Fotobuch

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Die Zerstörung der Welt in schönen Fotos – Overdevelopment, Overpopulation, Overshoot

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Es gibt ein neues Buch „Overdevelopment, Overpopulation, Overshoot (OVER)“

Das Spiel ist aus – the game is over.

Das Buch zeigt die Zerstörung der Welt in schönen Fotos. Es war letztes Jahr eine Meldung wert, mehr nicht.

Der Club of Rome hat schon 1980 und danach gezeigt, was passiert wenn nichts passiert.

Und nun zeigt dieses Buch, was passierte, weil nichts passierte.

Ich bin auch sehr frustriert, weil all mein Reden und die Seminare umsonst waren, die ich gemacht habe.

Damals gab es keine Internetseiten sondern nur preiswerte Taschenbücher.

Heute gibt es dieses Buch mit hohem Aufklärungswert und viele Internetseiten.

Aber zwischen der Gabe des Wissens und dem Geschehen liegen leider Welten.

Der Zeitgeist geht heute dann wohl eher in die Richtung mal eben schnell die Welt zu retten mit einer App?

Ich glaube nicht daran.

Das ginge nur durch ein garantiertes Mindesteinkommen gekoppelt mit einer Verpflichtung des Einzelnen zu sozialer Arbeit wie in den nordischen Ländern. Relative Angstfreiheit und soziale Absicherung verbunden mit dem Zwang zu mehr direkter Demokratie, sozialem Engagement, Transparenz, Toleranz und Grenzen. Das wäre ein Weltprogramm für den menschlichen Charakter weil gut und böse begrenzt und sinnvoll genutzt würden.

Man kann das neue Buch kostenlos online anschauen.

Ich weise gerne darauf hin, zumal dies alles schon wieder vergessen scheint.

Nick Brandt dokumentiert die Verstädterung in Afrika

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Das Buch ist ein seltener Glücksfall und aktuell nicht in Deutschland erschienen.

Eigentlich ist Nick Brandt bekannt für seine schönen monochromen Tier- und Landschaftsfotos aus Afrika.

Nun hat er etwas gemacht, das so nicht wiederholbar ist. Er ist an die Orte seiner Fotos mit lebensgroßen Plakaten zurückgekehrt und zeigt dort, welche Tiere er damals fotografiert hat und wie es dort heute aussieht.

Das ist singulär bzw. einzigartig, weil er auf seinen eigenen fotografischen Arbeiten aufbaut und diese in die neuen Fotos integriert, um Raum und Zeit sichtbar zu machen.

Es ist sozialdokumentarische Fotografie und mehr.

Eine Präsentation gibt es hier.

Auf seiner Webseite zeigt er die Fotos auch noch einmal.

Er zeigt durch diese Kombination, was geschieht, wenn Tiere und Menschen aufeinanderprallen und was die Menschen dann daraus machen. Hoffnung sieht anders aus. Es ist eher die Dokumentation der Zerstörung der Welt mit schönen Fotos und wie die Gier und die Armut die Selbstzerstörung der Welt mit sich bringen.

Auf zeit.de finden wir den Hinweis, daß er nicht geahnt hat, 16 Jahre nach den ursprünglichen Fotos dort keine Tiere mehr zu finden.

Und auf stern.de werden einige Fotos unter dem Aspekt einzigartiger Monumentalaufnahmen „des Wandels“ gezeigt.

Im Gegensatz zu inszenierter Realität mit Elementen der Wirklichkeit ist dies verdoppelte Realität, die gestern und heute zeigt.

Ich finde das ausgesprochen gut und wollte daher nicht versäumen darauf hinzuweisen.

Er selbst hat die Entstehungsgeschichte mit Fotos und englischen Texten online gesetzt (pdf), so daß man sieht wie die Bilder entstanden sind.

Diese Dokumentation und seine Fotos sind sehr beindruckend. Nick Brandt schildert wie viele junge Kinder und Jugendliche er dort (in Kenia) gesehen hat und sagt: „Ich hoffe, daß die Betrachter der Fotos sehen, daß nicht nur die Tiere Opfer der Zerstörung der Natur sind, es sind auch die verarmten Menschen.“

Im Original: „I hope that viewers of these photos realize that it is not just the animals that are victim of this destruction of the natural world. It`s also the impoverished humans that are victims.“

Ostkreuz 25 Jahre

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„Kurz nach dem Mauerfall lud die französische Regierung die interessantesten Künstler der in Auflösung begriffenen DDR nach Paris ein. So saßen im Frühjahr 1990 sieben ostdeutsche Fotografen in einem Markthallencafé und beschlossen die Gründung einer Agentur, um sich für die politischen, wirtschaftlichen und ästhetischen Herausforderungen der neuen Zeit zu wappnen. Sie nannten sich »Ostkreuz« nach der umtriebigen S-Bahn-Station in Berlin. Seitdem schreibt die Gruppe eine einzigartige Erfolgsgeschichte: Ihre Fotos werden in den wichtigsten internationalen Magazinen gedruckt, gemeinsame Ausstellungsprojekte –Die Stadt. Vom Werden und Vergehen oder Über Grenzen – touren durch die Welt. Zum 25. Jubiläum erscheint diese besondere Mappe mit Bilderbögen jedes der 20 Mitglieder, ein Begleitheft erzählt die Geschichte der Agentur und zeigt Fotografen aus der DDR-Zeit, unter anderem von Sibylle Bergemann, Harald Hauswald, Ute und Werner Mahler.“

So beginnt eine tolle Geschichte und so bemerkenswert und fotografisch interessant wird sie bis heute fortgeschrieben.

