Michael Mahlke

Fred Herzog Modern Color

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Solche Fotos habe ich noch nicht gesehen. Sie erzählen etwas über Zeitgeist, Fotografie, den Unterschied von Monochrom und Farbe und über ein Leben, das Leben von Fred Herzog.

In einem umfassenden Buch aus dem Hatje Cantz Verlag wird Fred Herzog vorgestellt. Beruflich in der medizinischen Fotografie tätig, privat mit der Kamera unterwegs. Seine Fotos erzählen aus seiner Sicht über die Welt, in der er lebte.

Er lebte in Vancouver und deshalb enthält dieses Buch einen zusätzlichen Essay von Jeff Wall.über Vancouver in den Fotografien von Fred Herzog. Hinzu kommen sehr informative Texte von David Campany und Hans-Michael Koetzle.

Gerade die Nutzung von Farbe zu einer Zeit als die Reportage in Schwarzweiss fotografiert wurde, läßt uns heute auf fast gemalte Fotos blicken. Sie sind sehr detailliert fotografiert. Obwohl es auch Fotos mit Bokeh gibt, sind die meisten Fotos von vorne bis hinten scharf und beinhalten mindestens zwei Ebenen mit vielen Details auf jedem Foto.

Hinzu kommt ein Selbstporträt aus dem Jahr 1959.

Dort wird sichtbar, daß Fred Herzog kein Blitzer sondern ein Maler mit Licht war. Er nutzte die Sonne, um sich selbst einen Rahmen zu setzen, der so ausgeleuchtet ist und darin befindet er sich selbst – toll!

Er scheute sich nicht die Verschiedenheit auch verschieden zu zeigen.

Mich persönlich faszinieren besonders Fotos wie die mit dem Titel Boys Wrestling.

Sie zeigen nicht nur kämpfende Jungen sondern sie zeigen auch das Umfeld und lassen viele Rückschlüsse zu auf die Welt, wo dies so passiert. Es sind ungeheuer interessante Fotos.

Man merkt dem Buch an, daß es einer Person gerecht werden soll. Daher ist es auch gut gebunden und groß genug gedruckt, um auch noch in 30 Jahren wirken zu können.

Es sind die Themen des Alltags im öffentlichen Raums, die Herzog uns zeigt und die seine Aufmerksamkeit gefunden haben. Heute könnten wir ähnliche Situationen aufnehmen aber das Umfeld wäre zivilisatorisch anders. Neben seine Fotos gelegt würden sie uns die Differenz von gestern zu heute deutlich machen.

Aber das Ganze hat noch eine andere Dimension.

Nicht alle Fotos sind aus Vancouver aber ein erheblicher Teil.

Jeff Wall hat dazu über Fred Herzog folgendes geschrieben: „„Das soll nicht heißen, dass es nicht Fotografen gibt, die dazu in der Lage wären, dasselbe wie er zu schaffen und mit behutsamer Zuneigung jene Straßen, Eingänge, Hinterhöfe und Schaufenster einzufangen. Es geht viel eher darum, dass man, um diese Zuneigung zu empfinden, auch etwas benötigt, das sie verdient.“

Und er schreibt weiter: „Was diese Objekte der Zuneigung ersetzte, sind Gebilde, die dieses Gefühl nicht mehr auslösen können, da sie es nicht beinhalten. Es wurde ihnen nicht mitgegeben, als man sie schuf.“

So sind die Fotos von Fred Herzog zugleich Dokumente einer Zeit, die vorbei ist.

Aus Fotos wurden Geschichten aus dem Alltag einer Stadt, einer Zeit, eines Menschen auf der Suche.

Es ist ein Buch, das man nicht nur einmal aufschlägt, denn es lädt auch dazu ein, detailliert und länger einzelne Fotos zu betrachten.

Ein einziges Foto in dem Buch ist aus Deutschland, Loco in Rain von 1952 in Schwarzweiss. Es ist nicht so schön wie die farbigen Fotos.

So zeigt uns dieses Buch aus dem Hatje Cantz Verlag die Welt des Fotografen Fred Herzog, der mit seiner Kamera durch seine Lebenszeit ging und das festhielt, was ihn in einem Moment fesselte.

Es war Streetfotografie vor der Streetfotografie, es war Farbfotografie vor der Farbfotografie, es war detaillierte Fotografie vor der Makrofotografie, es war seine Fotografie und keine Auftragsfotografie.

