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Gibt es eine globale visuelle Kultur?

Wirklichkeit ist nichts für Adobe

„Die Mitglieder von Kollektiven wie Activestills hingegen verstehen sich dezidiert als langfristige Agenten des politischen Wandels in einer globalen visuellen Kultur.“

Dieser Satz von Evelyn Runge aus ihrem Aufsatz AGENTEN DES GLOBALEN POLITISCHEN WANDELS. Das Kollektiv Activestills fordert Stereotype des Fotojournalismus heraus führte mich gedanklich zu der Eingangsfrage.

Und daraus entstanden diese Gedanken und Notizen zum Thema globale visuelle Kultur.

Schwarzweiss in der Reportage – heute noch aktuell?

Nie war die monochrome Fotografie einfacher als heute. Fast jede Software wandelt Fotos in monochrome Fotos um. Schwarzweiß-Fotografie ist auf Knopfdruck möglich, mit Filmkorn, ohne Filmkorn, mit Textur, ohne Textur – einfach wunderbar.

Aber ist das überhaupt noch interessant für Fotos, die etwas zeigen sollen?

Ich habe dies ausprobiert und möchte die Ergebnisse hier zeigen. Es handelt sich um den Rollei Retro 100 Tonal Film, den ich digital „eingesetzt“ habe.

Am Wenzelnberg wurden 71 Menschen ermordet. Die Gedenkfeier dazu fand am 6. April 2014 statt.

1. Foto

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

2. Foto

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

3. Foto

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

4. Foto

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

5. Foto

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Wie wirken diese Fotos?

Sind sie eindrucksvoller als die farbige Berichterstattung so wie hier?

Sind monochrome Fotos für eine solche Berichterstattung besser?

Oder haben Sie keine besondere Aussagekraft?

Ich denke, es kommt darauf an, was besser gefällt.

Vielleicht sind hier bunte Fotos von Demonstrationen und solchen Kundgebungen die bessere Wahl, weil sie auch die Farben zeigen, die dort bewußt gewählt wurden, um Aussagen zu verstärken.

Aber das Foto von Sylvia Löhrmann gefällt mir schwarzweiss besser als in Farbe obwohl die rote Brille mit den roten Farben auch einen besonderen Reiz hat.

Nun könnte man ja darauf kommen, das Beste aus zwei Welten miteinander zu verbinden und ein schwarzweisses Foto mit roter Brille und roten Blumen zu kreieren.

Das habe ich abschließend auch probiert.

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Aber ob das Beste aus zwei Welten zusammen eine noch bessere Welt ergibt möchte ich bezweifeln.

Mir gefällt das monochrome Foto oder das bunte Foto jeweils auf seine eigene Art besser als dieses kombinierte Foto.

Monochrom bleibt eben monochrom und bunt bleibt bunt.

Fotografieren nach dem Weltuntergang

Fotografieren nach dem Weltuntergang – Foto: Michael Mahlke

Wenn man mit dem Weltuntergang nicht den Planeten Erde meint sondern die Welt der Menschen oder besser „Die Welt von gestern“ in Anlehnung an Stefan Zweig, dann ist es so, dass unsere Welt von gestern untergegangen ist. Einige Anzeichen aus meiner Sicht sind:

  • Die alte Weltordnung mit einem Satellitengürtel voller Diktatoren im Sinne des Westens in Afrika ist zu Ende gegangen. Ob daraus Religionskriege entstehen oder sich demokratische Strukturen entwickeln und wie lange dies halten wird, ist noch völlig offen.
  • Die europäische Idee ist als Geldfrage in bisheriger Form gescheitert, nicht als Europa der Vaterländer. Die Menschen in Griechenland, Portugal, Irland, Spanien und Italien merken schon die neue Wahrheit: die Goldman-Sachs-Welt ist überall eingezogen und wird die Geldströme Europas beherrschen. Menschen wie Draghi und Monti kamen oder kommen ja von dort und sitzen jetzt an den Geldhebeln.
  • Die nationalen Parlamente geben ihre Souveränität ab
  • Die Sozialstaaten als die eigentlichen Errungenschaften der parlamentarischen Demokratie im 20. Jhrdt. werden mit völlig asozial-liberalen Argumenten weggeschnitten und abgeschafft. Dabei sind Freiheit und Demokratie untrennbar mit dem Sozialstaat verbunden, weil die soziale Absicherung die Grundlage des demokratischen Handelns ist.
  • Die Umweltprobleme sind alle nicht gelöst, alle internationalen Konferenzen sind gescheitert.
  • Es gibt immer mehr bildungsferne Menschen in den europäischen Kernländern und
  • es gibt immer mehr Ungerechtigkeit in den stabilen Demokratien, die bisher ein Gegengewicht zu den Diktaturen waren. Das zersetzt die Demokratie und fördert Diktatur und Kriminalität.
  • Statt regionaler Strukturen werden zentrale Strukturen aufgebaut bei der „Energiewende“, in der Landwirtschaft, in den Regionen Europas etc.
  • Sie sprechen von „Markt“ und meinen damit Monopolisierung in Form von Oligopolen,  sie sprechen von „Fortschritt“ und meinen damit die Zerstörung des Sozialstaates und
  • Private und die GEZ-Medien schauen fast nie dahinter und verifizieren die Begriffe sondern plappern einfach nach.

Man könnte noch mehr schreiben.

Die wirklichen Ursachen und Zusammenhänge sind zwar klar, aber die meisten Politiker in den meisten Ländern werden dies alles nicht sehen – wollen.

Da stößt Weitsicht immer an die Mauer der eigenen Interessen und der eigenen Sterblichkeit.

Ja, eine Welt ist untergegangen. Es war die Welt unserer Zivilisation und Kultur, so wie wir sie kannten.

Eine neue Welt ist nun da und greift immer mehr um sich. Das geht alles nicht über Nacht aber innerhalb absehbarer Zeiträume.

Man erkennt zwar z.B. die Macht der weltweit agierenden Konzerne: Goldman Sachs fürs Geld, Google für die Kommunikation, Facebook für die persönlichen Lebensbereiche und noch einige mehr – aber man will sie nicht wahrhaben.

So gibt es in der neuen Welt, die gerade kommt, viel zu fotografieren und zu dokumentieren.

Aber ob es davon dann viel zu sehen gibt ist eine andere Frage. Denn es ist ein Prozess, der die bisherige Welt zerstört ohne eine wirkliche Perspektive über den Tag hinaus anzubieten.

So werden die Menschen sich auf die Religion und die Tradition zurückbesinnen, die Halt geben in unübersichtlichen Zeiten. Sie werden Massenmedien erliegen, die ablenken von dem, was passiert und hinlenken zu dem, was geschehen soll. Und sie werden Wünsche in sich bemerken, die man eigentlich nicht haben wollte bis man sie in ihnen erzeugt hat.

Denn der Trick in der sozialen Welt besteht darin, dass der Mensch sich als soziales Wesen meistens an den anderen messen will. Das ist dann das Mass für Gut und Böse und für Status und Stelle.

So ist das Ende der Welt nicht das Ende der Menschheit.

Es ist der Beginn einer Zeit danach, so wie nach dem Ende des Römischen Reiches auch eine neue Zeit begonnen hat.

Der liebe Gott, Allah und welchen Namen er auch immer hat, er hat uns nicht den Gefallen getan, uns durch einen grossen Bumm zu erlösen.

Er hat uns die Aufgabe gegeben, uns selbst um uns zu kümmern und er hat uns auch die Regeln dafür an die Hand gegeben:

  • Toleranz der Religionen,
  • Maß halten statt Gier,
  • Achtung des Mitmenschen,
  • Demokratie statt Diktatur
  • und vieles mehr.

Und wir können dies nun alles fotografieren.

Viel Erfolg dabei und alles Gute!

