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Strassenfotografie mit der Canon Powershot SX150

Und es geht doch und wie!

Nancy Stone arbeitet als Fotografin für die Chicago Tribune.

Sie produzierte ein Video über Gloria Cassens.

Gloria Cassens?

Nie gehört?

Ging mir genauso.

Es handelt sich um eine ältere Frau, die wunderbare Streetphotography macht zwischen Saul Leiter und Henri Cartier-Bresson.

Ihre Fotos zeigen einen Blick für Farbe und Details, der sehr überzeugend ist.

Achtung Brillenträger! 400 Euro sind genug – gute Sucherkameras zum Schnäppchenpreis

Als Brillenträger sind für mich immer noch Sucherkameras erste Wahl. Daher sind Schnäppchen, also zeitlich begrenzte günstige Angebote, sehr interessant.

Aktuell ist es mal wieder soweit nach der Photokina und vor dem Weihnachtsgeschäft.

Welche Sucherkameras werden aktuell sehr günstig angeboten?

  • Die Canon EOS 1100D mit zwei Objektiven für 399 Euro
  • Die Nikon 1 V1 mit einem Objektiv für 390 Euro
  • Die Panasonic G3 mit Objektiv für 395 Euro

Das sind alles Spitzenkameras, deren Bildqualität und Kameraeigenschaften keine Vergleiche zu scheuen brauchen. Und sie sind auch in fünf Jahren noch einsetzbar.

Eine Sucherkamera für 400 Euro erscheint preiswert, ist aber eigentlich schon teuer, denn es sind 800 DM. Und dennoch bezeichne ich mittlerweile eine 400 Euro Sucherkamera mit Objektiv als preiswert in Relation zu den anderen Kameras, die meistens fast keine grossen Verbesserungen haben, dafür aber wesentlich teurer sind.

Wie immer handelt es sich hier nur um einen unverbindlichen Hinweis. Die Preise habe ich im Laden gesehen oder im Internet am 30.10.2012.  Ob die Preise wieder nach oben gehen oder noch tiefer, können Sie bei eigener Recherche im Internet herausfinden.

 

 

Canon EOS 1100D, Das Handbuch zur Kamera von Dietmar Spehr

Das Buch lohnt sich sehr, wenn man Fotografieren lernen will mit der Canon EOS 1100D. Der Autor Dietmar Spehr scheint mit „Liebe“ an das Thema heranzugehen und so ist ein Buch gemacht worden, welches dazu anregt, es ebenso mitzunehmen in den Urlaub wie die Canon EOS  1100D.

Die 1100D ist eine Einsteigerkamera. Aber was ist eine Einsteigerkamera?

Es bedeutet, dass es viele Hilfsmittel in der Kamera gibt, um gute Bilder zu machen. Es bedeutet keine Qualitätseinbussen.

Und so hat Dietmar Spehr ein Buch geschrieben, das sich völlig befreit vom Ballast alten fotografischen Denkens der Gegenwart zuwendet. Die Botschaft lautet, nimm die Kamera und fang an zu fotografieren!

Und wenn du verstehen willst, was du tust oder warum etwas nicht funktioniert, dann schaue in dieses Buch.

Aber das Buch hat einen Vorteil, der weit über das „Handbuch“ hinausgeht. Tatsächlich kann man das Buch von vorne bis hinten lesen und hat dabei eine wunderbare Einführung in die Digitalfotografie.

Foto: Michael Mahlke

Man lernt quasi spielerisch die optischen und technischen Bedingungen kennen wie Cropfaktor, Brennweite, Aufnahmestandort etc.

Dietmar Spehr nutzt aber auch Exkurse wie „Problemzonen der Belichtung“. Dabei gibt er Hinweise, die zeigen, dass das Buch über den Anfängerstatus hinaus Übungsmaterial zur Weiterentwicklung enthält.

„Gerade bei einer kritischen Konstellation empfiehlt es sich, eher zu den Lichtern hin zu belichten. Das Wiederherstellen von leicht überbelichteten Stellen funktioniert wesentlich besser als das nachträgliche Aufhellen dunkler Bereiche.“

Das stimmt, wenn man es so fein im Auge behält. Und genau dazu beschreibt er mit vielen Beispielen das Histogramm als Hilfsmittel, um dies auch erreichen zu können.

So ist dieses Buch ein gut gemachtes Buch, gut gebunden, gutes Layout und gut zu lesen.

Wer so etwas sucht, der hat es hier gefunden.

 

Das Buch ist im Vierfarben-Verlag erschienen.

Dietmar Spehr

Canon EOS 1100D, Das Handbuch zur Kamera

ISBN 978-3-8421-0039-8

Die Canon Powershot S100 als Reisekamera

Kann die Canon Powershot S100 eine vollwertige Einsteiger-DSLR ersetzen, wenn man vom Sucher einmal absieht? Diese Frage trieb mich um, als ich überlegte, welche Kamera sich als kleine und schmale Reisekamera eignet.

So probierte ich die Canon Powershot S100 mehrere Wochen unterwegs aus. Sie kann RAW und JPG, sie hat ein funktionierendes GPS und sie hat eine Blendenvorwahl bzw. überhaupt PASM.

Foto: Michael Mahlke

In südlichen Gefilden sitzt man nun einmal länger draussen. Den ersten Teil des Praxistests machte ich daher in Südfrankreich, genauer in Orange. Dort gibt es ein uraltes Theater aus römischer Zeit und wunderschöne Opern- und Operettenaufführungen, in diesem Fall La Boheme von Puccini.

