Kurz & Knapp

Aktuelle Kamera-Schnäppchen

Über 100 neue Kameras wurden dieses Jahr schon vorgestellt.

 

  • Sind sie besser als die Kameras vom letzten Jahr oder davor?
  • Welches Preis-Leistungsverhältnis stimmt?
  • Wie findet man die richtige Kamera und bezahlt nicht zu viel? Dazu habe ich an anderer Stelle schon etwas geschrieben.

 

Ich möchte hier ein paar aktuelle Eindrücke wiedergeben von Kameras und Preisen (zum Zeitpunkt meiner Abfrage im Internet), die ich empfehlenswert finde:

 

  • Die Nikon P300 gibt es aktuell mit original Nikon Tasche und 4 GB Karte für 179 Euro. Es ist eine Kamera mit Lichtstärke F1,8, sehr gutem Weitwinkel und ausser RAW kann sie eigentlich alles, was man sich als Fotoprofi für das Web wünscht.
  • Die Casio EX-H20G mit GPS gibt es aktuell für 125 Euro. Es ist eine Reisekamera für Automatikfreunde, die komplette Reisen aufzeichnet und einen sehr langlebigen Akku hat.
  • Die Olympus E-PM1 kostet 199 Euro, die E-P2 kostet 254 Euro, die E-PL1 kostet 143 Euro. Alle Preise beziehen sich auf das Gehäuse plus Zubehör ohne Objektiv. Damit erhält man erstklassige Systemkameras, die mit jeder Art von MFT-Objektiv genutzt werden können und diese sind preiswert gebraucht oder neu erhältlich.
  • Die Ricoh CX4 gibt es aktuell für 123 Euro. Es ist eine Kamera, die mit sehr gutem Display und guter Optik von 28-300 Millimeter punktet.
  • Die Canon Powershot s95 gibt es für 270 Euro. Eine der besten und professionellsten kleinen Kameras, die jemals gebaut wurden.
  •  Und es gibt aktuell komplette Einsteiger-Kombinationen von DSLR und Kit-Objektiv für 400 bis 450 Euro.

 

Natürlich können die hier von mir genannten Preise für Neuware mittlerweile schon wieder verändert sein. Ich habe sie am 17.03.2012 um 7 Uhr im Internet abgefragt. Übrigens sind sie in manchem Fotoladen und Fotomarkt noch günstiger, wie ich immer wieder bei Besuchen feststelle.

Es lohnt sich schon zu schauen. Denn für gute bis sehr gute Bildqualität bei niedrigen ISO sind diese Kameras allemal gut. Und welchen Mehrwert Kameras haben, die teurer sind, sollte man sich genau anschauen.

Wichtig: Dieser Artikel gibt nur meine persönliche Meinung wieder.

Fotografie zwischen Algorithmus und App – und ohne Grenzen?

Haare und Blicke – Foto: Michael Mahlke

Persönliche Beobachtungen und Einschätzungen

Wir leben in einer fotografisch spannenden Zeit. Weil immer mehr von der Hardware auf die Software verlagert wird, verschmelzen immer mehr Bereiche. Es entsteht die digitale Softwarewelt. Dies hat Auswirkungen auf das Fotografieren und das Entstehen von Fotos. Die aktuelle Zeit scheint ein Meilenstein in dieser Veränderung zu werden.

Das Nokia 808 PureView

Symbol für die neue Zeit ist das Nokia 808 PureView. Das Handy setzt auch fotografisch neue Massstäbe und wird in meinen Augen den Wechsel von der Kompaktkamera zum Handy mit integrierter Kompaktkamera beschleunigen, zumal es im Gegensatz zur Kamera für Rechts- und Linkshänder gleichermassen geeignet ist.

Und es ist eben nicht nur eine Kamera sondern eine neue Technik für das Aufnehmen, die neue Wege nutzt. Durch Software Algorithmen wird  es möglich, Pixel zu bündeln und Fotos auf neuem Weg entstehen zu lassen, die scharf und klar sind. Algorithmen sind auch in Apps und sie haben etwas miteinander zu tun.

Die Apps

Am Anfang war das Programm, das Software-Programm. Wenn wir mit den DOS-Rechnern anfangen, dann gab es dort ein Betriebssystem, MS-DOS. Dieses Betriebssystem bestand aus einer Reihe von Programmen, die alle eine spezielle Aufgabe hatten. Eins regelte das Zusammenspiel von Tastatur und Zentraleinheit, ein anderes sorgte für die Zeichen am Bildschirm, das Programm Format.exe ist sicherlich auch noch einigen bekannt usw.

Was das Betriebssystem nicht hatte, wurde von Dritten angeboten. Spezielle Software zum Schreiben, Rechnen, Drucken etc. Darauf aufbauend entwickelte sich eine ganze Softwareindustrie und so wurde das Betriebssystem DOS immer flexibler.

Das gleiche Spiel erlebten wir bei Windows und später bei MACs. Aber diese Betriebssysteme boten immer mehr Programme schon direkt dabei an, integriert. Als die Prozessoren immer schneller wurden und die Rechner immer kleiner und dann der Rechner mit dem Handy verschmolz entstand wiederum die App.

Programm = Applikation = App – so einfach ist das. Nun gibt es Millionen von Apps für immer mehr Dinge, einige sind kostenlos erhältlich gegen Nutzung der Anwenderdaten, andere muss man kaufen.

Der Algorithmus

Jürgen A. Lamers hat einmal geschrieben: „Die Zutaten sind die Eingabe (Input) des Prozesses, der Kuchen ist die Ausgabe (Output) und das Rezept der Algorithmus.“

Auf informatikjahr.de finden wir den Satz: „Algorithmen sind clevere Verfahren, Probleme verschiedenster Art effizient lösen.“

Wenn es ein Wort geben würde, das die aktuelle Situation in unserer Zeit bezogen auf unser Thema zusammenfasst, dann ist dies in meinen Augen der Algorithmus.

Denn die Algorithmen sind das Herz jeder modernen Technik und sie regeln letztlich alles in diesem Bereich.

Sie sind die Grundlage für jede App und sie sind auch die Grundlage für die neue Technik des Fotografierens.

