Kurz & Knapp

Das war mir neu: Fotomonat.de hat noch viel mehr Aufrufe als dokumentiert

iframe google screenshot by m. mahlke

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Ich habe über die Bildersuche berichtet, bei der die Suchmaschinen dazu übergehen, einfach einen Rahmen um vorhandene Inhalte zu legen. Das ist ja eigentlich verboten, wenn es nicht ausdrücklich erlaubt wird.

Aber ich habe mich offenkundig geirrt. Das Spiel ist noch böser.

Bei einer Kontrolle, welche Fotos angezeigt werden, staunte ich nicht schlecht. Ich rief die Bildersuche auf und klickte die Fotos an.

Danach ging ich in die Logfiles, um zu sehen, wie die aufgerufenen und angeklickten Fotos als Logs dargestellt werden.

Da war nichts.

Kein Eintrag.

Nachfrage beim Provider.

Ergebnis: keine Einträge, keine Aufrufe.

Das kann doch nur bedeuten, daß die Seiten komplett schon bei Google und co gespeichert sind und von dort aus aufgerufen werden. Dort werden dann die Seitenaufrufe auf meine Inhalte gespeichert, die dorthin kopiert worden sind.

Muß ich noch mehr schreiben?

 

Der geschlossene Kreis meiner Fotografie

Michael Mahlke

Michael Mahlke

Vorher gab es das nicht. Daher ist es schwierig zu schreiben, es sei vorbei. Es ist nie richtig vorbei seitdem es das digitale Publizieren gibt.

Ich bin in der Vergangenheit immer über den Kopf zum Leben gekommen. So war es auch in der Fotografie.

Wenn man Ereignisse als Symbole für Entwicklungen nehmen will, dann war mein fotografischer Beginn 1999 der Kampf um Mannesmann.

Eigentlich habe ich von 1999 bis 2005 fotografiert und dann von Henri Cartier-Bresson gelernt.

Von 2005 bis 2010 habe ich mich theoretisch und praktisch geschult und schulen lassen und dabei publiziert und fotografiert.

Und von 2010 bis heute habe ich das Ganze weiter entwickelt und alle theoretischen und praktischen Höhen und Tiefen meiner Themen in der Fotografie angepackt.

Projekte wie 1214.wupperart sind entstanden und viele andere Dinge. Alles eigene Lebenszeit und eigenes Erleben sozialer Zustände.

Und natürlich fotomonat. Aus Eins mach Drei damit es Eins bleiben kann.

Nun ist das Gefühl da, alles gesagt zu haben was mir dabei wichtig war, alle Erkenntnisse zu haben, die mich interessierten und an dem Punkt zu sein, wo ich mich nur noch wiederholen könnte.

Da hört man besser so auf.

Erfahrungsgemäß mache ich damit den Weg frei für Neues.

Nach Hegel gibt es jetzt eine Höherentwicklung, wenn man sich nicht wiederholt.

Der Drang zur Fotografie ist geblieben.

Die Zeit als Ideengeber für Dritte ist nun so ebenfalls vorbei.

Die ganzen Agenturen werden sich für ihre Auftraggeber selbst den Kopf zerbrechen müssen. Das heimliche Gucken bei mir ohne mich mal zu loben (geschweige denn mich dafür zu bezahlen) hat sich damit erledigt.

Denkt mal selbst, ist gar nicht so einfach!

Die täglichen Tests, ob ich ihren Kriterien von Backlinks oder SEO oder was auch immer entspreche, ist ebenfalls vorbei.

Ich mache Platz in meinen Kopf für neue Zeiten.

Ich habe dieses Mal nicht das Gefühl gescheitert zu sein sondern weiter zu sein.

Die Fotografie hat einen Platz in meinen Leben als Tür zur Welt und Welt mit Tür zum Selbst.

So ist dies alles original Michael Mahlke und zugleich meine tägliche Tür aus meiner Welt und in meine Welt gewesen.

Das Vergangene ist vorbei, die Gegenwart ist JETZT.

Es ist Zeit für die neue Zeitgeist-Fotografie.

Also dann!

Der Blick über die Schulter von Henri Cartier-Bresson

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Der Kreis hat sich geschlossen mit der Neuauflage des Buches The Decisive Moment bzw. Images a la Sauvette von Henri Cartier-Bresson.