Foto: Michael Mahlke

Schon der Weg dorthin war ein Genuss und viele Ausgrabungen zeigten stolz die Verbindung von Geschichte und Gegenwart.

Foto: Michael Mahlke

Hunderte von Frauen kamen uns entgegen, die alle von der Bühne kamen und sofort wieder auf die Bühne gingen.

Foto: Michael Mahlke

In Orange sind die Nächte lang. Nach der Aufführung geht es zum gepflegten Speisen in kleine Restaurants.

Foto: Michael Mahlke

Es war ein faszinierender Ort und ich war nicht der Einzige, der fotografierte.

Foto: Michael Mahlke

Aber die Canon eignete sich nicht nur für das Fotografieren bei schwierigen Lichtverhältnissen sondern auch am Strand und am Meer bei gutem Licht und gutem Wetter.

Foto: Michael Mahlke

Und sie braucht keinen Vergleich mit schweren grossen Kameras zu scheuen bei niedrigen ISO.

Foto: Michael Mahlke

Hier ein Ausschnitt in 100 Prozent Ansicht 1:1 vom vorherigen Bild:

Foto: Michael Mahlke

Wenn ich eine Kamera ohne Sucher als Reisekamera mit GPS, RAW und voller manueller Steuerung haben möchte, dann ist die Canon Powershot S100 für mich eine gute Wahl. Sie dürfte auch professionellen Ansprüchen genügen, wenn man kontrollierte Fotos haben möchte für Ausdrucke bis A3 und im Internet. Im Prinzip ist dies eine Kamera, die eine gute Wahl für Profis aus der Hosentasche ist, ohne weiteres Gepäck.

Einzig der Akku hält nicht so lange durch, wenn man GPS eingeschaltet hat. Aber ein zweiter Akku ist normalerweise kein Problem. Mit Stativ gelingen die Fotos zum Teil natürlich noch besser. Aber da man eher kein Stativ hat, habe ich die Fotos ebenfalls ohne Stativ aufgenommen.

Man kann mit dieser Kamera durchgängig gut und kontrolliert fotografieren und mit dem ND-Filter sogar dann, wenn es sehr hell ist. Allerdings gibt es bei Sonnenlicht auf dem Display das Problem, dass man fast nichts mehr sehen kann. Aber damit muss man leben, wenn die Kamera klein und flach sein soll, denn eine kleine und flache Kamera mit Sucher in dieser Art gibt es nicht.

Übrigens gefällt mir die Powershot S110 nicht besser. Ich halte sie schon haptisch und von den Feinheiten des Designs her eher für einen Rückschritt. Aber vielleicht sollten Sie selbst einfach mal beide Kameras in die Hand nehmen, dann verstehen Sie, was ich meine.

 

Aktuelle Kamera-Schnäppchen

Über 100 neue Kameras wurden dieses Jahr schon vorgestellt.

 

  • Sind sie besser als die Kameras vom letzten Jahr oder davor?
  • Welches Preis-Leistungsverhältnis stimmt?
  • Wie findet man die richtige Kamera und bezahlt nicht zu viel? Dazu habe ich an anderer Stelle schon etwas geschrieben.

 

Ich möchte hier ein paar aktuelle Eindrücke wiedergeben von Kameras und Preisen (zum Zeitpunkt meiner Abfrage im Internet), die ich empfehlenswert finde:

 

  • Die Nikon P300 gibt es aktuell mit original Nikon Tasche und 4 GB Karte für 179 Euro. Es ist eine Kamera mit Lichtstärke F1,8, sehr gutem Weitwinkel und ausser RAW kann sie eigentlich alles, was man sich als Fotoprofi für das Web wünscht.
  • Die Casio EX-H20G mit GPS gibt es aktuell für 125 Euro. Es ist eine Reisekamera für Automatikfreunde, die komplette Reisen aufzeichnet und einen sehr langlebigen Akku hat.
  • Die Olympus E-PM1 kostet 199 Euro, die E-P2 kostet 254 Euro, die E-PL1 kostet 143 Euro. Alle Preise beziehen sich auf das Gehäuse plus Zubehör ohne Objektiv. Damit erhält man erstklassige Systemkameras, die mit jeder Art von MFT-Objektiv genutzt werden können und diese sind preiswert gebraucht oder neu erhältlich.
  • Die Ricoh CX4 gibt es aktuell für 123 Euro. Es ist eine Kamera, die mit sehr gutem Display und guter Optik von 28-300 Millimeter punktet.
  • Die Canon Powershot s95 gibt es für 270 Euro. Eine der besten und professionellsten kleinen Kameras, die jemals gebaut wurden.
  •  Und es gibt aktuell komplette Einsteiger-Kombinationen von DSLR und Kit-Objektiv für 400 bis 450 Euro.

 

Natürlich können die hier von mir genannten Preise für Neuware mittlerweile schon wieder verändert sein. Ich habe sie am 17.03.2012 um 7 Uhr im Internet abgefragt. Übrigens sind sie in manchem Fotoladen und Fotomarkt noch günstiger, wie ich immer wieder bei Besuchen feststelle.

Es lohnt sich schon zu schauen. Denn für gute bis sehr gute Bildqualität bei niedrigen ISO sind diese Kameras allemal gut. Und welchen Mehrwert Kameras haben, die teurer sind, sollte man sich genau anschauen.

