Buch

25 Jahre nach Tschernobyl – Verlorene Orte, Gebrochene Biografien von Rüdiger Lubricht u. Astrid Sahm

Die Verstrahlung von Tschernobyl können wir nicht sehen. Wir sehen aber das Ergebnis. Leere Städte, eine zerstörte Region und durch Strahlung verletzte oder zerstörte Menschen. Tschernobyl geht uns alle an, weil es ein unnötiges Risiko der Industriegesellschaft zeigt. Ein Risiko, welches nicht sein müßte. Der Fotograf Rüdiger Lubricht hat über viele Jahre die Region und die Menschen dokumentiert.

In diesem Jahr ist das Buch „Verlorene Orte, Gebrochene Biografien“ erschienen. Darin werden die Bilder von der Region Tschernobyl bis heute gezeigt und es werden die Schicksale einiger der „Liquidatoren“ dargestellt.

Wir blicken Menschen ins Gesicht, die geholfen haben, den Brand im Kernkraftwerk zu löschen, die die Kinder und die Menschen aus der Region wegbrachten oder in Krankenhäusern oder in den Städten die Menschen begleiteten, die krank wurden. Viele dieser Menschen wurden selbst krank, andere sind schon gestorben.

Wie kann man dieses Thema aufarbeiten? Genau da zeigt sich, was dokumentierende Fotografie leisten kann. Der Fotograf Rüdiger Lubricht hat die Region über Jahre hinweg dokumentiert und dann die Menschen porträtiert, die dort geblieben sind. Dann dokumentierte er die „Liquidatoren“, also die Menschen, die damals und zum Teil bis heute, geholfen haben und helfen, jeder auf seine Weise.

Diese wichtige Arbeit und dieses Buch konnten nur mit Zuschüssen aus öffentlichen Mitteln und privaten Stiftungen realisiert werden. Mehr dazu hier.

Die Bilder allein sprechen schon. Doch sie werden mit Texten ergänzt, die dem Ganzen eine weitere Dimension hinzufügen. Die kurzen Erzählungen zu den Porträtfotos machen aus den unbekannten Gesichtern Menschen, deren Schicksal tief bewegt – zumindest mich.

Ich habe mich oft gefragt, wieviel Menschlichkeit hier in Gesichtern und Geschichten zu sehen und zu lesen ist. Es ist alles sehr beeindruckend. Hier gibt es die Möglichkeiten und die Grenzen der dokumentierenden Fotografie. Hier gibt es Texte, die aus Fotos Geschichten machen. Hier ist ein Buch entstanden, welches uns zurückwirft auf die Frage nach den Grenzen und der Größe des Menschen.

Leider zeigte sich die Grenze in der Unbeherrschbarkeit der Atomenergie und die Größe der Menschen im Umgang mit den Mitmenschen und dem Sterben wegen dieses Unglücks – fürchterlich. Wer in die Augen der Menschen blickt, die noch leben und die Fotos derer sieht, die schon gestorben sind, der muß – wenn er/sie noch ein menschliches Wesen aus Fleisch und Blut ist – spätestens bei diesem Buch die Grenzen der Verantwortung von Politik für Menschen sehen.

Hier sieht man, dass wir zwar alle sterben müssen, aber man sieht eben auch den Unterschied zwischen dem Tod nach einem Leben in Würde und einem unwürdigen Sterben. Es ist ein Plädoyer für eine andere Gestaltung der Welt, denn Tschernobyl machte schon damals an der deutschen Grenze nicht halt. Und auch heute ist es ein Thema, das uns direkt angeht.

Das Buch fasst etwas zusammen, das sich beim Duchblättern und beim Lesen im denkenden Geist festsetzt. Es zeigt die Würde des Menschen unter unwürdigen Umständen.

Mich persönlich haben nicht nur die Fotografien der Menschen angesprochen, sondern auch die Fotos der Region. Die seelenlosen Wohnblocks um das Atomkraftwerk waren sicher vor der Katastrophe ebenso seelenlos. Diese architektonische Seelenlosigkeit ist für mich eine weitere Kategorie in diesem Zusammenhang. Tschernobyl zeigte und zeigt bis heute nicht nur die Grenzen von technischer Beherrschbarkeit und politischer Verantwortung auf.

Es zeigt auch die Folgen einer seelenlosen und unwirklichen Umwelt auf, deren Mittelpunkt nicht der Mensch ist sondern der Profit und/oder die Macht. Das ist keine Systemfrage, denn Profite sind in Diktaturen und Demokratien möglich.

Da die Gier des Menschen grenzenlos ist und der Verstand des Menschen dies sehen kann, wäre genau hier die Aufgabe einer menschenwürdigen Politik, gesetzliche und tatsächlichen Grenzen einzuführen. Aber das geht weit über dieses Buch hinaus und ist allein meine Schlußfolgerung.

Man muß Rüdiger Lubricht für diese Fotografien danken und Frau Bobowski und Frau Sahm für die Texte und den Menschen vor der Kamera, die mitgemacht haben und ihr Schicksal zeigten. Das Buch ist so in meinen Augen auch nur als Gemeinschaftsleistung denkbar und es ist ein Buch, welches so nur in der heutigen Zeit entstehen konnte.

Es dokumentiert ein entsetzliches Problem des „Zauberlehrlings“, aber es ist eben kein Meister gekommen, der wieder alles in Ordnung bringt. Es wird an uns allen liegen, wie wir unser kollektives Schicksal in die Hand nehmen oder liegen lassen. In diesem Sinne ist dieses Buch auch ein Stück dokumentierter Zeitgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts.

Das Buch ist sehr beeindruckend und in meinen Augen der fotografische aktuelle „Höhepunkt“ einer neuen Art der dokumentierenden Fotografie, die die von Menschen für Menschen zerstörte Natur und die daraus resultierenden Folgen einer überschaubar gewordenen Welt darstellt. Das Buch dokumentiert mit Fotos und Texten und läßt das Herz des fühlenden Menschen weinen.

Lubricht, Rüdiger / Sahm, Astrid:
Verlorene Orte / Gebrochene Biographien
Fotographien zu Tschernobyl
Vorwort von Junge-Wentrup, Peter. Fotograf: Lubricht, Rüdiger. Beiträge von Bobowski, Sabrina. Übersetzt von Margolina, Swetlana / Rensch, Olga
Internationales Bildungs- u. Begegnungswerk
ISBN 978-3-935950-11-4

Nachfolgend ein Interview mit Rüdiger Lubricht zu diesem Thema, welches mir von der Agentur Literaturtest zur Verfügung gestellt wurde:

Rüdiger Lubricht wurde 1947 in Bremen geboren. Er lebt und arbeitet als freischaffender Fotograf in Worpswede. Von 2001 bis 2002 war er Gastprofessor an der Hochschule für Künste Bremen sowie 2008 Lehrbeauftragter an der Kunstakademie Münster.

Mehr bei fotodesign-lubricht.

