Kurz & Knapp

Väter und Söhne hrsg. von Peter Graf und Till Schaap

Väter und Söhne

„Liebesgeschichten in Bildern“ sollen es sein. Es ist ist eine Sammlung von Fotografien, die es sonst so nicht zu sehen gibt mit einem Foto von Robert Capa, das Ernest Hemingway und seinen Sohn zeigt oder Fotos von Henri Cartier-Bresson mit Vätern in Russland und andere bekannte Namen.

Zugleich ist dieses Buch von 2009 eine Annäherung an ein Thema, das zur Selbstreflexion einlädt. Wie ist oder war das Verhältnis zum eigenen Vater? Kommen Emotionen hoch beim Betrachten dieser Fotos oder ist das alles abgeschlossen?

Darf auf der photokina in Köln 2018 noch fotografiert werden?

Die Welt ist zu hause auf der photokina 2018 in Köln. Sie bleibt am Puls der Zeit wie dort zu lesen ist. Da bin ich mal gespannt.

Wenn sie in der zweiten Jahreshälfte startet und die Welt nach Köln kommt, dann gilt die EU-Datenschutzverordnung in Deutschland, weil Deutschland sie nicht in nationales Recht umgemünzt hat. Und dann dürfen Fotos von Menschen auf der photokina, auch wenn sie nur Beiwerk sind, nur noch gemacht werden, wenn die Menschen nicht erkennbar sind. Sonst muß von jeder Person nach einer mündlichen Aufklärung eine schriftliche Zustimmungserklärung vor dem Fotografieren abgegeben werden. Wie das gehen soll, wenn da die Welt kommt, ist mir noch nicht klar.

EU-Datenschutzrecht – wird das Fotografieren bald verboten?

Foto Mahlke

Das Ende der Fotoindustrie steht bevor könnte man meinen. Mit dem Untertitel „Neues EU-Recht bedroht ungestellte Bilder“ schreibt Hendrik Wieduwilt in photonews 4/18 folgendes:

„Wer künftig auf den Auslöser drückt, beginnt einen Datenverarbeitungsvorgang…. Noch vor dem Schuss muss die Person einwilligen … und zwar nachdem der Fotograf … informiert hat… Damit ist sämtliche Fotografie ungestellter Szenen von Event-, Straßen- oder Hochzeitsfotografie verboten – oder kann sich jemand vorstellen, 300 Hochzeitsgästen rechtssichere Einwilligungen abzuverlangen?“

Je teurer die Digitalkamera desto ärmer die Motive !?

„Soziales Elend hat die im Wohlstand lebenden stets unwiderstehlich zum Fotografieren angeregt – der schmerzlosesten Art, etwas zu erbeuten, um damit eine verborgene, das heißt, eine ihnen verborgen gebliebene Realität zu dokumentieren.“

Susan Sontag (S57)

Ihre Beobachtungen sind auch heute noch zutreffend. Je teurer die Digitalkamera desto öfter werden Bilderstrecken oder Regionen voller Armut gezeigt, wo die Menschen angeblich noch natürlich leben und die Farben eine so bunte Welt zeigen. Gerne wird aktuell die Armut auf Kuba gezeigt oder in Slums oder bei Käfigmenschen in Hongkong. Es geht so gut wie immer um Voyeurismus, den man mit der teuren Kamera ausleben kann.

Aber es wird noch schlimmer. In der aktuellen digitalen Streetfotografie-Szene wird vor allem das Leben der Armen, Gescheiterten und Obdachlosen als andauerndes Thema gewählt.

Das ist in Amerika ebenso zu sehen wie in Deutschland. Das wird dann monochrom oft verkauft als fotografische Hinwendung zu diesen Personen.

Wer es sich nicht leisten kann in den Slum zu fliegen, der fotografiert Obdachlose in Köln, Berlin oder München und nennt das Streetfotografie? Vom Namen her stimmt das sogar aber früher war das Opferfotografie und heute wissen wir ja, daß jeder in Deutschland Essen, Trinken und ein Dach über dem Kopf erhält durch die Grundsicherung.

Es gäbe viel bessere Motive. Wieso fotografiert man nicht die Reichen auf der Kö oder sonstwo, wieso die Armen?

An die Reichen traut man sich fotografisch schon nicht ran, weil man nicht so gut fotografieren kann, daß die Persönlichkeitsrechte gewahrt werden?

Dann wäre Übung angesagt, denn man kann immer in der Öffentlichkeit fotografieren und gute Streetfotografie produzieren, wenn man es richtig macht.

Dann paßt auch die teure Kamera, denn dann ist die Kamera auf Augenhöhe mit den Motiven – teure Kamera, teure Motive.

Aber meistens nennt man es Streetfotografie und produziert Statusfotografie unter dem Aspekt der sozialen Gebrauchsweisen.

 

Sollen wir Streetfotografie umbenennen?

Foto Mahlke traffic and education Verkehrserziehung

Ein Herr Mason Resnick hat auf der Webseite von Adorama, einem Fotolabor und Kamerashop in New York, einen Artikel geschrieben und festgestellt, daß heute fast alles mit Suchbegriffen als Streetfotografie bezeichnet wird und daher das Wort jede Unterscheidungskraft verloren hat: „Try it yourself: Go on Twitter, flickr, or Instagram, and do a hashtag search for #streetphotography. At least 80% of what you get will get is not what one might have thought of as a street photo a few years ago. A flower. A distant shot of a city. Landscapes. Studio portraits. All tagged as street photos. I kid you not. Street photography is everything. Therefore, it’s nothing. Time to retire the term..“

Ist es Zeit das Wort Streetfotografie in Rente zu schicken?