Wichtig: Dieser Artikel gibt nur meine persönliche Meinung wieder.

Canon EOS 5D Mark III, die Software Generation

Die Vorstellung der neuen Canon EOS 5D Mark III zeigt auch den neuen Stand der Technik. Es ist Software-Technik.  In der englischen Presseerklärung wird dies auch sehr schön formuliert:

„Digital Lens Optimizer – new in Digital Photo Professional v3.11

The EOS 5D Mark III comes complete with the most advanced version of Digital Photo Professional (DPP) yet – Canon’s free, in-box software enabling high-speed, high quality processing of RAW images. New in DPP v3.11 is Digital Lens Optimizer – a revolutionary new tool designed to drastically improve image resolution.

Digital Lens Optimizer (DLO) precisely imitates lens performance, with a series of complex mathematical functions replicating each stage of the journey of light through the optical path. Using this information DLO can correct a range of typical optical aberrations and loss of resolution caused by a camera’s low pass filter, by applying an inverse function to each shot to take the image nearer to how the scene appears to the naked eye. This creates exceptionally detailed, high-quality images with highly manageable file sizes, providing photographers with maximum image quality and greater flexibility.“

Der digitale Objektivverbesserer (DLO) ahmt die Fähigkeiten der Objektive nach mit einer Serie von mathematischen Funktionen.

So entstehen die neuen Fotos. Es sind Softwarefotos. Die Software entscheidet über die Qualität einer Fotografie. Deshalb wird die Zukunft einer Kamera entscheidend von der Software und den Updates abhängen.

Aber dies ist der zweite Schritt. Er findet ausserhalb der Kamera statt.

Der erste Schritt lautet „Wo bleibt die Firmware?“ und findet innerhalb der Kamera statt.

So werden wir natürlich auch in Zukunft noch eine Kamera brauchen, die optische Elemente hat und dazu einen Sensor. Aber dies allein reicht absolut nicht aus.

Firmware innerhalb der Kamera und Software ausserhalb der Kamera lassen dann die Ergebnisse entstehen, die wir zukünftig als Fotos bezeichnen.

Die Digitalfotografie, unendliche Welten …..

2012: Immer teurer, schlechte Pflege und „falsch“ informiert? – Bitte nicht!

Was ist los im Kameraleben auf dieser Welt?

Wenn wir es runterbrechen auf die konkreten Handlungsweisen, dann fallen meiner Meinung nach einige aktuelle Entwicklungen auf:

  • Fuji löst z.B. wesentliche Probleme nicht, die von Kunden bzgl. der Kameras formuliert werden. Statt hochpreisige Produkte (X100, X10) durch Firmware-Updates zu optimieren bzw. voll einsetzbar zu machen, werden noch höherpreisige neue Produkte angeboten. Aber warum sollte man die kaufen, wenn die vorherigen Produkte nicht mal richtig ok sind? Nun steht Fuji nicht alleine da, wie man in diversen Foren lesen kann. Aber das ist schon bemerkenswert. Ich finde, das hat erhebliche Auswirkungen auf das Vertrauen in eine Marke.
  • Neue Kameras werden mit empfohlenen Preisvorstellungen auf den Markt gebracht, die dem technischen Mehrwert in keiner Weise entsprechen.
  • Der Journalismus verabschiedet sich teilweise. Die Internet-Oligarchie wächst. Es scheint z.B. so, dass offenkundig nur ein kleiner Kreis ausgewählter Webmagazine spezielle Kameras erhält und diese dort entsprechend besprochen werden, sogar bewertet werden und mit Beispielgalerien gefüllt werden ohne dass die Kameras tatsächlich kaufbar und die dort publizierten Inhalte überprüfbar wären. Einmal scheint spiegel.de dies ausgehebelt zu haben.
  • Die Zahl der „Previews“ und „Hands on“ bei Artikeln in Testmagazinen nimmt zu. Das sind in meinen Augen Tests ohne Tests, die aber schon bewerten. Aber sind dies noch journalistische Artikel oder eher (bezahlte?) Werbung bzw. PR? Zweifel sind spätestens angebracht, wenn diese Magazine von den Herstellern Werbung schalten.

Der DJV fordert mehr Qualitätsjournalismus. Das muss gerade auch im Bereich des Fotojournalismus und im Internet gelten. Allerdings ist das Thema grösser als ich es hier anschneiden kann. So wird die Gegenwart ein Ort neuer und alter Herausforderungen.

 

Wie man die richtige Kamera findet und nicht zu viel bezahlt

Designessen oder einfache Schnitte? - Foto: Michael Mahlke

Ein persönlicher Blick auf die nächste Zeit im Konsumerbereich (private Endkunden)

Das Jahr wirft große Schatten voraus. Es wird ein Feuerwerk an „neuen“ Kameras geben. Dabei ist vielfach „neu“ ein anderes Design wie bisher, in der Software ein neues Feature (Element) und ein bisschen was auf dem Chip, das vielfach praktisch so gut wie irrelevant ist. Es macht daher auch keinen Sinn, möglichst viele Kameras hier zu testen. Denn die Aussagekraft von Tests ist oft viel zu gering. Daher will ich hier ein paar Gedanken vorstellen, die man immer nutzen kann, um im Angesicht überquellender Fotoläden zu der Kamera zu kommen, die man wirklich haben will.