Seit 2003 arbeitet Lubricht an dem Langzeitprojekt „TSCHERNOBYL – Leben mit einer Tragödie“. Er hat bereits sechs Reisen in die kontaminierten Sperrzonen der Ukraine und Weißrusslands unternommen. Dort fotografierte er verlassene Dörfer und Städte, die durch radioaktiv verseuchten Niederschlag auf Dauer unbewohnbar geworden sind. Er war auf der Suche nach den „Alten“ – im Volksmund werden sie als Partisanen bezeichnet –, die nach der Zwangsevakuierung im Jahr 1986 zwischenzeitlich in ihre ehemaligen Dörfer und Häuser zurückgekehrt sind.

Die Fotos von Lubricht wurden bereits in vielen Galerien und Museen Deutschlands und Europas ausgestellt. Sie sind Teil der aktuellen Wanderausstellung des IBB Dortmund.

Wie haben Sie „Tschernobyl“ für sich als Thema entdeckt?
Auf das Thema bin ich durch einen Kontakt zur niedersächsischen Landesstiftung „Kinder von Tschernobyl“ im Jahre 2003 gekommen. Dadurch hatte ich erstmals die Gelegenheit, in die Sperrzone zu reisen.

Können Sie sich noch an Ihre erste Reise und Ihre ersten Eindrücke erinnern? Was hört, riecht, spürt man in den Sperrzonen? Erlebten Sie Veränderungen in der Tier- und Pflanzenwelt?
Die erste Reise in die Sperrzone von Tschernobyl hat einen sehr tiefen und nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen. Dabei war der Anblick des Sarkophags – auch in dem Bewusstsein, dass er für die Geschichtsschreibung in Europa so bedeutend im negativen Sinne war – nicht so eindrucksvoll und bewegend wie zunächst vermutet. Besonders betroffen war ich durch die Situation in Pripjat, weil mir die Ereignisse, die sich am 26. April 1986 und an den folgenden Tagen dort abgespielt haben, in besonderer Weise vor Augen geführt wurden. Die Bilder, die sich mir in den Räumen der Kindergärten, der Schulen und in den Häusern zeigten, haben mich sehr deprimiert. Sie waren nur schwer zu ertragen. Ich habe diese Erlebnisse anfangs nur schwer verarbeiten können und sie sind mir heute noch vor Augen. Aber auch der Anblick der evakuierten Dörfer und der Kontakt mit den Rückkehrern haben mich sehr betroffen gemacht.

Aus welchen Gebieten stammen Ihre Fotos?
Auf den weiteren Reisen habe ich neben der Sperrzone um Tschernobyl auch in den Sperrzonen Weißrusslands fotografiert. Dort sind es die besonders betroffenen Gebiete Gomel und Mogilow.

Ihre Fotos strahlen eine tief meditative Ruhe aus. Dennoch wirken Sie beklemmend und verstörend. Wie gelingt dieser Effekt?
Die Ruhe und die „dekadente“ Ästhetik in meinen Fotos entsprechen meinem Stil und meiner Auffassung von Dokumentarfotografie. Ich habe auf Filmmaterial fotografiert, mit Mittelformatkameras und mit Großbildkameras. Die Formate bzw. Kameratypen sind an sich schon dafür prädestiniert, ruhiger und bewusster zu arbeiten. Ich habe immer ein Stativ benutzt. Wichtig ist meines Erachtens beim Fotografieren die Beschränkung bzw. Reduktion.

Gerade in Weißrussland sind viele alte Menschen in die verstrahlten Zonen zurückgekehrt. Wie lebt man mit der Radioaktivität und der Vergangenheit? Ist es so, dass die Gefahr einfach ausgeblendet wird?
Die alten Menschen in Weißrussland sind zurückgekehrt oder haben sich geweigert, ihr Dorf zu verlassen. Zwangsevakuierungen wurden 1986 innerhalb der 30-Kilometer-Zone in der Ukraine vorgenommen. Es entspricht wohl offensichtlich der slawischen Mentalität, sich mit Dingen oder Schicksalen abzufinden. Oftmals sagten die Menschen: lieber hier in der Heimat zufrieden und satt, als in der Fremde zu leben. Es werden die Gefahren, an die man sich gewöhnt oder die man verdrängt hat, als Schicksal hingenommen.

Zeitweise arbeiten noch fast 4000 Menschen in den sogenannten „Todeszonen“. Wie gehen die Menschen mit der unmittelbaren Gefahr um?
Die etwa 3800 Menschen, die dort arbeiten, halten sich für privilegiert, da sie eine Arbeit haben, die auch noch gut bezahlt wird. Man muss wissen, dass sich die Region Tschernobyl in einer wirtschaftlich sehr schwierigen Lage befindet, seitdem das AKW abgeschaltet wurde.

Welche Begegnungen sind Ihnen vor allem im Gedächtnis geblieben?
Die Begegnungen mit den „Alten“, die von einer großen Gastfreundlichkeit geprägt war, sind mir stark in der Erinnerung verhaftet. Aber auch die Begegnungen mit den Liquidatoren haben mich sehr berührt. Es ist kaum zu ertragen, wenn sie von ihrem Schicksal erzählen.

Können Sie sich selbst noch an den 26. April 1986 erinnern?
Ich kann mich an die Berichte in den Medien, besonders im Fernsehen erinnern. Auch sind mir „Probleme“ um Milch und die Fluchtgedanken junger Mütter mit ihren Kindern auf Inseln in der Erinnerung.

Haben Sie nicht Angst zu erkranken?
Ich habe 1990 eine schwere Krebserkrankung, bei der mein Magen entfernt werden musste, überlebt. Vielleicht habe ich mich deshalb zu diesem fotografischen Thema hingezogen gefühlt. Ich habe keine Angst; verhalte mich aber dort so, wie man es tun sollte.

Glauben Sie, dass Ihr „Tschernobyl-Projekt“ irgendwann beendet sein wird?
Ich hatte bereits 2006 geglaubt, das Projekt abschließen zu können. Mit meinem neuen Ansatz, das Schicksal der Liquidatoren fotografisch-dokumentarisch zu bearbeiten, bin ich jedoch noch nicht fertig.

Die Fragen stellte Literaturtest.

Die fotografische Idee von Michael Freeman

Dieses Buch kann süchtig machen. Und es ist ein Beleg dafür, dass Buchwelt und Internetwelt gegenseitig nicht ersetzbar sind sondern sich sinnvoll ergänzen.

Michael Freeman beginnt sein Buch „Die fotografische Idee. Bildkomposition und Bildaussage“ mit der Überschrift „Einführung: Demokratische Fotografie“.

Er zitiert Helmut Newton: „Alles ist automatisch, ich muss nur auf den Auslöser drücken. Die Kamera kaufen auch Amateure. (( Er zeigt auf seinen Kopf)) Da ist alles drin.“

Und dann positioniert er sich, indem er die Frage stellt, welchen Zweck eigentlich Kunst hat. Er kommt zu dem Gedanken: „Die Kunst des Redens und des Schreibens wurde sicherlich jedem Gebildeten zugesprochen. Jetzt befinden wir uns in einer Welt der Fotografie, in der Millionen von Menschen aufgehen und die eine große Anzahl Menschen für eine kreative Ausdrucksweise nutzen. In dem Maße, wie man Fotos Dritter besser interpretiert, gelangt man sicherlich auch zu besseren eigenen Fotos. die KErnfrage dabei ist, was überhaupt ein gutes Foto ausmacht.“

Dann formuliert Michael Freeman sechs Kriterien für ein gutes Bild.

