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Die „besten“ Fotos – Blicke auf fotografische Wirklichkeiten

Naturkunst - Foto: Michael Mahlke

Womit ist man fotografisch sozial anerkannt innerhalb einer medienwirksamen Gruppe? Der Versuch, diese Frage zu beantworten ist zugleich ein Blick auf Werbung und Wirklichkeit.

Ich wollte hier ein paar Infos wiedergeben, die ich gefunden habe und die Anlass zum Weiterdenken sein können.

Deutschlands beste Fotografen bei Computerbild sind 2011 erfolgreich mit folgenden Kameras:

  1. analoge Kleinbildkamera
  2. Canon Sx200 IS
  3. Panasonic FZ50
  4. Nikon D90

 

Wer von der Fotografie leben will oder muß, der ist laut laif und Peter Rigaud erfolgreich, wenn er/sie folgendes erreicht:

  1. bessere Platzierungen in Magazinen
  2. bessere Preispolitik bei der Gage
  3. das richtige Image (Fotografen-Story) – wie man es macht sieht man z.B. hier
  4. besser Reportagen und Serien verkaufen

 

Die besten Fotos, eine Auswahl verschiedener Ausgewählter:

  1. die besten Fotos der DPA
  2. die besten Fotos vom Sony Wettbewerb
  3. die besten World Press Photos
  4. die besten Fotos vom Lumix Wettbewerb

 

1969 hat Andreas Feininger die Frage beantwortet „Wodurch wird eine Fotografie gut?“

Er schrieb: „Beim Analysieren von Fotos, die ich instinktmäßig als »gut« empfand, fand ich, daß diese Bilder ausnahmslos, obwohl in verschiedenem Maße, vier besondere Eigenschaften hatten:

  1. Aufmerksamkeit zu erregen
  2. Absicht und Sinn zu offenbaren
  3. gefühlsmäßig zu wirken
  4. grafische Gestaltung zu besitzen.“

 

Und nun noch die besten besonderen Listen

  1. Die besten Fotografen aller Zeiten
  2. Die besten internationalen Fotos der Lucie Foundation
  3. Die 100 besten Fotografen mit dem meisten Einfluss
  4. Die besten Fotos von Fotojournalisten
  5. Die besten Fotoblogs 2011 laut Life

Wenn Sie die Verlinkungen aufmerksam studieren, dann werden Sie feststellen, dass man ausserhalb von Deutschland ganz anders auf Fotos schaut und zum Teil auch Fotos bewertet.

So sind die „besten“ Fotos abhängig vom Zeitgeist, den Themen, den Kriterien, den Zielen, den Interessen etc.

Aber dies gilt natürlich nur für Reportage. Werbung, Lifestyle etc. haben andere Ziele.

Und Fotokunst ist wieder anders. „Ein Kunstfoto ist ein Foto, das keinen Zweck erfüllt.“ So lautet eine Sendung bei arte. Und eine andere Sicht auf die beste fotografische Welt.

In diesem Sinne wünsche ich ihnen nur das Beste…

 

Der Hype-Effekt oder Geld und Erfolg in der Fotografie

Ein grosses Thema kurz angeschnitten. Hier sieht man den Unterschied zwischen Fotokunst und Strassenfotografie.

Da erzielt ein Foto von Andreas Gurski einen Rekordpreis und auf der anderen Seite starb ein richtig guter Strassenfotograf, Friedrich Seidenstücker, völlig vereinsamt und sein Werk wollte noch nicht einmal jemand haben, bis es jetzt ans Licht geholt wurde. Zwischen den beiden Ereignissen liegt zwar eine erhebliche Zeitspanne aber beide Ereignisse sind gerade medial aktuell. Und es scheint exemplarisch.

natürliche Herbstkomposition, das Foto sucht für 5 Mio. einen Käufer - Foto: Michael Mahlke

Was lernen wir daraus? Vielleicht dass die Fotografie als Geldanlage dient und mit einfachen Motiven viel Geld verdient werden kann. Oder dass die Dokumentarfotografie keine gute Idee für das Geldverdienen ist – oder?

Dass es hier nicht mehr um exklusive oder besonders interessante Fotos geht, sondern um einen Hype, scheint sehr deutlich zu werden.

Darüber lesen wir: „Wie teuer ein Pollock, ein Gursky, ein Rauch unter den Hammer kommen oder über den Kojentisch gehen – habe nichts, aber auch gar nichts mit der Qualität des jeweiligen Werks zu tun, sondern schlicht mit der Summe des Geldes, die gerade in diesen Markt fließt. Wie sollte auch ein Börsenmanager, der mit Bezug auf Kunstwerke den Begriff „wall power“ im Munde führt, die Qualität eines Kippenberger beurteilen können?“

Ob das mit Strassenfotos auch erzielt werden kann?

Aber das ist noch nicht alles.

Bei Facebook werden pro Tag 250 Millionen Fotos hochgeladen – also 25 Milliarden in 100 Tagen, bei Google+ waren es in den ersten hundert Tagen 3,5 Milliarden Fotos. Die anderen Communities sind da noch nicht bei.

Allein die schiere Menge macht sprachlos. Und läßt viel Raum zum Nachdenken. Vor allem die Frage, wie kann man bei dieser Menge erfolgreich sein, zeigt, dass mediale Kanäle und Beziehungen und der Zufall eine Rolle spielen und/oder Krisen…