Die Aufgabe der Fotografie bei der Zerstörung unserer Welt

Eine gedankliche Reise zur aktuellen Einordnung einer historischen Situation

Im 21. Jahrhundert erhält die Fotografie neue Aufgaben. Diese ergeben sich schon dadurch, dass das Medium Foto digital geworden ist. Dadurch wird der Pixel die neue Einheit und das neue Arbeitsgebiet. Aber das ist nicht alles.

Menschen sind immer schon die Mörder ihrer Mitmenschen gewesen, wenn man nichts dagegen getan hat. Das liegt in der Struktur unseres Wesens. Einerseits sind wir mit dem Verstand ausgestattet, der uns ein Bewusstsein über uns und die Welt ermöglicht.

Andererseits sind wir eine Weiterentwicklung von Dinosauriern und Einzellern. Der vernünftige Umgang mit unserem Wesen hat in der Geschichte ebenso funktioniert wie der unvernünftige Umgang. Das Soziale ist Schicksal und Chance der Menschen.

So wurden Verfassungen und Gesetze verabschiedet, die der Gier und dem Neid des Menschen Grenzen setzten. Gesetze sorgten für relative Sicherheit und relative Gerechtigkeit und relative Beseitigung der Not. Ein Beispiel für die Erkenntnisse des menschlichen Charakters und die Umsetzung in einer Verfassung ist das Grundgesetz. Andere Versuche waren die Bleiwirtschaft in Sparta, das Losverfahren bei demokratischen Wahlen in Griechenland etc. Dies alles und noch viel mehr ist in der Geschichte zum Teil erfolgreich ausprobiert worden.

Zeit der Entscheidungen

Doch etwas ist hinzugekommen. Das 21. Jhrdt. ist die Zeit, die der Menschheit durch ihr eigenes Handeln die gesamten Lebensgrundlagen weltweit rauben kann.

Das ist eine neue Dimension und diese ist nicht verhandelbar (aktuelle Beispiele sind die Erdölpest im Golf von Mexiko im Atlantik im Jahr 2010 und die atomare Verseuchung in Japan im Pazifik ab 2011). Dieser Prozess ist schleichend mit katalysatorischen Momenten. Denn nach dem Ablassen des verseuchten Wassers in Japan werden die Fische und die degenerierten Gene erst in den nächsten Jahren aus dem Meer auf unsere Tische kommen und zum Schluss uns krank werden lassen …

Dies wissen einige Menschen, dies weiß auch ein Teil der Politik. Aber der Vorhang der Massenmedien, das Wirtschaftssystem und die Machtverhältnisse sorgen dafür, dass sich fast nichts ändert.

Als ich in den 80er Jahren Seminare zum Thema „Global denken – vor Ort handeln!“ gab, wurden Szenarien entworfen: Was passiert in 30 Jahren, wenn nichts passiert? Es war klar, es wird nicht so weitergehen, wenn es so weitergeht. Die Szenarien des Club of Rome und Bücher wie „Friedlich in die Katastrophe“ von damals sind eigentlich alle eingetreten, selbst der atomare GAU, der nach Tschernobyl nun mit Fukuschima grosse Teile Japans und der Weltmeere umfasst und so bei uns im Körper landet.

Damals fragte man auch, was eigentlich passiert, wenn die Chinesen auch so leben wollen wie die USA. Heute wollen immer mehr Chinesen so leben und das Ergebnis hat sehr eindrücklich Wang Jiuliang für die Region um Peking mit Fotos dargestellt.

Diese Tendenzen werden Ende 2011 auch bestätigt. Aber das weiß man natürlich schon länger. Sehr gut ist dies bei Home dokumentiert (bis auf die makabre Werbung zu Beginn…).

Und sogar beim ZDF – öffentlich-rechtlich – macht man da mal eine Sendung zu, die dokumentiert und eine Fotostrecke hat.

Und 2012 hat der Club of Rome auch noch einmal darauf hingewiesen, dass leider die Prognosen von der Wirklichkeit noch übertroffen werden.

Aktuell ist der Zeitgeist trotz gegenteiliger Beteuerungen darauf ausgerichtet, so weiterzumachen. Die letzte Rettung scheint sich mittelfristig im Besuch von Ausserirdischen oder der Entwicklung des Raumschiff Enterprise zu verfestigen.