Alleine schon meine Beschreibung der Einführung in dieses Buch, die im Buch auf einer Seite zu finden ist, zeigt, dass dieses Buch mit klaren Schritten von der Information zum Denken auffordern will.

Im ersten Kapitel „Bildidee“ schreibt Freeman: „Soll der Betrachter ein Foto interessant finden und sich daran erfreuen, müssen Sie ihm einen Grund für ein längeres Hinschauen geben.“

Und dann läßt er Bilder sprechen, fragt nach den sichtbaren Motiven auf den Fotos, zeigt die Strukturen der Fotos und den Umgang mit Raum, Zeit und Konzept in den Motiven.

Zwischendurch erscheint ein Kästchen mit der Überschrift „Internetrecherche“ und einigen Suchbegriffen. So bietet das Buch die Erweiterung des Horizontes über das Buch hinaus. Doch das ist noch nicht alles.


Unter dem Thema „Gut Aussehen“ eröffnet Freeman einen ganzen Kosmos. „Bevor wir Dinge gut aussehen lassen, müssen wir entscheiden, ob tatsächlich Schönheit im Foto vorhanden sein soll.“

Es finden sich optimal nutzbare Informationen in diversen Infoabschnitten wie „Was die meisten Menschen optisch gerne mögen“.

Etwas später zeigt er dann, wie aus einem Portrait eine messbare Schönheit der digitalen Welt gemacht wird. Und er konfrontiert uns mit unseren Vorstellungen und Klischees und der Wichtigkeit, den Zeitgeist zu beachten.

Es gibt zwar Regeln für ansprechende Landschaften, aber reale Fotografie hat es immer mehr mit zerstörten Landschaften zu tun. Beeindruckend bewegend und anregend sind dann auch Fotos, die schönes Licht zeigen – und als Motiv die Föten von Kälbern zum Verkauf auf einem Markt in Thailand.

Das zwingt zu einer persönlichen Auseinandersetzung mit dem, was man fotografisch will.

Freeman wendet sich dann der Frage zu „Was ist Schönheit?“. In seinen Beispielen zeigt er auf, dass selbst in einer globalisierten Welt Schönheit an verschiedenen Orten und in verschiedenen Kulturen sehr unterschiedlich ist. Auch dies zeigt die Relativität und fordert eigentlich etwas mehr Gelassenheit von einem selbst.

Das Buch ist ein Buch für alle Sinne und geht erheblich an das eigene Selbstverständnis. Und immer wieder gibt es diese wunderbaren kleinen Listen, die den Blick auf wesentliche Dinge ermöglichen: So wirken Bilder mit Ruinen, was macht ein Foto zum Klischee? und einige mehr ermöglichen direktes Arbeiten und Vergleichen.

Im zweiten Kapitel über „Stil“ zeigt Freeman zunächst die acht Wege für das Fotografieren von Objekten, die der Fotograf Laszlo Moholy-Nagy in den 1920er genannt hat. Dann diskutiert er an vielen Bildbeispielen alte und neue Sichtweisen, bietet Hinweise zur Internetrecherche, diskutiert die Frage des Gleichgewichtes auf Fotos, Harmonien und vieles mehr. So wird man irgendwann mit der Frage konfrontiert, welche Mittel setze ich am liebsten ein, was mag ich nicht, was will ich erreichen?

Und dann kommt das dritte Kapitel „Entwicklung“. Michael Freeman leitet es mit den Worten ein: „Es liegt wohl auf der Hand, dass für jedes gute Foto Verstand, Auge und Kamera in Verbindung stehen müssen… Die Entwicklung erfolgt bereits während der Aufnahme des Fotos. sie ist eng mit den Möglichkeiten und ihrem Umgang mit der Kamera verbunden.“ Und dann gibt er Aufgaben wie „Finden Sie mit der Liste der Bildmuster auf den Seiten 152-152 heraus, was Ihnen an ihren Bildern gefällt.“

Die Themen „Zeit“ und „Optische Wirkung“ oder „Verbesserung“ werden dann mit vielen Bildbeispielen besprochen. So kann man ein Gefühl für die eigene fotografische Welt erhalten oder einige einfach besser einordnen.

Das Buch „Die fotografische Idee“ ist ein Buch, das nicht gelesen sondern gelebt werden will. Es ist so angelegt, dass es die eigenen Fotos mit einbezieht, dass es das Internet mit einbezieht und es ist offen für Veränderungen. Es zeigt, was gut war und gut ist, aber es zwingt nicht dazu, dies zu übernehmen. Wenn es bessere Ideen gibt – gut. Aber die muß man dann in ein Verhältnis zu den bisherigen guten Ideen setzen. Und damit wird dieses Buch zur fotografischen Herausforderung.

Michael Freeman:
Die fotografische Idee. Bildkomposition und Bildaussage
München 2011
ISBN 978-8272-4683-7

Porträtfotografie, ein Buch voller Ideen von Hennig, Ihring, Papendieck

Mit diesem Buch kann man nichts falsch machen, aber vieles richtig. Das Buch „Die Fotoschule in Bildern. Porträtfotografie“ von Kathy Hennig, Lars Ihring und Michael Papendieck ist ein Buch voller Bildideen. Der Schwerpunkt in diesem Buch liegt im Bereich Studiofotografie.

Aber eine Menge Anregungen sind auch ohne Studio umsetzbar. Wenn es um die Vorbereitung und Durchführung von Studioportraits geht, dann läßt das Buch keine Fragen offen. Aber das Buch lohnt sich auch aus mehreren anderen Perspektiven.

In dem Buch werden an einer Stelle fünf Fragen formuliert: „Welche Art Foto möchte ich machen? Welche Location kann ich dafür nutzen? Welche Accessoires und Kleidung passen zum Foto und zur Location? Welche Stimmung möchte ich rüberbringen? Durch welche Perspektive kann ich diese Stimmung unterstützen?“

Diese fünf Fragen sind für mich die Leitfragen des Buches. Den Autorinnen und Autoren gelingt es, ziemlich viele Antworten auf diese Fragen zu geben. Dazu werden die Porträts unterteilt in Klassisch, Spontan, Charakter, Beauty, Paare, Kinder, Serie, Bewegung, Emotionen, Schwarzweiß, Ältere Menschen und Erotik.

Was dabei die Kapitel inhaltlich zusammenhält sind die Kapitel über Accessoires, Licht, Planung, Kommunikation, Posing und einige mehr. Auf dem Schutzumschlag steht „Inspirierende Bildideen für die Praxis“. Das stimmt und gibt dem Buch einen besonderen Reiz. Die großzügige Aufteilung von Bild und Text, die vielen Zeichnungen zur jeweiligen Beleuchtungssituation und die zusätzlichen Angaben zu den Fotos machen es leicht, schon durch Blättern im Buch inspiriert zu werden.

Zugleich sieht man einiges vom Portfolio von Kathy Hennig, Lars Ihring und Michael Papendieck. Drei Fotografinnen bzw. drei Fotografen und drei fotografische Schwerpunkte und Ansätze. Das reizt natürlich noch mehr und gibt die Chance, das Buch aus einer anderen Perspektive zu sehen, nämlich als Portfolio.

Aber ich will nicht verschweigen, dass ich dieses Buch noch aus einem anderen Blickwinkel gesehen und gelesen habe.

