Tag Archive for Fotografieren

Fotografieren im Museum zwischen Dallas und Düsseldorf

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Vor ein paar Jahren war es noch erlaubt in Museen zu fotografieren. Wenn ich eine Fotoausstellung besuchte sagte man mir, ich darf nicht das einzelne Foto eins zu eins fotografieren aber die Ausstellung insgesamt schon.

Dann erlebte ich zunehmend, dass es wegen des Hausrechtes und wegen der Rechte der Eigentümer strikt verboten wurde, zu fotografieren. Einige Mussen wollten auch bei Fotos über die Hängung bestimmen und nur ihre eigenen Fotos von ihren Räumen zeigen.

So wurde die Fotografie verbannt.

Auf der Photokina 2012 zeigte dann Leica eine Fotoausstellung mit Bildern von Mccurry, Gurski und anderen.

Dort stand die ganze Welt und fotografierte die meisten Fotos 1:1 ab. Einige der Fotos fanden sich dann auf diversen Blogs wieder.

Daraufhin schrieb ich Leica an und fragte nach, wie es denn mit den Bildrechten aussehen würde. Ich bekam nie eine Antwort.

Das Ganze ist aber deshalb so interessant, weil Urheberrecht und Copyright weltweit verschieden gesehen werden.

Und wenn verschiedene Menschen und Rechtssysteme aufeinandertreffen, dann ist es nicht immer einfach, genau zu regeln, wer wo Recht hat.

Wenn der asiatische Besucher in Köln ein Foto macht und dieses Foto in Asien bloggt und dabei deutsches Urheberrecht verletzt, spielt das überhaupt noch eine Rolle?

Nun gibt es eine neue Diskussion – aber außerhalb von Deutschland.

In der New York Times hat Deborah Solomon darauf hingewiesen, dass das Dallas Museum of Art einen anderen Weg geht.

Da immer mehr Menschen mit Smartphones leben und in Museen auch damit fotografieren, um diese Fotos später zu sehen und zu posten, hat man im Dallas Museum of Art mit den Ausstellern versucht, die Fotografieerlaubnis zu integrieren.

Aus Sicht von Frau Solomon ist dies richtig, weil die Welt sich verändert hat und Fotos keine Kunstwerke zerstören.

Ob sich dies in Deutschland aber umsetzen läßt wird interessant sein zu beobachten.

Vielleicht gibt es in Deutschland vorher eine Art Gema für „Kunstwerke“.

Genau wie man Musik vervielfältigen kann und nutzt, muß man dann für das Vervielfältigen durch Abfotografieren bezahlen und bloggen kostet extra.

Denn es ist real egal und technisch identisch, ob ich Musik oder Fotos kopiere. Da das Internet durch den Datendownload ja immer „kopiert“ müßte eigentlich alles ununterbrochen bezahlt werden. Das wäre zwar der Tod des Internets aber es wird nur eine Frage der Zeit sein bis das angepackt wird.

Wetten, daß so ein Vorschlag in Deutschland schon in einer Schublade liegt und nur darauf wartet, Luft zu schnappen?

Aber bevor ich hier die Satire weiter verfolge möchte ich das Ganze noch einmal ganz konkret machen.

Im NRW-Forum wird gerade eine Ausstellung gezeigt „Foto von A-Z“.

Bildschirmfoto 2013-10-03 um 08.51.30

Dazu ist beim WDR eine Bilderstrecke publiziert worden, die einige Fragen offenläßt.

Denn nur weil es sich um ein öffentlich-rechtliches Medium handelt sind ja die Urheberrechte der jeweiligen Fotografinnen und Fotografen nicht außer kraft gesetzt.

  • So wäre zu fragen, ob die abfotografierten und beim WDR publizierten Künstler/Rechteinhaber alle ihre Veröffentlichungsrechte dafür abgegeben haben. Diese Rechte müßte ja das NRW-Forum haben und dann an den WDR weitergegeben haben. Der WDR selbst legt viel Wert darauf, die Bildrechte an den Aufnahmen zu besitzen und schreibt: Bildrechte: WDR/Phillip J. Bösel.
  • Darüber hinaus wäre zu fragen, ob diese Fotos auch von einem Blogger hätten gemacht werden dürfen und ob dieser Blogger dieselben Rechte erhalten hätte wie der WDR (Thema Journalismus).
  • Wie man dem obigen Foto entnehmen kann enthält die Hausordnung im NRW-Forum einen klaren Passus: „Das Fotografieren der Ausstellungsobjekte ist nicht gestattet.“ Gehen Sie doch mal hinein und fotografieren sie als Blogger und fragen sie um Veröffentlichungserlaubnis im Netz. Darf der WDR mehr als andere journalistische Medien?

