Fotobuch

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Imperium Romanum Opus Extractum II von Alfred Seiland

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So groß wie das Römische Reich so groß wirken auch die Fotos von Alfred Seiland. Das Buch Imperium Romanum Opus Extractum II bietet Begegnungen von Menschen mit Überresten aus der Geschichte. Primär visuell mit sehr informativen Texten gekoppelt gelingt es dem Fotografen, Geschichte und Gegenwart fotografisch zu verschmelzen.

Erich Grisar – Ruhrgebietsfotografien 1928-1933

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Es ist vielleicht eines der gehaltvollsten Fotobücher zur Dokumentarfotografie in Deutschland überhaupt. Der Dortmunder Schriftsteller und Fotograf Erich Grisar war fast vergessen und nun sieht man im Rückblick, daß es ohne ihn keine Blicke auf die soziale Vergangenheit des Ruhrgebietes in dieser Form geben würde. Was für ein Lob für einen leider Toten, der seine Lebenszeit bewußt und klar aufgezeichnet hat mit Kamera und Schreibmaschine! Und wie gut, daß seine Fotos aufbewahrt wurden!

peripher von Andreas Tschersich

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Es ist ein Buch nach meinem Geschmack.

Mitten aus der Wirklichkeit und mitten aus dem Leben hat Andreas Tschersich „Orte des Übergangs und Durchgangs“ fotografiert, also Stellen, an denen verschiedene Baustile, Funktionen und Ansichten im öffentlichen Raum aufeinandertreffen.

Bruce Davidson von Vicki Goldberg

Bruce Davidson Magnum Legacy von Vicki Goldberg

Bruce Davidson Magnum Legacy von Vicki Goldberg

Magnum Legacy heißt die Buchreihe mit Biografien über Fotografinnen und Fotografen der Fotoagentur Magnum. Und die Publizistin Vicki Goldberg hat hier den Fotografen Bruce Davidson porträtiert.

Es ist ein schönes Buch geworden.

Wie schreibt man über einen lebenden Fotografen, der Familie und Freunde hat und zugleich viele Jahre Themen aus der sozialen Realität fotografierte?

Exodus. Sebastião Salgado

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Die UN-Vollversammlung hat den 20. Juni zum zentralen internationalen Gedenktag für Flüchtlinge ausgerufen. Dieser Tag wird in vielen Ländern von Aktivitäten und Aktionen begleitet, um auf die besondere Situation und die Not von Millionen Menschen auf der Flucht aufmerksam zu machen.

Weltweit sind mehr als 65 Millionen Menschen auf der Flucht, davon 41 Millionen in ihrem Heimatland. „Noch nie zuvor wurde die Marke von 60 Millionen Geflüchteten und Vertriebenen überschritten.“

Und nun liegt es vor mir, das Buch, das dies alles schon vor einer Generation zeigte und niemand kann sagen, er hätte es nicht früher wissen können.

MAGNUM. Große Radrennen im Visier berühmter Magnum-Fotografen

Das Buch ist toll. In erstklassigen Aufnahmen halten 15 MAGNUM-Fotografen die expressivsten Momente der Radsportereignisse ihrer Zeit fest. Begleitet werden diese Fotografien von sachkundigen und anekdotischen Texten von Guy Andrews.

Guy Andrews ist Gründer und ehemaliger Herausgeber des britischen Magazins Rouleur. In diesem Buch finden wir Fotos von Christopher Anderson, René Burri, Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, Martine Franck, Stuart Franklin, Leonard Freed, Harry Gruyaert, Thomas Hoepker, Richard Kalvar, Mark Power, Guy le Querrec, David Seymour, Chris Steele-Perkins, John Vink.

Aber es ist ingesamt mehr. Wir können nicht nur die Tour de France und andere Rennen anhand ausgewählter Reportagen von den Anfängen bis zur Gegenwart erleben, zugleich gehen wir mit den Fotografen auf ihre jeweils persönliche Foto-Tour und sehen, wie ihre Art zu fotografieren ist.