Still erzählen uns seine Fotos aus seinem Leben mit der Kamera und es ist sehr schön, daß wir seinen Blicken folgen können und so eine Welt sehen, die schon lange vorbei ist und doch ein wenig an heute erinnert.

Ein schönes Buch, in das man gerne seine Lebenszeit investiert.

Es ist im HatjeCantz-Verlag erschienen.

Fred Herzog

Texts by David Campany, Hans-Michael Koetzle, Jeff Wall

German, English

2016. ca. 320 pp., ca. 230 ills.

27.00 x 27.30 cm
hardcover

ISBN 978-3-7757-4181-1

 

Die Welt des weißen Mannes in den USA – Palm Springs 1960 von Robert Doisneau

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Es ist das Buch, das gefehlt hat.

Als Robert Doisneau in den USA war, machte er Farbfotos. Er war ein Meister der Beobachtung und gilt als einer der Vertreter der humanistischen Fotografie.

Rückblickend ist sein Buch über Palm Springs das gut beobachtete Sittengemälde der Vorzeigewelt des weißen Mannes und der weißen Frau im Amerika der 60er Jahre.

Das Buch ist sozialdokumentarisch grandios und ein wahrer Glücksfall, weil nur ein Fotograf wie Doisneau über die Beobachtungsgabe verfügte und die kulturelle Distanz, die nur den Fremden sehen lassen, was für den Eingeborenen alltäglich und selbstverständlich ist.

Gemischt mit der Geometrie der visuellen Grammatik ist ein kleines großes Buch erschienen, das ich als direkte Ergänzung des Buches von Robert Frank sehe.

Wo Robert Frank die Zerrissenheit zwischen Sein und Sicht zeigt, fotografiert Doisneau die gelebte amerikanische Traumwelt des weißen Mannes und der weißen Frau.

Doisneau zeigt den konstruierten amerikanischen Traum, der in der Wirklichkeit der USA bei Frank nur als Hoffnung in den Gesichtern der Menschen zu sehen ist.

Es sind materialisierte Träume, die wir bei Doisneau sehen, während Frank uns die unerfüllte Sehnsucht nach diesem Traum in den Blicken der Menschen zeigt.

Das Buch ist bei randomhouse noch zu haben.

 

Smarter fotografieren ohne Smartphone und mit Sucher

Kunstpause - Foto Michael Mahlke

Kunstpause – Foto Michael Mahlke

Aktuell werden ca. 80% aller Fotos mit Smartphones und 20% mit Digitalkameras aufgenommen. Die Smartphonefotos sind Fotos, die Teil der visuellen Kommunikation sind. Es sind nicht die Fotos, die nur mit speziellen Digitalkameras aufgenommen werden können.

Und es fehlt der Sucher.

Ich habe diesen Sommer viel mit elektronischen Suchern in Digitalkameras fotografiert. Sobald die Sonne blendete und ich den Monitor kaum noch erkennen konnte wechselte ich auf den Sucher und konnte darin fast genauso wenig sehen, weil er nicht richtig abgeschottet war. Nur wenn ich die Hand schützend über den Sucher legte hatte ich klare Sicht.

Das war bei optischen Suchern besser und so wurde mir klar, daß das Neue nur neu ist aber nicht unbedingt auch besser.

Das ist eben auch so eine 80:20 Regel. In 80% Prozent aller fotografischen Situationen sind die neuen elektronischen Sucher ok, aber in den entscheidenden 20% aller Situationen ist der optische Sucher besser wie z.B. starke Sonne, viele verschiedene Lichtquellen oder maximale Unauffälligkeit.

Daher bin ich ganz froh, daß ich noch ältere Digitalkameras nutzen kann wie die Fuji X10.

Damit bin ich aber raus aus dem Rennen zum Thema neuste Technik und drin im Thema wie fotografiere ich authentisch?

Stattdessen bin ich immer up to date, wenn ich smart berichte über zeitlos gute Dinge. Zeitlos bedeutet, es sind Fotos und Themen, die authentisch aus ihrer Zeit berichten oder heute brennen aber nicht unbedingt prominent waren. Zeitlos gut sind z.B. die Fotos von Friedrich Seidenstücker.

Daher erscheinen hier eher wenig Artikel über neuste Technik, dafür aber aktuelle Artikel über gute alte oder neue Fotografie in sozialen Zusammenhängen.