Ich habe mir die Frage gestellt, was bedeutet heute (2010/2011) Porträtfotografie?

Das Buch stellt für mich eine aktuelle Sammlung von Ansätzen dar, Fotografie mit dem Schwerpunkt menschliche Portraits vorzustellen. Zugleich wird deutlich, dass nach diesem Buch auf den ersten Blick eigentlich alles möglich ist. Aber das stimmt nicht.

Wenn man das zweite Mal hinschaut, dann kann man – wenn man will – das tiefere Geheimnis des Buches und der Porträtfotografie sehen. Im Kapitel über „Klassische Porträts“ gibt es einen Abschnitt mit der Überschrift „Linien, Linien, Linien“. Weiter hinten im Buch wird dies vertieft im Kapitel „Porträts gestalten“.

Dort findet sich der meiner Meinung nach entscheidende Schlüsselsatz.

Er lautet: „Achten Sie bewusst auf störende Bildelemente und komponieren Sie ihr Foto.“

Genau das ist es. Die Komposition, die Geometrie ist die Grundlage guter Porträtfotografie. Damit ist dieses Buch, wenn man es richtig benutzt, eine wunderbare Anleitung für das schöne Fotografieren von Menschen in den verschiedensten Bereichen des Lebens.

Biete Visionen von David duChemin


Der Titel “Biete Visionen. Leben und arbeiten als Profifotograf” ist Programm. Dieses Buch zeigt, was nach der Technik kommt, wenn man als Fotograf arbeiten will. David duChemin – ein bekannter Profifotograf – zeigt zunächst umfassend seine Sicht der Dinge. Seine Vision brachte ihn über das Theologiestudium und das Arbeiten als Komödiant letztlich zum Fotografieren.

Und Profi ist man, wenn man davon leben kann. Der Aufbau des Buches zeigt die Denkweise des Autors. Er schreibt nicht nur über sich sondern auch über andere und räumt ihnen Platz ein.

In dem Buch läßt er neun andere Fotografinnen und Fotografen mit ihrem eigenen Ansatz zu Wort kommen. Doch der Reihe nach.

„Je genauer ich bei Fotografen hinsehe, die ich respektiere und bewundere, desto mehr Konstanten statt Zufällen entdecke ich. Die wichtigsten dieser Konstante sind Vision und Leidenschaft. Die Vision ist der Motor des Unternehmens, die Leidenschaft der Treibstoff.“

So schildert er auf den ersten Seiten des Buches die Themen, die den Inhalt des Buches ausmachen. Auf Seite 13 entdecke ich den Satz „Für Leidenschaft gibt es keinen Ersatz.“

Und dann unterteilt duChemin zwischen einem Amateur, der etwas aus Liebe tut, aber nicht davon lebt und dem Profi. „Profi zu sein bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass man mit dem, was man tut, Geld verdient… Der Beruf, den wir fälschlicherweise mit dem Begriff Karriere gleichsetzen, ist viel mehr als das. Er ist eine Berufung, mehr als ein Job, ein Lebenswert, das Begabung und Talent einbezieht. Der Beruf eben.“

So treibt der Autor uns gedanklich an und weiter: „Fotografen, die gerade erst anfangen, sehen zu denen auf, die bereits seit 20 Jahren fotografieren, und sie sehen nur das Ergebnis von 20 Jahren Arbeit. Sie sehen weder die Jahre voller schlechter Bilder, die vielen Fehler, die wir gemacht, die Bücher, die wir gelesen, die Vorträge, die wir gehört haben, noch unsere Dummheit beim Kauf neuer Ausrüstung, von der wir hofften, sie würde zu einer Art Zauberstab.“

Und er gibt dem Talent einen völlig neuen Stellenwert, wenn er schreibt: „Talent ist wichtig; es macht alles einfacher… Aber es gibt viele wenig talentierte, dafür aber hart arbeitende Fotografen, die davon leben können.“ Und immer wieder kommt er zu Vision und Leidenschaft und fordert die Leserinnen und Leser seines Buches auf, sich damit tiefer auseinanderzusetzen.

Er sagt zudem klar, was außerhalb der Möglichkeiten dieses Buches ist: „Die Vorausssetzung, die ich meine, lautet: Sie beherrschen Ihr Handwerk und Ihre Produkte sind ausgezeichnet… Einen Auftrag können Sie sich immer irgendwie ergaunern, aber wenn Sie Ihre Versprechen nicht halten und nicht das Gewünschte liefern, wird es keinen zweiten Auftrag geben“(44).

Wenn Sie in dem Buch ab S. 63 mit der Überschrift „Suchen Sie sich einen Mentor“ lesen, wie er Profifotograf wurde und sich parallel einmal die deutschen Verordnungen und Barrieren anschauen, dann wird sehr schnell das Geheimnis seines Erfolges deutlich, denn eine Lehre als Fotograf oder ein Studium als Foto-Designer wird die Fächer „Leidenschaft“ und „Vision“ kaum beinhalten.

Klar ist, dass der Autor offenkundig als Autodidakt Erfolg hatte. So hat dieses Buch einen mehrfachen Reiz, zumal in Deutschland. DuChemin dürfte sich in Deutschland gar nicht als „Fotograf“ bezeichnen, um mit dieser Berufsbezeichnung zu arbeiten. Er dürfte sich höchstens „Bildjournalist“ nennen oder „photographer“.

Insofern zeigt dieses Buch, wahrscheinlich ungewollt, auch Einblicke in die Grenzen deutschen Denkens, getreu dem Motto „Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben alle einen anderen Horizont“.

duChemin zeigt an vielen Stellen, wie auch die Beiträge der anderen Autorinnen und Autoren zeigen, dass es viel um Beziehungsaufbau und Beziehungspflege geht, um Marketing und anderes.

Wie fast alle Fotografen ist auch David duChemin ursprünglich ein Kind der Printwelt. Ab Seite 134 kommt dann das Kapitel “Marketing 2.0″ Damit sind wir dann im Internet mit allem, was dazugehört. Es geht um die Fragen, die alle angehen: Gestaltung der Internetseite, Aufmerksamkeit erzielen in Social Communities, Interaktion etc.

Auf sanfte Weise werden viele Dinge angesprochen, die heute aktuell sind: dorthin gehen, wo die Massen sind, Bloggen aber richtig, Umgang mit Agenturen etc.

Ganz am Anfang seines Buches weist der Autor darauf hin, dass er gerne andere Fotos genommen hätte, aber weil er diese für Nichtregierungsorganisationen NGOs erstellt hat, darf er es nicht – der Rechte wegen. Das ist schade, weil es gerade interessant gewesen wäre zu sehen, wie man arbeiten muß, um erfolgreich bei NGOs zu sein.

Es ist ein schönes Buch und es ist sehr unterhaltsam und lehrreich. Der Titel stimmt auch, denn es ist praktisch die Biografie von David duChemin,eine Dokumentation seiner Arbeitsweise und ein Leitfaden nach der Technik für ein Leben mit der Fotografie.

Wenn man das Buch nutzt, um sich eine innere Haltung anzueignen oder die eigene Einstellung zu überprüfen, dann ist es eine gute Quelle mit vielen Anregungen.