Ein sehr bemerkenswerter Vorgang.

 

Fotografieren das ganze Jahr

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Tom Ang ist seit Jahren als Fotograf, Publizist und Dozent unterwegs.

„Tom Angs neuer Fotoratgeber“ ist ein Gemeinschaftswerk: „Mit diesem Buch wollen wir zeigen, dass jede Jahreszeit viele interessante Überraschungen für den Fotografen bereithält…. Vergessen Sie nie, dass Sie an jedem einzelnen Tag des Jahres erfolgreich fotografieren können.“

Diese Gedanken aus der Einführung von Tom Ang sind sehr schön und begleiten offenkundig das gesamte Buch.

Tom Ang hat mit seinem Team gegliedert nach dem Jahreslauf jeweils auf einer Doppelseite ein bestimmtes Thema vorgestellt und anhand eines Hauptmotivs detailliert erläutert.

Dazu wurden viele gute Fotos von vielen verschiedenen Fotografinnen und Fotografen genutzt, die ihre Fotos über Bildagenturen vertreiben. Es gibt auch ein paar Fotos von Tom Ang selbst in dem Buch.

„Dank der erstklassigen Bildrecherche des gesamten Teams gibt das Buch einen inspirierenden Überblick über die aktuelle Fotografie.“

So steht es in dem Buch und das stimmt.

Die Zuordnung nach jahreszeitlichen Themen und Zusammenhängen macht aus dem Buch auch eine gute Sammlung immerwährender Anregungen und zeigt die unendliche Vielfalt von fotografischen Stilen und Möglichkeiten.

Die Angaben zu den Fotografinnen und Fotografen finden Sie hier.

Hinzu kommen zu jedem Foto Angaben wie „Landschaft oder Zeitautomatik bei Blende 4. Gemäßigter Telebereich.“

Aber wo fängt der Telebereich an und welche Kamera bzw. Sensorgröße wurde genutzt?

Wahrscheinlich sollen die eher ungenauen Angaben nicht die fotografische Freiheit hemmen.

Allerdings wissen wir, daß abhängig vom Sensor F2 auch F8 sein kann.

Es ist ein Buch, das zum Experimentieren auf digitaler Grundlage einlädt und da hat es viel zu bieten.

Wer viele Fotografinnen und Fotografen kennenlernen will und Anregungen für die eigene Fotopraxis zu jeder Jahreszeit sucht, der hat hier genau das gefunden, was er/sie gesucht hat.

Das Buch ist bei Dorling Kindersley erschienen.

Tom Ang

Fotografieren das ganze Jahr

Perfekte Bilder bei jedem Licht und Wetter

ISBN 978-3-8310-2390-5

Tattoos fotografieren

Die nackte Haut ist ein guter Platz für viele Dinge. In der Fotografie reicht sie oft nicht mehr, weil es zu viele Fotos mit nackter Haut gibt. Aber es gibt ja das Tätowieren und die Tattoos.

  • Wie gehen Menschen mit ihrem Körper um?
  • Welche Bedeutung haben heute Tattoos?
  • Wie werden Erinnerungen und Aussagen festgehalten, die man/frau immer mit sich herumtragen wollen?

Dafür gibt es natürlich nichts dauerhafteres im eigenen Leben als die eigene Haut.

Bei ntv.de gibt es darüber eine exzellente Fotoshow, die sich wirklich lohnt.

Man erhält als Nicht-Tattooler Einblicke in eine Welt voller Bilder, Aussagen und bekommt Eindrücke von Menschen, die man so nackt und so bunt sonst nie sehen würde.

 

Fotografieren nach dem Weltuntergang

Fotografieren nach dem Weltuntergang – Foto: Michael Mahlke

Wenn man mit dem Weltuntergang nicht den Planeten Erde meint sondern die Welt der Menschen oder besser „Die Welt von gestern“ in Anlehnung an Stefan Zweig, dann ist es so, dass unsere Welt von gestern untergegangen ist. Einige Anzeichen aus meiner Sicht sind:

  • Die alte Weltordnung mit einem Satellitengürtel voller Diktatoren im Sinne des Westens in Afrika ist zu Ende gegangen. Ob daraus Religionskriege entstehen oder sich demokratische Strukturen entwickeln und wie lange dies halten wird, ist noch völlig offen.
  • Die europäische Idee ist als Geldfrage in bisheriger Form gescheitert, nicht als Europa der Vaterländer. Die Menschen in Griechenland, Portugal, Irland, Spanien und Italien merken schon die neue Wahrheit: die Goldman-Sachs-Welt ist überall eingezogen und wird die Geldströme Europas beherrschen. Menschen wie Draghi und Monti kamen oder kommen ja von dort und sitzen jetzt an den Geldhebeln.
  • Die nationalen Parlamente geben ihre Souveränität ab
  • Die Sozialstaaten als die eigentlichen Errungenschaften der parlamentarischen Demokratie im 20. Jhrdt. werden mit völlig asozial-liberalen Argumenten weggeschnitten und abgeschafft. Dabei sind Freiheit und Demokratie untrennbar mit dem Sozialstaat verbunden, weil die soziale Absicherung die Grundlage des demokratischen Handelns ist.
  • Die Umweltprobleme sind alle nicht gelöst, alle internationalen Konferenzen sind gescheitert.
  • Es gibt immer mehr bildungsferne Menschen in den europäischen Kernländern und
  • es gibt immer mehr Ungerechtigkeit in den stabilen Demokratien, die bisher ein Gegengewicht zu den Diktaturen waren. Das zersetzt die Demokratie und fördert Diktatur und Kriminalität.
  • Statt regionaler Strukturen werden zentrale Strukturen aufgebaut bei der „Energiewende“, in der Landwirtschaft, in den Regionen Europas etc.
  • Sie sprechen von „Markt“ und meinen damit Monopolisierung in Form von Oligopolen,  sie sprechen von „Fortschritt“ und meinen damit die Zerstörung des Sozialstaates und
  • Private und die GEZ-Medien schauen fast nie dahinter und verifizieren die Begriffe sondern plappern einfach nach.

Man könnte noch mehr schreiben.

Die wirklichen Ursachen und Zusammenhänge sind zwar klar, aber die meisten Politiker in den meisten Ländern werden dies alles nicht sehen – wollen.

Da stößt Weitsicht immer an die Mauer der eigenen Interessen und der eigenen Sterblichkeit.

Ja, eine Welt ist untergegangen. Es war die Welt unserer Zivilisation und Kultur, so wie wir sie kannten.

Eine neue Welt ist nun da und greift immer mehr um sich. Das geht alles nicht über Nacht aber innerhalb absehbarer Zeiträume.

Man erkennt zwar z.B. die Macht der weltweit agierenden Konzerne: Goldman Sachs fürs Geld, Google für die Kommunikation, Facebook für die persönlichen Lebensbereiche und noch einige mehr – aber man will sie nicht wahrhaben.

So gibt es in der neuen Welt, die gerade kommt, viel zu fotografieren und zu dokumentieren.

Aber ob es davon dann viel zu sehen gibt ist eine andere Frage. Denn es ist ein Prozess, der die bisherige Welt zerstört ohne eine wirkliche Perspektive über den Tag hinaus anzubieten.

So werden die Menschen sich auf die Religion und die Tradition zurückbesinnen, die Halt geben in unübersichtlichen Zeiten. Sie werden Massenmedien erliegen, die ablenken von dem, was passiert und hinlenken zu dem, was geschehen soll. Und sie werden Wünsche in sich bemerken, die man eigentlich nicht haben wollte bis man sie in ihnen erzeugt hat.

Denn der Trick in der sozialen Welt besteht darin, dass der Mensch sich als soziales Wesen meistens an den anderen messen will. Das ist dann das Mass für Gut und Böse und für Status und Stelle.

So ist das Ende der Welt nicht das Ende der Menschheit.

Es ist der Beginn einer Zeit danach, so wie nach dem Ende des Römischen Reiches auch eine neue Zeit begonnen hat.

Der liebe Gott, Allah und welchen Namen er auch immer hat, er hat uns nicht den Gefallen getan, uns durch einen grossen Bumm zu erlösen.

Er hat uns die Aufgabe gegeben, uns selbst um uns zu kümmern und er hat uns auch die Regeln dafür an die Hand gegeben:

  • Toleranz der Religionen,
  • Maß halten statt Gier,
  • Achtung des Mitmenschen,
  • Demokratie statt Diktatur
  • und vieles mehr.

Und wir können dies nun alles fotografieren.

Viel Erfolg dabei und alles Gute!

Achtung Brillenträger! 400 Euro sind genug – gute Sucherkameras zum Schnäppchenpreis

Als Brillenträger sind für mich immer noch Sucherkameras erste Wahl. Daher sind Schnäppchen, also zeitlich begrenzte günstige Angebote, sehr interessant.

Aktuell ist es mal wieder soweit nach der Photokina und vor dem Weihnachtsgeschäft.

Welche Sucherkameras werden aktuell sehr günstig angeboten?

