu, dass die Kamera eingeschaltet wird und die Kamera bereit ist. Die Fuji X10 ist etwas kleiner als die Leica CL.

Sie liegt gut in meinen Händen. Zudem kann man sie mit beiden Händen auch anfassen – so fotografiere ich am liebsten – und das Gehäuse ist nicht so dick. Bei so gut wie allen anderen digitalen Kameras in dieser Größe war es immer so, dass das Objektiv so weit auf der linken Seite war, dass meine linke Hand als zweite Hand nicht richtig zupacken konnte. Das hat Fuji geändert, so dass auch hier dasselbe Handling möglich ist wie bei meiner Leica CL.

Foto: Michael Mahlke

 

Weitere Vorteile der Fuji

Die Fuji X10 löst bei mir nicht nur die Leica CL aus den bisher genannten Gründen ab sondern hat darüber hinaus noch viele andere Vorteile. Und das hängt einfach mit der digitalen Welt zusammen. Die Fuji X10 hat den Monitor und man kann entweder den Monitor zum Fotografieren nutzen oder man kann direkt nach dem Fotografieren die Bilder anschauen.

Sie hat die eingebauten Filmsimulationen und sie hat den EXR-Sensor. Da reichen dann auch 5 bis 6 Megapixel im EXR-Modus, um in speziellen schlechten Lichtsituationen noch Bilder zu machen, die so mit einem analogen Film kaum möglich gewesen wären.

Darüber hinaus gibt es für mich persönlich noch andere Gründe, um die Fuji X10 als vollwertigen Ersatz für die Leica CL zu sehen.

Der wichtigste Grund ist: es macht mir endlich wieder so viel Spaß zu fotografieren wie ich mit der Leica CL hatte.

Für mich hat das Fotografieren auch viel mit dem Gefühl der Richtungsgebung zu tun, welches ich durch das doppelseitige Anpacken und den Sucher habe. Hinzu kommt, dass ich als Brillenträger mich bisher bei digitalen Kameras ausser bei DSLRs weitgehend vernachlässigt fühlte, weil der Monitor mir bei kritischen Situationen nie das Gefühl gab, sicher zielen und treffen zu können.

Und es hat etwas mit dem – aus meiner Sicht – sehr treffsicheren Autofokus zu tun. Ich habe bisher kaum unscharfe oder falsch fokussierte Fotos mit der Fuji X10 gehabt.

Ich glaube, dass die Fuji X10 eine gute Antwort auf die Anforderungen der klassischen Strassenfotografie des 21. Jahrhunderts ist. Sie ist darüber hinaus auch eine Antwort auf die Frage nach einer kleinen und guten Reportagekamera. Als Familienkamera würde ich sie nicht unbedingt nutzen.

Und sie vermittelt in einer aus den Fugen geratenen Welt den Eindruck, dass nicht alles, was früher gut war, heute automatisch schlecht ist, sondern dass das wirklich Gute eben nicht nur neu sondern auch gut ist und dabei das Bewährte sinnvoll um das Neue erweitert wird.

Konrad Lorenz schildert – wenn ich mich richtig erinnere –  in seinem Buch „Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit“ wie schwer es ihm fiel, etwas Altes abzugeben, weil es ein Stück von ihm selbst wurde und wie lange es gedauert hat, bis etwas Neues den Platz einnehmen konnte.

So war auch bei mir die Suche nach einer neuen Kamera lange Zeit nicht zufriedenstellend. Abgesehen davon spielt – zumindest bei mir – auch Geld eine Rolle, denn eine teure Kamera, die so teuer  und evtl. persönlich wertvoll ist, dass sie gehütet wird wie ein Schatz, wäre für mich emotional und finanziell inakzeptabel.

Eine Kamera ist ja kein Liebesersatz sondern ein fotografisches Instrument. Und auch da zeigt Fuji mit der X10, dass eine gute Kamera für den fotografischen Alltag (wie ich ihn verstehe) zu einem akzeptablen Preis auf den Markt kommen kann.

In diesem Sinne „Tschüss Leica“ und „Hallo Fuji“!