Was ist „neu“?

„Neu“ ist semantisch (inhaltlich) sehr oft falsch besetzt.

Ein Beispiel: Bis vor kurzem hatten viele Kameras einen vernünftigen Handgriff, so dass man sie gut halten konnte. Heute sind die meisten „neuen“ Kameras so flach und ohne Handgriff, dass man sie nicht mal mehr richtig anpacken kann. „Neu“ ist eben oft nicht besser wie allein dieses kleine Beispiel zeigt.

Wieviel Kamera ist überhaupt möglich?

Wenn ich eine fast beliebige kleine Kompaktkamera mit einer Vollformatkamera vergleiche – z.B. hier – dann sehe ich, dass bei niedrigen ISO bis ca. 200 so gut wie überhaupt kein sichtbarer Unterschied auf den Fotos zu finden ist. Natürlich kann ich dann sagen, ich will eine Kamera, die besser ist als das menschliche Auge – aber was bringt mir das?

Hinzu kommen die vielfachen Beschränkungen des Menschen durch die Vorgaben der Biologie, Natur und Technik.

Die 500 Euro-Grenze

Wenn man nun schaut, wie sich die Kamerapreise entwickelt haben, dann wird deutlich, dass es Relationen gibt zwischen Preis und Leistung in der Fotografie. Nehmen wir als Beispiel die D3100 von Nikon, die ja auch bei den Verkaufszahlen je nach Region sehr weit oben liegt. Mir gefällt die Kamera auch sehr gut und sie hat durch ihren grossen Chip und ihr Handling im Prinzip alles, was man bei einer Kamera mit gutem und schlechtem Licht braucht. Sie liegt mit Objektiv ungefähr um die 500 Euro. Und sie überschreitet schon vielfach die Möglichkeiten des menschlichen Auges und der Darstellung am PC und beim Druck.

Wenn man diese Kamera und ihre Technik als Optimum im Verhältnis von Geld und Leistung im Bereich der Fotografie sieht, dann kann man von dort gut Relationen bilden.

Theoretisch müssten Kameras, die teurer sind, auch technisch besser sein. Aber viele sind ja wohl eher nur vom Design anders. Natürlich gibt es auch technisch bessere Kameras. Die Frage ist dann nur, wieviel Preisdifferenz macht Sinn für wieviel Mehrwert. Denn es geht ja nicht um die Kamera, die am Nordpol einsatzbereit ist, sondern unterwegs in der Stadt und auf der Strasse.

Daraus schließe ich: So kommt wie in der Mode, neudeutsch Fashion, der Preis wohl weniger wegen der Technik sondern mehr wegen des Designs zustande. Wieviel Aufpreis ist Ihnen denn Design wert?

Wenn wir bei Nikon bleiben und uns nur die J1 und V1 anschauen, dann frage ich mich, wieso diese Kameras mehr kosten als die D3100. Fotografisch betrachtet müssten sie eigentlich zwischen 200 und 400 Euro kosten mit Objektiv – maximal.

Ähnlich interessant wird es dann bei den Systemkameras. Sie sind teilweise sehr hochpreisig, aber warum eigentlich? Welchen fotografischen Nutzen haben sie, der dies alles rechtfertigt? Und wieso kostet eine Systemkamera mehr als eine D3100? Offenkundig geht es auch hier ums Design und den Wunsch, Neues zu haben, das anders ist.

  • Nehmen wir als Beispiel die  Powershot G1X von Canon. Ist sie mehr als 500 Euro wert? Natürlich kann man, weil sie neu ist, für das Neue einen Aufpreis zahlen – wenn man will. Aber verglichen mit fotografischen Kriterien wäre zu fragen, welchen Mehrwert sie gegenüber der D3100 hat?
  • Oder nehmen Sie die Fuji X-Pro 1? Ist sie diesen hohen Preis wert? Was hat sie so besonderes, dass ein Preis jenseits aller Systemkameras und semiprofessioneller DSLRs definiert wird?
  • Das wird spannend. Angeblich soll Olympus eine digitale OM-D auf den Markt bringen mit eingebautem elektronischem Sucher. Wieviel wird diese Kamera kosten? Wenn wir auf die D3100 oder die Panasonic G3 schauen, dann dürfte diese Kamera nicht mehr als maximal 550 Euro mit Objektiv auf der Strasse kosten.

Es hilft ungemein, mit diesem Raster über Preise und Wünsche zu sprechen. Wenn Geld aber keine Rolle spielen sollte, dann ist dies alles hier natürlich irrelevant.

Die 100 Euro-Grenze bei Kompaktkameras

Dieselbe Entwicklung unter umgekehrten Vorzeichen gibt es bei Kompaktkameras. Bei Canon gibt es aktuell für ca. 80 Euro die Canon Powershot A1200. Die Kamera hat einen optischen Sucher, der mitzoomt und die Kamera hat praktisch alles ausser einem optischen Bildstabilisator.

Darauf will ich noch etwas eingehen. Den Bildstabilisator hatte bis vor zehn Jahren so gut wie keine Kamera und dieser kann auch nur bei langsamen Belichtungszeiten mit unbeweglichen Motiven helfen. Dafür könnte man in diesem Fall auch ein Ministativ nehmen. Aber wenn man mit der Powershot A1200 bei Sonne Fotos aufnimmt, dann sind in der Regel die Belichtungszeiten ja auch besonders kurz. Und da hat diese kleine und preiswerte Kamera eben etwas, das fast keine andere Kompaktkamera hat: den optischen Sucher, der auch bei Sonne echten Durchblick erlaubt.