  • Die Canon EOS 1100D mit zwei Objektiven für 399 Euro
  • Die Nikon 1 V1 mit einem Objektiv für 390 Euro
  • Die Panasonic G3 mit Objektiv für 395 Euro

Das sind alles Spitzenkameras, deren Bildqualität und Kameraeigenschaften keine Vergleiche zu scheuen brauchen. Und sie sind auch in fünf Jahren noch einsetzbar.

Eine Sucherkamera für 400 Euro erscheint preiswert, ist aber eigentlich schon teuer, denn es sind 800 DM. Und dennoch bezeichne ich mittlerweile eine 400 Euro Sucherkamera mit Objektiv als preiswert in Relation zu den anderen Kameras, die meistens fast keine grossen Verbesserungen haben, dafür aber wesentlich teurer sind.

Wie immer handelt es sich hier nur um einen unverbindlichen Hinweis. Die Preise habe ich im Laden gesehen oder im Internet am 30.10.2012.  Ob die Preise wieder nach oben gehen oder noch tiefer, können Sie bei eigener Recherche im Internet herausfinden.

 

 

Welchen Zweck hat eine Kamera? – die fotografische „Klassen“-Fahrt

Auf dem Weg zur Photokina – Foto: Michael Mahlke

Neue Kameras schlüpfen aus den Eiern der Kamerahersteller

Nun ist es soweit. Überall vor der Photokina schlüpfen neue Kameras aus den Nestern der Kamerahersteller.

Um mich der Frage dieses Artikels anzunähern möchte ich ein Zitat als Einstieg in meine gedankliche Argumentation nehmen.

 

Das Zitat beginnt mit den Worten: „Wenn die X100 die Leica des armen Mannes ist, dann sieht die RX1 aus wie die Leica der Mittelklasse…..“

 

Es stammt von cnet.com:

„If the X100 is the poor man’s Leica, than the RX1 looks like the middle-class man’s Leica. Do I think Sony can achieve great photo quality with it? Yes; all the pieces are there. And it looks especially yummy if you like street shooting. Do I want to try it? Hell yeah. But for $2,799, especially for a first-generation model, as a potential buyer I’d expect a little more.“

Und damit bin ich schon beim Thema dieses Artikels.

 

Welchen Zweck hat eine Kamera?

Eigentlich ist eine Kamera dazu da, um Fotos zu erstellen nach den Einstellungen des Bedieners, sprich der Fotografin oder des Fotografen.

Das ist in meinen Augen der Zweck einer Digitalkamera.

Das Zitat läßt aber nach meiner Auffassung etwas anderes vermuten.

Es geht davon aus, dass es hier um Statusfragen geht. Die Kamera soll in erster Linie Symbol für eine bestimmte Klasse sein (soziologisch oder marxistisch?).

Damit wären (und sind) wir dann natürlich mitten im Thema der sozialen Gebrauchsweisen von Digitalkameras gelandet.

Wohlgemerkt von Digitalkameras und nicht von Fotos!

Die Frage der sozialen Gebrauchsweise von Fotos ist eine andere Frage als die Frage der sozialen Gebrauchsweise von Digitalkameras.

 

Zwischen Zweck und Gebrauch

Der Zweck einer Digitalkamera, das Erstellen von Fotografien, tritt somit immer mehr in den Hintergrund.

Die Aussage des Autors impliziert auch nicht, dass die Leica die besten Fotos macht.

Sie impliziert dafür aber direkt, dass die Leica ebenso ein Statussymbol ist wie die Sony eines werden soll und die Fuji X100 eines ist.

 

Gebrauch statt Qualität?

Wenn man die Frage nach der Qualität der Fotos stellt, dann ist das ganze Thema anders.

Niemand kann sagen, dass die besten Fotos mit den teuersten Kameras gemacht werden.

  • Das würde erstens allen Wettbewerbssiegern widersprechen,
  • Es  würde die Kompetenz der gesamten Juroren und fotografischen Organisationen in Frage stellen und
  • Es würde zudem einen Massstab definieren für gute Fotografie, der allgemeingültig ist ohne objektive Belegbarkeit. Gut ist aber subjektiv.

Daher ist der Ansatz, der durch PR und Marketing in meinen Augen mittlerweile in die Köpfe eingepflanzt werden soll oder wurde, ein anderer: die Klassenzugehörigkeit als Verkaufsargument.

 

Sind Kameras in Handys klassenrelevant?

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass dies alles auf dem riesigen Massenmarkt der Handys und Smartphones nicht oder noch nicht so eine große Rolle spielt.