Noch ziehen die Vögel gen Süden, Treffen der Schwärme über Wermelskirchen mittags am 5.11.2011 – Foto: Michael Mahlke

Fotografisch betrachtet gab es noch nie so viele Fotos.

Welche Aufgabe hat die Fotografie in dieser Zeit?

Eine Antwort beruht sicherlich auf der Hoffnung, dass das Dokumentieren der aktuellen Zustände etwas nützt.

Wer so denkt, der wird aber hinter den Fotos nicht aufhören können. Er oder sie wird Fotos und daraus entwickelte Produkte wie Slideshows, Multimedia etc. in die gesellschaftliche Diskussion einbringen müssen. Dazu gehört die systematische Veröffentlichung im Internet und der Versuch, in vorhandenen Massenmedien und neuen Medien dies vielfach zu veröffentlichen. Und dann muß man selber mitmachen und nicht auf die anderen warten. Dies geschieht zum Teil seit einigen Jahren in aktuellen politischen Krisen wie wir gerade in Nordafrika und Arabien erleben. Aber es sind fast nur Bilder unserer bisherigen Probleme: poltische Systeme, Gewalt, Kämpfe. Das größere Problem der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen spielt als Ast, auf dem wir alle sitzen, auch dabei noch keine große Rolle.

Eine andere Antwort kann auch darin bestehen, dass man mit dem Elend Geld verdienen möchte ohne sich zu engagieren. Einige nennen dies auch Opferfotografie.

Und es geht noch tiefer. Solange z.B. aktuelle IT vielfach nur mit den Folgen der Zerstörung von Natur und Menschen gebaut werden kann, wird die Menschheit an den Folgen von Werbung und Massenmedien und Statussymbolen in alter Form langsam zugrunde gehen.

Die eigene Endlichkeit, das Denken in Status, Gier und Abgenzung, die Angst vor dem Unbekannten und vieles mehr, die trainiert werden, tun ihr übriges.

Es geht bei all dem nicht um die Frage, ob wir die Erde retten. Die Erde existiert auch ohne Menschen, aber wir existieren nicht ohne Erde und die darauf für uns vorherrschenden Lebensgrundlagen.

Für Deutschland gedacht:

Ganz deutsch gesprochen: Man stelle sich vor, öffentliche Gelder wie die GEZ-Gebühren würden z.B. genutzt,

um für Kostendeckung statt Gewinnorientierung zu werben oder
für einen neuen Leistungsbegriff, bei dem derjenige mehr erhält, der mehr für andere und die Natur tut, oder
für Patente, die ohne privaten Gewinn der Menschheit zur Verfügung gestellt werden, um die Grundprobleme zu lösen

statt die Risiken der Banken zu sozialisieren und die Gewinne zu privatisieren,
statt die Sozialsysteme und damit die Demokratie zu zerstören,
statt die Förderung schlechter Technik zu fördern,

was wäre dann schon medial möglich…

Fotografie neu gedacht

Damit zurück in die Welt des Geistes. Real ist die aktuelle unbeherrschbare Zerstörung, weil es kein weltweites Teilen gibt und keine systematische Beschränkung von Macht. So ist die Welt. Wenn wir davon ausgehen, dass sich die Menschheit nicht ändert, dann rettet uns nur die eigene biologische Endlichkeit vor der Übernahme echter Verantwortung für die Zukunft der Menschheit. Das kann sogar erleichternd sein.

Die Fotografie kann die bewohnbare Welt nicht retten, aber sie kann die Folgen unseres Handelns sichtbar machen. Insofern ist sie – ob kommerziell oder ideell – ein Teil des aktuellen Zeitgeistes. Es gibt keine Weltregierung, es gibt keine Menschheitsinteressen und es gibt keine Lösung ausserhalb von uns selbst.

Dies sind die Bedingungen unserer Existenz. Die Fotografie ist Teil davon. Sie kann sich engagieren oder die schöne Illusion einfangen. Aber sie ist mehr als nur eine digitale Droge.