Die Kamera macht gute Fotos fürs Web und reicht für kleine Ausdrucke (in Relation zu einem kleinen Sensor). Und bei niedrigen ISO gibt es wohl überhaupt keine Probleme in der Praxis.

Wenn man nun diese Kompaktkamera ebenfalls als Massstab nimmt und sich dann fragt, wieso andere Kompaktkameras bis zu 300 oder sogar 500 Euro kosten, dann ist die Beschäftigung mit der Frage, wofür soll ich denn mehr bezahlen, hochinteressant.

Versuchen Sie mal, darauf eine fotografisch substanzielle Antwort zu erhalten. Das hilft sehr bei der Auswahl der richtigen Kamera.

Der Trend

Offenkundig bezahlen wir mehr, weil es neu ist. Aber wie gesagt, neu ist meistens nicht besser – zumindest in der Fotografie aufgrund meiner eigenen Erfahrungen. Machen Sie sich einfach klar, sie bezahlen nur dafür, dass sie digitale Fotos erhalten. Und die sind von kleinen bis grossen Kameras heute schon in einer Qualität, die den normalen Nutzen vielfach überschreitet.

Umgekehrt will ich aber nicht die sozialen Unterschiede einebnen oder die professionellen Werkzeuge kleinreden. Da es hier aber um Konsumerprodukte geht (im Vergleich die Autoklassen von Golf und Twingo sozusagen), wäre dies ein anderes Thema.

Text Version 1.1

Die „besten“ Fotos – Blicke auf fotografische Wirklichkeiten

Naturkunst - Foto: Michael Mahlke

Womit ist man fotografisch sozial anerkannt innerhalb einer medienwirksamen Gruppe? Der Versuch, diese Frage zu beantworten ist zugleich ein Blick auf Werbung und Wirklichkeit.

Ich wollte hier ein paar Infos wiedergeben, die ich gefunden habe und die Anlass zum Weiterdenken sein können.

Deutschlands beste Fotografen bei Computerbild sind 2011 erfolgreich mit folgenden Kameras:

  1. analoge Kleinbildkamera
  2. Canon Sx200 IS
  3. Panasonic FZ50
  4. Nikon D90

 

Wer von der Fotografie leben will oder muß, der ist laut laif und Peter Rigaud erfolgreich, wenn er/sie folgendes erreicht:

  1. bessere Platzierungen in Magazinen
  2. bessere Preispolitik bei der Gage
  3. das richtige Image (Fotografen-Story) – wie man es macht sieht man z.B. hier
  4. besser Reportagen und Serien verkaufen

 

Die besten Fotos, eine Auswahl verschiedener Ausgewählter:

  1. die besten Fotos der DPA
  2. die besten Fotos vom Sony Wettbewerb
  3. die besten World Press Photos
  4. die besten Fotos vom Lumix Wettbewerb

 

1969 hat Andreas Feininger die Frage beantwortet „Wodurch wird eine Fotografie gut?“

Er schrieb: „Beim Analysieren von Fotos, die ich instinktmäßig als »gut« empfand, fand ich, daß diese Bilder ausnahmslos, obwohl in verschiedenem Maße, vier besondere Eigenschaften hatten:

  1. Aufmerksamkeit zu erregen
  2. Absicht und Sinn zu offenbaren
  3. gefühlsmäßig zu wirken
  4. grafische Gestaltung zu besitzen.“

 

Und nun noch die besten besonderen Listen

  1. Die besten Fotografen aller Zeiten
  2. Die besten internationalen Fotos der Lucie Foundation
  3. Die 100 besten Fotografen mit dem meisten Einfluss
  4. Die besten Fotos von Fotojournalisten
  5. Die besten Fotoblogs 2011 laut Life

Wenn Sie die Verlinkungen aufmerksam studieren, dann werden Sie feststellen, dass man ausserhalb von Deutschland ganz anders auf Fotos schaut und zum Teil auch Fotos bewertet.

So sind die „besten“ Fotos abhängig vom Zeitgeist, den Themen, den Kriterien, den Zielen, den Interessen etc.

Aber dies gilt natürlich nur für Reportage. Werbung, Lifestyle etc. haben andere Ziele.

Und Fotokunst ist wieder anders. „Ein Kunstfoto ist ein Foto, das keinen Zweck erfüllt.“ So lautet eine Sendung bei arte. Und eine andere Sicht auf die beste fotografische Welt.

In diesem Sinne wünsche ich ihnen nur das Beste…

 

Im Suchermodus zwischen Trend und Werbung

schöne Füsse festgehalten mit alter Kamera - Foto: Michael Mahlke

Persönliche Blicke auf die aktuelle fotografische Situation

Der Mut von Fuji und der Unmut der Käufer

Es gibt aktuell (11.01.2012) keine echten innovativen Neuerungen bei Digitalkameras. Das letzte Mal betrat Fuji mit der X100 Neuland und da muß noch etwas getan werden im Bereich Firmware, um daraus eine längerfristige Entwicklung zu machen.

Der Versuch mit der X10 ist zudem in meinen Augen noch in der Warteschleife, weil die Unberechenbarkeit beim Fotografieren in bezug auf die auftretenden „weißen Scheiben“ den Einsatz der Kamera zum reinen Fotolotto macht.