Fotoreportagen bei der Tour de France von Magnum-Fotografen, die auf ihre eigene Art das Geschehen sahen und für sie interessante Momente festhalten.

Wo gibt es so etwas noch?

Die Reportage von Harry Gruyaert ist völlig anders als die von John Vink und Henri Cartier-Bresson blickt auf andere Themen als die Vorgenannten. Es ist dadurch ein Studienbuch zur Reportagefotografie und zugleich ein Buch zur Geschichte der Tour de France und ein wunderschönes Fotobuch.

Schon der Einband ist eine Wonne. Die Fotos sind groß und die Texte von Guy Andrews erzählen und betten ein.

Das Buch sorgt für Stunden – wenn nicht für Tage – für gute Unterhaltung und gibt durch die gelebte Fotopraxis viele Anregungen für das eigene fotografische Tun.

Dem Sieveking-Verlag ist damit eine rundherum gute Veröffentlichung gelungen, die historisch und fotografisch interessant und vom Gehalt her wertvoll ist.

GUY ANDREWS
MAGNUM
Große Radrennen im Visier berühmter Magnum-Fotografen
Aus dem Englischen
26 x 25,8 cm
224 Seiten
200 Abb.
Hardcover
ISBN 978-3-944874-40-1

 

Made in Germany

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Als Leonard Freed 1970 sein Buch über seine Reisen durch und seine Eindrücke von Deutschland veröffentlichte, blieb dieses Buch eher unbeachtet. Das erinnert an Robert Frank.

Diesen Aspekt finde ich sehr interessant.

Die Zerstörung der Welt in schönen Fotos – Overdevelopment, Overpopulation, Overshoot

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Es gibt ein neues Buch „Overdevelopment, Overpopulation, Overshoot (OVER)“

Das Spiel ist aus – the game is over.

Das Buch zeigt die Zerstörung der Welt in schönen Fotos. Es war letztes Jahr eine Meldung wert, mehr nicht.

Der Club of Rome hat schon 1980 und danach gezeigt, was passiert wenn nichts passiert.

Und nun zeigt dieses Buch, was passierte, weil nichts passierte.

Ich bin auch sehr frustriert, weil all mein Reden und die Seminare umsonst waren, die ich gemacht habe.

Damals gab es keine Internetseiten sondern nur preiswerte Taschenbücher.

Heute gibt es dieses Buch mit hohem Aufklärungswert und viele Internetseiten.

Aber zwischen der Gabe des Wissens und dem Geschehen liegen leider Welten.

Der Zeitgeist geht heute dann wohl eher in die Richtung mal eben schnell die Welt zu retten mit einer App?

Ich glaube nicht daran.

Das ginge nur durch ein garantiertes Mindesteinkommen gekoppelt mit einer Verpflichtung des Einzelnen zu sozialer Arbeit wie in den nordischen Ländern. Relative Angstfreiheit und soziale Absicherung verbunden mit dem Zwang zu mehr direkter Demokratie, sozialem Engagement, Transparenz, Toleranz und Grenzen. Das wäre ein Weltprogramm für den menschlichen Charakter weil gut und böse begrenzt und sinnvoll genutzt würden.

Man kann das neue Buch kostenlos online anschauen.

Ich weise gerne darauf hin, zumal dies alles schon wieder vergessen scheint.

Nick Brandt dokumentiert die Verstädterung in Afrika

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Das Buch ist ein seltener Glücksfall und aktuell nicht in Deutschland erschienen.

Eigentlich ist Nick Brandt bekannt für seine schönen monochromen Tier- und Landschaftsfotos aus Afrika.

Nun hat er etwas gemacht, das so nicht wiederholbar ist. Er ist an die Orte seiner Fotos mit lebensgroßen Plakaten zurückgekehrt und zeigt dort, welche Tiere er damals fotografiert hat und wie es dort heute aussieht.

Das ist singulär bzw. einzigartig, weil er auf seinen eigenen fotografischen Arbeiten aufbaut und diese in die neuen Fotos integriert, um Raum und Zeit sichtbar zu machen.