Sie können uns das Leben leichter machen. Diesen Fall erleben wir gerade. Das Fotografieren und das Erstellen von Fotos kommt in eine neue Dimension. Die nächsten Jahre werden dabei ebenso umwälzend sein wie die Erfindung des Buchdrucks es war.

Und wir sind mittendrin in dieser Zeit. Wir sind Zeitgenossen und leben und erleben diesen Teil der neuen Technik.

Der Kampf der Sensoren

Was haben wir nicht alles für Sensoren in der letzten Zeit kennengelernt. BSI und EXR sollten schon die Technik revolutionieren. Und dieses Jahr sind schon sehr viele neue Kameras herausgekommen oder angekündigt worden, die das Fotografieren mit noch besseren Fotos ermöglichen sollen.

Besser ist nicht immer mehr. Und mehr ist oft weniger. Und manchmal ist mehr anders.

Die meisten Menschen haben heute neben einem Portemonaie = Geldbeutel und einem Schlüssel ein Handy dabei. Das Portemonaie, neudeutsch Portmonee, soll ja abgeschafft werden, weil mit dem Handy bezahlt werden soll. Mit solchen Ansätzen wird der Kampf um das Handy einer der Schlüsselkämpfe des 21. Jhrdts. werden.

Früher war der Kampf um das Wohnzimmer der Schlüsselkampf. Welcher Fernseher, in welcher Größe und mit welchen Programmen war die Frage? So ähnlich wird es jetzt wohl beim Kampf um das Handy werden.

Und wenn das Handy der Ort zum Bezahlen, zum Fotografieren und zum Kommunizieren wird, dann ist klar, was geschieht. Es ist der Kampf um die Schlüssel zur Zukunft. Denn es ist der Ort, an dem das Geld verdient werden kann. Noch mehr, noch individueller und noch längerfristiger.

(Obwohl dies ein Artikel zum Thema Fotografie ist, will ich doch darauf hinweisen, dass der Kampf um das Handy mehr ist. Es ist ein Kampf um Kontrolle und Macht, politisch, sozial und ökonomisch.  Aber dies hier nur am Rande.)

Die Blog-Fotografie

Wenn ich mir einige neuere Blogs anschaue, dann fällt mir auf, daß immer mehr fotografiert wird. Und zwar mit dem Handy. Und diese Fotos werden per Instagram oder anderer Software als Photo-Sharing/Foto-Verteilung täglich eingestellt.

Also, ich weiß nicht. Warum sollte man so viel Zeit dafür aufwenden, sich durch hunderte dieser banalen Fotos zu wühlen? Abgesehen davon scheinen nicht wenige davon die Rechte Dritter zu verletzen.

Wer da viel Streetfotografie per Handy macht, der sollte vielleicht mal ein Buch zum Thema Fotografie und Recht lesen.

So werden auch noch andere als nur visuelle und mediale Kompetenzen für den Umgang mit digitaler Fotografie erforderlich werden.

Und hier zeigt sich auch mal wieder, daß der Schutz der Persönlichkeit immer wieder neu erfunden werden muß. Nur weil man technisch so vieles kann bedeutet dies nicht, dass man deshalb damit auch alles machen darf. Die Zukunft der Privatsphäre liegt gerade darin, dass man sie im digitalen Zeitalter neu schafft und nicht abschafft. Zu den Menschenrechten gehört das Recht auf  Privatsphäre auch ausserhalb der eigenen Wohnung. Und draussen ist übrigens auch nicht gleich Öffentlichkeit.

Bis zum Tod

Ich schreibe dies bewusst, weil es mittlerweile immer mehr Trauer-Webseiten gibt, bei denen man eigene Fotogalerien einstellen kann zu Traueranzeigen. Und ich erlebe auf Beerdigungen zunehmend das ungefragte Fotografieren.

Ich finde dies unverschämt und verletzend, weil ich das Recht zum Trauern und zum Abschiednehmen allein und nicht fotografiert wahrnehmen will.

Aber auch hier kann es sein, daß solche Angebote auf Webseiten erst das Verhalten schaffen, was man vorher nicht gemacht hat.

Und deshalb sind klare Schutzbestimmungen wichtig.

Es fehlt eine App

Mir fehlt eine App, die Zuschauer-App. Ich finde, wer heute als Zuschauer gezwungen werden soll, sich durch hunderte von banalen Fotos zu wühlen, die auch noch fast täglich massiv erneuert werden per Handy, der sollte für das Anschauen der Fotos bezahlt werden.

Pro Foto einen halben Cent oder so.

Denn wer sich nicht mal die Mühe macht,  für seine Besucher eine Vorauswahl zu bieten und sie quasi zwingt, sich erst durch diesen ganzen digitalen Wust zu wühlen, der sollte auch dafür bezahlen.

Wäre das was?

Das Fotografieren

Es wird wohl noch eine Weile so bleiben, daß man einfach zur Kamera greifen kann, um damit durch die Städte, Strassen und Länder zu streifen und die Natur zu beobachten.

Damit ist die Kamera auch eine Chance, den Weg zurück in die echte Welt und die nicht-digitale Wirklichkeit der Menschen, Tiere und Gesellschaften zu finden und sich an der einfachen Wahrheit zu erfreuen.

„Wer fotografiert hat mehr vom Leben“ – wobei immer mehr digitale Fotos nicht immer mehr Leben sind.

In diesem Sinne

Text 1.1

Recht für Fotografen von Wolfgang Rau

Dieses Buch sollten alle Bloggerinnen und Blogger lesen, die Fotos ins Internet setzen und alle, die Ärger beim und nach dem Fotografieren vermeiden wollen.

Es ist ja so einfach. Ich gehe mit dem Handy (oder einer Kamera) los und mache an der S-Bahn ein paar Fotos. Ich fotografiere einen Mann beim Essen oder Trinken, ich fotografiere den Bahnsteig mit vielen wartenden Menschen, ich schicke über mein Smartphone, Iphone oder ähnliches die Fotos sofort ins Internet auf z.B. Instagram, Blogspot, Facebook, Google oder an eine andere Adresse.

Das ist modern – und das kann die Verletzung von Gesetzen in vielfältiger Weise sein!

Wolfgang Rau, Jurist und Fotograf, hat im Galileo Press Verlag ein Buch veröffentlicht, das als Nachschlagewerk und Einstieg die schwierige juristische Materie auch für Laien gut erklärt und durch die übersichtliche Gliederung erfahrbar macht.