Dort kann man sich sein Handy zwar vergolden lassen und mit Diamanten besetzen lassen, aber die Technik ist im Prinzip für alle erschwinglich.

Und die Kamerafrage ist auch ganz praktisch gelöst.

Heute wissen wir laut den Ankündigungen, dass Apple im Iphone 5 keine bahnbrechend neue Kamera eingebaut hat sondern im Prinzip bei der alten Kamera geblieben ist. Zugleich hat Nokia in meinen Augen zwar die mit Abstand aktuell wohl beste Kamera im  Nokia 808 Pureview verbaut, aber der Rest des Handys ist nach der Einschätzung vieler Nutzer durch das Betriebssystem nicht besonders gut im Vergleich zu den Wettbewerbern, allen voran Samsung. Und die neuen Nokia Handys haben dann die Superkamera aus dem 808 nicht eingebaut.

So ist hier der Zweck der Kamera eindeutig weniger fotografischer Natur sondern die Kamera hat nur einen eher praktischen Wert. Und da reichen eben die von den Herstellern eingebauten Geräte aus.

 

Eher modisch als monetär

Man könnte daraus auch schliessen, dass Handys sich nicht mehr so gut für Klassenzugehörigkeit eignen sondern eher für Gruppenzugehörigkeiten, die weniger monetäre als modische Massstäbe anlegen.

Wenn man zurückkommt zu der Frage, welchen Zweck eine Kamera hat, dann ist die Antwort für mich klar.

Damit will ich gute Fotos machen.

Und die sind auch mit den meisten Kameras möglich, die hier nicht erwähnt worden sind und viel weniger kosten.

Oder sie sind eben auch mit den eingebauten Kameras in Handys und Smartphones möglich.

Da diese für die meisten fotografischen Zwecke ausreichen und mittlerweile sogar kunstfähig werden, brauche ich darüber hinaus aus fotografischen Gründen eigentlich kaum noch eine zusätzliche Kamera.

(Es gibt noch andere Gründe für Kameras statt Handys wie z.B. der optische Sucher, aber ich möchte hier einfach bei der Hauptargumentation bleiben und verkürze daher darauf.)

Es sei denn, die Kamera hat einen anderen Zweck, der jenseits der Fotografie liegt.

Wenn die Kamera nämlich als Statussymbol dienen soll.

Und dann sind wir da, wo dieser Artikel angefangen hat.

Aber das ist dann keine fotografische Frage mehr sondern eine Frage der kulturellen Konvention und der soziologischen Einordnung: welche Kamera gehört zur Oberklasse, zur Mittelklasse oder zur Unterklasse – wenn es das denn so gibt?

Da wünsche ich auf und nach der Photokina viel Spass auf der „Klassen“-fahrt!

Text Version 1.1

 

Fotos am Strand oder womit wird heute fotografiert?

Video mit dem Ipad am Strand - Foto: Michael Mahlke

Bei 30 Grad im Schatten habe ich echt einen gesehen. Er trug dicke Schuhe, eine kurze Hose, eine Weste und eine Kappe und ein dickes Einbeinstativ mit einer grossen DSLR-Kamera und einem bestimmt 3 bis 4 Kilo schwerem Objektiv. Es war einer.

Alle anderen, die ich am Meer getroffen habe, fotografierten anders. Bikini oder Badehose und Fotografieren mit dem Handy. An zweiter Stelle das Ipad und viel später und viel weniger waren es dann kleine Kompaktkameras.

Spezielle Outdoorkameras habe ich gar keine gesehen.

So entdeckte ich bei meinen fotografischen Beobachtungen klare Prioritäten. Die Menschen nehmen das Handy mit und machen damit auch Fotos. Videos waren mit dem Ipad sehr beliebt und alles andere kam unter später liefen…..

Viele Menschen ohne Arbeit - Foto: Michael Mahlke

Mir ist klar, wohin die fotografische Reise geht: zum Handy oder Smartphone mit Kamera und Multimedia-Designgeräten, die auch strandtauglich sind. Fotografie als Alltagselement wird zunehmend über das Handy definiert.

Wobei ich damit überhaupt nicht zurecht kam, weil ich auf den Displays nur wenig bis nichts sehen konnte. Aber wie man sieht, stört viele es auch nicht, wenn man nichts sieht. Es reicht das Hinhalten in die Richtung, das Auslösen und das Vertrauen in die Technik.

So entscheiden die Käufer über die Richtung, in die sich der Markt entwickelt.

Text Version 1.1

In Zwickau mit dem Kestrel 28 – eine Fototour

Zwickau 1 - Foto: Michael Mahlke

Ein Praxisbericht

Trabi, Gerd Fröbe und Robert Schumann. Das sind einige der positiven Begriffe aus der Vergangenheit, die man mit Zwickau in Verbindung bringt.  Ich plante seit einiger Zeit eine Reise dorthin.