Es ist sozialdokumentarische Fotografie und mehr.

Eine Präsentation gibt es hier.

Auf seiner Webseite zeigt er die Fotos auch noch einmal.

Er zeigt durch diese Kombination, was geschieht, wenn Tiere und Menschen aufeinanderprallen und was die Menschen dann daraus machen. Hoffnung sieht anders aus. Es ist eher die Dokumentation der Zerstörung der Welt mit schönen Fotos und wie die Gier und die Armut die Selbstzerstörung der Welt mit sich bringen.

Auf zeit.de finden wir den Hinweis, daß er nicht geahnt hat, 16 Jahre nach den ursprünglichen Fotos dort keine Tiere mehr zu finden.

Und auf stern.de werden einige Fotos unter dem Aspekt einzigartiger Monumentalaufnahmen „des Wandels“ gezeigt.

Im Gegensatz zu inszenierter Realität mit Elementen der Wirklichkeit ist dies verdoppelte Realität, die gestern und heute zeigt.

Ich finde das ausgesprochen gut und wollte daher nicht versäumen darauf hinzuweisen.

Er selbst hat die Entstehungsgeschichte mit Fotos und englischen Texten online gesetzt (pdf), so daß man sieht wie die Bilder entstanden sind.

Diese Dokumentation und seine Fotos sind sehr beindruckend. Nick Brandt schildert wie viele junge Kinder und Jugendliche er dort (in Kenia) gesehen hat und sagt: „Ich hoffe, daß die Betrachter der Fotos sehen, daß nicht nur die Tiere Opfer der Zerstörung der Natur sind, es sind auch die verarmten Menschen.“

Im Original: „I hope that viewers of these photos realize that it is not just the animals that are victim of this destruction of the natural world. It`s also the impoverished humans that are victims.“

Ostkreuz 25 Jahre

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„Kurz nach dem Mauerfall lud die französische Regierung die interessantesten Künstler der in Auflösung begriffenen DDR nach Paris ein. So saßen im Frühjahr 1990 sieben ostdeutsche Fotografen in einem Markthallencafé und beschlossen die Gründung einer Agentur, um sich für die politischen, wirtschaftlichen und ästhetischen Herausforderungen der neuen Zeit zu wappnen. Sie nannten sich »Ostkreuz« nach der umtriebigen S-Bahn-Station in Berlin. Seitdem schreibt die Gruppe eine einzigartige Erfolgsgeschichte: Ihre Fotos werden in den wichtigsten internationalen Magazinen gedruckt, gemeinsame Ausstellungsprojekte –Die Stadt. Vom Werden und Vergehen oder Über Grenzen – touren durch die Welt. Zum 25. Jubiläum erscheint diese besondere Mappe mit Bilderbögen jedes der 20 Mitglieder, ein Begleitheft erzählt die Geschichte der Agentur und zeigt Fotografen aus der DDR-Zeit, unter anderem von Sibylle Bergemann, Harald Hauswald, Ute und Werner Mahler.“

So beginnt eine tolle Geschichte und so bemerkenswert und fotografisch interessant wird sie bis heute fortgeschrieben.

Dazu gibt es eine Ausstellung und einen Ausstellungskatalog, der seinesgleichen sucht.

Wie eine Portfoliomappe aufgebaut gibt es eine wunderbare Textbroschüre mit deutschen, englischen und französischen Texten und dazu jeweils eine große Doppelseite mit Fotos von Agenturmitgliedern.

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Es sind Texte, die über Geschichte und Arbeit des Ostkreuz-Teams informieren.

Man bekommt ein Gespür für die wirklich engagierte Fotografie und versteht, wie überall die Menschen eine Rolle spielen.

Autorenfotografie, Fotokunst, reale Zustände, Kernkompetenz, aufrechter Gang – das sind die Begriffe, die im Zusammenhang mit der Agentur Ostkreuz genannt werden.