Dazu gibt es eine Ausstellung und einen Ausstellungskatalog, der seinesgleichen sucht.

Wie eine Portfoliomappe aufgebaut gibt es eine wunderbare Textbroschüre mit deutschen, englischen und französischen Texten und dazu jeweils eine große Doppelseite mit Fotos von Agenturmitgliedern.

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Es sind Texte, die über Geschichte und Arbeit des Ostkreuz-Teams informieren.

Man bekommt ein Gespür für die wirklich engagierte Fotografie und versteht, wie überall die Menschen eine Rolle spielen.

Autorenfotografie, Fotokunst, reale Zustände, Kernkompetenz, aufrechter Gang – das sind die Begriffe, die im Zusammenhang mit der Agentur Ostkreuz genannt werden.

Sie ist eben etwas Besonderes, etwas, das nur durch die deutsche Wiedervereinigung entstehen konnte und etwas, das nur durch sich selbst wuchs. Nichts war und nichts ist aufgesetzt sondern das Team ermöglichte die Kraft die Neues schafft.

Leben ohne Chef im Staat und dabei im Team den Mut finden, authentisch zu sein.

So darf man dann auch loben in einer Zeit, in der Fotografie immer stärker verflacht.

Gute Fotos sind authentisch, gute Fotos erzählen und zu guten Fotos muß man auch etwas erzählen, um sie richtig einzuordnen.

Der Hatjecantz-Verlag hat diesen großartigen Ausstellungskatalog herausgebracht, der sich mit und ohne Ausstellung lohnt, zumal er andere Zugänge ermöglicht.

Man nimmt die Fotos in die Hand und breitet sie vor sich auf dem Tisch aus. Das geht über ein Buch hinaus, ersetzt es aber nicht.

Sobald man den Ausstellungskatalog aufschlägt, ist es so als ob sich die Agentur Ostkreuz vorstellt.

Die Fotos auf verschiedenen Bögen zeigen die Individualität jeder Fotografin und jedes Fotografen. Die Mappe ist die Agentur, in der alle zusammen sind. Und die Texte formulieren den Geist, unter dem sie arbeiten wollen.

Wirklich gelungen!

Wer noch mehr will als den Ausstellungskatalog, der kann sich eine Jubiläumsedition kaufen.

Der Katalog selbst ist bei hatjecantz erschienen.

Ostkreuz 25 Jahre

Hrsg. OSTKREUZ – Agentur der Fotografen, Vorwort von Wolfgang Kil, Texte von Laura Benz, Jörg Colberg, Gestaltung von HelloMe, Till Wiedeck

ISBN 978-3-7757-4062-3

Fotojournalismus mit einigen der besten Reportagen

Contrasto books photo journalism

Contrasto books photo journalism

Fotojournalismus heute ist anders als früher.

Damals war der Fotojournalist derjenige, der überhaupt Bilder vom Geschehen lieferte. Heute ist der Fotojournalist derjenige, der aus einem Ereignis eine Story macht im Querschnitt und/oder im Längsschnitt.

Aber manchmal ist es auch noch wie früher und der Reporter ist der Einzige, der das Thema fotografisch festhält. Dabei geht es dann aber weniger um politische Ereignisse und Naturkatastrophen sondern um andere soziale Themen oder die Folgen von etwas.

Mir ist aufgefallen, daß zwei der besten Bücher zum Thema Fotojournalismus nie auf Deutsch erschienen sind.

Aktuell gibt es ja ein gutes deutsches Handbuch des Fotojournalismus.

Das ist aber etwas ganz anderes.

Bei den Büchern, die ich meine, handelt es sich um Berichte aus der weltweiten Praxis.

My Brother’s Keeper. Documentary Photographers And Human Rights, editor Alessandra Mauro

und

Eyes wide Open by Mario Calabresi

Zumindest zu letzterem Buch gibt es auch einige Auszüge online.

In beiden Büchern erfahren wir etwas über die Haltung der Fotografen und über ihr Engagement.

Dabei sind die Fotos oft gar nicht reißerisch sondern drücken in ihrer Art genau das große Ganze aus, um das es dabei ging.

Das ist ja die Kunst der Fotoreportage.

Die Bücher sind deshalb so gut weil man von den Texten und den Fotos in den Büchern sehr viel lernen kann.

Da ich selbst vor kurzem gemerkt habe, wie zufällig man nur auf Bücher stößt, die nicht dem eigenen Sprachraum entstammen aber besonders gut sind, wollte ich es nicht versäumen, auf diese beiden Goldstücke des Fotojournalismus aufmerksam zu machen. Wer mit Englisch nicht so gut zurechtkommt, kann allein von den Fotos dennoch sehr profitieren und sich ein Stück über das Internet die Zusammenhänge erarbeiten.

Viel Erfolg!

 

Charleroi in Belgien und Remscheid im Bergischen Land

charleroi

Es ist sehr schwer auf Bücher aufmerksam zu werden, die hier nicht auf dem Buchmarkt zu finden sind.

Daher bin ich Peter Lindhorst sehr dankbar, daß er das Buch Charleroi von Stephan Vanfleteren rezensiert hat.

Es war ihm offenkundig eine Herzensangelegenheit.

Das Buch hat einen niederländischen und einen französischen Text.