Zudem suche ich seit Jahren einen richtigen Wander- und Fotorucksack für Städtetouren. Das Problem dabei war immer, dass irgendein unguter Kompromiss eingegangen werden musste. Entweder war der Tragekomfort nicht ok oder die Einteilung oder er war nicht wasserdicht oder er war ein interessantes Objekt für Diebstahl in der U-Bahn oder im Bus, da er leicht zu öffnen war.

Dann erhielt ich die Mitteilung, dass die Firma Osprey einen neuen leichten Rucksack – kein spezieller Fotorucksack – herausgebracht hat, der für Tagestouren gedacht ist, den Kestrel 28. Ich bat darum, diesen Rucksack testen zu können und war sehr erfreut, als man mir diesen zur Verfügung stellte. Ich muss sagen, dass der Rucksack mich positiv überraschte.

Zwickau 2 - Foto: Ulla Wolf

Was mir als erstes auffiel war die Kantenlosigkeit. Wenn man in einem Auto fährt, hat man immer das Problem, dass die Schnüre und Schnallen auf den Sitzen keine Kratzer hinterlassen sollen. Dies ist bei dem Kestrel 28 so gelöst, dass irgendwie alles abgeflacht und runder ist, so dass dies im Auto kein Problem war.

Zwickau 3 - Foto: Michael Mahlke

 

Da ich einen Rucksack suchte, der eine Fototasche aufnehmen kann, steckte ich meine Lieblingstasche dort hinein. So war ich sicher, dass die Fotoausrüstung geschützt ist, gut transportiert werden kann und zugleich immer ein Zugriff auf die Kameras möglich ist.

Zwickau 4 - Foto: Michael Mahlke

Wie man sieht, hatte ich oben meine Sonnebrille und das Handy im Netz und draussen eine Wasserflasche.

Lesen geht auch mit Kind - Foto: Michael Mahlke

So ging die Städtetour in Zwickau los und ich schlenderte und wanderte einige Stunden durch die Stadt und am anderen Tag durch das Umfeld.

Zwickau 5 - Foto: Michael Mahlke

Mich begrüsste eine sehr einladende Stadt mit deutscher Architektur, die aktuell zum Lesen auf der Freifläche einlud. Schick renovierte Häuser lachten der Sonne entgegen.

Zwickau 6 - Foto: Michael Mahlke

Ein grosses Denkmal erinnert an Robert Schumann und lädt mit seinen Bänken zum Verweilen ein.

Zwickau 7 - Foto: Michael Mahlke

Die Innenstadt ist sehr schön gepflastert und bleibt den Fußgängern vorbehalten.

Zwickau 8 - Foto: Michael Mahlke

Jede Stadt hat ihre Geschichte. Das ist in Zwickau nicht anders. In der DDR war sie bekannt als „Ruß-Zwicke“ und u.a. für den Trabi und den Horch.  Heute liegt in der Nähe ein VW-Werk und die Stadt ist in wunderbarer Weise wiederauferstanden mit frischer Luft und frischen Farben.

Zwickau 9 - Foto: M. Mahlke

Da macht dann auch die Pause richtig Spass und die Bänke, die überall zu finden sind, erlauben ein paar ruhige Augenblicke. Doch dann machte ich mich auf den Weg, um einen alten Bekannten wieder zu sehen. Denn in Zwickau gibt es noch etwas, das nicht mehr überall zu finden ist: ein richtig gutes Fotogeschäft.

Zwickau 11 - Foto: Michael Mahlke

Er war da und ich ließ es mir nicht nehmen, ihn zu fotografieren. Foto Gärtner in Zwickau ist ein Laden, der zum Bummeln, Einkaufen und zum Fachgespräch einlädt. Ich konnte nie daran vorbei gehen.

Zwickau 12 - Foto: Michael Mahlke

Doch irgendwann zog ich weiter und bummelte an anderen Stellen in dieser Stadt mit ca. 90.000 Einwohnern.

Zwickau 13 - Foto: Michael Mahlke

Die Stadt ist großzügig gebaut und mit viel Grünflächen versehen. Es gibt eigentlich nie das Gefühl der Enge. Und bei Sonne gibt es eben auch viel Schatten, der sehr schnell erreicht werden kann und zur Erholung einlädt.

Zwickau 14 - Foto: Michael Mahlke

Und natürlich begegnete mir auch das Ampelmännchen und begleitet mich still und farbenfroh bei meinem Gang durch die Stadt.

