ab2020

Neue Sieger, neues Leben – Olympus, Panasonic, MFT und andere auf neuen Wegen

Jetzt wird Olympus verkauft. Selbst Schuld habe ich mir da gedacht. Erst machen sie gute Four Thirds Kameras und dann stellen sie die gesamte Linie ein. Dann machen sie eine neue Linie auf als Micro Four Thirds aber bauen keine Kameras mit Sucher. Jahre später bauen sie traditionelle Kameras mit Sucher und machen plötzlich neben den schönen guten kleinen noch bessere aber richtig dicke und teure Objektive. Und dann dementieren sie fast ein Jahr jedes Gerücht zum Verkauf der Sparte um plötzlich mitzuteilen, daß sie die Kamerasparte verkaufen.

So geht vielleicht Kapitalismus in der Kameraindustrie, aber so gehe ich nicht mehr mit.

Eberhard Klöppel, Das Mansfelder Land 1974–1989 Bildband

Ich habe hier eine außergewöhnlich gute Perle der Dokumentarfotografie gefunden.

Der Fotograf Eberhard Klöppel hat im Mitteldeutschen Verlag ein Fotobuch veröffentlicht, das am Beispiel des Mansfelder Landes durch Fotos mit großer dokumentarischer Kraft zeigt, wie es war bis zur Wende. Hinzu kommt der Längsschnitt und der Querschnitt durch die Zeit, der dies alles als Gesamtbild erfahrbar macht.

Endzeitfotografie im Alltag

Endzeitfotografie bedeutet nicht das Ende aller Zeiten sondern eine Zeit ist zu Ende. Das Ende einer Zeit ist dabei nicht so zu verstehen wie der Übergang von Silvester zu Neujahr sondern durch immer mehr dominierende Elemente einer neuen Zeit, die sichtbar werden und den Alltag der Menschen bestimmen. Dabei bedeutet neue Zeit nicht bessere Zeit.

Gordon Parks und Jack London und die sozialdokumentarische Fotografie

Es stimmt, was auf dw.com steht: „Gordon Parks war der erste schwarze Fotograf von Weltruhm. Trotzdem ist sein Name nicht sehr bekannt und fehlt in vielen Nachschlagewerken zum Thema Fotografie.“

Er hatte aber noch ein anderes Prinzip: „Er arbeitete als erster schwarzer Fotograf für das Magazin „Life“. Sein Blickwinkel war immer auf Augenhöhe. Gordon Parks machte keinen Unterschied zwischen Stars, Bandenbossen und Putzfrauen.“

In dem großartigen Buch zur Ausstellung „Subjective Objective A century of Social Photography“ ist er schon im Vorwort erwähnt und man sieht eines seiner Fotos.

Aber im Mainstream kommt er nicht vor, weil er sich nicht vermarkten ließ für Marken und nicht aus dem Kreis derer kommt, die normalerweise unter sich sind.

Und in diesen Kreisen sind ja bis heute reiche Weiße eher unter sich und identifizieren sich nicht mit einem Farbigen, wenn ich das so schreiben darf. Statt einfach zu akzeptieren, daß Menschen unterschiedliche Hautfarben haben so wie es unterschiedliche Nasen gibt, wird immer noch in Rassen gedacht – so erkläre zumindest ich mir das Ganze. Menschen sind Menschen und nicht Weiße und Schwarze und Gelbe etc.

Gordon Parks Fotos sind Momente, die überdauern durch ihre Einzigartigkeit und ihre Ästhetik mit z.T. malerischen Anklängen, wobei Gordon Parks auch die Fotografie als Waffe im sozialdokumentarischen Sinne einsetzte.

Und da ist er dann auf einmal auf Augenhöhe mit Jack London.

Gordon Parks und Jack London?

Ja genau. Beide wurden populär durch ihr Bemühen und Probieren, sie waren beim Volk beliebt und engagiert trotz Erfolg und wegen ihrer Herkunft. Beide waren auf ihre Art einzigartige Persönlichkeiten, die ohne vorhandene soziale Strukturen und Förderungen ihren eigenen Weg suchten und gingen.

Diese Vielseitigen, die nicht einseitig Festgelegten, sind die, die Farbe ins Spiel bringen. Sie leben aus sich selbst, sie leben trotzdem, sie brauchen Publikum und sie sind das Salz in der Suppe, auch medial und digital.

Und wie man an diesem Artikel erkennen kann, leben Jack London und Gordon Parks auch digital weiter, weil sie sie selbst waren und auch im digitalen Upload noch sind.