Und es ist eines der wenigen Bücher, die den Leserinnen und Lesern Hilfe beim Entwickeln einer Vision anbieten. duChemin weist darauf hin, dass es früher Fischhändler und Eisenwarenhändler gab, die ein ehrliches und ehrsames Geschäft betrieben.

Dann kamen Waffen- und Datenhändler hinzu und das Wort „Händler“ wechselte die Bedeutung. Er sieht sich und andere als „Visionshändler“. Er schreibt dazu: „In diesem Sinne präge ich hier den Begriff des Visionshändlers. Ich betrachte ihn als Erinnerung daran, daß unser Beruf eine ehrliche Kombination aus Handwerk und Geschäft ist – eine Kreuzung aus Ausdruck einer Vision und deren Feilbieten auf dem Markt. Eine Erinnerung, dass mein wirklicher Wert… nicht das gedruckte Bild selbst ist, sondern die einzigartige Kreativität und Vision, aus der das Bild entstanden ist.“

Und wenn man das Buch bis zum Ende liest, dann kommt ziemlich am Schluß des Buches in einem Interview Joe McNally zu Wort, ein anderer Fotograf. Dieser sagt in dem Interview: “Mein Rat lautet, flexibel zu bleiben. Sie müssen ihr eigenes Unterhaltungsunternehmen sein – Sie müssen wissen, wie man Fotos und Videos herstellt, wie man einen Blog betreibt, twittert und eine Website aktualisiert.”

Insgesamt ist dieses Buch gut für den Einstieg in eine andere Lebenshaltung und für eine echte Auseinandersetzung mit sich und dem Wunsch, Fotograf zu werden oder zu sein. duChemin schreibt auch über Dinge wie “Bleiben Sie schuldenfrei” oder “Planen Sie Steuern ein” und zeigt damit, dass eine Vision nur so gut ist wie die Wirklichkeit, die sie als Grundlage anerkennt.

Das Buch setzt genau da an, wo die Technik aufhört. Es ist dem Buch zu wünschen, viele Leserinnen und Leser zu finden, zumal es relativ leicht geschrieben ist. Und vor allem ist es ein Geschenk für das eigene Leben, denn wer sich mit dem Buch auseinandergesetzt hat, der wird nicht umhin kommen, auch in seinem Leben etwas in Bewegung zu setzen.

David duChemin
Biete Visionen… Leben und arbeiten als Profifotograf
ISBN: 978-3-8273-2960-8
Addison-Wesley Verlag

Unposed, ein Buch über gute Strassenfotografie von Craig Semetko

Das Buch ist fotografisch so herrlich leicht. Es ist voller Überraschungen und es ist aus dem heutigen Leben. Der Fotograf Craig Semetko hat ein Buch veröffentlicht. Dieses Buch hat den Titel „Unposed“. Dies bedeutet, auf den Fotos haben die Menschen nicht posiert sondern die Fotos sind alle aus der ungestellten Situation entstanden.

Semetko beruft sich in diesem Buch besonders auf Cartier-Bresson. Deshalb griff auch er zur Leica. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann sind alle diese Fotos zwischen ca. 2000 und 2010 mit einer Leica gemacht worden. Und es handelt sich um Strassenfotografie bzw. dokumentierende Fotografie.

Bei einigen Bildern mußte ich herzhaft lachen. Sie sind einfach so gut, dass sie die Leichtigkeit des Seins ansprechen. Das Foto mit dem Mann, der auf der Toilette steht und sich erleichtert und dabei mehrfach von Marilyn Monroe angeschaut wird, ist so super fotografiert, dass es eine wahre Freude ist, dort hinzuschauen.

Das Buch an sich ist in einer angemessenen Größe und es hat eine Fadenheftung. Elliott Erwitt hat ein Vorwort geschrieben. Es gibt nur Fotos, die für sich selbst sprechen und erst auf den letzten Seiten kurze Erläuterungen zu den jeweiligen Fotos.

Es ist ein Buch, welches in mehrfacher Hinsicht Lust auf mehr macht. Zuallererst ist es ein Musterbeispiel dafür, dass man heute gute Strassenfotografie unter Achtung der Persönlichkeitsrechte machen kann. Fast alle Fotos zeigen Menschen, die aber nicht als individuelle Person erkennbar sind und dennoch klar zu sehen sind. Das ist die Kunst, die heute erforderlich ist in diesem Metier.

Darüber hinaus sieht man hier Fotos, die klare und klassische Strukturen im Bildaufbau haben. Und alle Fotos erzählen mindestens eine (wenn auch manchmal kleine) Geschichte. Semetko hat nur Schwarzweissfotos hier veröffentlicht. Das ist umso bedeutsamer, weil heute fast nur noch Farbe zählt. Es ist aber auch ein besonderes visuelles Erlebnis, weil es eben auch ohne Farbe geht.

Wenn man sich überlegt, dass alle Fotos zwischen 2000 und 2010 aufgenommen worden sind, dann ist es schon ein besonderes Buch in einer Zeit, die am liebsten nur von bunten Bildern lebt. Das Buch ist fotografisch betrachtet aus meiner Sicht ausgesprochen gut, wenn man ein Buch zur Strassenfotografie und zum gelungenen Schnappschuss sucht.

Fotografiertechnisch kann man die Fotos in diesem Buch zu einem erheblichen Anteil aber nur mit einer Optik machen, die gut freistellt und den Hintergrund entsprechend vom Vordergrund trennt. Dies kann die Leica M. Es scheint sich aber überwiegend um Aufnahmen zu handeln, die noch auf Film gespeichert wurden. Für solche Fotos auf Film oder heute digital braucht man aber in meinen Augen keine Leica, sondern einfach eine Kamera mit einem größerem Sensor und einer Festbrennweite, so dass auch der preisbewußte Fotograf durch dieses Buch ausserordentlich gute Anregungen erhalten kann.

Insofern ist es ein Buch, welches Menschen, die Strassenfotografie oder streetphotography lernen wollen, eine echte Vorlage sein kann, weil es sich um Fotos aus der heutigen Zeit handelt.

So, leider darf man Fotobücher ja nur besprechen und fast immer gar keine oder fast gar keine Fotos zeigen. Deshalb zeige auch ich hier keine Fotos. Die große Ausnahme scheint aber der Focus zu sein, der offenkundig das Recht hat, einige Bilder aus dem Buch zu zeigen. Daher verweise ich auf die entsprechende Internetseite und wünsche viel Spaß beim Anschauen einiger Fotos aus diesem gelungenen Buch. Hier der Link.

Unposed
Vorwort von Elliott Erwitt
Craig Semetko
96 Seiten, Hardcover
54 Duplexfotografien
Text in Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch und Italienisch
39,90 Euro
ISBN: 978-3-8327-9420-

Ein Tag Deutschland – das Buch von Freelens Fotografen

Wie soll man diesem Buch gerecht werden? Am 7. Mai 2010 “reisten 432 Fotografen durch ganz Deutschland, um festzuhalten, was vor ihrer Kamera geschah: in Schulen und Wohnzimmern, auf Fußballplätzen und Flughäfen, in Parlamenten und Diskotheken. Sie sind über die Dörfer und durch die Großstädte gefahren und haben nach Momenten Ausschau gehalten, die dieses Land repräsentieren.”

