Reportagen

Schwarzweiss in der Reportage – heute noch aktuell?

Nie war die monochrome Fotografie einfacher als heute. Fast jede Software wandelt Fotos in monochrome Fotos um. Schwarzweiß-Fotografie ist auf Knopfdruck möglich, mit Filmkorn, ohne Filmkorn, mit Textur, ohne Textur – einfach wunderbar.

Aber ist das überhaupt noch interessant für Fotos, die etwas zeigen sollen?

Ich habe dies ausprobiert und möchte die Ergebnisse hier zeigen. Es handelt sich um den Rollei Retro 100 Tonal Film, den ich digital „eingesetzt“ habe.

Am Wenzelnberg wurden 71 Menschen ermordet. Die Gedenkfeier dazu fand am 6. April 2014 statt.

1. Foto

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

2. Foto

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

3. Foto

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

4. Foto

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

5. Foto

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Wie wirken diese Fotos?

Sind sie eindrucksvoller als die farbige Berichterstattung so wie hier?

Sind monochrome Fotos für eine solche Berichterstattung besser?

Oder haben Sie keine besondere Aussagekraft?

Ich denke, es kommt darauf an, was besser gefällt.

Vielleicht sind hier bunte Fotos von Demonstrationen und solchen Kundgebungen die bessere Wahl, weil sie auch die Farben zeigen, die dort bewußt gewählt wurden, um Aussagen zu verstärken.

Aber das Foto von Sylvia Löhrmann gefällt mir schwarzweiss besser als in Farbe obwohl die rote Brille mit den roten Farben auch einen besonderen Reiz hat.

Nun könnte man ja darauf kommen, das Beste aus zwei Welten miteinander zu verbinden und ein schwarzweisses Foto mit roter Brille und roten Blumen zu kreieren.

Das habe ich abschließend auch probiert.

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Aber ob das Beste aus zwei Welten zusammen eine noch bessere Welt ergibt möchte ich bezweifeln.

Mir gefällt das monochrome Foto oder das bunte Foto jeweils auf seine eigene Art besser als dieses kombinierte Foto.

Monochrom bleibt eben monochrom und bunt bleibt bunt.

Die Fotografie muss würdigen und Menschenwürde zeigen

Als im letzten Jahr an der Bergischen Universität Wuppertal eine Armutskonferenz stattfand, war dort auch eine Fotoausstellung über Armut in Deutschland heute zu sehen.

Am 23.11.2013 veranstaltete die Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW, das Interdisziplinäres Zentrum: Kindheiten. Gesellschaften der Bergischen Universität Wuppertal und das Beratungs- und Unterstützungswerk Tacheles Wuppertal eine Armutskonferenz. Im Vorfeld der Veranstaltung eröffnete R-Mediabase am 21.11. die Fotoausstellung „Armut in Deutschland“ ebenfalls in der Bergischen Universität Wuppertal. Gezeigt wurden Arbeiten von Kurt Feisel, Hans-Dieter Hey, Karin Richert, Dr. Marcus Richter, Hubert Perschke und Jochen Vogler.

Ein schwieriges Thema in einer schwierigen Zeit.

Diese Ausstellung wurde seitdem ununterbrochen an verschiedenen Orten gezeigt.

  • Hat Armut in der Fotografie heute noch Gesichter?
  • Führt die Anonymisierung dazu, daß dieses Thema nicht mehr sichtbar ist?
  • Wie gehen die beteiligten Fotografen damit um?

Ich hatte das Glück zwei der beteiligten Fotografen zu treffen, Kurt Feisel und Jochen Vogler. Die Fotoausstellung ist ein Projekt von r-mediabase mit Unterstützung von ver.di nrw und der Rosa- Luxemburg Stiftung NRW an dem 5 Fotografen und 1 Fotografin beteiligt sind.

von links: Jochen Vogler und Kurt Feisel im Cafe Tacheles, hinter ihnen Fotos der Ausstellung - Foto: Michael Mahlke

von links: Jochen Vogler und Kurt Feisel im Cafe Tacheles, hinter ihnen Fotos der Ausstellung – Foto: Michael Mahlke

Wir trafen uns im Cafe Tacheles des Tacheles e.V. , der nicht nur bei der Armutskonferenz Mitveranstalter war sondern aktuell auch die Ausstellung im Cafe zeigt.

Foto: Michael Mahlke

Jochen Vogler – Foto: Michael Mahlke

Der aktuelle Ausstellungsort Tacheles ist in ununterbrochener Folge der 4. Ausstellungsort. Danach wird sie weiterwandern. Sie umfaßt aktuell 25 Fotos und kann gerne über r-mediabase ausgeliehen werden.

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten ist auch fotografisch entscheidend. Kurt Feisel und Jochen Vogler haben dies gemeinsam mit den anderen Beteiligten versucht.

Wie unterschiedlich man dies fotografisch machen kann finden Sie hier dargestellt.