Es ist also für Deutsche mit Englischkenntnissen so gut wie unerreichbar.

Um so schöner war es, das Buch und den Fotografen Stephan Vanfleteren von Peter Lindhorst in dieser Form in deutscher Sprache vorgestellt zu bekommen.

Die Fotos, die auch in einer Ausstellung in Charleroi zu sehen waren, sprachen mich sofort an.

Eine sterbende Industriestadt, Menschen mit ihrer Lebenszeit darin und dann auch noch monochrome Fotos in digitalen Zeiten.

Ich mußte über vier Wochen warten, aber es gelang mir über buecher.de unkompliziert das Buch zu bestellen. Woanders war es nicht zu finden.

Und ich bin von dem Buch sehr angetan.

Denn es ist eine sehr persönliche Sicht und es ist vor allem ein Buch, das zeigt, wie interessant auch heute monochrome Fotos sein können.

Rein technisch betrachtet gibt es in dem Buch verwackelte Fotos, sehr scharfe Fotos, sehr grobkörnige Fotos und sehr detaillierte Fotos. In der Kombination in einem Buch wird daraus ein Streifzug durch eine Stadt mit ihren Menschen und den Lebensmomenten und jedes Foto in jeder technischen Ausprägung erzählt eine eigene Geschichte.

Dieses Buch erinnert mich an meine Stadtansichten von Remscheid und dem Wupperdreieck, weil es auch so persönlich ist.

Es hat bei mir aber noch mehr bewegt.

Es ist für mich der Anlaß geworden, aktuell verstärkt zur monochromen Fotografie zurückzukehren.

Ich bin immer hin- und hergerissen zwischen bunt und monochrom, weil jedes Foto anders ist und manche eben nur in Farbe und manche nur in Schwarzweiß richtig wirken.

Die soziale Realität im Blick und Fotos, die die Menschen ehrlich und doch nicht bloßstellend sondern mit ihrer Seele zeigen, das ist es, was mich immer wieder antreibt.

Diese Art der Dokumentarfotografie setzt den Namenlosen ein Denkmal und zeigt der Umwelt das, was sie nicht immer sehen wollen aber sehen sollen.

Vielleicht spüre ich in dem Buch von Stephan Vanfleteren so etwas wie eine Seelenverwandtschaft an dieser Stelle.

Ich weiß es nicht aber ich weiß, daß ich so etwas bei diesem Buch spüre.

Das Buch ist auch buchbinderisch eine Augenweide und von unglaublicher Qualität.

Der Preis von 35 Euro (ohne Porto 24,95 €) macht es auch für die Bewohner des Ortes erschwinglich.

Charleroi und diese Art der Fotografie ist ein Thema, das man mögen muß. Denn es sind Aufnahmen aus der Wirklichkeit im Längsschnitt.

Und es ist dokumentierende Fotografie und irgendwie auch sozialdokumentarische Fotografie.

Es geht hier um den öffentlichen Raum in Charleroi und die Menschen auf der Straße mitten in ihrem Leben. Da sieht man dann erstaunliche Parallelen zwischen kaputten Straßen und vom Leben benutzten Menschen, die aber ihre Seele aus den Augen schimmern lassen und da sprüht manche Lebensfreude.

Vanfleteren hat auch eine besondere Art zu fotografieren. Er schneidet oft ein Bild so ab, daß manche Einzelteile wie z.B. eine Hand auf einer Schulter mehr aussagen als es ein Foto mit der gesamten Person aussagen könnte.

Die Hand spricht und ihre Geste sagt noch viel mehr.

Das Buch ist Persönlich, Poetisch und (für mich auch) Politisch.

Denn es zeigt die Folgen einer Industriekultur und den sozialen und asozialen Zusammenhang von Maschinen und Menschen: Stolz und Würde, Hoffnung und Hoffnungslosigkeit, Leben, Armut und Ende und die Sichtbarkeit im öffentlichen Raum.

Ich finde das Buch großartig.

Streetfotografie von David Gibson

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David Gibson fotografiert und ist Mitglied der Gruppe In-Public.

Und vor einiger Zeit hat er „The Street Photographers Manual“ herausgegeben, ein Buch von ihm mit den Sichtweisen von 20 Fotografen und Fotografinnen und ihrer jeweiligen Art Streetfotografie zu machen.

Nun ist dieses Buch mit dem Titel „Streetfotografie“ in deutscher Übersetzung und etwas angepaßt bei mitp erschienen.

Es ist eines der Bücher, die sicherlich von vorne bis hinten angeschaut und gelesen werden.

Texte und Fotos ergeben hier die Mischung, die zur kreativen Inspiration führen.

Bemerkenswerterweise tötet er zu Beginn die Sichtweise von Henri Cartier-Bresson, um dann mit vielen gelungenen Beispielen anderer Fotografen als gute Beispiele immer wieder darauf zurückzukommen.

So lebt dieses Buch einen Widerspruch, der sich aus der Kreativität ergibt.

Nur wer sich löst kann Eigenes schaffen und kehrt damit zugleich zum Guten zurück. Das gilt übrigens auch für Cartier-Bresson, der die visuelle Grammatik ja nicht erfunden hat sondern nur konsequent anwendet.

Was ist eigentlich Streetfotografie?