Der Tag war bewußt gewählt: “X-beliebig sollte er sein.” Darauf weist Christoph Schaden in seinem Textbeitrag im Buch hin. Soweit die Eigendarstellung. Das Buch ist ja schon mit einigen anderen Büchern verglichen worden. So mit dem Buch “Ein Tag im Leben Amerikas” und ich wäre auch geneigt es mit dem Buch “Das Magnum-Archiv” zu vergleichen.

Aber kann man das? Lutz Fischmann von Freelens schreibt zu Beginn des Buches: “Für dieses einmalige Projekt bedurfte es des besonderen, authentischen Blicks. Fotografen haben von je her Gesellschaften erforscht und dokumentiert – in ihren ganzen Breiten und Tiefen und unabhängig von Redaktionsaufträgen. Auch mit dem Projekt »Ein Tag Deutschland« haben sie dies getan – ohne auf die Verwertbarkeit in den Medien zu achten. Sie erzählen, wie es in Deutschland wirklich »aussieht«.

Die außergewöhnliche Dokumentation eines gewöhnlichen Freitags in Deutschland unterstreicht so auch die gesellschaftliche und kulturelle Relevanz hochwertiger Bilder. Initiiert hat das Projekt der Fotografenverband FREELENS, dem inzwischen über 2 000 Fotografen angehören, die für alle renommierten Magazine und Verlage arbeiten.”

Ein Tag Deutschland – Das Buch ist also ein einmaliges Projekt und zeigt einen ganz gewöhnlichen Freitag in Deutschland. Zunächst ist es ein schön gemachtes Buch. Das Format ist nicht zu groß und doch groß genug, um Fotos in ihrer Wirkung zu Wort kommen zu lassen. Es ist ein reines “Blätterbuch”. Man kann es von vorne bis hinten durchblättern oder einfach so mittendrin aufschlagen. Das Layout in diesem Buch ist sehr unterschiedlich. Fast jede Doppelseite ist anders angeordnet. Es gibt manchmal nur ein oder zwei große Fotos auf einer Doppelseite, manchmal ist es ein großes Foto, ein kleineres und ein ganz kleines Foto. Und manchmal sind eine oder mehrere Doppelseiten von einem Fotografen, umgekehrt sind auf einer Doppelseite drei Fotografinnen und Fotografen zu finden. Da dies ja mit Absicht geschehen ist wird damit jede über das Foto hinausgehende Struktur schwierig. Umgekehrt ermöglicht es den direkten Blick auf das jeweilige Foto. Da es sich naturgemäß um eine Darstellung eines Teils der Freelens-Fotografinnen und Fotografen handelt, kann man hier sehr schön die verschiedenen Arbeitsweisen sehen. Es handelt sich ja ausschließlich um dokumentierende Fotografie. Ein Tag in Deutschland soll dokumentiert werden. Daher ist es ein wunderbares Buch, um einen aktuellen Querschnitt zum Thema fotografische Ansätze im Bereich Dokumentarfotografie zu erhalten. Dazu eignet es sich sehr gut, vor allem weil deutlich wird, alles ist erlaubt und alles ist möglich, wenn die dokumentarische Aussage stimmt. Und es scheint ja eine Außendarstellung von Freelens zu sein. Es ist kein Jahrbuch, es ist ein einmaliges Tage(s)buch im besten Wortsinne. Christoph Schaden schreibt über den Sinn des Buches: ” Vor dem inneren Auge sehen wir sie schon vor uns: Soziologen und Bildwissenschaftler, die sich in ferner Zukunft einmal die Frage stellen werden, wie denn alles gewesen sei. Damals, in diesem Land, in dieser Dekade, die so schlecht in Bildern dokumentiert ist wie keine andere zuvor und danach, weil mit der digitalen Zeit hoffnungslos alles zerstört wurde. Von den Schriftquellen haben sie immerhin erfahren, dass sich zu jener Zeit der Fotojournalismus in Deutschland in einer Krise befunden haben musste. Um so verwunderter werden sie dann wohl jenen verstaubten und beleibten Band zum 7. Mai 2010 aus dem Buchregal herausholen − falls es Buchregale noch geben sollte − und sich die Augen reiben, wenn sie die Bilder darin genau anschauen.”

Nun besteht ja das Paradoxe an Fotobüchern, dass man zwar über sie schreiben kann aber die Fotos nicht zeigen darf, weil man dann ja die Bildrechte der Autoren verletzt. So ist Sprache in der Regel das Mittel der Wahl. Gottseidank hat der Dpunkt-Verlag eine Leseprobe mit ein paar Fotos zum Donwload bereitgestellt, damit es wenigstens ein paar visuelle Eindrücke gibt. Diese finden Sie hier. Ich habe dieses Buch verschiedenen Personen (Nicht-FotografInnen) gegeben und sie nach ihrer Meinung gefragt. Allesamt wurde mir bestätigt, dass es sich um ein Buch handelt, welches die Dinge so darstellt, wie sie heute sind. Also hat das Buch es geschafft, etwas zu dokumentieren, nämlich einen Tag in Deutschland.