Nachtrag am 22.07.2012:

Ich habe die erste Kamera, die auf den Fotos zu sehen ist, zurückgegeben und mir einige Monate später eine neue Fuji X10 mit einem fehlerbereinigten Sensor gekauft. Das Ergebnis ist nun überzeugend für mich. Sie finden es hier. Aber die Kommunikation der Firma Fuji mit ihren Kunden beim Problem der WDS, die ich erlebt habe, hat mich sehr enttäuscht.

Zudem bin ich fest davon überzeugt, dass es nur der weltweiten Nutzung von Social Media über Monate zu verdanken ist, dass dieses Problem überhaupt gelöst wurde.

Ich traue jetzt der Kamera, weil sie einigermassen ausgereift erscheint. Aber insgesamt bin ich nach den Erfahrungen mit Fuji sehr zurückhaltend geworden und werde mir zukünftig erst Kameras kaufen, wenn sie mindestens ein Jahr auf dem Markt sind.

Text Version 1.4

Die Fuji X10 in der Praxis

Die neue Fuji X10 liegt gut in der Hand. Sie ist für mich angenehm schwer und fühlt sich stabil an. Es ist eine Kamera, die man nur mit zwei Händen bedienen kann. Mann muss den Zoomring mit der linken Hand drehen und man muss mit der rechten Hand die Kamera halten. Am Zoomring wird die Kamera auch an- und abgeschaltet. Wer gerne mit einem eingebauten Zoommotor arbeitet, dem wird die Fuji nicht gefallen. Umgekehrt ist das Drehen mit der Hand schneller als ein motorisierter Zoomring.

In Wuppertal und Remscheid


Ich habe die Kamera in der Innenstadt von Wuppertal Elberfeld getestet und später noch in Remscheid. Da das Wetter immer feuchter, kälter und trüber wurde, konnte ich mit der Kamera unter sehr schlechten Bedingungen Erfahrungen sammeln.

Weil es sich hier um einen Erfahrungsbericht handelt und nicht um einen Kameratest, habe ich die Kamera entweder im Modus P oder im EXR-Modus ihren Dienst verrichten lassen. So fotografiere ich normalerweise im Rahmen von Streetphotography.

Die Fuji X10 ist ebenso umfänglich wie andere moderne Hochleistungskameras (z.B. die Canon G11/G12, die Panasonic LX3/LX5 oder die Nikon D7000/D7100). Sie hat viele Einstellungsmöglichkeiten.

Aber das wird sicherlich noch an vielen Stellen ausführlich dargestellt werden. Es ist keine X100. Sie erinnert mich etwas an meine alte Leica CL und weil ich damit gerne fotografiert habe, fühle ich mich auch etwas zu der Fuji X10 hingezogen.

Der Sucher

Da ich Brillenträger bin, war für mich der Sucher von besonderem Interesse. Er ist größer als andere kleine Sucher. Das ist positiv.

Wenn man scharfstellt, dann ertönt ein Ton und rechts leuchtet eine grüne LED. Wenn sie blinkt, dann ist zwar auch irgendwie scharfgestellt, aber das bedeutet Verwacklungsgefahr oder andere Gefahren. Solange sie orange ist, klappt es nicht. Das Prinzip mit einer oder zwei LEDs bzw. Lampen kennen wir schon von vielen anderen Digitalkameras mit kleinem optischen Sucher.

Wie soll man das bewerten? Es kommt darauf an. Wenn ich den optischen Sucher mit dem Sucher der X100 vergleiche, dann ist er wesentlich schlechter, wenn ich den Sucher mit dem optischen Sucher anderer Kompaktkameras vergleiche, dann ist er größer und eventuell dadurch besser.