Wenden wir uns nun noch einmal dem obigen Fall zu!

Ich stehe also an der S-Bahn in Berlin und warte auf meinen Zug. Die S-Bahn hat eine Hausordnung. Und da steht drin: „Folgendes ist nur nach vorheriger Genehmigung durch das Bahnhofsmanagement gestattet: ….. Gewerbliche Foto-, Film- und Fernsehaufnahmen.“

Ich sage/denke natürlich, das ist nur für meinen privaten Gebrauch. Aber darf ich das dann und wo ist der Unterschied zwischen gewerblich und privat?

Auf Seite 84 in seinem Buch schreibt Wolfgang Rau zu dieser Art von Situation: „In der praktischen Konsequenz bedeutet die Einschränkung „nur zum privaten Gebrauch“, dass Sie für die eigene Nutzung und die Nutzung durch ihre Familie und engsten Freunde Fotos anfertigen können. Veröffentlichen dürfen Sie die Bilder jedoch nicht! Auch dann nicht, wenn damit keine kommerziellen Interessen verfolgt werden. Es sind mehr oder weniger nur Erinnerungsfotos zulässig, die danach ihr Dasein im Fotoalbum oder auf der Festplatte fristen.“

Privat bedeutet hier eben nicht, ich darf es einfach online setzen.

Privat bedeutet eben, ich darf es nicht online setzen, so dass es sehr darauf ankommt, was ich auf dem Foto habe.

So gibt uns der Autor die Möglichkeit, unser Online-Verhalten auch juristisch besser zu kontrollieren.

Wolfgang Rau stellt Fragen und gibt Antworten: Worin besteht der qualitative Unterschied zwischen Lichtbild und Lichtbildwerk? Was ist Öffentlichkeit, was ist Panoramafreiheit? In welchen europäischen Ländern gilt sie und wo nicht?

So gelingt es dem Autor, uns beim Fotografieren sicherer zu machen, weil wir wissen, was wir dürfen und was nicht.

Und dann kommt er zum Thema Menschen, natürlich ein Kernthema der juristischen Betrachtung von Fotografie.

Ob minderjährig, verstorben, nackt oder in der Gruppe. Alle relevanten Probleme werden zielsicher angesprochen und praktisch klar beantwortet.

Sehr schön sind auch die im Text befindlichen Kästen mit Merksätzen wie „Aufnahmen ohne Einwilligung sind im Zweifel rechtswidrig“.

Wenn wir uns weiter durch das Buch arbeiten, stossen wir auf eine einfache Frage: Was ist eine Versammlung?

Es wird ja gerne als Entschuldigung für publizierte Fotos gesagt, das sei in der Öffentlichkeit und/oder auf einer Versammlung gemacht worden.

Aber sind Sonnenbadende auf einer Wiese, sind Passagiere in der Wartehalle, sind Besucher einer Kirmes oder wartende Menschen eine Versammlung oder Teil einer Öffentlichkeit, die frei fotografiert werden darf?

Und es geht weiter: Wolfgang Rau schildert auch das Problem der Strassenfotografie und analysiert die Fotos von Henri Cartier-Bresson. Und er schreibt den heutigen „Strassenfotografen“ eine klare Botschaft ins Stammbuch: entweder liegt eine Einwilligung vor oder die Personen dürfen nicht erkennbar sein.

Wie man dies macht, habe ich an anderer Stelle versucht, praktisch zu vermitteln.

Aber er schreibt auch über die andere Seite.

Wie schützt man seine Rechte, was bedeutet Herausgabe des Verletzergewinns, gibt es evtl. Entschädigungen? Klar und präzise wird dies alles erläutert. Und er gibt viele Hinweise, wie man richtige Verträge macht, um die Rechte an Fotos zu schützen.

Sehr schön ist auch das Kapitel „Wenn das Hobby zum Beruf wird“.

Für mich persönlich ist seine klare Aussage zur Frage, wer sich Fotograf nennen darf, sehr bemerkenswert. Er sagt, die Bezeichnung „kann von jedem, der fotografiert, verwendet werden.“

Damit habe auch ich endlich eine klare Antwort zu diesem Thema, das ich schon vor längerer Zeit problematisiert hatte.

Abgerundet wird das Buch mit  Beispielen für Property Release, Model-Vertrag etc.

Man merkt sehr schnell, wie hoch der Nutzwert dieses Buches ist.

Es ist ein Buch aus der Praxis für die Praxis und es ist ein Buch von einem Juristen, der eben auch als Fotograf blicken kann. Das ist wohl die seltene Kombination, die aus diesem Buch ein gelungenes Buch mit einem sehr hohen Nutzen macht.

So erfüllt es umfassend den eigenen Untertitel „Der Ratgeber für die fotografische Praxis“.

Wolfgang Rau:

Recht für Fotografen. Der Ratgeber für die fotografische Praxis

Galileo Design

ISBN 978-3-8362-1795-8

 

Diogenes in der Tonne oder welche Kamera ist gut für diskrete Reportagefotos?

Ein bisschen Meinung

Foto: Michael Mahlke

Von der Leica zur Fuji?

Früher war es die Leica M. Cartier-Bresson fotografierte am liebsten mit einer 50mm Brennweite, zumindest wird ihm das nachgesagt. Daneben benutzte er die 35mm. So wurde er bekannt als Fotograf, der mit einer Normalbrennweite wunderbare Fotos schoß.

Stellt man sich die Frage, womit man heute die Reportagefotografie am besten erledigt, dann merkt man schnell, dass dies einige Gedanken wert ist.

Kriterien sind im klassischen Sinne

  • Sucher,
  • grosser Sensor,
  • leises Auslösegeräusch,
  • umgerechnet auf Kleinbild ca. 35mm Objektiv
  • und nicht zu groß.

Wobei mir bei den Sensoren der APS-C Chip mit dem Cropfakter 1,5 besser gefällt als das Vollformat.

Natürlich kann es die Leica M mit einem 35mm Objektiv, aber sie hat einen manuellen Fokus und ist sehr teuer im Verhältnis zum Ergebnis, nämlich digitalen Fotos.