Zwickau 15 - Foto: Michael Mahlke

Doch leider habe ich nicht alles gefunden, was ich gesucht habe. Ich suchte nämlich eine Art Gert Fröbe Museum, weil ich mit dem Schauspieler und seinen Filmen aufgewachsen bin und er eine starke Ausstrahlung hatte.

Da klärte man mich auf. Gert Fröbe sei nicht in Zwickau sondern in Oberplanitz geboren. Heute gehört Oberplanitz zu Zwickau wie Lennep zu Remscheid. Aber das Denken in überschaubaren Einheiten hat sich offenkundig überall erhalten.

Am nächsten Tag ging es dann zu Fuß und per Bus nach Oberplanitz. Das ist ein Ortsteil auf einer Anhöhe. Dort fand ich leider kein Gert Fröbe Museum, dafür aber einen sehr schönen Wasserturm und ein angenehmes Wohnumfeld und Wandermöglichkeiten mit herrlichem Ausblick bis ins Erzgebirge.

Wasserturm in Oberplanitz (Bild mit Geodaten) - Foto: Michael Mahlke

Der Wasserturm ist umgeben von Bänken und Spielgeräten und vollständig in die Wohnbebauung integriert.

Zwickau 17 - Foto: Ulla Wolf

Im Umfeld des Wasserturms gibt es herrliche Aussichtspunkte und für den, der nicht so viel laufen will, einen Bushaltestelle.

Wohnbebauung in Oberplanitz - Foto: Michael Mahlke

 

Ich war in dieser Zeit knapp zwei Tage mit dem Rucksack Kestrel 28 unterwegs und konnte dabei folgendes feststellen:

  • Der Kestrel 28 ist sehr angenehm zu tragen. Ich hatte nicht ein Mal Rückenschmerzen oder ein unangenehmes Gefühl auf dem Rücken
  • Die Lastenverteilung war sehr angenehm
  • Die verschiedenen Klickverschlüsse und die Ziehbänder machen es potentiellen Dieben sehr schwer (das möchte ich noch einmal im Großstadtgetümmel testen)
  • Er ist für eine Städtetour mit und ohne Fahrzeug gut geeignet (insbesondere für meine Zwecke)
  • Was mir nicht so gefallen hat war die fehlende Standfestigkeit auf dem Boden. Man konnte ihn nicht hinstellen. Aber das war mit meinen bisherigen speziellen Fotorucksäcken auch nicht möglich.

Übrigens können Sie einen solchen Rucksack (bis 11. Juni 2012 lt. Webseite) gewinnen. Machen Sie doch mit und klicken Sie hier!

So hat sich der Besuch in Zwickau mehrfach gelohnt. Es war eine schöne Zeit, es gab gute Eindrücke und ich konnte Erfahrungen sammeln, die nützlich sind.

 

Mit der Nikon D5000 in Afghanistan

Nikon D5000 im Einsatz - Foto: Michael Mahlke

Es ist wie es ist und es ist die Nikon D5000.

Sie ist weder wasserdicht noch besonders abgedichtet. Aber sie reicht aus, um damit im Krieg in Afghanistan zu fotografieren, wie uns Joe Blount zeigt. Sogar im Sandsturm.

Mittlerweile braucht es keine neuesten DSLRs mehr, um gute Fotos zu machen. Denn alles ab ca. 8 Megapixel ist im Prinzip durchgängig nutzbar, im Netz sowieso und beim Druck in der Regel auch.

Und die D5000 ist schon lange ein Geheimtipp, weil Nikon bei dieser Kamera in meinen Augen fast alles richtig gemacht hat – aus Sicht einer benutzerfreundlichen Praxis.

Ich nehme sie seit ihrem Erscheinen mit auf Reisen und sie war immer zuverlässig. Nun hat sich mein Eindruck  durch den Einsatz in noch extremeren Situationen bestätigt, wie der Artikel zeigt.

Meine drei Kriterien für die Kamera sind

  1. der Monitor in der optischen Achse
  2. das diskrete Auslösegeräusch sowie
  3. das kompakte Handling

Damit ist ein weiterer digitaler Schatz entdeckt worden, der bestimmt auch noch günstig und/oder gebraucht erworben werden kann.

Hier noch ein Video mit der D5000 im Sandsturm:

Übrigens kann man mit der Kamera auch die Occupy-Bewegung fotografieren. Auch da macht sie gute Fotos.

Viel Erfolg bei der Jagd nach digitalen Schätzen und guten Fotos!