Die Bildqualität der Fuji X10, die ich benutze, sieht man an den folgenden Fotos. Es kommt auch dabei auf die Ansprüche an. Die Fuji X10 hat einen etwas größeren Sensor, einen sogenannten 2/3 Sensor. Also nicht 1/2,3 Zoll sondern 2/3 Zoll. Diese Sensoren gab es früher schon, bekannt war die Nikon Coolpix P8400. Da heute auch kleine Sensoren bei ISO 100 – 200 fast so gut sind wie Vollformatsensoren (bezogen auf Internet- und Monitorbilder), ist es eine Frage, was man an Sensor braucht, um glücklich zu werden. Mehr Infos git es im Handbuch. Das finden Sie hier.

Wie klappt es bei schlechtem Licht?

Eine andere Frage ist das Verhalten einer Kamera bei schlechtem Licht. Ich habe den Eindruck, dass die Fuji X10 schnell fokussiert. Und dann kommt eben der Praxiseinsatz. Das Licht heute war genau so wie es eine gute Kamera bewältigen muss, wenn sie nicht eine reine Schönwetterkamera sein soll. Und Schönwetterkameras gibt es schon genug. Daher ist die Gretchenfrage ganz einfach, wie klappt es bei schlechtem Licht?

Wenn Sie auf ein Foto klicken, landen Sie bei flickr und können sich das Original anschauen. Sie erkennen an den EXIF-Infos (Menüpunkt Aktionen auf flickr) um welche Einstellung es sich handelt. Ich habe in den Modi P und EXR fotografiert und hatte EXR auf Auto stehen, so dass die Kamera selbständig zwischen 12 und 6 MP und ISO wechselte.

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Ein Blick Richtung von-der-Heydt Museum

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Am Markt in Elberfeld

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hier geht es Richtung C&A

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wenig los in der Innenstadt, dafür saukalt

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und hier ein Blick auf das bekannte Telefon am Markt

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ein Blick in einen Blumenladen

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eine Szene mit Ampel und Werbesäule

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und hier kann man die Feinheiten der Haare untersuchen

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in Remscheid war es dann schon dunkler, kälter und nebliger

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ein Blick auf das Teo-Otto-Theater

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hier ist die Bushaltestelle

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noch ein Blick zum Allee-Center

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hier wurde der Nebel noch stärker

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hier habe ich auf das ewr-Plakat scharfgestellt und in dem Moment kam ein Bus und ein Mann trat ins Bild

Man muß die Einstellungen an der Kamera ausprobieren. Ich habe einige Fotos herausgesucht, die einen Eindruck von den digitalen Möglichkeiten und Grenzen vermitteln können. Auf jeden Fall ist die Fuji X10 einen Blick wert, wenn man mit dieser Bildqualität zufrieden ist.

Abschließend noch einmal der Blick auf den Markt:

Fuji X10

hier mit der Fuji X10

Fuji X10

und hier mit der Fuji F200EXR…

Nachtrag 19.02.2012:

Die Kamera ist schön, sie hat nur einen Schönheitsfehler, der bei mir erst später eintrat, die weissen Scheiben (WDS). Dadurch ist die Kamera bei schwierigem Licht für mich unberechenbar. Das hat Fuji bis heute (19.02.2012) nicht lösen können.  Ich habe die Kamera zurückgegeben.

Nachtrag: Und am 13.07.2012 habe ich mich wieder mit der Kamera versöhnt, nachdem ein veränderter Sensor in den neuen Modellen eingebaut worden ist.

Die Fuji X10 im Test oder wie Spiegel.de manche digitalen Fotomagazine alt aussehen ließ – eine Spekulation?

Grastest auf der Weide, Absprache der Testerinnen Foto: Michael Mahlke

Informationsoligopole


Manchmal gibt es ja auch was zu lachen. Deshalb schreibe ich nun eine Geschichte, von der ich glaube, dass sie so passiert ist. Aber ich weiß es nicht, ich spekuliere nur. Allerdings ist manches augenfällig.

Der Markt für Internetinformationen über neue Kameras scheint weltweit ziemlich aufgeteilt. Da gibt es eine sehr bekannte englischsprachige Seite, die für ihre technischen Kameratests bekannt ist und langsam zu versuchen scheint, auch Dinge anzubieten, die eher woanders angesiedelt sind.