Natürlich kann es die Fuji X100, meiner Einschätzung nach DIE Kamera für Reportagefotografie in traditioneller Kameraform auf modernem Niveau aktuell überhaupt, zumal nach dem umfassenden Firmware-Update.

Und dann?

Bei Nikon und Canon ist mir nichts bekannt, was den umgerechnet 35mm-Kriterien entsprechen würde. Oder kennt jemand ein kleines, lichtstarkes 24mm Objektiv mit Autofokus, leicht und bezahlbar, welches man auf Canon oder Nikon Kameras mit 1,5 Cropfaktor schrauben könnte?

So griff ich zum Schluss zu meiner D3100 mit dem Nikkor 35mm/F1.8 Objektiv. Das ist umgerechnet ein 50mm Objektiv, die klassische Brennweite von Cartier-Bresson. Das ist ok für 50mm.

Da würden mir dennoch umgerechnet 35mm besser gefallen (eben ein kleines und bezahlbares 24mm F1.8 oder F2 oder 2.8 Objektiv). Alternativ gibt es noch das 30mm F1,4 von Sigma, welches mir sehr gut gefällt und bei ca. 45mm Brennweite wäre. Das ist es aber schon.

Und die neuen Stars in den digialen Medien?

Soweit ich gelesen habe ist die neue Canon Powerhot G1X laut Testergebnis zu langsam für Schnappschüsse, die neuen Kameras von Fuji wie die Pro-1 bringen für das Thema in meinen Augen keine wirklichen Verbesserungen ausser Wechseloptiken, wenn sie für Reportagen denn nötig sein sollten.

Systemkameras sind eher nicht geeignet für Reportagefotografie

Bei den Systemkameras ist mir aktuell keine Kamera mit einem sehr leisen Auslösegeräusch bekannt, am ehesten noch die E-PM1. Und mit den Systemkameras habe ich sowieso noch ein Hühnchen zu rupfen. Ich war unterwegs an diesem sonnigen Tag. Da die Sonne schien, war es nicht möglich, mit meinen Systemkameras ohne Sucher zielgerichtet und gestaltend zu fotografieren. Die Displays waren im Sonnenlicht alle so gut wie nicht ablesbar. Mit einem aufgesteckten Sucher sind die Systemkameras aber so unhandlich, dass sie weder in der Größe noch von der Mechanik besser als DSLRs sind.

Bleiben die Panasonic G2/G3 mit dem 17mm F2.8 Objektiv von Olympus und dem 20mm F1.7 von Panasonic. Die Kameras haben einen Sucher, der flackert aber z.T. bei Kunstlicht. Leider ist auch das Auslösegeräusch in leiser Umgebung einfach zu laut und die Kameras sind so gross, dass eine kleine DSLR für mich unzweifelhaft besser ist.

Drei Alternativen mit grossen Sensoren als Lösung

Somit schließt sich der Kreis mit größeren Sensoren und leisem Auslösegeräusch und mündet für mich im Ergebnis

  • in die Fuji X100
  • die Nikon D3100 oder deren Nachfolger mit Quiet-Modus
  • oder die Leica M9 (Vollformat, nur manuell)

Es ist also nicht so, dass wir schon alles hätten im Bereich der Digitalkameras, wir warten eher drauf, dass es endlich mehr Reportagekameras für unauffälliges Fotografieren gibt.

Je nach Anspruch klappt es auch mit Kompaktkameras

Ergänzen kann man dies durch Kameras mit kleineren Sensoren.

Dann ist das Bokeh aber nur nachträglich digital erzeugbar.

Die neuen Kameras wie die Fuji X10/X20 und die Nikon V1/J1 haben ja einen Sucher und einen S-Modus.

Der ist entscheidend, weil nur so die Auslösegeschwindigkeit vorgewählt werden kann. Das ist in meinen Augen unerläßlich.

Wer auf die Gestaltung mit Bokeh durch Festbrennweiten und einen Sucher verzichten kann und auf RAW und die Dinge lieber der Kamera überläßt, der kann sicherlich schon mit Kompaktkameras mit/ohne Sucher glücklich werden.

Diese Geschichte muß man auch diskutieren. Dann fallen meine Kriterien weg. Das wird sicherlich die Richtung im Zeitalter der Software-Fotos sein. Und für Webfotos ist dies immer ausreichend und erlaubt durch den nachträglichen Filtermix unendliche Gestaltungsmöglichkeiten.

Mein Wunsch für eine kompakte Strassenkamera

Mein persönlicher Wunsch wäre eine Kamera ähnlich wie die Sony TX5 aber mit 1/1,7 oder größerem Sensor, dem Periskopobjektiv und RAW sowie einem kleinen optischen Sucher (wie in der Canon A1200), griffig, gutem Monitor und einer sehr guten Schnappschussfähigkeit sowie einem S-Modus.

Und wenn nur ein elektronischer Sucher möglich wäre, dann so wie ein ausfahrender Blitz: der Sucher würde links oben oder oben auf der Kamera bei Bedarf rausklappen wie bei anderen Kameras der Blitz.

(Info im Jahr 2015: Diesen Satz muß Sony gelesen haben, denn zwei Jahre nach dem Publizieren dieses Artikels ist die RXIII mit dieser Lösung auf dem Markt. Ich hätte erwartet dafür von Sony wenigstens eine Kamera als Anerkennung für die Nutzung meiner Gedanken zu bekommen. Ich warte mal noch ab.)

Oder man könnte auch einfach den gesamten Monitor nehmen und einen kleinen Teil davon links oben als separat zuschaltbaren Sucher nehmen und dafür einen kleinen Kunststoffrahmen zum Aufsetzen mitliefern, zum Drüberhängen von oben oder mit Magneten etc. Da ist vieles praktisch möglich.

Na ja.

Diogenes weiß Rat

So ist vieles eine Sache der Bewertung.

Der alte Diogenes fragte dazu immer, im Vergleich wozu?

Das ist die Frage.

Im Vergleich zu welcher Reportage brauche ich welche Kamera?

Und damit sind wir in einer Diskussion, die gerade erst begonnen hat und ich stelle die Frage, für welche Reportage brauche ich eigentlich noch eine größere Kamera als eine Kompaktkamera?