Gibson bezieht sich auf Dyer und zitiert ihn: „Streets brauchen Häuser, um eine Street zu sein.“

Und dann räumt er mit so mancher Blockade im Kopf auf und macht den Weg frei:

Digitale Manipulation ist kein Schimpfwoirt. Auch die herkömmliche Dunkelkammer ließ sich mißbrauchen.“

Und er betont:

„Eine der Konstanten dieses Buches ist, dass es Schubladen, Labels ablehnt. Inspiration kann schließlich aus vielen verschiedenen Bereichen kommen… Streetfashion und Streetfotografie mögen überraschende Bettgenossen sein, die Paarung betont jedoch nur die ständige gegenseitige Befruchtung in der Fotografie.“

Und er zieht eine klare Grenze:

„Es ist einer der häufigsten Irrtümer der Streetfotografie, dass Fotografen glauben, sie würden streetfotografie betreiben, wenn sie mir ihrem Motiv interagieren – dieses erkennt, dass es fotografiert wird und setzt sich womöglich in Szene. Das ist keine Streetfotografie sondern die Aufnahme eines gestellten Porträts.“

Pure ungestellte Streetfotografie - Foto: Michael Mahlke

Pure ungestellte Streetfotografie – Foto: Michael Mahlke

Diese kurzen und klaren Gedanken geben den Rahmen des Buches ab.

Man spürt schon beim Lesen: es wird interessant.

Und das wird es dann auch von der ersten bis zur letzten Seite.

Mir gefällt das Buch darüber hinaus auch, weil er manches so bewertet wie es mir nicht gefällt.

Aber so ist das eben mit einem guten Buch.

Es hat eine Meinung und man kann sich daran reiben und dann feststellen, ob die eigene Meinung (wenn man eine eigene Meinung hat) beibehalten wird oder andere Auffassungen besser sind.

Streetfotografie ist Alltagsfotografie und zeigt daher auch den Alltag mit dem jeweiligen Ausschnitt, der Dinge kombiniert durch Perspektive und Blickwinkel.

Das macht es interessant und lädt zum Verweilen ein.

Reichhaltig bebildert und mit sehr vielen Ratschlägen und Hinweisen ausgestattet ist dieses Buch zur Streetfotografie eine gute Quelle für viele Ideen. Vor allem lernt man nicht nur bekannte Namen kennen sondern auch viele In-Public Fotografen.

Das gefällt in der Vielfalt doch sehr.

Der Verlag schreibt über das Buch

  • Ein kompletter Überblick über die wohl spannendste und dynamischste Form der Fotografie
  • Ratschläge und Inspiration von weltweit etablierten Streetfotografen
  • Mit konkreten Projektvorschlägen zur Schärfung des fotografischen Blicks

Das stimmt und macht dieses Buch zu einer Empfehlung, wenn man aus Technik mit Herz, Verstand und Auge gute Fotos machen will.

Es ist im mitp Verlag erschienen.
Streetfotografie
von David Gibson

ISBN: 9783958451377

 

Handbuch des Fotojournalismus

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Ganz nah

Es gibt sie noch die guten alten Dinge. Lars Bauernschmitt und Michael Ebert haben es geschafft in digitalen Zeiten ein klassisches Handbuch zu schaffen, das von einer Webseite nicht geschlagen werden kann.

„Ganz nah dran“ ist es ihnen gelungen, eine Bestandsaufnahme des Fotojournalismus in ein Buch zu packen, welches wirklich alle wichtigen Fragen anpackt.

Wenn es nur ein Buch sein soll, dann sollte es dieses Buch sein.

Und wenn es ein Buch aus der Praxis für die Praxis sein soll, dann hat man es hier gefunden.

Ehrlich und nüchtern aber nie destruktiv werden hier alle journalistischen Themen dargestellt, die wichtig werden können in der Praxis des Fotojournalismus.

Dazu gehört auch die begründete Feststellung, daß es sich bei Fotojournalismus um Journalismus handelt, nur eben nicht um Textjournalismus sondern um Fotos mit erläuternden Texten.

Bis heute ist es ja vielfach so, daß es da Probleme gibt.

Daher resultiert dieser Hinweis wohl aus der erlebten Praxis.

Ein Handbuch muß sich auf alle wesentlichen Fragen konzentrieren.

Schon der Anfang gefällt.

Denn die Geschichte des Fotojournalismus ist wesentlich für die Horizontbildung, wenn es um die Frage geht, was eigentlich Fotojournalismus war und heute ist.

Hier erfährt der Leser, warum heute alles anders und doch so interessant ist.

Es ist ein großes und schweres Buch mit einem gefälligen Layout geworden.

Viele Interviews mit Praktikern rund ums Bild geben schnell und präzise Auskunft und lassen Menschen zu Wort kommen, die eigene Erfahrungen weitergeben.

Beispiele für Fotojournalismus und Reportagen zeigen die Unterschiede auf. Viele Fotos, die in unserem Gedächtnis schlummern, werden herausgeholt und bewußt angeschaut.

Aber auch das ABC des Fotografierens wird erläutert.

Der Umschlag des Buches wird von einer Fuji X100 und einer Canon DSLR geprägt. Auch die Technik wird diskutiert von damals bis heute und Leica wird in Relation zur gelebten Realität gesetzt, die mehr umfaßte und auch heute umfaßt.

Sätze aus der Wirklichkeit

„Neben Leica liefert auch Fuji mit der X100 eine Sucherkamera, die in letzter Zeit auf ein erstaunlich großes Interesse bei den Fotojournalisten gestoßen ist.“

Ein Satz aus der Praxis für die Praxis.

Es bleibt nicht bei diesem Satz.