Dann gibt es eine Seite mit Gerüchten aus der Fotografie, die so ziemlich einmalig immer wieder Infos über neue Kameras veröffentlicht, wenn alle Vorab-Testmagazine noch den Mund halten.

Und es gibt u.a. eine Reihe von Magazinen, die aus meiner Sicht mit Pseudo-Artikeln, die testend wirken sollen und nichts ausser Werbung zu sein scheinen, neben den Anzeigen der Kamerahersteller dann ihre  Ankündigungen publizieren.

Darüber hinaus gibt es ein paar Testseiten, die ich für sehr seriös halte.

Digitale Unberechenbarkeit

So, und nun hat ausgerechnet spiegel.de, sozusagen als erster in Deutschland, vielleicht sogar weltweit, einen Test der Digitalkamera Fuji X10 publiziert, den ich ja schon erwähnt habe.

Ich weiß nicht, wie der Spiegel an die Kamera gekommen ist, aber er hat auf jeden Fall alle Absprachen auf Marketingseiten bzw. Internetseiten quasi weltweit ausgehebelt, so meine Vermutung. Das ist die neue digitale Unberechenbarkeit.

Es scheint ja so zu sein, dass die meisten Kameras, die als marketingmässige Hauptprodukte angesehen werden, erst einmal monatelang überall digital beschrieben werden, ohne dass man sie testen oder kaufen kann.

Da gibt es dann diese Magazine, die sehr oft die Kameras in den höchsten Tönen loben, so dass man selbst nur glauben kann, was man liest.

Glauben heisst ja bekanntlich etwas nicht zu wissen. Und die Erfahrung lehrt, dass einiges nicht stimmt.

So werden Meinungen in die Köpfe reingesetzt, die eigentlich erst durch das eigene Testen im Kopf entstehen sollten.

Und jetzt erhält die Fuji bei spiegel.de eine nicht gerade schmeichelnde Einschätzung, so dass ein mögliches geplantes mediales Konzept mit anderen Beteiligten ziemlich alt aussieht.

Spiegel.de hat es – so meine Vermutung – unbewusst durchkreuzt, weil er an die Kamera einfach früher drangekommen ist. Etwas Ähnliches habe ich mehrfach in Österreich erlebt. Dort waren schon Kameras und Objektive auf dem Markt, die in Deutschland erst zwei Monate später zu erhalten waren.

Suggestivkultur

Ich schreibe diese Vermutungen hier einmal auf, weil ich mich in der Vergangenheit zu oft über die durch suggerierende Bemerkungen kauffördernden Artikel, die eine Art Vorweg-Teil-Test suggerieren sollen, geärgert habe.

Bei englischsprachigen Webseiten spricht man beim ersten Besprechen von Kameras von einem „Hands-on preview“ (welcher dann aber in der Rubrik „Test“ steht). Andere im deutschen Sprachraum sprechen von einem „Kompakttest“ wieder andere einfach von „Tests“. Ich glaube, jeder der Beteiligten weiß genau, was er tut.

Da dies aber alles unbestimmte und global sowieso unbestimmte Begriffe sind, kann man hinter diesen Begriffen eigentlich machen, was man will.

Nun gut, Marketing und Manipulation sind vielfach zusammen anzutreffen. Und der Weg von der Presse zur PR endet manchmal im Kreisverkehr.

Mittlerweile gibt es mehr Tests und Artikel als den bei spiegel.de. Besonders empfehlenswert ist dieser.

Wie auch immer, ich wollte diesen Artikel, der nur meine persönlichen Ansichten wiedergibt, einfach einmal zur Diskussion stellen und ich glaube, dass Schweigen Zustimmung ist.