Und letztlich wird das Handy Nokia 808 sowie nunmehr ab 2013 eine Vielzahl anderer Nachfolger das Thema Smartphone-Fotografie eine neue Runde bei der Beantwortung der Frage dieses Artikels einläuten. Wobei ich das Smartphone vom Halten her als unpraktisch empfinde.

Nachtrag 2014:

Nun gibt es auch bei den Systemkameras geräuschlose Modelle mit Sucher wie die Panasonic G5.

Aber es gibt zunehmend kompakte Kameras, die auch mit einem kleinen Chip gute Arbeit leisten und kleine Kameras mit einem größeren Chip, die ebenso interessant sind – und meistens ohne Sucher sind, wobei für mich der Sucher das entscheidende Merkmal bleibt, wenn es eher unauffällig und leise bei Veranstaltungen und zwischen Menschen sein soll.

Es stellt sich heraus, dass kleine Sensoren durchaus auch Vorteile gegenüber den größeren Sensoren haben.

Ich würde die Olympus XZ-10 bei den Kompaktkameras ohne Sucher für Reportagefotografie wählen, weil sie extrem viele optische und haptische Vorteile hat.

Bei den Kameras mit Sucher würde ich die Fuji X10 oder X20 nutzen, wobei die Fuji X10 ein echtes Lowlight-Luder ist.

Das sehen die PR-Abteilungen der Kameraindustrie sicherlich anders.

So ist heute die Aufnahme nicht das Ende des Fotos sondern vielfach der Anfang des fotografischen Prozesses – wie früher.

Aber digital ist manches dann doch besser.

Und wenn Sie wissen wollen, welche Kamera sich der liebe Herr Cartier-Bresson 2016 kaufen würde, dann klicken Sie doch einfach mal hier…

Text 1.5

808 – Der Rubikon ist überschritten oder Nokia schlägt zurück

Es ist wahrscheinlich nicht nur die Kriegserklärung an Apple sondern eine Kriegserklärung an die gesamte traditionelle Kameraindustrie. Nokia bringt ein Smartphone mit einer 41 Megapixel Kamera und einem 1/1.2 inch Sensor, das Nokia 808.

Bei dpreview ist es schon vorgestellt und Videos gibt es hier. Für Dpreview ist das „Pixel-Binning“ entscheidend. Einfach gesagt werden Pixel gebündelt, um insgesamt ein besseres Bild zu erzeugen. Dann bleiben zwar keine 41 MP übrig, aber immer noch genug für Ausdrucke und vieles mehr. Weitere technische Infos sind gut bei heise.de erklärt.

Damit ist Fotografie ohne bisherige Kameras möglich. Es ist der Schritt, der vielleicht eine neue Ära real werden läßt. Aber man muß aufpassen. Neue Fragen kommen auf:

  • Preisqualität – wie teuer wird so ein Handy mit Kamera sein, teurer als eine DSLR für 500 Euro?
  • Bildqualität – welche Ansprüche an digitale Fotos werden damit in der Praxis genutzt?
  • Ist es der Beginn einer neuen Zeit, markiert durch ein neues Produkt?
  • Sind Handyfotos die Zukunft im Journalismus?
  • Welche Rolle spielen Videos, wenn nun eine erheblich bessere Qualität möglich sein soll?

Wenn es reicht, hinterher mit kleinen Programmen die Fotos digital schnell zu bearbeiten, ihnen einen Look und/oder ein digitales Bokeh zu geben, dann wird dies in den meisten Fällen reichen für Fotos im Netz und in Zeitungen.

Bei cnet lesen wir: „Das anfängliche Entsetzen ist mehr und mehr der Faszination gewichen. Der für ein Smartphone sehr große und gleichzeitig extrem hochauflösende Sensor ist nämlich ein völliges Novum. Und auch wenn es sicherlich noch eine ganze Menge Unbekannte in dieser Gleichung gibt, so hat das neue Nokia-Mobiltelefon ein gewaltiges Potenzial, das mit Abstand beste Kamera-Handy aller Zeiten zu werden – und sogar die Kompaktkameras ernsthaft nass zu machen.“

Und hier erzählt Ina Fried die Hintergrundgeschichte zur Entwicklung dieses Kamera. Wer kein Englisch kann, der klicke hier.

Meistens ist ja die erste Version einer technischen Neuerung verbesserungswürdig und die zweite Variante dann passend.

So gibt es an dem Handy schon Kritik:

  • Warum ist nicht Windows sondern ein anderes Betriebssystem eingebaut?
  • Warum ist die Auflösung des Display so niedrig?
  • Warum ist wenig Arbeitsspeicher drin?
  • Warum ist der Prozessor nicht schneller?

Da wird sicherlich noch mehr kommen.

Aber: welchen Einfluss wird diese Art von Handy auf die Foto- und Videowelt und den Journalismus haben?

Natürlich ist dies nicht das Ende der Fotografie mit Bokeh, Tele etc.

Aber es ist ja so, die beste Kamera ist die, die man dabei hat. Genau darum geht es.

  • Warum soll ich mir noch eine zweite Kamera kaufen, wenn mir die Kamera im Handy reicht?
  • Reichen die technischen Möglichkeiten für Reportagebedürfnisse (wie dies heute vielfach schon Kompaktkameras tun)?
  • Kann ich damit sogar Multimedia ins Spiel bringen?
  • Kann ich das Material einfach nacharbeiten, evtl. sogar im Handy?
  • Ist es schnell verwertbar?

Wenn man dieses Handy, wie es dpreview getan hat, einfach mal vom Sensor her gegen das Nikon J1/V1 System setzt, welche Vorteile hat dann noch das Nikon System?

Oder: Sony hat heute neue Kameras wie die HX20V angekündigt. Lohnt es sich noch, so eine Kamera zu kaufen nur wegen des Zooms?

Gerade die Aktualität, das Hochladen auf Blogs etc. kann nur durch die Handytechnologie gewährleistet sein. Und wenn man dann im Handy noch eine schnelle Bildbearbeitung und Videobearbeitung hat, was braucht man mehr?

Hier wird ein wachsender Bereich der Fotografie zunehmend durch das Handy besetzt. Die weitere Entwicklung ist unglaublich spannend.