Ein Tag Deutschland

640 Seiten, komplett in Farbe, Festeinband

ISBN 978-3-89864-707-6

42,90 Euro(D) / 44,20 Euro(A) / 60,90 sFr

dpunkt.verlag

Achim Duwentäster, Achim Friederich, Achim Kleuker, Achim Pohl, Achim Sperber, Achim von Allwörden, Alexa Seewald, Alexandra Vosding, Ali Altschaffel, Amos Schliack, Andi Schmid, Andre Poling, Andrea Vollmer, Andreas Buck, Andreas Burmann, Andreas Ehrhard, Andreas Herzau, Andreas Krufczik, Andreas Laible, Andreas Riedmiller, Andreas Spierling, Andreas Varnhorn, Andreas Weiss, Andree Kaiser, Angelika Salomon, Anika Büssemeier, Anja Cord, Anja Koehler, Anna Fiore, Anna Weise, Anne Ackermann, Anne Oschatz, Annette Wulff, Antje-Katrin Hansen, Arnold Morascher, Arnulf Hettrich, Astrid Doerenbruch, Axel Mosler, Barbara Dombrowski, Barbara Ködel, Barbara Siewer, Barbara Stenzel, Berd Roselieb, Bernadette Grimmenstein, BErnd Arnold, Bernd weisbrod, Bernhard Schurian, Bertram Solcher, Bethel Fath, Boockhoff, Boris Rostami-Rabet, Brigitte Hiss, Brigitte Kraemer, Britta Radike, Buch, Carolin Thiersch, Carsten Büll, Carsten Koall, Carsten Milbret, Christa Brand, Christa Henke, Christian Altengarten, Christian Burkert, Christian Irrgang, Christian Jungeblodt, Christian Kaiser, Christian Lünig, christian Martin, christian Schoppe, Christian Wyrwa, Christiane Eisler, Christiane Kappes, Christina Körte, Christoph Keller, Christoph Kniel, Christoph Leib, Christoph Otto, Christoph Schaden, Christoph Siegert, Claudia Fy, Claudia Görres, Cordia Schlegelmilch, Cornelia Marchis, Dagmar Gester, Daniel Bsican, Daniel Pilar, Daniela Maria Mady, David Baltzer, David Brandt, David Klammer, Deff Westerkamp, Dieter Menne, Direk Eisermann, Dirk Jeske, Dirk Krüll, Dirk von Nayhauß, Dokumentarfotografie, Dominik gigler, dpunkt, Dreysse, Dunja Gediga, Eberhard Franke, Eberhard Gronau, Eberhard Schorr, Edda Treuberg, Edgar Jablonski, Ein Tag Deutschland, Ekkehard Winkler, Erci Schambroom, Eric Lichtenscheidt, Erik Westmann, Erik Zöllner, Erika Sulzer-Kleinemeier, Esther Beutz, featured, Felix Wachtler, Florian Schwinge, Fotomonat, Frank Krems, Frank Peters, Frank Siemers, Frank Silberbach, Frank Steinbach, Frank vinken, Franz Bischof, Franz-Gerog Wand, Frauke Huber, Fred Dott, Frederika Hoffmann, Freelens, Frieder Blickle, Fulvio Zanettini, Gaby Wojciech, Gerald Hänel, Gerald Sagorski, Gerhard Westreich, Gerhrad Müller, Gesche Cordes, Gesine Pannhausen, Gisela Floto, Gottfried Stoppel, Guido Schiefer, Günter Franz, Günther Bauer, Guntram Walter, Gustavo Alabiso, Hans Jessel, Hans Treffer, Hans-Christian Plambeck, Hartmut Bühler, Hartmut Schwarzbach, Hauke Hass, Heike Baldauf, Heiko Specht, Heiner Müller-Elsner, Heinrich Sobottka, Helge Krückeberg, Henning Kramer, Herbert Hering-Heidt, Hinrich Schultze, Holger Jacoby, Holger Leue, Holger Stöhrmann, Ilja Mees, Ines Woywode, Ingo Arndt, Ingo Rappers, Ioni Laibarös, Isabel Winarsch, Isabelle Girard de Soucanton, Jan C. Brettschneider, Jan Kobel, Jan Schenck, Jan-Peter Boening, Janek Markstrahler, Janko Woltersmann, Jann Wilken, Jens Neumann, Jens Palme, Joachim Röttgers, Jochen Tack, Johannes Arlt, Johannes Mairhofer, Johannes Ruebel, Jonas Opperskalski, Jörg Axel Fischer, Jörg Böthling, Jörg Gläscher, Jörg Lange, Jörg Modrow, Jörg Müller, Jörg Sarbach, Jörn Sackermann, Judith Wallerius, Juergen Stumpe, Julia Baier, Julia Zimmermann, Julius Schrank, Jürco Börner, Jürgen Bauer, Jürgen Christ, Jürgen Escher, Jürgen H. Krause, Jürgen Held, Jürgen Holzenleuchter, Jürgen Lösel, Jürgen Nobel, Jürgen Schrader, Jürgen Schulzki, Jutta Kennepohl, Kai Funck, Karin Desmarowitz, Karin Gerdes, Karl Johaentges, Karolina Doleviczenyi, Katharina Bosse, Katja Hoffmann, Katja Illner, Kathryn -Baingo, Katrin Neuhauser, Kaveh Rostmkhani, Kay Maeritz, Kerstin Groh, Kerstin Rolfes, Kirsten Haarmann, Klaus Andrews, Klaus Bolte, Klaus Dombrowsky, Klaus-P. Wagner, Klaus-Peter Kappest, Knut Gielen, Kurt W. Hamann, Lajos Jardai, Lia Darjes, Linda Dreisen, Lorenz Kienzle, Lothar Schiffler, Ludolf Dahmen, Ludwig Rauch, Ludwiga von Korff, Lutz Fischmann, Lutz P. Kayser, Magnus Schöfer, MAichael Bahlo, Manfred Witt, Marc Meyerbröker, Marc Seeger, Marc-Oliver Schulz, Marc-Steffen Unger, Marco Limberg, Marco Microbi Reckmann, Marco Urban, Marcus Schmigelski, Marcus Simaitis, Margit Müller, Marily Stroux, Mark Pfeiffer, Markus Dlouhy, Markus Heimbach, Markus Lokai, Martin Jehnichen, Martin Langer, Martin Leissl, Martin Sasse, Martin Schlüter, Martin Storz, Martin Wolf, Martin Zitzlaff, Martina Nolte, Martina Stollberg, Mathias Marx, Mathis Beutel, Matthias Hubert, Matthias Jung, Matthias Sandmann, Matthias Stutte, Matthias Willems, Meike Fischer, Melanie, Melanie Bauer, Merlin Nadj-Torma, Michae Bauer, Michael Hagedorn, Michael Jungblut, Michael Kerstgens, Michael Kottmeier, Michael Löwa, Michael Mahlke, Michael Palkowski, Michael Penner, Michael Rauhe, Michael rihele, Michael ruff, Michael Zegers, Mile Cindric, Mimapix, Mimare, Nabiha Dahhan, Nanni Schiffl-Deiler, Natalie Nollert, Natasa Trifunovic, Nele Braas, Nele Gülck, Nico Kurth, Nico Schmidt, Nicolas van Ryk, Nicole Maskus-Trippel, Nicole Strasser, Niklas, Nils Bahnsen, Nils Thies, Nina Weymann-Schulz, ogando, Olaf Ballnus, Olaf Tamm, Olaf Ziegler, Oliver Tjaden, Ottmanr Heinze, Pascal Amos Rest, patrick Budenz, Patrick Pfeiffer, Paul Langrock, Peder W. Strux, Peter Schnizler, Petra Steiner, Philipp von Ditfurth, Philipp Wülfing, Pierre Adenis, Qurin Leppert, Rainer Steußloff, Rainer Weisflog, Ralf Baumgarten, Ralf Bittner, Ralf Falbe, Ralf Silberkuhl, Ralf Stockhoff, Ralph Sondermann, Reimar Ott, Rene Tillmann, Rezension, robert Conrad, Robert Metsch, Roland Fink, Roland Frommann, Rolf Nobel, Rolf Schulten, Rolf Schultes, Rolf Walter, Rolf Zöllner, Romanus Fuhrmann, Rosa Frank, Rudi Meisel, Rüdiger Dehnen, Rüdiger Fessel, Rüdiger Wölk, Rudolf Wichert, Rupert Warren, Sabine Schründer, Sandra Hoyn, Sandy Volz, Sascha Rheker, Sebastian Bloesch, Sebastian Hartz, Silke Kirchhoff, Simone Neumann, Simone Scardovelli, Solvin Zanki, Stefan Boness, Stefan Enders, Stefan Heinze, Stefan Koch, Stefan Schmidbauer, Stefan Warter, Stefanie Sudek-Mensch, Steffen Roth, Stephan Daub, Stephan Gabriel, Susanne Wolkenhauer, Svea Pietschmann, Sven Döring, Sven Nieder, Thea Martin, Thies Rätzke, Thilo Schmülgen, Thoams Hegenbart, Thoams Räse, Thomas Bartilla, Thomas Geiger, Thomas Kierok, Thomas Kummerow, Thomas Langreder, Thomas Müller, Thomas Nau, Thomas Pflaum, Thomas Rathay, Thomas Raupach, Thomas Rosenthal, Thorsten Arendt, Thorsten Eckert, Thorsten Indra, Thorsten Klapsch, Thorsten Mischke, Thu Trang Ly, Tim Gerdts, Tina Nötel, Tina Pfaffenberg, Tom Krausz, Tom-Oliver Schneider, Toma Babovic, Uli Jooß, Ulla Franke, Ulla Lohmann, Ulrich Brinkhoff, Ulrich Gehner, Ulrich Sprengel, Urs Kluyver, Uta Rauser, Ute Klaphake, Uwe Geißler, Uwe Schmid, Veit Mette, Vera Hofmann, Victor S. Brigola, Volker Hinz, Volker Lannert, Volker Wenzlawski, Volker Wiciok, Werner Schmitt, Werner Bauer, Werner Krüper, Werner Otto, Wim Woeber, Wolf-Dietrich Weissbach, Wolfgang Boetner, Wolfgang Borrs, Wolfgang Huppertz, Wolfgang Nürbauer, Wolfgang Schmidt, Wolfgang Steche, Wolfgang Witzke, Wonge Bergmann, Yasmin Obst, Yvonne Seidel, Yvonne Szallies