Text 1.1

Der Sucher der Fuji X10 zwischen Marketing und Langzeittest

Ich war schon überrascht, unter der Überschrift „Gernegroß-Kamera mit Retro-Chic“ folgendes zu lesen: „Der optische Sucher der X10 hilft bei der Bildkomposition, wenn das Kameradisplay zum Beispiel im gleißenden Sonnenlicht schlecht zu erkennen ist. Allerdings hilft das Sucherbild eben nur bei der ungefähren Komposition. Im Sucher ist nicht zu erkennen, welche Bildbereiche fokussiert sind, welche Werte für Blendenöffnung, Belichtungszeit und ISO-Empfindlichkeit gewählt wurden und ob diese Kombination bei den aktuellen Lichtverhältnissen eine ausreichend belichtete Aufnahme produziert.“

So schlecht hatte ich mir den Sucher nicht vorgestellt. Da ist ja im Prinzip dasselbe wie die Einfachsucher bei den kleinen digitalen Kompaktkameras. Leider ist die Kamera ja noch gar nicht auf dem Markt, so dass der Spiegel sicherlich eine spezielle Quelle hatte, um die Kamera zu testen.

Aus der Werbeseite von Fuji selbst geht dies leider so nicht hervor. Damit ist die Hoffnung, eine echte Sucherkamera zu bekommen, geplatzt und der Unterschied beim Sucher zwischen Canon A1200, G12 oder Nikon P7000 und der Fuji X10 nur rein in der Größe und im Blickfeld zu finden.

Der Sucher scheint noch nicht einmal einen Markierungspunkt in der Mitte zu haben und man sieht das Objektiv.

In einem anderen Test sagt der Autor unumwunden, dass er bei der X100 lieber den Sucher benutzt und bei der X10 lieber das Display (!), weil der Sucher der X10 nur über eine grüne und eine orange LED Auskunft über Autofokus etc. gibt.

Nach einer anderen Auskunft gibt es sogar nur einen Ton, der den Autofokus an“zeigt“ und die Kamera hat eine extrem langsame Schreibgeschwindigkeit. – Puuuh!

Die Fuji-Guys haben informiert, dass es nur eine LED gibt, die blinkt, wenn der Fokus nicht stimmt.

Wenn Fuji echt nur den Einfachstsucher vieler Kamerahersteller der Vergangenheit vergrößert hat, dann ist meine Hoffnung bei der X100 steckengeblieben. Abgesehen davon verstehe ich nicht, wieso nicht wenigstens ein Weitwinkel von 24mm die Anfangsbrennweite ist. So hat die Kamera schon zwei Stolpersteine, bevor sie ins Rennen geschickt wird.

Aber man kann es auch gelassener sehen.

So argumentiert ein User hunz auf dpreview, dass der Sensor sowieso so klein ist, dass eigentlich immer alles scharf abgebildet wird, egal worauf man scharfstellt. Immerhin hätte der 2/3 Sensor nur 24 % der Fläche eines MFT-Sensors, nur 15,5 % der Fläche eines APS-C Sensors und nur 6,7 % der Fläche eines Vollformat-Kleinbildsensors.

Ich paraphrasiere den User hunz deshalb, weil er dort noch etwas sehr Interessantes zum Thema Strassenfotografie geschrieben hat: „Doing street with either the high-end Nikon Coolpix 5000 or 8400 worked just fine by setting it on Continuous, so it would shoot whether it thought it was in focus or not. Even at close street distances, it was never an issue and no out-of-focus images resulted.“

Auf Deutsch hat er mit der Nikon P5000 und der Nikon P8400 Strassenfotografie praktiziert und dabei einfach den Autofokus auf Continuos/dauerhaft gestellt. So sind eigentlich immer Bilder zustandegekommen, die scharf waren. (Wenn ich mir vorstelle, dass ich vor 4 Jahren ebenfalls genau diese Kameras genutzt habe, dann ist es schon interessant, was man aktuell dazu findet. Abgesehen davon sind die Kameras immer noch top… !)

Mittlerweile gibt es ganz viele Tests und einige User schreiben auch über Staub im Sucher (?). Bemerkenswerterweise ist die Kamera in Deutschland auch Anfang November 2011 nicht erhältlich, dafür gibt es aber schon ein Firmware-Update. So ist das eben im digitalen Leben…

Zuguterletzt noch ein Hinweis auf die zwarte kat im rangefinderforum. (der Beitrag ist hier mit google übersetzt). Der User zwarte kat hat sie nicht gekauft, aus denselben hier diskutierten Gründen.