Ich denke, um aus einer Pioniertat keine Bruchlandung zu machen, ist noch einiges erforderlich. Und darauf warten offenkundig viele in diesem Fall immer noch.

Insellösungen

Nachdem Ricoh mit der GXR-Reihe den APS-C ähnlichen Sensor in die spiegellose Kamera geholt hat, kam Sony mit der NEX-Reihe, dann kam Samsung, aktuell Fuji mit der X-Pro 1 nach der X100 und nun kommt Canon mit der G1X.

Alle Hersteller verfolgen unterschiedliche Ansätze und setzen auf Insellösungen. Canon liefert eine Alles-In-Einem Kamera, Ricoh hat das flexibelste Modulsystem, Fuji wahrscheinlich den besten (optischen) Sucher und Sony die meisten Kameras in dieser Reihe. Mit allen grossen Sensoren wird man wohl gute bis sehr gute Fotos machen können, wenn auch jeder Hersteller seine Sensoren besonders loben wird.

Kundenfreundlichkeit

Stattdessen haben Panasonic und Olympus mit dem M43 (Micro-FourThirds) Standard ein für Kunden wesentlich freundlicheres System geschaffen. Hier ist es möglich, dass man beliebige Objektive des einen Herstellers mit Gehäusen des anderen Herstellers kombiniert.

Neu neben alt

Aktuell sieht man, wie versucht wird, die ausgebauten Systeme der DSLR-Kameras durch neue Systemkameras abzulösen. Da Canon und Nikon die am besten ausgebauten DSLR-Systeme haben, scheinen sie eher zurückhaltend. Das hat aber auch gute Gründe.

Für mich sprach gegen die bisherigen DSLRs insbesondere das laute Auslösegeräusch und die „Klobigkeit“ der Gehäuse (wichtig: ich spreche vom Konsumerbereich, nicht vom Semi/Profi). Beides hat z.B. Nikon mit der D3100 weitgehend beseitigt. Bei Canon stört mich das laute Auslösen immer noch.

Setze ich nun die vermeintlich kleineren Systemkameras dagegen, dann sind diese in meinen Augen

  • nicht wirklich praxistauglich  kleiner (schon gar keine Hosentaschenkameras),
  • sie haben keinen so guten (optischen) Sucher (wenn überhaupt),
  • sie sind sogar lauter im Auslösegeräusch und
  • die optischen Gesetze waren auch bei den Objektiven nicht ausser kraft zu setzen.

Lichtstärke macht auch hier die Objektive schwer und groß. Man darf die Objektive übrigens nicht nur eingefahren und im Transportmodus sehen sondern auch ausgefahren.

Wenn man dann eine DSLR wie die D3100 neben eine Systemkamera hält, wird deutlich, wie gering die Unterschiede sind, wenn zum Beispiel zwei Gehäuse mit Sucher als Vergleich dienen.

Dennoch wird versucht, neue Absatzmärkte aufzubauen und die Systemkameras als die bessere Alternative aufzubauen. Bisher sehe ich aber nicht, dass auch nur eines meiner oben aufgeführten Argumente für DSLRs durch eine Systemkamera aufgefangen und/oder verbessert wurde.

Einzig die Canon G1X ist irgendwie sehr klug konzipiert. Wer eine DSLR mit lichtstarken Objektiven nutzt, der wird dies auch weiterhin tun (oder das Ricoh GXR-System). Dagegen kann die G1X nicht an. Aber als Ergänzung zur DSLR-Kombination ist diese Kamera sicherlich sehr sinnvoll. Wenn denn alles klappt und technisch ok ist, dann wird die G1X wohl Canon und den Kunden gemeinsam viel Freude bereiten.

Wie geht es nun weiter?

Es wird wohl eine Parallelität der Systeme geben. Die aktuellen Trends  sind sehr vielschichtig.

Aber

  • große Chips,
  • Retrodesign,
  • der Einbau von Suchern und
  • Insellösungen

scheinen einige der Themen zu sein, die sich gerade entwickeln. Da fast alles jenseits der 500 Euro Marke (ca. 1000 DM) angesiedelt ist, wird auch zu fragen sein, inwiefern diese Preise durch fotografische Leistung und Mehrleistung gerechtfertigt sind.

Da werden wir alle noch viel Spass haben!

 

Vom Zauber älterer Neuentdeckungen oder digitale Oldtimer und der besondere Charme

von der Leica M6 zur Lumix DMC-L1 – Foto: Michael Mahlke

Digitale Oldtimer werden aktuell

Manchmal erleben verschiedene Menschen dasselbe. Immer wieder und in letzter Zeit verstärkt „spiele“ ich mit der Panasonic DMC-L1. Die gab es auch als Digilux 3. Alle Fotos, die ich damit gemacht habe, waren irgendwie besonders schön. Sie hatten einen besonderen Zauber.

Aber als ich dann die Erfahrung machte, dass in der Strassenfotografie unauffälliges Fotografieren aus der Nähe nur noch mit handyähnlichen Kameras möglich ist und in der Reisefotografie das „standardisierte“ Weitwinkelbild geliebt wird, suchte ich andere Kameras.