Auf der Photokina dieses Jahr hatte ich ein sehr intensives Gespräch mit einem kompetenten Mann, dem ich sagte, daß ich nicht verstehe, wieso mir Kamerahersteller nie langfristig Kameras zur Verfügung stellen sondern lieber über ihre PR-Agenturen Frauenblogs oder reine Technikblogs unterstützen und dort auch werben. Es gab eine Zeit, da hat es mich sehr frustriert, daß ich hier alles privat bezahlen muß. Der Mann lachte und sagte zu mir: „Ich kenne ihre Blogs und die stehen für sich voller Kompetenz, Authentizität und Engagement. Wollen Sie sich wirklich davon abhängig machen, daß man Ihnen für sechs Monate eine Kameraausrüstung für 2000 oder 3000 Euro zur Verfügung stellt und Sie dann gezwungen sind, ihre ganze Arbeitsweise davon abhängig zu machen? Und was haben Sie denn letztlich davon außer Abhängigkeit ohne echte Gegenleistung?“

Diese Worte taten mir richtig gut und das war die Befreiung. Der Mann hatte so was von Recht, daß ich ihm mit diesen Zeilen noch einmal unbekannterweise danken möchte – zumal hier im Schnitt täglich gut 5000 echte Besucher auf den Fotoblogs lesen.

Und nun?

Fotografieren nach dem Weltuntergang in unserer Endzeit kann für mich bedeuten, das Humanistische in trostlosen Zeiten festzuhalten.

Es gibt ja keine Alternative dazu, weil die eigene biologische Lebenszeit klare Grenzen setzt und die politischen Bedingungen aktuell sozial nur Unsicherheit schüren.

So ist dieser Artikel eine Skizze wie auf einem Blatt Papier, die dazu dient, einen Blick darauf zu werfen und sich dann zu entscheiden ob, ob hier oder ob nicht…

Das Verlassen der Matrix: Dokumentarfotografie – Werkstatt der visuellen Wahrheit?

Wie Wahrheit und Wirklichkeit entstehen

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Ich bin aus der Not zum Fotografieren gekommen. Ich wollte Entwicklungen und Momente festhalten aber mit Worten allein ging es nicht.

Arbeit – Industrie, Handwerk, Jobs und Entfremdung – Blicke auf die Dokumentarfotografie

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Es gibt im Verhältnis zu anderen Themen in der Fotografie erstaunlich wenig Bücher und noch weniger kritische Bücher, die sich mit dem Thema Arbeit beschäftigen.

Wir beginnen am besten heute.

Berlin.Backstage von Markus C. Hurek

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„Sowie man Berlin betritt, ist es mit Schick und Eleganz vorbei“, schrieb einst Theodor Fontane. Dass das heute, je nach Wahrnehmung und Fokussierung nicht anders ist, beweisen die Fotografien von Markus C. Hurek. Ausgestattet mit der Kamera und dem Blick für das Schräge, hat er das grandiose Elend dieser Stadt eingefangen. Eine wahre Orgie des (liebenswert) Hässlichen statt glamouröser Stadtansichten – Berlin Backstage, Bilder einer (ganz normalen) Großstadt.“

So beschreiben Autor und Verlag das Buch. Es ist ein kleines und feines Buch, das Blicke auf die Wirklichkeit und soziale Realität jenseits der schönen Straßen zeigt. Dort leben die Menschen und dort finden sich die Situationen, die alltäglich sind und doch nicht wahrgenommen werden.

Markus C. Hurek schafft es, jede Seite interessant zu gestalten. So ist das Berlin, wo man lebt, wenn man nicht woanders lebt.

Weil das Sein auch das Bewußtsein bestimmt, deshalb bestimmt das architektonische Dasein auch unser soziales Handeln und unsere Architektur wird Ausdruck unseres sozialen Daseins.

Dies alles kommt in diesem kleinen Buch sehr gut zum Vorschein.

Es erinnert mich sehr an meine Stadtansichten.

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Wie man sieht ist das Buch von Herrn Hurek noch kleiner, aber ebenso fein.

Ohne Glanz und Gloria aufgenommen handelt es sich eher um Bücher, die das konzentrierte Dasein zeigen und das geschieht eben klein, weil es keine Gönner gibt, die es groß produzieren lassen und/oder keine Käufer, die ihren eigenen Alltag nun auch in Buchform haben wollen. Sie entfliehen ja auch meistens in die digitale Welt, um ihrem Bewußtsein genau das zu zeigen, was sie draussen nicht sehen.

So ist die Welt und deshalb sind solche Bücher Dokumentationen und auch Antworten auf die Veränderungen in der sozialen Landschaft als Gegenstück zur architektonischen Welt um uns herum.

Warum gibt es in Elendsvierteln so viele Fernseher?