Und auch bei Cnet hat man die Kamera einem „Vorab-Test“ (was ist das?) unterzogen. Dort heisst es: „Die Fujifilm X10 verfügt über ein weiteres Feature, dass man bei aktuellen Kompaktkameras eher selten sieht: einen optischen Sucher. Das kleine Guckloch verfügt über eine Linsenkonstruktion, so dass der Sucher die Brennweitenveränderung mitmacht. Im Vergleich zur Konkurrenz aus Canon G12 und Nikon P7100 ist das Guckloch etwas größer. An den raffinierten Hybrid-Sucher der X100 kommt es allerdings nicht heran. Außerdem werden hier keine Informationen zu Blende, Belichtungszeit & Co. dargestellt. Im Weitwinkel ist außerdem das Objektiv leicht im Sucher zu sehen.“

Damit ist die Kamera eine Konkurrenz zur Nikon P7000/7100 und der G11/G12, aber nicht mehr eine Klasse für sich. Und dann – glaube ich – wird es schwer für Fuji.

Abgesehen davon ist es schon bezeichnend, dass man die Kamera selbst nicht erhält (5.11.2011) sondern auf Informationen angewiesen ist, die sehr oft aus Quellen kommen, bei denen die Hersteller auch werben.

Dieser Artikel ist ein kompletter Second-Hand-Artikel. Es kam mir darauf an zu zeigen, wie wir gezielt mit Informationen versorgt werden, die wir nicht nachprüfen können. Damit entsteht eine Meinung im Kopf ohne dass diese geprüft werden konnte.

Und da Journalismus mittlerweile weltweit gesehen werden muß und dort manchmal eingehaltene deutsche Standards sehr relativ sind und oft mit Werbung gleichgesetzt werden, ist das Ganze sehr nüchtern zu sehen.

Bis hierhin ist also alles Gerücht und auch in meinen Kopf ist alles second Hand.

Bis hierhin.

Ab hier konnte ich die Kamera selbst nutzen. Den Bericht finden Sie hier.

Nachtrag 2015:

Dieser Artikel ist von 2011. Man sieht hier sehr schön, wie sich Informationen entwickeln, wie sie im Netz gestreut werden und wie man selbst versucht, diese zu interpretieren.

Ich arbeite nun schon einige Jahre mit der Kamera und ich finde sie rückblickend wunderbar mit dem neuen Sensor und mit dem Sucher: groß, einfach, pur, gut…

Hinzu kommt, daß die Fuji X10 wahrscheinlich die einzige Kamera ist, deren Sensor verändert wurde während der Laufzeit des Modells. Das wußte 2011 auch noch niemand.

Ich bin von dieser Kamera ebenso überzeugt wie von ihrer großen Schwester, der X100. Aber weil ich keinen anderen Artikel kenne, der so die Zusammenhänge von PR, Vorabinformationen und realer Bewertung darstellt, habe ich ihn online gelassen. Denn er ist ein einzigartiges Studienobjekt – auch für mich.

Text 1.5

Fuji und die X10 – wird Fujifilm zum Hoffnungsträger für echte Innovationen?

Mit der Fuji X10 wird Fujifilm seine Innovationskraft wohl endgültig unter Beweis gestellt haben.

Endlich wieder Innovationen

Während die meisten anderen Kamerahersteller mit eher winzigen Detailveränderungen immer neue Lifestyle-Kameras auf den Markt werfen, wird Fuji offenkundig immer innovativer und kreativer.

Nach der Fuji X100 jetzt die Fuji X10. Wenn sich dies so entwickelt, dann kann Fotografieren wieder richtig Spass machen.

Fuji hat verstanden

Es scheint so wie beim Iphone 4. Auch da verweisen einige darauf, dass man damit nur eingeschränkt telefonieren kann.

Ähnlich beim Fotografieren: Immer mehr Kameras, die man kaum noch richtig halten konnte, ohne Griff und mit Knöpfen oder Buttons, deren haptisch richtige Bedienung zur Glückssache wurde.