Ich hätte nie gedacht, daß ich dies noch erleben würde, weil das Buch so rar und damit so teuer wie Juwelen war, also für mich unerreichbar.

Nun hat der Steidl-Verlag mit der Neuauflage ein großartiges Projekt umgesetzt.

Dafür kann man dem Verlag nicht genug danken.

Ich habe begonnen mit dem Fotografieren ohne Orientierung und traf dann Cartier-Bresson in Büchern.

Er führte mich zu der Frage, wie ich besser fotografieren kann.

Und er brachte mir das Sehen bei.

So konnte ich mich entwickeln.

Bei mir fing die selbstgestaltete Fotografie mit Cartier-Bresson an.

Er war mein Lehrer, auch wenn er mich nicht kannte.

In seinem Sinne begann ich dann digital zu schreiben und meine fotografischen Kenntnisse umzusetzen.

Danken möchte ich auch meinem Freund Bernd Schiele, der mich auf manche Fotoausstellung mitnahm oder begleitete, wenn es mit der Gesundheit oder dem Geld nicht so klappte.

Stundenlanges Studieren von Fotos und der Besuch von Museen in Dresden und Düsseldorf half mir ebenfalls weiter.

Ich lernte auch andere Fotografen kennen.

Ich entwickelte mich sogar weiter und von Cartier-Bresson weg, weil ich andere Wege gehen wollte.

Aber letztlich brachte mich gerade seine Strenge in der Anwendung der Geometrie (die ich übernahm) dazu frei zu werden beim Sehen und beim Fotografieren.

Selbst wenn ich die Regeln der visuellen Grammatik breche sind sie die Grundlage.

Und bis heute habe ich Freude daran, Fotos zu komponieren und habe das Gefühl, es ist ein gutes Foto, wenn es geklappt hat.

Das Komponieren ist das Fotografieren.

Das Foto ist das fertige Musikstück, die visuelle Grammatik ist das Repertoire der Noten und die Anwendung der visuellen Grammatik in Form von Techniken ist die Melodie.

Es könnte sein.

Und deshalb ist dieses Buch etwas ganz besonderes für mich.

Denn wer es aufschlägt und die Größe der Fotos anschaut, sieht erst einmal wie schwierig es ist, ein großes Foto so zu gestalten, daß es nicht nur wirkt, wenn es klein ist.

Dabei meine ich keine Kunstprodukte am PC sondern echte Momente, aufgenommen mit der Kamera und hinterher so groß gedruckt wie in dem Buch The Decisive Moment.

Übrigens, so hätte wohl  Monsieur Cartier-Bresson die Szene gesehen:

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Mit Cartier-Bresson fing alles an.

Nun ist der Kreis geschlossen.

Mit einem Happy-End.

Magnum´s First und Magnum neu – Gesicht der Zeit gestern und heute?

Die Fotoagentur Magnum ist wie ihre Fotografen ein Beispiel für den Wandel geworden.

Dies kann man sehr schön sehen, wenn man sich die erste Ausstellung von Magnum anschaut und im Anschluß daran auf die Webseite wechselt.

Zu der ersten Ausstellung gibt es ein schönes Video:

 

Was hat sich verändert?

Auf der Webseite der Fotoagentur Magnum gibt es einen Menüpunkt Blog. Dort sehen Sie dann, was ich meine.

Magnum zeigt nun aus dem Archiv Slideshows mit Fotos zu Themen und Fotografen und parallel dazu Fotografien und Projekte von heute.

Ich finde besonders bemerkenswert, daß hier auch aktuelle monochrome Reportagen zu finden sind.

Allerdings ist auch klar, was sich geändert hat.

Früher sah man solche Fotos erst, wenn man eine Zeitung kaufte.

Heute sieht man sie online, damit man auf die Webseite kommt, um die Fotografen und ihre Angebote kennenzulernen.

Das sind Seminare, sog. Master workshops, und natürlich Fotos.

Hinzu kommen Ausstellungen vor Ort und einiges drumherum.

Es ist ein guter Ort für Fotoreportagen  und es zeigt sich sehr stark der Wandel in der Reportage-Fotografie und der Vermarktung.