Übrigens, sollten nun die Mitbewerber ebenfalls in diese Richtung gehen, dann wird diese Entwicklung noch mehr verstärkt.

Journalisten im Visier von Transparency – Presserabatte und der „amtliche“ Presseausweis

Rabatte - Foto: Michael Mahlke

Ich hätte nie geglaubt, dass der Presseausweis als Ausweis für Presserabatte indirekt zum Thema bei Transparency International wird.

Direkt geht es um die Privilegien für Journalisten. Das erinnert mich an meinen Artikel zum Thema Reisejournalismus.

Der „amtliche“ Presseausweis

Den amtlichen Presseausweis gab es zwar noch nie. Aber in den Köpfen vieler Menschen gibt es ihn bis heute noch. Wie schön, dass es da die  wikipedia gibt. Ein Blick und schon findet man aktuell dort den Satz: „Da zwischen den Anwärtern und den vier Altverbänden keine Einigung zustande kam, beschloss die Innenministerkonferenz (IMK) am 7. Dezember 2007, dass Presseausweise ab 2009 nicht mehr die Autorisierung der Innenminister auf der Rückseite tragen dürfen. Bis dahin war dort die IMK-Aufforderung vermerkt, den Ausweis-Inhaber bei seiner Arbeit zu unterstützen. Seit 2009 lautet die Formulierung: „Institutionen und Unternehmen werden gebeten, den Vertretern der Presse die der Erfüllung ihrer öffentlichen Aufgabe dienenden Auskünfte zu erteilen.“

Was hier so lapidar steht heisst, es gibt seit 2009 keinen „amtlichen“ Presseausweis mehr. Das Grundgesetz schützt nun einmal die Pressefreiheit. Bis dahin war der Presseausweis ein Privilegiennachweis für Menschen, die hauptberuflich dafür bezahlt wurden, journalistisch tätig zu sein.

Und nun zitiere ich noch einmal aus dem Wikipedia-Artikel: „Am 5. Mai 2006 beschlossen die deutschen Innenminister darauf hin, auch künftig „das Erfordernis der Hauptberuflichkeit“ als „Leitbild“ beizubehalten. Aus behördlicher Sicht sei es jedoch „sachgerecht“, auch solchen Journalisten den Ausweis zuzugestehen, „die nicht hauptamtlich, aber quantitativ und qualitativ vergleichbar regelmäßig und dauerhaft journalistisch tätig sind“.“

Wer ist Journalist?

Auf gut deutsch, jeder, der regelmäßig und dauerhaft journalistisch tätig ist, hat das Recht auf einen Presseausweis, auch ohne dafür bezahlt zu werden. So, und hier scheint es, fängt der Kampf um die Privilegien an. Soweit ich das verstehe und auch auf Nachfrage gehört habe, weigern sich die bisherigen Herausgeber dieser Presseausweise, Menschen einen Presseausweis auszustellen, die nicht hauptberuflich damit ihr Einkommen bestreiten. Offenkundig haben sich einige dieser Verbände unter www.presseausweis.org zusammengetan. Dort steht zu lesen: „…und zwar nur an hauptberuflich tätige Journalistinnen und Journalisten. Genau deshalb ist er anerkannt, anerkannt bei Behörden, in den Reihen der Polizei und bei vielen Unternehmen.“

Und tatsächlich, wer also vielfach und überwiegend journalistisch tätig ist,

  • indem er als Rentner/Arbeitsloser/Einkommensloser kontinuierlich einen Blog betreibt, auf dem Informationen aufbereitet werden,
  • an einer regelmässigen regionalen Zeitung mitarbeitet,
  • Bürgerfunksendungen produziert,
  • eigene Webmagazine und Publikationen aufbaut,
  • Bürger- oder Studentenzeitungen mit herausbringt,
  • als freier Journalist Artikel oder Internetbeiträge verkauft, aber davon nicht leben kann

und dies überwiegend und dauerhaft journalistisch tut, erhält nach der Logik der oben genannten Verbände keinen Presseausweis?

Ist das also keine professionelle Arbeit, weil sie nicht hauptberuflich ist?

Und dies in einer Gesellschaft, die den Verlust des Normalarbeitsverhältnisses systematisch ausbaut?

Das entspricht in keinster Form dem Grundgesetz und auch nicht den darauf aufbauenden Beschlüssen vom 5. Mai 2006 – oder doch?

Denn man braucht diese Verbände gar nicht. Der Presseausweis ist nicht geschützt. Daraus folgt, dass jeder sich selbst einen Presseausweis ausstellen oder besser von seinem Medium oder Verein ausstellen lassen kann.

Diese sind ebenso „gültig“ wie alle anderen, wenn sie die oben aufgeführten Kriterien erfüllen.

Hinzu kommt heute noch, dass eine Webseite automatisch mehr Öffentlichkeit haben kann als eine gedruckte Zeitung, weil sie überall sofort und frei verfügbar sein kann.

Zum Teil beklagen dieselben Verbände, dass immer mehr Journalisten gar nicht mehr hauptberuflich davon leben können, sondern sich mit anderen Jobs finanzieren müssen. Und die Künstlersozialkasse spielt auch eine sehr fragwürdige Rolle, wie hier schon geschildert wurde.

Man könnte auch zu der Auffassung kommen, dass der Umgang mit Presseausweisen der unter presseausweis.org zu findenden Verbände eine Diskriminierung gegenüber allen Menschen ist, die journalistisch arbeiten, aber davon nicht leben können oder wollen, zumal der Presseausweis ja Zutrittsrechte und Informationsrechte ermöglichen soll, die man ohne den Ausweis nicht haben soll – oder eben Presserabatte, wie jetzt in den Fokus gerückt ist.

Was kann man daraus lernen?

Zuallererst, dass der  Presseausweis dieser Verbände von presseausweis.org in erster Linie dem Nachweis der Festanstellung und der Hauptberuflichkeit dient und damit keine Aussage über journalistische Qualität und Reichweite getroffen wird.

Und darüber hinaus, dass jeder, der journalistisch dauerhaft – also immer wieder – arbeitet, das Recht auf einen Presseausweis haben sollte – unabhängig davon wieviel er/sie damit gerade aktuell verdient.

Genau an dieser Stelle setzen andere Anbieter an.