Fotografieren auf Demonstrationen – ein Praxiskurs über die politische Bildreportage

„Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln.“

In unserer Demokratie sind Demonstrationen wichtig. Auf einer Demonstration treten Menschen mit ihrem Anliegen in die Öffentlichkeit (demonstrare lat. = zeigen). Es gibt in Deutschland viele kleine und grosse Demonstrationen: Menschen, die um ihre Arbeitsplätze kämpfen, Menschen mit politischen Zielen, Menschen mit humanitären Anliegen etc.

In diesem fotografischen Praxiskurs geht es um die Frage, wie man auf einer Demonstration so fotografiert, dass das Thema sachgerecht in einer journalistischen Fotoreportage im Internet oder als Bildberichterstattung online und offline dargestellt wird.

Dieser Text besteht aus drei Teilen:

  1. Informative Fotografie und Bildaussagen
  2. Interessante Fotografie und Persönlichkeitsrechte
  3. In Farbe oder in Schwarzweiss und die Frage der Darstellung

Neben den fotografischen Fragen kommt es vor Ort im Gespräch auf Freundlichkeit, Sachlichkeit und den gesunden Menschenverstand an. Die Demonstranten wollen ja in der Regel, dass ihr Thema Aufmerksamkeit erzielt und inhaltlich auch wahrgenommen und weitergetragen wird.

Gekonnt fotografieren. Vom Amateur zum Profi von Joke Beers-Blom

Gut gemacht und leicht zu lesen. „Weckt das Betrachten des eigenen Fotos genau die Empfindung, die man auch beim Fotografieren hatte, ist das eine der großartigsten Erfahrungen in der Fotografie. Stimmung und Atmosphäre eines schönen Ortes lassen sich auf diese Weise später nachempfinden und ins Gedächtnis zurückrufen.“

So beginnt Kapitel 1 dieses gut gemachten Buches für Menschen, die sich eine digitale Kompaktkamera und/oder Spiegelreflexkamera bzw. Systemkamera gekauft haben und mehr aus ihren Fotos machen wollen.

Für mich hat dieses Buch einen besonderen Reiz. Erstmals lese ich ein Buch, das nicht von einem amerikanischen, englischen oder deutschen Autor stammt sondern von einer erfahrenen niederländischen Autorin. Es ist leicht zu lesen und es setzt dort an, wo Käufer einer Kamera meistens stehen: sie wollen Fotos machen.

Kein Wort über Technik sondern die Frage, wie halte ich die Stimmung fest, leitet das Buch ein. Diese Herangehensweise zeigt, dass Fotos zuerst im Kopf entstehen.

Wie drücke ich Gefühle fotografisch aus, wie lerne ich Sehen? Mit Fotos und in sich geschlossenen Textabschnitten wird jede Doppelseite dieses Buches zu einem Lernerfolg. Ja, man kann dieses Buch sogar durchblättern und dabei inspiriert werden.

Es ist ein Buch, das vom Foto zum Text führt und damit auch medial die Leserinnen und Leser bei dem Medium abholt, das sie selbst produzieren wollen: digitale Fotos.

Ich finde es außerordentlich gelungen, dass quasi auf jeder Doppelseite sofort das Auge interessante Fotos findet und dann die Texte dazu.

Da das Buch vom Anfänger zum Profi führen soll, kommen auch technische Aspekte. Man lernt sogar das Einmaleins der Optik, der Blende und der Belichtung. Aber immer so, dass nichts als bekannt vorausgesetzt wird und trotzdem „nur“ das zum direkten Einsatz nutzbare Wissen vermittelt wird.

Alle Fotos in diesem Buch sind Alltagsfotos, auch die Reisefotos von Joke Beers-Blom von ihrer Australienreise. Jeder Besitzer einer Digitalkamera könnte ähnliche Fotos sofort in seinem Umfeld machen. Dadurch ist das Buch mit einem sehr hohen Praxisnutzen ausgestattet.

Ein Blick ins Inhaltsverzeichnis, die Seite aufschlagen und schon kann man innerhalb kurzer Zeit seine fotografische Frage lösen. Eine wirklich lesbar große Schrift und klar gegliederte Textkapitel verhelfen zu schnellen Erfolgen!

Das Buch lohnt sich für Einsteiger wirklich und vermittelt eine fotografische Leichtigkeit, die wunderbar ist. Leider hat irgendjemand aus Beers-Blom den Namen Beers-Bloom gemacht. Das ist ein o zu viel im Namen. Aber das ist alles an Schatten bei einem Buch, welches zeigt, wie man aus gutem Licht gute Fotos machen kann.

Joke Beers-Blom

Gekonnt fotografieren. Vom Amateur zum Profi

ISBN 978-3-8155-0630-1