Sie ist die Chance, Einfluss zu nehmen oder zu lassen. Fotografie ersetzt nicht das Engagement, sie gehört als Mittel dazu. Und die Fotografie hat ein Alleinstellungsmerkmal: sie ist international verstehbar ohne Worte.

Natürlich gibt es immer auch kulturelle Symbolik, aber das Foto kann eine Botschaft sein, die ohne Worte auskommt und zwar weltweit. Das macht sie einzigartig.

Und man darf sie nicht überschätzen. Wir haben in Deutschland alle die Bilder gesehen, als führende Klimapolitiker mit einem Hubschrauber zu einem Eisberg flogen, um symbolisch etwas für den Klimaschutz zu tun (!). Die Chancen stehen also weltweit und gerade in den industriell geprägten Ländern nicht gut, um sich selbst zu retten trotz Bilder und Videos.

In den letzten Jahrzehnten gab es einige Fotografinnen und Fotografen, die unterwegs waren. Sie haben sich vielfach engagiert, ob als Kriegsreporter oder für NGO´s oder auch nur, um in ihrem Land verbotene Wahrheiten ans Licht zu bringen. Aber welche Wirkung hatten sie? Es kommt natürlich darauf an.

Nun gibt es neue Fotografen, die die Zerstörung der Natur dokumentieren. Reicht dies oder wird das Bild nicht erst durch das Engagement danach zu mehr?

Die Frage greift zu kurz, weil nicht überall Pressefreiheit und Meinungsfreiheit herrscht. Und dennoch ist es die richtige Frage, denn sie zeigt, dass Fotos wichtig sind und Pressefreiheit unersetzlich ist. Und deshalb ist Pressefreiheit als Voraussetzung für Fotografie wichtiger als jemals zuvor.

Es geht nicht so weiter, wenn es so weitergeht

Mittlerweile gibt es die weltweite Occupy-Bewegung, die sich gegen die Banken richtet und hoffentlich das allgemeine Unbehagen weiterträgt.

Aber letztlich ist es auch eine Frage des Überlebens der menschlichen Rasse. Mittlerweile haben wir 7 Milliarden Menschen. Das kann sich schnell ändern wie die menschliche Geschichte gezeigt hat. Darauf hat u.a. Frank Fenner hingewiesen.

Vor 30 Jahren haben wir gewusst, was passiert, wenn nichts passiert. Ich selbst habe Seminare dazu gegeben. Aber so wunderbar die Gabe des Wissens ist, so wenig hat sie doch Macht über das Geschehen, wenn es die Menschen nicht interessiert. Aktuell sehen wir, wie es passiert.

Und wer in Geschichtsbüchern gelesen hat, der weiß, es ist nicht unvorstellbar, dass es eine neue Völkerwanderung gibt. Wenn nur 100 Millionen Menschen vor den Türen Europas oder Russlands oder der USA stehen, dann wird man wohl ein echtes Problem haben…

Menschen ändern ihr Verhalten überwiegend nur, wenn der Leidensdruck steigt. Dies alles wird die Fotografie dokumentieren können. Sollte die Menschheit dies überleben, dann werden Fotografien diese Geschichten erzählen ebenso wie andersrum vom Untergang – aber wem?

Bildung und Aufklärung

Die Voraussetzung für verbessernde Veränderung ist einerseits Bildung und Aufklärung und andererseits Leidensdruck. Das lehrt die Geschichte. Soziale Absicherung, repräsentative Demokratie und Transparenz sind die wichtigsten Ziele  und eine dauerhafte Herausforderung.

Das ist der Weg, der auch das Ziel wäre. Die Fotografie kann dies begleiten, übrigens auch multimedial.

Doch dokumentiert sie aktuell eher das Gegenteil, so dass es wichtig ist, in den Bilderfluten ihre wichtigsten Aufgaben nicht zu vergessen: sich fotografisch einmischen und selbst mitmachen!

Dieser Artikel wurde ursprünglich in etwas kürzerer Form schon im April 2011 publiziert und mehrfach erweitert, weil dieses Thema sich entwickelt, Version 1.3.