Doch der Geschmack an grossen Kameras kam zurück und die Bilder der DMC-L1 hatten immer einen besonderen Schick, den ich mit keiner anderen Kamera hinbekam. Selbst die Nachbearbeitung mit digitalen Filtern veränderte die Fotos anderer Kameras nicht so, dass ich sagen könnte, ja es ist praktisch gleich.

Digitale Oldtimer haben Charme

Und jetzt schreiben wir das Jahr 2012 und plötzlich veröffentlicht C. Garrard einen Artikel über die DMC-L1. Man muss sich natürlich fragen, warum macht Carl Garrard das. Das kann ja auch PR sein, wenn Panasonic eine DMC-L2 plant und die alte Kamera aktualisiert bewertet  und in die fotografische Diskussion gebloggt werden soll. Das kann so sein. (Nachtrag 2015: Und tatsächlich kam 2013 die GX7 heraus)

Es kann aber auch sein, dass da einfach jemand einen Artikel über eine Kamera schreibt, die ihm gefällt und die auch noch mal gewürdigt werden soll im Ozean der fotografischen Nachrichten. Das hat Mr Garrard früher auch schon getan. Ich erinnere an seinen sehr substanziellen Artikel zur GX200/GX300.

Wir werden sehen, was davon stimmt. Aber davon abgesehen gibt es in dem Artikel Argumente, die auch meine wären.

von der Leica M6 mit Festbrennweite zur Lumix DMC-L1 mit Varioobjektiv – Foto: Michael Mahlke

Warum?

Auch er schreibt vom Zauber, den die Fotos dieser Kamera ausstrahlen und von dem besonderen Gefühl, mit dieser Kamera zu fotografieren.

Was dem einen sein Oldtimer, ist dem anderen seine digitale Oldtimer-Kamera. Und es scheint, dass langsam die Zeit beginnt, bei der ältere digitale Kameras noch einen hohen Nutzwert haben und die Zeit der digitalen Oldtimer beginnt.

Die Digitalkameras der ersten Jahre waren von den Versuchen mit der neuen Technik bestimmt. Und die Kameras mit bis zu 5 Megapixel waren zwar für den Monitor gut nutzbar aber für Ausdrucke weniger.

Seit es mehr als 5 Megapixel gibt und seit die Modelle technisch, optisch, sensormässig und softwaremässig ausgereifter wurden, entstanden dann Kameras, die heute ebenso nutzbar sind wie neue Modelle. Der meistens einzige echte Unterschied für das Fotografieren ist die ISO-Zahl bei schlechtem Licht.

Der ISO-Faktor

Man kann mit allen älteren Modellen mit niedrigen ISO auf Stativ hervorragende Fotos machen bei unbewegten Objekten. Nur bei bewegten Objekten im Schummerlicht geht es nicht mit hohen ISO und kurzen Verschlusszeiten. Dafür gibt es heute eben Kameras wie die D3S, die das können. Aber wer will so eine Kamera dabei haben?

Hinzu kommt natürlich, dass man die älteren Kameras mit mehr als 5 Megapixel auch noch in zehn oder zwanzig Jahren nutzen kann für Web und Druck. Und wenn immer mehr ins Web verlagert wird, dann wohl noch länger.

Zudem wird es sicherlich irgendwann auf minimale Unterschiede bei der Darstellung digitaler Fotos am Monitor und im Netz ankommen. Dann wird auch deutlich werden, dass digitale Filter nicht alles können.

In diese Kategorie der digitalen Oldtimer gehören sicherlich u.a. auch die Sony DSC-R1, von Canon die EOS 5D und die EOS 40D, die Sigma DP1s  und die Olympus E400. Sie haben alle bemerkenswerte Chips, die die Kameras für Kenner auf Fotos auch heute noch eindeutig identifizierbar machen.

Nur Erfahrung zählt

Aber was ich hier schreibe, ist nicht durch Tests erfahrbar und erlebbar. Es ist die Folge

  • von Erfahrung durch die Benutzung verschiedener Kameras in unterschiedlichen fotografischen Situationen,
  • das Betrachten sehr unterschiedlicher Fotos verschiedener Kameras im Vergleich
  • und das Gefühl für technisch-fotografische Zusammenhänge

So wird dann aus einer vermeintlich alten Kamera ein Luxusobjekt der digitalen Oldtimerszene. Dabei sind es eben nicht die teuersten Kameras, um die es geht. Sondern es sind besondere Kameras mit heute nicht mehr hergestellten Sensoren, die für besondere Fotos und besonderes Fotografieren stehen. Das ist natürlich auch in der analogen Ära so gewesen.

Der Genuss, Momente mit einer Kamera festzuhalten, die über besondere Merkmale verfügte oder die dem Fotografierenden einen besonderen Zugang vermittelte für das Festhalten der Motive oder die Gestaltung – das ist und bleibt etwas besonderes.

Es gibt bei den grossen Fotocommunities schon länger Treffen von Analogfotografen, die sich speziell auf ein Modell konzentriert haben und dann als Gruppe damit Fotos machen und sich danach zusammensetzen. Das wird es sicherlich in absehbarer Zeit auch für digitale Kamera-Oldtimer geben.  Vielleicht gibt es dann Aufrufe zum Fototreff auf der Kö/ am Dom oder in Elberfeld, um die Wirklichkeit mit dem Sensor einer DMC-L1/Digilux 3 gemeinsam festzuhalten und danach ein Alt/Kölsch oder einen guten Kaffee zu trinken.