Patagonien – ein gutes Buch mit wunderbarer Reisefotografie von Peter Gebhard

Das Buch von Peter Gebhard „Patagonien. Begegnungen am Ende der Welt“ ist ein besonderes Buch.
Peter Gebhard hat Patagonien seit 1995 mehrfach besucht. Und dieses Buch dokumentiert eine Zeit, die er erlebt hat, die langsam vergeht und deren Schönheit in diesem Buch festgehalten wird. Dabei stimmt bei diesem Buch der Inhalt und die Form. Atmosphäre vermittelnde Landschaftsbilder finden ihren Platz auch in der richtigen Größe in diesem Buch. Das ist selten geworden.

Der Autor schreibt zu Beginn, dass Patagonien eine Metapher ist „für Freiheit und Weite, für ungebändigte Natur“ und er sagt „die kompromisslose Leere des Landes wird zum Spiegel einer Reise in das eigene Ich“.

Das Buch ist Reisefotografie im besten Sinne. Um souverän eine Region so darstellen zu können, muß man diese mehrfach erlebt haben und man muß über Jahre hinweg darüber nachdenken können. Herausgekommen ist eine Begegnung mit Menschen, die uns durch Patagonien führen. Jeder an seiner Stelle und mit seinem Leben.

„Hay mucho tiempo en la Patagonia – man braucht viel Zeit in Patagonien, um ans Ziel zu kommen.“ Diesen Satz läßt Peter Gebhard den Bauern Bamonde sagen im Kapitel über Feuerland. Und irgendwie scheint es auch das versteckte Motto des Buches zu sein, da der Autor selbst ein Jahr in Patagonien war, um dieses Buch über seine „Begegnungen“ zu schreiben.

Im Kapitel über Feuerland stellt Peter Gebhard uns fotografisch u.a. Gabriel vor und nimmt uns mit in einen fast vergessenen Regenwald. Wir blicken in einem anderen Kapitel über „Das weiße Haus“ in das lächelnde Gesicht von Trudy und erleben die Alltagsbedingungen des Lebens in dieser fast menschenleeren Weite.

Und zwischendurch gibt es immer wieder die Geschichten wie die von dem selten befahrenen Paso Raballos aus Chile im Kapitel „Der Traum“, den Peter Gebhard vor 15 Jahren schon einmal befuhr. „Nur wenige Kilometer hinter dem Grenzposten saß ein Mann am Straßenrand neben einem halb verfallenen Lehmgemäuer. Aurelio Rauch wartete mit seinem kleinen, zerschlissenen Rucksack bereits einen ganzen Tag auf eine Mitfahrgelegenheit, aber außer mir kam niemand vorbei.“ Und so erzählt Peter Gebhard dann über Aurelio.

Genau an dieser Stelle zeigt sich eine der Stärken des Buches: der Autor kann vergleichen, weil er die Veränderungen in diesem Land gesehen hat. Er dokumentiert eine Zeit, die gerade vergeht und zeigt die neue Zeit, die gerade entsteht. Ein Beispiel dafür ist die sterbende Freiheit der Gauchos. Wir lernen Walter kennen. „Walter ist mercachifle, fahrender Händler, und benötigt noch Ware und Werkzeug für die große Runde zu den Estancias im Westen. Doch dieses Mal ist es für ihn eine ganz besondere Tour: Es ist seine letzte Fahrt, es lohnt sich nicht mehr. Über Jahrzehnte gehörten die mercachifles zum Leben auf dem Land – sie waren die unersetzliche Versorgungsader für viele Menschen auf den abgelegenen Farmen. Doch über 30 Prozent der Estancias in der Provinz Santa Cruz sind verlassen, immer weniger Menschen leben auf dem Land – es ist das Ende einer Ära.“

Nach der argentinischen Wirtschaftskrise von 2002 und der Abwertung des Peso wurde das Land zum Schnäppchenpreis verkauft. Und Gebhard beschreibt die Folgen: „ So findet man neuerdings in Patagonien mehr und mehr Warnschilder mit der Aufschrift: propriedad privado, Privatbesitz: Wachtrupps kontrollieren die Eingänge der Landgüter, und Zäune durchziehen das Land, um den Menschen den Zugang zu verwehren und nicht mehr, um Schafe zusammenzuhalten. Wo ist die viel besungene Freiheit der Gauchos geblieben?“

In großformatigen fotografischen Porträts lernen wir Land und Leute kennen und auch das „Ende der Welt“. Die gezeichneten Karten zu Beginn der Kapitel geben immer Orientierung und ermöglichen dadurch Blicke in eine Landschaft, die es so nur einmal gibt.

Das Buch eignet sich für alle, die Patagonien einmal bereisen wollen und zugleich für die, die hier bleiben. Denn wer dort hinreist, wird vieles davon so selbst nicht entdecken können. Aber wenn man dort ist, hilft das Buch einem dabei, die Dinge besser einzuordnen.

Das Buch ist aber auch ein Genuss, weil es eine Reise nach Patagonien ermöglicht, ohne dorthin reisen zu müssen. Gerade die großformatigen Aufnahmen ermöglichen immer wieder Blicke auf dieses Land, die die Schönheit, die Härte, die Kargheit, das Lächeln des Lebens und die Lebensversuche vieler Menschen zeigen.

Immer wieder faszinieren in diesem Buch auch Fotos, die den Menschen im Verhältnis zu der Weite der Landschaft zeigen. Und es sind Fotos dabei wie das von dem Lenga-Urwald bei Tucu Tucu, deren Schönheit echte Sehnsucht weckt, dies einmal mit eigenen Augen zu sehen.

An dieser Stelle höre ich auf. Aber eines möchte ich noch schreiben. Unabhängig von Patagonien lohnt sich dieses Buch auch, wenn man wissen will, wie man Landschaft fotografisch festhalten kann und dies alles reisefotografisch umsetzen will. Und dabei steht eines fest, großartige Landschaften kann man auch nur in großformatigen Büchern darstellen.

Peter Gebhard
Patagonien
Begegnungen am Ende der Welt
192 Seiten, ca. 125 Abbildungen, Format 24,5 x 30,5 cm, Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN-13: 978-3-89405-770-1