Da gibt es www.presseausweis.de, www.presseausweis.com oder auch  www.dpv.org und www.djf-ev.de sowie etliche andere Anbieter. Sie bieten Presseausweise auch für Menschen an, die nicht vom Journalismus leben können oder wollen.

So produziert die Ausgrenzung zugleich einen neuen Markt mit neuen Angeboten für die neuen Formen des Journalismus und der Lebenswirklichkeiten.

Aber das ist noch nicht alles.

Presserabatte und Glaubwürdigkeit

Es hat schon was, wenn Transparency International sich zum Thema Journalistenrabatte äußert und die Reaktionen Bände sprechen…

Kluge und seriöse hauptberufliche  Journalistinnen und Journalisten könnten ja auch mal eine Serie über Privilegien machen, z.B. für Beamte, für Politiker etc. und dies dann als seriös recherchierte Arbeit publizieren statt über die Abschaffung eigener Privilegien zu klagen. Jetzt wäre der Zeitpunkt dafür.

Privilegien will man selten teilen und gerne haben. Und es scheint so zu sein, dass es beim Presseausweis weniger um den Zugang zu Ereignissen geht sondern eher um den Zugang zu Privilegien in Form von Rabatten – für hauptberufliche Journalisten.

Neue Zielgruppen?

Sind Presserabatte Leistungen ohne Gegenleistung?

Haben sich Rabattanbieter davon etwas versprochen wie eine Schere im Kopf, eine gute Presse, gesteigerte Aufmerksamkeit, gute Berichte – wer weiß?

Wenn sich Rabattanbieter jetzt nicht mehr so viel davon versprechen, dann könnte es einen Bedeutungsverlust der Presse geben und die Deutungshoheit liegt woanders oder wird eher digital an anderen Stellen errungen.

So könnten die von den Organisationen der traditionellen festangestellten Journalisten ausgeschlossenen (privaten/nebenberuflichen) Blogger zum Beispiel Teil der neuen Deutungsmacht sein, die man identifiziert hat und die man ansprechen will.

Mal sehen…

Nachtrag: Bei mediummagazin.de ist mittlerweile ein Artikel erschienen mit Stellungnahmen der meisten relevanten Organisationen, der eine fast ideale Ergänzung zu diesem Artikel ist.

Version 1.1

Mit der Nikon D5000 in Afghanistan

Nikon D5000 im Einsatz - Foto: Michael Mahlke

Es ist wie es ist und es ist die Nikon D5000.

Sie ist weder wasserdicht noch besonders abgedichtet. Aber sie reicht aus, um damit im Krieg in Afghanistan zu fotografieren, wie uns Joe Blount zeigt. Sogar im Sandsturm.

Mittlerweile braucht es keine neuesten DSLRs mehr, um gute Fotos zu machen. Denn alles ab ca. 8 Megapixel ist im Prinzip durchgängig nutzbar, im Netz sowieso und beim Druck in der Regel auch.

Und die D5000 ist schon lange ein Geheimtipp, weil Nikon bei dieser Kamera in meinen Augen fast alles richtig gemacht hat – aus Sicht einer benutzerfreundlichen Praxis.

Ich nehme sie seit ihrem Erscheinen mit auf Reisen und sie war immer zuverlässig. Nun hat sich mein Eindruck  durch den Einsatz in noch extremeren Situationen bestätigt, wie der Artikel zeigt.

Meine drei Kriterien für die Kamera sind

  1. der Monitor in der optischen Achse
  2. das diskrete Auslösegeräusch sowie
  3. das kompakte Handling

Damit ist ein weiterer digitaler Schatz entdeckt worden, der bestimmt auch noch günstig und/oder gebraucht erworben werden kann.

Hier noch ein Video mit der D5000 im Sandsturm:

Übrigens kann man mit der Kamera auch die Occupy-Bewegung fotografieren. Auch da macht sie gute Fotos.

Viel Erfolg bei der Jagd nach digitalen Schätzen und guten Fotos!

Canon EOS 5D Mark III, die Software Generation

Die Vorstellung der neuen Canon EOS 5D Mark III zeigt auch den neuen Stand der Technik. Es ist Software-Technik.  In der englischen Presseerklärung wird dies auch sehr schön formuliert:

„Digital Lens Optimizer – new in Digital Photo Professional v3.11

The EOS 5D Mark III comes complete with the most advanced version of Digital Photo Professional (DPP) yet – Canon’s free, in-box software enabling high-speed, high quality processing of RAW images. New in DPP v3.11 is Digital Lens Optimizer – a revolutionary new tool designed to drastically improve image resolution.

Digital Lens Optimizer (DLO) precisely imitates lens performance, with a series of complex mathematical functions replicating each stage of the journey of light through the optical path. Using this information DLO can correct a range of typical optical aberrations and loss of resolution caused by a camera’s low pass filter, by applying an inverse function to each shot to take the image nearer to how the scene appears to the naked eye. This creates exceptionally detailed, high-quality images with highly manageable file sizes, providing photographers with maximum image quality and greater flexibility.“

Der digitale Objektivverbesserer (DLO) ahmt die Fähigkeiten der Objektive nach mit einer Serie von mathematischen Funktionen.

So entstehen die neuen Fotos. Es sind Softwarefotos. Die Software entscheidet über die Qualität einer Fotografie. Deshalb wird die Zukunft einer Kamera entscheidend von der Software und den Updates abhängen.

Aber dies ist der zweite Schritt. Er findet ausserhalb der Kamera statt.

Der erste Schritt lautet „Wo bleibt die Firmware?“ und findet innerhalb der Kamera statt.

So werden wir natürlich auch in Zukunft noch eine Kamera brauchen, die optische Elemente hat und dazu einen Sensor. Aber dies allein reicht absolut nicht aus.

Firmware innerhalb der Kamera und Software ausserhalb der Kamera lassen dann die Ergebnisse entstehen, die wir zukünftig als Fotos bezeichnen.

Die Digitalfotografie, unendliche Welten …..

Vom Zauber älterer Neuentdeckungen oder digitale Oldtimer und der besondere Charme

von der Leica M6 zur Lumix DMC-L1 – Foto: Michael Mahlke

Digitale Oldtimer werden aktuell

Manchmal erleben verschiedene Menschen dasselbe. Immer wieder und in letzter Zeit verstärkt „spiele“ ich mit der Panasonic DMC-L1. Die gab es auch als Digilux 3. Alle Fotos, die ich damit gemacht habe, waren irgendwie besonders schön. Sie hatten einen besonderen Zauber.