„Eine freie Berichterstattung über das politische Geschehen in Deutschland gibt es fast nicht mehr.“

Das ist auch so ein Satz, der schnell wieder den Blick zurück in das Buch leitet.

Oder „Das Fotobuch darf nicht einfach nur ein Informationsträger für den Inhalt sein. Es muss ergänzend Qualitäten aufweisen, die möglichst alle Sinne ansprechen.“

So ist ein Handbuch entstanden, das bis zur Verschlagwortung und der Kalkulation eines Auftrags alle Aspekte anspricht, die der angehende Fotojournalist wissen muß, um gut gerüstet zu sein mit Kameras und im Kopf.

Es soll eine Bestandsaufnahme sein, die ein Querschnitt durch den Fotojournalismus heute ist.

Aber es kommt eben auch die Vergangenheit und der Blick auf die Gegenwart vor, die versucht, sich für die Zukunft zu rüsten.

Es geht in dem Buch auch um die eigene Einstellung und die Frage, welche Haltung ich entwickeln will, denn mehr Geld verdient man mit PR als mit Fotojournalismus.

Dennoch erlauben Interviews mit Lokalreportern dann auch, Wege zum Verdienst heute zu zeigen, wenn man versteht, daß es auf die Summe der Teile ankommt.

Fotojournalismus ist eine Leidenschaft, die Leiden schafft. Viele konnten früher und bis heute nicht allein davon leben.

Magnum als Hobby

Und daher finde ich auch den Blick auf die großen Namen so erhellend.

„Cartier-Bresson stammte aus einer der reichsten Familien Frankreichs. Was nicht zuletzt bedeutete, daß er im Gegensatz zu seinen Kollegen nie mit seinen Fotos Geld verdienen mußte.“

Solche Sätze muß man im Hinterkopf haben, wenn man über Schnappschüsse, Streetfotografie und Verdienstmöglichkeiten sprechen will.

Am Ende des Buches findet sich ein Literaturverzeichnis aus der Praxis für die Praxis – was will man mehr?

Das Buch beginnt mit dem Hinweis, daß im Fotojournalismus gute Bilder immer noch im Kopf entstehen und heute nicht mehr die neuste digitale Technik entscheidend ist.

So bietet das Buch mehr als Technik.

Es bietet zeitlos gutes Wissen für den Kopf und jede Art von fotografischer Technik.

Das Buch ist im dpunkt Verlag erschienen und wird aufgrund seiner Qualität wohl das aktuelle Standardwerk zum Thema Fotojournalismus in deutscher Sprache werden.

Meine Gratulation an den Verlag und die Autoren.

Lars Bauernschmitt / Michael Ebert
Handbuch des Fotojournalismus
ein dpunkt.plus-Buch
Geschichte, Ausdrucksformen, Einsatzgebiete und Praxis

440 Seiten, komplett in Farbe, Festeinband

ISBN: 978-3-89864-834-9

Indien in der Fotografie – das fotografische Triptychon – Fotobücher für Kenner

Indien Cartier-Bresson

Indien Cartier-Bresson

Henri Cartier-Bresson, In Indien

Henri Cartier-Bresson war davon überzeugt, daß man die Fotos aus Indien mit dem europäischen Denken nur verstehen kann, wenn man das Wesen des Hinduismus versteht.
Daher bat er Yves Véquaud, etwas dazu zu schreiben:
„In Indien betet jeder, was er will, wo er will, wann er will und wie er will…. Der Hindu unterscheidet prinzipiell nicht zwischem Heiligem und Profanen… Der Mensch ist dem Göttlichen nie so nahe, wie wenn er außer sich ist: im Augenblick des Samenergusses, bei jedem Schluckauf sind wir dicht daran. Vergessen wir nicht, daß die Meditation, die als Ausgangspunkt vielleicht eines Objekts bedarf, an sich gegenstandlos sein muß.“

Auf sehr interessanten Seiten erklärt er uns das Wesen der Dinge aus hinduistischer Sicht: “ Shiva ist schön, er besitzt das dritte Auge, seine Lenden sind mit einem Tigerfell gegürtet; eines seiner Attribute ist der Dreizack; aus seinen Haaren fließt der Ganges… Shivas Symbol ist der Phallus – der Lingam -, oft in Yoni, das weibliche Organ und Zeichen der kosmischen Energie, eingeführt. Ohne Vereinigung der Gegensätze kann es keine Schöpfung geben. Shiva ist in jeder Schöpferkraft.“

Und dann zeigt uns Cartier-Bresson seine Fotos aus und über Indien.

Sie sind alle schwarzweiß und von großer Kraft. Sie lassen uns auch im Kopf durch das gelesene Wissen etwas erleben, was wir sonst auf den Fotos nicht sehen würden.

Bemerkenswerterweise zeigt das Foto auf dem Cover aus Indien muslimische Fragen beim Morgengebet, die sich trotz Schleier nicht vor männlichen Blicken verbergen sondern völlig frei agieren. Genau das spiegelt die Freiheit des Hinduismus wieder.