Fuji hat verstanden: viele, die eine Kamera kaufen, wollen damit einfach gut fotografieren können unter Berücksichtigung der körperlichen Beschaffenheit des Menschen, also Sucher, gute Haptik, schnelles Speichern und gute Optik. Und dies alles zu akzeptablen und fairen Preisen.

7 auf einen Streich

So wären es sieben gute Gründe auf einen Streich:

  • Gute Schnappschussfähigkeit,
  • schnelles Speichern von RAW,
  • wirklich benutzbarer optischer Sucher,
  • stabile Ausführung,
  • guter Sensor,
  • gute Haptik und
  • faire Preise

So kehrt man nach dem Design zum echten Fotografieren zurück.

Das Video

Auf der IFA sieht man die Fuji X10 schon live:

Hier nun ein aktuelles Promo-Video zur Fuji X10 zum Anschauen:

Ricoh

Bei Ricoh-Kameras gefällt mir, dass ich sie nur mit einer Hand bedienen kann. Dies hat die Fuji X10 leider nicht. Aber ansonsten scheint sie sehr attraktiv – ich hoffe auch für Strassenfotografie.

Nach dem Anschauen der Videos ist meine Begeisterung für diese Kamera noch gewachsen.

Viele werden Sie wahrscheinlich mit der Canon Powershot G11/12 oder der Nikon P7000/7100 vergleichen, so dass sich eine Kaufentscheidung auch am Preis orientieren wird.

Ich wünsche Fuji viel Glück auf diesem Weg.

Samsung

Nun möchte ich abschließend noch kurz einen Aspekt bei Systemkameras anschneiden, weil es in diesem Artikel um die Identifizierung echter Innovationen geht.

Die Firma Samsung hatte schon Anfang 2009 eine offenbar fertige Designstudie einer total schicken MFT-Systemkamera mit eingebautem Sucher. Da waren auch die Knöpfe an der richtigen Stelle.

Die wäre bestimmt auch ein Knaller geworden, wenn das Zusammenspiel der fotografischen Komponenten gestimmt hätte. Zumindest für mich wäre es eine Ergänzung zur X100 gewesen und zu allen anderen bisherigen Systemkameras sowieso.

Wieso diese nicht realisiert wurde, wird wohl ein Rätsel bleiben.

Die Fuji X10 – in der Nachfolge der Fuji X100?

Fuji scheint sehr aktiv im Markt für spezielle Digitalkameras zu werden. Laut Photorumors.com plant Fuji drei neue Kameras. Eine davon soll eine Fuji X10 sein, die je nach Markt auch Fuji X50 heissen soll. Ein 2/3 Sensor, 4fach Zoom und F 2.0 sollen diese Kamera auszeichnen. Mittlerweile gibt es Fotos im Netz.

Wenn das stimmt, dann konnte man so ein ähnliches Model schon kaufen (natürlich mit der nicht schlechten Technik von 2005): die Nikon Coolpix 8400.

Ich habe diese Kamera bis heute und kann nicht klagen.
Sie hat sogar einen dreh- und schwenkbaren Monitor. Vielleicht muß man sogar eine gedankliche Kette bilden von der Modellreihe der Nikon Coolpix P8400 über die Canon Powershot G11/G12 bis zur neuen Fuji X10/X50.

Sollten diese Andeutungen von Photorumors wahr werden, dann würde man sich bei der neuen Fuji natürlich einen guten Sucher wünschen wie bei der Fuji X100, schnelle Speicherung von RAW-Aufnahmen, ein abstellbares Auslösegeräusch und einen guten EXR-Sensor.

Ein ähnlicher Sucher wie bei der Fuji X100 mit einem guten EXR-Sensor gekoppelt wären die absoluten Alleinstellungsmerkmale gegenüber den Mitbewerbern. Selbst wenn der Sucher etwas kleiner wäre, so wäre er in meinen Augen doch um Klassen besser als die bisherigen Sucher vergleichbarer Modelle.

Mal sehen, was sonst noch passiert. Das wird alles sehr spannend und verspricht einen interessanten Herbst 2011.