Aber als ich dann die Erfahrung machte, dass in der Strassenfotografie unauffälliges Fotografieren aus der Nähe nur noch mit handyähnlichen Kameras möglich ist und in der Reisefotografie das „standardisierte“ Weitwinkelbild geliebt wird, suchte ich andere Kameras.

Doch der Geschmack an grossen Kameras kam zurück und die Bilder der DMC-L1 hatten immer einen besonderen Schick, den ich mit keiner anderen Kamera hinbekam. Selbst die Nachbearbeitung mit digitalen Filtern veränderte die Fotos anderer Kameras nicht so, dass ich sagen könnte, ja es ist praktisch gleich.

Digitale Oldtimer haben Charme

Und jetzt schreiben wir das Jahr 2012 und plötzlich veröffentlicht C. Garrard einen Artikel über die DMC-L1. Man muss sich natürlich fragen, warum macht Carl Garrard das. Das kann ja auch PR sein, wenn Panasonic eine DMC-L2 plant und die alte Kamera aktualisiert bewertet  und in die fotografische Diskussion gebloggt werden soll. Das kann so sein. (Nachtrag 2015: Und tatsächlich kam 2013 die GX7 heraus)

Es kann aber auch sein, dass da einfach jemand einen Artikel über eine Kamera schreibt, die ihm gefällt und die auch noch mal gewürdigt werden soll im Ozean der fotografischen Nachrichten. Das hat Mr Garrard früher auch schon getan. Ich erinnere an seinen sehr substanziellen Artikel zur GX200/GX300.

Wir werden sehen, was davon stimmt. Aber davon abgesehen gibt es in dem Artikel Argumente, die auch meine wären.

von der Leica M6 mit Festbrennweite zur Lumix DMC-L1 mit Varioobjektiv – Foto: Michael Mahlke

Warum?

Auch er schreibt vom Zauber, den die Fotos dieser Kamera ausstrahlen und von dem besonderen Gefühl, mit dieser Kamera zu fotografieren.

Was dem einen sein Oldtimer, ist dem anderen seine digitale Oldtimer-Kamera. Und es scheint, dass langsam die Zeit beginnt, bei der ältere digitale Kameras noch einen hohen Nutzwert haben und die Zeit der digitalen Oldtimer beginnt.

Die Digitalkameras der ersten Jahre waren von den Versuchen mit der neuen Technik bestimmt. Und die Kameras mit bis zu 5 Megapixel waren zwar für den Monitor gut nutzbar aber für Ausdrucke weniger.

Seit es mehr als 5 Megapixel gibt und seit die Modelle technisch, optisch, sensormässig und softwaremässig ausgereifter wurden, entstanden dann Kameras, die heute ebenso nutzbar sind wie neue Modelle. Der meistens einzige echte Unterschied für das Fotografieren ist die ISO-Zahl bei schlechtem Licht.

Der ISO-Faktor

Man kann mit allen älteren Modellen mit niedrigen ISO auf Stativ hervorragende Fotos machen bei unbewegten Objekten. Nur bei bewegten Objekten im Schummerlicht geht es nicht mit hohen ISO und kurzen Verschlusszeiten. Dafür gibt es heute eben Kameras wie die D3S, die das können. Aber wer will so eine Kamera dabei haben?

Hinzu kommt natürlich, dass man die älteren Kameras mit mehr als 5 Megapixel auch noch in zehn oder zwanzig Jahren nutzen kann für Web und Druck. Und wenn immer mehr ins Web verlagert wird, dann wohl noch länger.

Zudem wird es sicherlich irgendwann auf minimale Unterschiede bei der Darstellung digitaler Fotos am Monitor und im Netz ankommen. Dann wird auch deutlich werden, dass digitale Filter nicht alles können.

In diese Kategorie der digitalen Oldtimer gehören sicherlich u.a. auch die Sony DSC-R1, von Canon die EOS 5D und die EOS 40D, die Sigma DP1s  und die Olympus E400. Sie haben alle bemerkenswerte Chips, die die Kameras für Kenner auf Fotos auch heute noch eindeutig identifizierbar machen.

Nur Erfahrung zählt

Aber was ich hier schreibe, ist nicht durch Tests erfahrbar und erlebbar. Es ist die Folge

  • von Erfahrung durch die Benutzung verschiedener Kameras in unterschiedlichen fotografischen Situationen,
  • das Betrachten sehr unterschiedlicher Fotos verschiedener Kameras im Vergleich
  • und das Gefühl für technisch-fotografische Zusammenhänge

So wird dann aus einer vermeintlich alten Kamera ein Luxusobjekt der digitalen Oldtimerszene. Dabei sind es eben nicht die teuersten Kameras, um die es geht. Sondern es sind besondere Kameras mit heute nicht mehr hergestellten Sensoren, die für besondere Fotos und besonderes Fotografieren stehen. Das ist natürlich auch in der analogen Ära so gewesen.

Der Genuss, Momente mit einer Kamera festzuhalten, die über besondere Merkmale verfügte oder die dem Fotografierenden einen besonderen Zugang vermittelte für das Festhalten der Motive oder die Gestaltung – das ist und bleibt etwas besonderes.

Es gibt bei den grossen Fotocommunities schon länger Treffen von Analogfotografen, die sich speziell auf ein Modell konzentriert haben und dann als Gruppe damit Fotos machen und sich danach zusammensetzen. Das wird es sicherlich in absehbarer Zeit auch für digitale Kamera-Oldtimer geben.  Vielleicht gibt es dann Aufrufe zum Fototreff auf der Kö/ am Dom oder in Elberfeld, um die Wirklichkeit mit dem Sensor einer DMC-L1/Digilux 3 gemeinsam festzuhalten und danach ein Alt/Kölsch oder einen guten Kaffee zu trinken.

So bieten sich völlig neue Möglichkeiten, dabei zu sein, und auch danach online Bilderwelten auszutauschen und die Freude am Fotografieren mit diesen digitalen Oldtimern zu pflegen.