 Indien, McCurry

Indien, McCurry

Indien, Steve McCurry

„Bis heute ziehen Indiens Sufi-Schreine fast genauso viele muslimische Pilger an wie Hindus, Sikhs und Christen… Indien, durch McCurrys Augen gesehen, ist vor allem eine Welt der Gegensätze, in der das rote Gewand des buddhistischen Mönches das Rot der Coca-Cola-Werbung hinter ihm zu spiegeln scheint, in der sich ein Geschäftsmann in Anzughose und Hemd mit Regenschirm und Aktentasche durch die ihm bis zum Bauch reichenden Monsunfluten kämpft … Steve McCurrys Arbeiten bestechen durch ihre Originalität. Keinem anderen wäre es gelungen, die Seele Indiens so meisterhaft einzufangen.“

Diese Worte von einem Herrn William Dalrymple vergessen Cartier-Bresson. Das sei ihm verziehen, da ich dies hier ergänze.

Nun denn. Das Buch zeigt in Farbe heute Fotos aus den letzten 30 Jahren, die alles das widerspiegeln, was wir über den Hinduismus bei Cartier-Bresson lesen konnten.

Es ist insofern und überhaupt eine wirklich gelungene Fortführung des Buches von Cartier-Bresson in Farbe und zu einer späteren Zeit.

Großformatig und geometrisch gestaltet sind die Fotos gut zu sehen und gut anzusehen.

Indien - Raghubir Singh

Indien – Raghubir Singh

Fluss der Farben. Das Indien des Raghubir Singh

Wenn es um Fotobücher von indischen Fotografen geht, dann sind die Bücher von Raghubir Singh Teil der Fotogeschichte geworden. Herr David Travis schreibt sogar: „In der Welt der Fotografie steht der Name Raghubir Singh als Synonym für das Land Indien.“

Und tatsächlich zeigt Singh mehr Alltag und alltägliches Leben im Detail und in der Masse als es bei Cartier-Bresson oder McCurry zu sehen ist.

Parallel bestehende Realitäten werden so erkennbar in seinen Fotografien.

Und wer sich fragt, wieso Indien immer so bunt ist, der wird irgendwann die Antwort finden, wenn er die Fotos als Spiegel der Wirklichkeit versteht. Indien ist bunt und daher ist im Spiegel der Fotografie auch als eine bunte Welt zu sehen.

„Um mein Gespür für Farbe zun entwickeln, habe ich kleine Anleihen bei den britischen Fotografen des 19. Jahrhunderts und große bei Cartier-Bresson und anderen Meistern der Kleinbildkamera gemacht. Dabei distanzierte ich mich intuitiv von der Angst, Entfremdung und Schuld der jüngeren nihilistischen Fotografie des Westens. Cartier-Bressons Aufnahmen anlässlich der indischen Unabhängigkeit bieten dem indischen Fotografen eine ganze Reihe von visuellen Verbindungen zu westlichen Welt. Sein Umgang mit der Kamera unterschied sich deutlich von der Fotografie der 40er und 50er Jahre des letzten Jahrhunderts. Er war der erste Kunstfotograf, der den Inder als Individuum ansah, was seinen Aufnahmen einen, wie Satayajit Ray es ausdrückte „greifbaren Humanismus“ verlieht…. Schönheit, Natur, Humanismus und Spiritualität sind die vier Eckpfeiler der indischen Kultur.. Der indische Fotograf blickt vom Gangesufer auf die Moderne und nicht etwas von der Seine oder dem Ufer des East River. Diese Erkenntnis hat mich darin bestätigt, dass der indische Fotograf seine ganz persönliche Anpassung an moderne Massstäber finden muß.“

Und so nimmt uns Raghubir Singh mit in seine fotografische Welt, gekonnt und individuell.

Fazit

Wenn ich diese drei Bücher nun zusammen betrachte, dann sind sie für mich das indische Triptychon der Fotografie über das sichtbare Indien. Diese drei Fotobücher sind zu unterschiedlichen Zeiten mit unterschiedlichen Blicken und verschiedenen Aufnahmetechniken entstanden.

Gemeinsam ist allen drei Büchern der bewußt gewählte geometrische Aufbau der Fotos, die visuelle Grammatik, und die dokumentierende Funktion.

Es geht darum visuell gestaltet die Wirklichkeit zu sehen und zu verstehen.

Und zusammen sind sie zeitlich und inhaltlich mehr als die Summe ihrer Teile.

Das macht diese drei Bücher in der Kombination zu etwas fotografisch Besonderem, das ein tieferes Verständnis für Indien und die fotografische Herangehensweise von drei Fotografen zeigt.

Wer mehr will als Fotos, der kann sich hier eine besondere Schulung des fotografischen Sehens und ein besonderes fotografisches Vergnügen gönnen.

Es ist ein großes Glück, daß alle drei Bücher noch direkt oder indirekt erhältlich sind.

Indien, Steve McCurry

„Die Fotos zeigen Indien, wie es wirklich ist, mit all seinen Gegensätzen.“ So erfahren wir es im Vorwort dieses großformatigen und großartigen Buches.

Indien, Steve McCurry

Indien, Steve McCurry

Nun ist Steve McCurry mittlerweile einer der bekanntesten Fotografen und seine Vorliebe für Asien und Indien hat uns viele bemerkenswerte Fotos beschert.

Kann man das noch toppen?

Ja.

Dieses Buch ist im Wortsinne sehr sehenswert.

Es ist eine Sammlung von Fotografien, die in mehr als 30 Jahren von Steve McCurry in Indien gemacht wurden. Dabei ist dann auch der Übergang vom analogen Fotografieren in das digitale Fotografieren zu sehen.

Besonders bemerkenswert ist dabei, daß der Übergang manchmal gar nicht auffällt.

Alle Fotos © Steve McCurry”  “aus Indien (Prestel Verlag, 2015)” Westbengalen, 1983. Fahrräder hängen an der Aussenwand eines Eisenbahnwaggons.