Das Foto ist nicht alleiniges Endprodukt sondern Ausgangsprodukt für viele andere Dinge.

Gerade der Kontrast zwischen der ersten Ausstellung und dem, was heute ausgestellt wird, zeigt, wie die Welt sich veränderte.

Und wie sie sich gleich blieb.

Die erste Ausstellung hieß Gesicht der Zeit.

Die Webseite zeigt das neue Gesicht der Zeit.

 

Digitalkameras für Journalismus, Reportage und Strassenfotografie

An dieser Stelle hätte ich vor ein paar Jahren noch die Frage gestellt, welche Kamera ist gut für Reportagefotografie?

Diese Frage stelle ich heute nicht mehr, weil heute so gut wie jede Kamera gut ist für journalistische Fotoreportagen und Streetphotography.

Auch das hat mit dem Wandel zu tun, allerdings dem technischen Wandel:

  • Heute ist jede hochwertige Kompaktkamera ab ca. 150 Euro in der Lage, überall richtig gute Fotos zu machen
  • Heute ist die Unauffälligkeit bei Streetphotograpy bzw. Strassenfotografie eher nicht mehr mit einer Leica M gegeben sondern mit viel kleineren Kameras und je nach sozialer Situation eher noch mit einem Smartphone
  • Heute werden die meisten Fotos online gezeigt und die Ansprüche an Fotos haben sich geändert

So ist die Entkoppelung spezieller Kameramarken von gutem Fotojournalismus auch ein Teil dieses Gesichts der neuen Zeit. Geschadet hat es ihm nicht.

Der gesichtslose Arbeitnehmer als Merkmal des Zeitgeistes

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Früher waren Arbeiter stolz darauf fotografiert zu werden.

Es gab sogar die Arbeiterfotografie.

Menschen und ihre Gesichter erzählten und erzählen viel über sich selbst und die Welt, in der sie leben.

Und heute?

„Was machen Sie denn da? Sie wollen mich doch nicht etwa fotografieren?“ brüllt mir aus 50 Meter Entfernung ein Mann zu, der am Rande einer Großbaustelle arbeitet, bei der ich gerade die Stützwand eines Gebäudes fotografierte.

Es war Samstag gegen Mittag und das Wetter war freundlich.

Ging es der Person um das Recht am eigenen Bild oder hatte sie eher Angst, daß etwas dokumentiert wird, was nicht gesehen werden soll?

Die Frage wird wohl offen bleiben.

Nun habe ich das Foto erst gemacht als die Person hinter dem LKW verschwunden war.

Wie man sieht, sieht man nichts außer Überresten einer eher schweren Arbeit.

Zwei Tage drauf an anderer Stelle.

Viel Lärm und Sägenlärm.

Was ist da los?

„Sie dürfen hier nicht fotografieren. Ich rufe jetzt die Polizei.“

„Ja rufen Sie die Polizei. Ich warte darauf. Ich bin hier auf einer öffentlichen Strasse und fotografiere, was hier gerade geschieht.“

„Was fällt Ihnen denn ein. Sie dürfen hier nichts fotografieren. Ich rufe die Polizei.“

„Ja rufen Sie doch endlich die Polizei.“

Dann hupten oben Autos und der LKW mußte erst einmal aufwendig die Strasse freimachen.

Daher sieht man hier auch keine Menschen sondern nur die Strasse…

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Foto: Michael Mahlke

So ist das heute.

Blickt man zurück auf die Geschichte, dann war dies früher anders.

Fakt ist, daß heute (auch die Gesichter) arbeitende(r) Menschen aus den öffentlichen Medien verschwinden.

Damit ist dies eine andere Öffentlichkeit geworden.

Und deshalb ist dies ein Artikel ohne Gesichter.

 

Albert Hennig und das Auge des Arbeiters

Albert Hennig hatte mehr Fotos als er zugab. Erst 2008 nach dem Tod seiner Witwe wurden sie gefunden. Nun gibt es eine Ausstellung „Das Auge des Arbeiters“.

Aber er ist nicht der einzige Fotograf, dessen Fotos hier zu sehen sind. Zudem trifft hier die Fotografie auf die „Jungen Wilden“.