Sie ist eben etwas Besonderes, etwas, das nur durch die deutsche Wiedervereinigung entstehen konnte und etwas, das nur durch sich selbst wuchs. Nichts war und nichts ist aufgesetzt sondern das Team ermöglichte die Kraft die Neues schafft.

Leben ohne Chef im Staat und dabei im Team den Mut finden, authentisch zu sein.

So darf man dann auch loben in einer Zeit, in der Fotografie immer stärker verflacht.

Gute Fotos sind authentisch, gute Fotos erzählen und zu guten Fotos muß man auch etwas erzählen, um sie richtig einzuordnen.

Der Hatjecantz-Verlag hat diesen großartigen Ausstellungskatalog herausgebracht, der sich mit und ohne Ausstellung lohnt, zumal er andere Zugänge ermöglicht.

Man nimmt die Fotos in die Hand und breitet sie vor sich auf dem Tisch aus. Das geht über ein Buch hinaus, ersetzt es aber nicht.

Sobald man den Ausstellungskatalog aufschlägt, ist es so als ob sich die Agentur Ostkreuz vorstellt.

Die Fotos auf verschiedenen Bögen zeigen die Individualität jeder Fotografin und jedes Fotografen. Die Mappe ist die Agentur, in der alle zusammen sind. Und die Texte formulieren den Geist, unter dem sie arbeiten wollen.

Wirklich gelungen!

Wer noch mehr will als den Ausstellungskatalog, der kann sich eine Jubiläumsedition kaufen.

Der Katalog selbst ist bei hatjecantz erschienen.

Ostkreuz 25 Jahre

Hrsg. OSTKREUZ – Agentur der Fotografen, Vorwort von Wolfgang Kil, Texte von Laura Benz, Jörg Colberg, Gestaltung von HelloMe, Till Wiedeck

ISBN 978-3-7757-4062-3

Fotojournalismus mit einigen der besten Reportagen

Contrasto books photo journalism

Contrasto books photo journalism

Fotojournalismus heute ist anders als früher.

Damals war der Fotojournalist derjenige, der überhaupt Bilder vom Geschehen lieferte. Heute ist der Fotojournalist derjenige, der aus einem Ereignis eine Story macht im Querschnitt und/oder im Längsschnitt.

Aber manchmal ist es auch noch wie früher und der Reporter ist der Einzige, der das Thema fotografisch festhält. Dabei geht es dann aber weniger um politische Ereignisse und Naturkatastrophen sondern um andere soziale Themen oder die Folgen von etwas.

Mir ist aufgefallen, daß zwei der besten Bücher zum Thema Fotojournalismus nie auf Deutsch erschienen sind.

Aktuell gibt es ja ein gutes deutsches Handbuch des Fotojournalismus.

Das ist aber etwas ganz anderes.

Bei den Büchern, die ich meine, handelt es sich um Berichte aus der weltweiten Praxis.

My Brother’s Keeper. Documentary Photographers And Human Rights, editor Alessandra Mauro

und

Eyes wide Open by Mario Calabresi

Zumindest zu letzterem Buch gibt es auch einige Auszüge online.

In beiden Büchern erfahren wir etwas über die Haltung der Fotografen und über ihr Engagement.

Dabei sind die Fotos oft gar nicht reißerisch sondern drücken in ihrer Art genau das große Ganze aus, um das es dabei ging.

Das ist ja die Kunst der Fotoreportage.

Die Bücher sind deshalb so gut weil man von den Texten und den Fotos in den Büchern sehr viel lernen kann.

Da ich selbst vor kurzem gemerkt habe, wie zufällig man nur auf Bücher stößt, die nicht dem eigenen Sprachraum entstammen aber besonders gut sind, wollte ich es nicht versäumen, auf diese beiden Goldstücke des Fotojournalismus aufmerksam zu machen. Wer mit Englisch nicht so gut zurechtkommt, kann allein von den Fotos dennoch sehr profitieren und sich ein Stück über das Internet die Zusammenhänge erarbeiten.

Viel Erfolg!