So bieten sich völlig neue Möglichkeiten, dabei zu sein, und auch danach online Bilderwelten auszutauschen und die Freude am Fotografieren mit diesen digitalen Oldtimern zu pflegen.

Miniatureffekt und Diorama – Möglichkeiten eingebauter kreativer Fotografie

Fotos wie im Miniland oder Spielzeugladen. In immer mehr neuen Digitalkameras gibt es sogenannte Kreative Filter oder Art Filter. Diese gelten für Fotos und manchmal auch für Videos. Ein auffälliger Effekt ist der Miniatureffekt.

„Die Täuschung entsteht durch die am Computer erschaffene geringe Schärfeausdehnung im Bild. Fotos von sehr kleinen Objekten werden mit Makro-Objektiven angefertigt, die eine charakteristische Unschärfe vor und hinter dem fokussierten Punkt am Motiv entstehen lassen. Besitzt ein Foto nun diese makrotypische geringe Schärfentiefe, entsteht sofort der Eindruck, dass es sich um kleine Objekte auf dem Bild handeln muss“, so die Erklärung bei netzwelt.de.

Was kann man damit machen? Ist es sinnvoll, diesen Effekt zu nutzen? Ich habe es auf einer einfachen Bahnfahrt nach Wuppertal und in Wuppertal mit der Schwebebahn ausprobiert. So erzähle ich nun die Geschichte einer Eisenbahnfahrt von Remscheid nach Wuppertal.

Alles fing damit an, dass ich in Remscheid am Bahnhof stand. Es erfolgte die Durchsage, dass der nächste Zug ca. 20 Minuten Verspätung hat. Ich ging auf die Treppe, die zu den Gleisen führt. Hier stand ich etwa drei Meter hoch und machte das erste Foto. Und siehe da, es wirkt irgendwie mini.

Wie man hier sieht, funktioniert der Miniatureffekt nicht, wenn man die Dinge auf gleicher Höhe aufnimmt. Dieses Foto ist lediglich oben und unten unscharf.

Das relativiert sich durch Abstand. Hier ist der Blick leicht nach unten gerichtet und schon verkleinert sich für das Auge die Situation. Und natürlich führt zunehmende Entfernung ebenfalls zu einer Verkleinerung.

Hier bin ich in Wuppertal Oberbarmen. Ein Blick aus dem Treppenhaus zur Schwebebahn auf den Vorplatz. Von oben mit Abstand wirkt der Miniatureffekt am besten. Minimenschen mit Minitischen und Minibäumen sind für das Auge die Folge.

Dieses Bild vereint beide Betrachtungsweisen. Der telefonierende Mensch ist auf gleicher Höhe und der Blick auf den Bahnhof mit den Autos und den Menschen ist tiefer. Dadurch hat das Bild sowohl einen Blick ins Miniland als auch eine normale Perspektive. Vielleicht würde man es gar nicht so wahrnehmen, wenn man nicht wüßte, dass dieser Effekt eingesetzt wurde.

Aus optischer Sicht bietet sich die Schwebebahn natürlich für den Miniatureffekt an, weil man von oben fotografieren kann. Hier ist ein Beispiel für eine echte Minilandschaft. Wenn man sich vorstellt, dass es sich um einen echten Spielplatz mit echten Menschen handelt, dann ist der Miniatureffekt hier natürlich komplett sichtbar.

Mittlerweile bin ich dann in Elberfeld angekommen. Hier sieht man den Busbahnhof aus Sicht der Schwebebahn. Echt mini!

Hier ist es die umgekehrte Perspektive: von unten nach oben und nicht von oben nach unten fotografiert.

Was kann man nun damit anfangen? Ist dies nur ein Spass oder kann man damit mehr machen? Ich finde, für reine Internetfotos und für illustrative Bereiche ist dieser Effekt nutzbar. Unter dem Gesichtspunkt der Persönlichkeitsrechte ist er sogar ideal, weil niemand mehr erkennbar ist.

Die Grenzen ergeben sich aus dem Thema.

Es gibt Möglichkeiten, um diesen Effekt selbst auf Fotos nachträglich anzuwenden. Dies geht sogar online und kostenlos.

Abgesehen davon macht es mir allerdings mehr Spass, wenn ich dies alles direkt in der Kamera machen kann.

Die Firma Canon hat dies alles in einem Prospekt erläutert mit Fotos von Schloß Burg im Bergischen Land.

Und auf legovogel.de gibt es sogar ein Video mit einer Reise durch San Franciso, welches uns die Stadt auf völlig neue Art und Weise nahebringt.

Darüber hinaus gibt es bei dasfotoportal.de eine gute Darstellung, wie man dies alles hinterher durch Photoshop machen kann.

Bei hna.de gibt es sogar Leserfotos, die ebenfalls Perspektiven und Ereignisse dokumentieren.

Und bei fotomonat.de finden Sie eine gute Anleitung, um den super Monochrom Effekt der Olympus Art-Filter mit ACDsee selbst zu machen.

Es gibt also einige Möglichkeiten für eine informative Nutzung des digitalen Miniatureffektes. Un im Zeitalter der digitalen Möglichkeiten werden Reportagen und Berichte durch solche Darstellungen interessant, weil sie unterhaltend sind. So kann man Artikel aufpeppen ohne grossen Aufwand und es entstehen zum Teil einzigartige digitale Minikunstwerke.

Und es macht immer wieder Spass!

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