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 “aus Indien (Prestel Verlag, 2015)” Westbengalen, 1983. Fahrräder hängen an der Aussenwand eines
Eisenbahnwaggons.

Auffallend ist eher die Art des Fotografierens, die unterschiedlichen Motive, die sich durch die Präsenz an unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten ergab und die Breite der Darstellung, die sich nur durch eine Sammlung über eine so lange Zeit ergeben kann.

Wir erfahren, daß die kulturelle Differenz vom Google- und Microsoft-Komplex  zum Ochsenkarren in Indien höchstens zwanzig Minuten beträgt.

Und wir sehen Fotos, die zeigen, daß sich in dieser langen Zeit trotz zivilisatorischer Änderungen und dem Einzug des digitalen Lebens im Alltag und der Darstellung nach außen offenkundig wenig geändert hat.

Aber das Buch ist noch mehr.

Es ist auch ein visuelles Farbenmeer, das die visuelle Tradition Indiens wiedergibt.

Mit den Augen des Europäers betrachtet sieht man hier, wie selbstverständlich absolute Armut ohne Bett und soziale Sicherheit neben eklatantem Reichtum akzeptiert wird ohne sich zu wehren.

Die fotografische Welt von Steve McCurry in diesem Buch gefällt mir aber noch aus einem anderen Grund.

Es ist ein Buch, das die Fotos so darstellt wie gute Fotos auch dargestellt werden sollen: großformatig und mit klarem geometrischem Aufbau.

Das Buch ist so groß wie das berühmte Buch von Henri Cartier-Bresson und enthält so viele gute Motive, die das Leben und die Menschen in ihrer dargestellten Würde zeigen, daß es eine stundenlange Wonne sein kann, darin visuell zu schwelgen.

Alle Fotos © Steve McCurry”  “aus Indien (Prestel Verlag, 2015)” Rajasthan, 2012. Mahuts schlafen bei ihren Elefanten.

Alle Fotos © Steve McCurry”
 “aus Indien (Prestel Verlag, 2015)” Rajasthan, 2012. Mahuts schlafen bei ihren Elefanten.

Die Sitten und Gebräuche und die Realität des Lebens im öffentlichen Raum (soweit es dies dort gibt) wird uns vor Augen geführt.

Und gerade der zeitliche Längsschritt zeigt das Überzeitliche, wenn ich mich mal so philosophisch ausdrücken darf.

Der Prestel-Verlag hat damit ein großartiges Buch auf den Markt gebracht, das sich als Geschenk eignet und eher von Dauer sein wird, weil es auch fotografisch gut ist.

Die Welt der Armen und der Reichen, Mühsal und Luxus, gestern und heute und die bemerkenswerte Farbenpracht machen aus diesem Buch ein im besten alten Sinne „Sittengemälde“ einer Gesellschaft und eines Kontinents.

Und wenn ich es in die Tradition zu dem berühmten Buch über Indien von Henri Cartier-Bresson setze, dann hat es eine würdige Fortsetzung gefunden.

Wie schreibt der Verlag?

„Indien ist ein Land, das sich und andere verändert. Eine seiner ersten Reisen führe den Fotografen Steve McCurry in den 1970er Jahren nach Indien. Dunkles Henna, gehämmertes Gold, Curry und Safran, all die vibrierenden Farben des Landes haben ihn gelehrt, mit Licht zu sehen und zu schreiben. In Indien, das so ganz anders als seine Heimat ist, hat McCurry zum ersten Mal intensiv gearbeitet. Denn anders als in seiner Heimat Amerika spielt sich das Leben hier auf der Straße ab. Anders als in Cleveland gibt es hier diese unglaubliche Vielfalt an Klassen, Kasten, Reichen und Armen. Diese Erfahrung hat McCurrys Blick für Farben, Menschen und Gesichter geprägt und ihn zu einem der renommiertesten Fotografen unserer Zeit gemacht.
Der neue Bildband Indien, der jetzt im Prestel Verlag erscheint, ist das Produkt einer jahrzehntelangen Liebe zu Indien und zugleich der Anspruch, die einzigartige Vielfalt dieses Landes zu dokumentieren. Von den 96 großformatigen, brillant gedruckten Bildern sind mehr als die Hälfte bislang unveröffentlicht und stammen aus McCurrys privatem Archiv – er selber hat sie für dieses Buch zusammengestellt. Sie zeigen Indien in seiner ganzen Schönheit und Widersprüchlichkeit, Indien mit seiner Kluft zwischen Reich und Arm, zwischen technischem Fortschritt und tiefer Religiosität. Von den Staubstürmen Rajasthans bis zu den in Monsunfluten versinkenden Dörfern Bengalens, von Kaschmir bis Kerala: McCurry entführt uns in eine Welt des klaren Lichts, leuchtender Farben und tiefschwarzer Schatten – deren Stimmung mal melancholisch, mal ausgelassen fröhlich ist. So beschert er uns tiefe Einblicke in die unterschiedlichen Facetten des indischen Lebens, von den riesigen Menschenansammlungen während Kumbh Mela bis hin zum einsamen Holzarbeiter in den Wäldern des Himalaya. Die Wirkung der ganzseitigen Abbildungen wird durch keine Texte gestört, kurze erläuternde Texte zum Motiv finden sich am Ende des Buches.
Das Vorwort schrieb der britische Reiseschriftsteller William Dalrymple, Korrespondent des New Statesman und Begründer des Jaipur Literatur-Festivals.