Das sind Maler wie Otto Dix, die Hildebrand Gurlitt 1926 in Zwickau ausstellte und die sich hier nun alle wiedertreffen in einer gemeinsamen Ausstellung mit Malerei und Fotografie.

Die Ausstellung ist zuerst in Zwickau und danach in Köln und Dresden zu sehen.

Sie ist großartig und eindrucksvoll.

Die einen erforschen die Fotos, die anderen machen die Fotos.

Hier kommen beide zusammen.

 

Wieder einmal ist Fotomonat Quelle für Inspirationen und Fachkompetenz

Durch mein Studium von Fotobüchern gestern und heute sind mir einige Perlen ins Auge gefallen und mir war klar, daß es einen Markt gibt für Neuauflagen bestimmter Werke.

Ich habe deshalb vor über einem Jahr vorgeschlagen, ein Buch von Henri Cartier-Bresson neu aufzulegen zu einem Preis um die 100 Euro, weil ich mir sicher war, daß dieses Buch gekauft wird.

Faszinierenderweise wird es nun neu aufgelegt und für 98 Euro verkauft.

Fotomonat ist eben eine fachkompetente und seriöse Quelle für Fotografie mit dem Schwerpunkt Dokumentarfotografie auf die man hört.

 

Fotografieren oder Schreiben?

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Alles kommt wieder. In der aktuellen photonews 7-8/14 schreibt Markus Weckesser über die Fotoausstellung (Mis)understanding Photography im Essener Folgwang Museum.

„Die Theorie ist das ungeliebte Kind der Fotografie … Solche Kompendien versammeln kanonische Abhandlungen von große Geistern wie Benjamin, Kracauer, Barthes und Sontag, wobei keiner der Autoren selbst fotografiert hat. Bemerkenswert ist somit das Konzept der Ausstellung… Im ersten Teil reflektieren Fotografen das Medium Fotografie … Der zweite Teil präsentiert 58 Manifeste, Statements, Essays und Thesen. Und zwar ausschließlich von Fotografen.“

Weckesser wirft hier die Frage auf, ob die, die über etwas schreiben, es auch praktizieren müssen.

Gute Frage und Diogenes antwortet, es kommt darauf an.

  • Wer über das Fotografieren und seine sozialen Auswirkungen schreibt, der muß nicht fotografieren.
  • Wer aber über das Fotografieren als Tätigkeit schreibt, der sollte auch fotografieren.

Fotografen haben in der Regel nicht das gedankliche Instrumentarium erlernt, um gesellschaftliche Entwicklungen entsprechend einordnen zu können im Sinne einer wissenschaftlich orientierten Betrachtungsweise. Daher ist es nachvollziehbar, wenn Menschen über Fotografie schreiben, auch wenn sie nicht fotografieren oder fotografiert haben.

Berlin – in einer Hundenacht

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Es gibt sie noch, die Webseiten, die mit guten Fotos begeistern. Und dabei auch noch monochrom sind.

Gundula Schulze Eldowy hat so eine Webseite mit dem Titel „Berlin in einer Hundenacht“.

Dort findet man dokumentarische Fotos, die sowohl Fotoreportagen sind als auch dokumentierte Alltagsgeschichte, weil sie schon älter sind. Es sind ostdeutsche Zustände, die die Kraft von Fotos zeigen und den Charakter der Menschen.

Vertonte Geschichten mit diesen Fotos ermöglichen interessante Einblicke in die damalige Zeit.

Es ist die Kraft der sozialdokumentarischen Fotografie, die uns aus allen Fotos entgegenspringt.

Aber es sind offenkundig überwiegend Fotos, die ohne persönliches Kennenlernen nicht möglich gewesen wären.

„Ihre Fotografien von fast altmeisterlicher Kompositionstechnik entstehen aus Beziehungen, nicht aus Beobachtungen und stehen somit in einer Reihe mit dem Werk von Nan Goldin, Boris Mikhailov oder Nobuyoshi Araki“ schrieb einmal das monopol-magazin.

Sie zeigen sehr schön das Subjektive als entscheidende Kraft sozialdokumentarischer Fotografie.

Daher ist oft auch eine besondere Nähe darin zu finden.

Sie machen die Fotos intensiver.