Es ist im Prestel-Verlag erschienen und sehr empfehlenswert.
Steve McCurry
Indien
Mit einem Text von William Dalrymple
208 Seiten mit 96 Farbabbildungen
Gebunden mit Schutzumschlag
27,5 x 38 cm
ISBN: 978-3-7913-8195-4

Augen auf! 100 Jahre Leica

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Es wird wohl DAS Buch über Leica bleiben für die Zeit bis heute.

Großformatig und mit genügend Platz wurde ein Buch geschaffen, das die Leica als Kamera und die Welt der Leica-Fotografie zeigt. Besonders interessant fand ich die vielen Artikel, die wirklich versuchen, neue Horizonte zu öffnen.

Was fotografierte man in Portugal, wie wurde die Leica in Kriegszeiten genutzt, welche Rolle spielte die Technik?

„Eine Notiz im Werkstattbuch belegt: Spätestens im März 1914 hatte Oskar Barnack das erste funktionstüchtige Modell einer
Kleinkamera für 35-mm-Kinofilm fertiggestellt. Damit war nicht nur ein neuer Fotoapparat erfunden. Mit der kriegsbedingt erst 1925 eingeführten Leica (= Leitz / Camera) kündigte sich ein Paradigmenwechsel in der Fotografie an. Nicht nur fotografierenden Amateuren, Quereinsteigern und emanzipierten Frauen erleichterte die Leica den Zugang zum Lichtbild. Sie provozierte auch eine neue Art des Sehens, einen schnelleren, dynamischen Blick auf die Welt aus neuen Perspektiven. Rechtzeitig zum runden Geburtstag der legendären Kleinbildkamera und erstmals in dieser thematischen Breite bietet der mit etwa 800 Fotografien bebilderte Band eine umfassende Kunst- und Kulturgeschichte der Leica von den 1920er-Jahren bis in unsere Tage.
Essays internationaler Autoren beschäftigen sich unter anderem mit der technischen Genese der Leica, ihrem Einfluss auf den modernen Bildjournalismus und nicht zuletzt ihrer Bedeutung für verschiedenste Strömungen innerhalb der fotografischen Avantgarde. Bis dato unveröffentlichte Dokumente aus dem Archiv der Leica Camera AG runden die facettenreiche 100-jährige Kulturgeschichte ab.“

Das Buch ist wirklich so wie hier beschrieben und es regt dazu an, sich mit der Technik des Fotografierens a la Leica zu beschäftigen.

Wußten Sie, daß bei der Leica Aufnahmen vom Rand gedacht werden und nicht von der Mitte?

Wußten Sie, daß die Aufnahmen gedacht werden?

Sehen Sie, die Leica war eine besondere Kamera.

Fotografieren a la Leica eben.

Daher ist das Buch auch so besonders wie die Kameras waren.

Und wer das Besondere will in dieser Form, der ist bei diesem Buch auch bestens aufgehoben.

100 Jahre Leica ist im Kehrerverlag erschienen.

Herausgegeben von Hans-Michael Koetzle
Gestaltet von Detlef Pusch
Festeinband mit Banderole
27 x 32 cm
564 Seiten mit 12 Seiten eingelegtem Beiheft
ca. 1.200 Farbabbildungen
Deutsche Ausgabe ISBN 978-3-86828-523-9
Englische Ausgabe ISBN 978-3-86828-530-7

Frühe Expeditionen. Die Kamera entdeckt die Welt 1860-1930

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Dieses Buch ist vielleicht eines der besten Bücher zur Dokumentarfotografie unserer Welt. Jean-Francois Mongibeaux hat hier ein Buch zusammengestellt, das mich sehr beeindruckt hat.

Mitte des 19. Jahrhunderts waren große Teile der Welt noch unerforscht. Die Menschen wußten wenig darüber und meistens nur aus Erzählungen. Mit dem Einzug der Kameras wurden immer mehr Teile der Welt sichtbar.

Es wuchs nicht nur eine neue visuelle Kommunikation sondern zugleich wurde die Welt visuell dokumentiert.

Diese Dokumentarfotografie finden wir sehr eindrucksvoll in diesem Buch wieder. Große Fotos von Menschen, Kulturen, Landschaften, Sitten und Gebräuchen und der Natur.

Bäume, die es heute nicht mehr gibt, öffentliche Räume aus einer Zeit als es diese Öffentlichkeit nicht gab und Menschen in Kleidern und mit Gesichtern, die uns viel erzählen und über die wir nichts mehr wissen.

Es ist ein schweres und großes Buch, das keinen Vergleich zu scheuen braucht.

Aber es ist auch noch mehr. Es ist eine Dokumentation einer untergegangenen Welt.

Daher ist es ein visuelles Geschichtsbuch erster Klasse und es ermöglicht uns den Spiegel der Vergangenheit zu nutzen, um die Gegenwart neu wahrzunehmen.

Warum die Welt so geworden ist wie sie ist können wir hier sehen.

Was fotografisch möglich war und bis heute lebendig geblieben ist, gehört auch zu diesem Buch.

Wie fast immer sind solche Bücher etwas besonderes, wenn man es zu schätzen weiß.

Für diese Menschen möchte ich darauf hinweisen, daß es die letzten Exemplare besonders günstig gibt.

Frühe Expeditionen
Die Kamera entdeckt die Welt

ISBN 978-2-8099-0259-4