Markus C. Hurek zeigt uns diese Elendsviertel in Berlin, die dort Betonwüsten heißen.

„Man kann mit einer Wohnung einen Menschen genau so töten wie mit einer Axt.“

Dieser Satz stammt von Heinrich Zille, der in Berlin lebte und damals schon wußte, was bis heute dort und woanders geschieht.

Aber sein Buch hat auch versucht, die untergehenden kleinen sozialen Treffpunkte einzufangen. Es sind fast liebevolle Fotos, die diese Reaität so einfach zeigen wie sie ist.

Mir gefällt sein Büchlein sehr und das fiel mir gar nicht schwer.

Es ist in der Edition Braus erschienen.

ISBN 9783862281480

American Realities von Joakim Eskildsen und Natasha Del Toro

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Der Direktor des Time Magazine beauftragte Joakim Eskildsen, die wachsende Krise in den USA zu fotografieren. An insgesamt 36 Tagen in sieben Monaten fotografierte Eskildsen dort, wo nach den Statistiken die Armut am höchsten in den USA ist.

So entstanden Fotos, die die Armut fokussiert darstellen sollen oder wie Barbara Kiviat im Nachwort schreibt „These Vignettes reflect a broader reality.“

Durch den Osten – was war, was ist, was bleibt? von Kai Stefes

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„Ich habe zwei Systeme durch eigenes Erleben kennengelernt und den Wandel von dem einen in das andere. Der normale Westdeutsche hat dies nicht und wird diese Erfahrung auch nicht nachholen können.“

So endet das Buch mit einer Aussage eines von Kai Stefes befragten Deutschen in der ehemaligen DDR. Es ist ein wunderbares Buch. Ein Westdeutscher begibt sich als Gesamtdeutscher mit einem ehemaligen DDR-Motorrad – der MZ – auf eine Reise durch die östlichen Bundesländer.

Das Buch ist mit viel Liebe gemacht und authentisch. Es wechseln sich Reisebeschreibungen mit kleinen Farbfotos und Schwarzweiss-Fotos aus einer analogen Pentacon ab. Einige der Menschen, die Kai Stefes auf der Reise getroffen hat, wurden von ihm befragt und die Antworten zeigen die Vielfalt, die bis heute herrscht.

Das Buch ist eine Lust für die Augen und eine Leselust. Der Autor und Fotograf geht sehr direkt auf die Motive und Menschen zu und dies macht aus dem Buch auch ein direktes Erlebnis für Auge und Geist.

Wir sehen die Schönheit der Landschaften, Aufbau und Zerfall, lesen über viele Entdeckungen und treffen Menschen. Kritik an der DDR kommt nicht zu kurz aber Kai Stefes fängt mit seiner Offenheit auch die neuen Wahrnehmungen ein.

Wenn ich seine Fotos sehe, dann hat der Osten Deutschlands sehr viele schöne Landschaften, die im Westen nicht zu finden sind.

Aber wenn ich sein Buch gedanklich rumdrehe und an den Westen denke, dann finde ich hier und heute mindestens ebenso viele kaputte, unrenovierte, heruntergekommene Örtlichkeiten. Und Plattenbauten heißen hier nur anders und sind bis heute in jeder Form und Farbe dort zu finden, wo viele Menschen in der Industrie beschäftigt waren – wie in der DDR.

Es ist dadurch auch ein Buch, das eigentlich zeigt, wie weit der Lack im Westen schon ab ist. Und das hat wenig mit der Wende zu tun.

Wenn ich es etwas bissig ausdrücken würde, würde ich einen Satz aufgreifen, den ein Mann aus Bautzen über die DDR in dem Buch geäußert hat: „Es gab immer genug zu essen, es muste niemand hungern, aber das war es im Großen und Ganzen.“

Dabei denke ich heute an Hartz 4 und würde zum Tag der Deutschen Einheit aus gesamtdeutscher Sicht sagen, wie recht der Mann damit hat.

Kai Stefes hat ein Buch gemacht, das aktuell ist und viele Antworten enthält auf das, was hier parallel läuft und teilweise nicht gesehen wird.

Wer mit einem westdeutschen Blick in den Osten reist, der hat nicht verstanden, daß es den Westen nicht mehr gibt und das neue Deutschland im Westen und im Osten sich verändert hat.

Ostdeutsche vergleichen das heutige System eher mit der Stasi-Überwachung und finden dann, heute sei es schlimmer und sie vergleichen ihre damalige echte soziale Sicherheit und die Gleichbehandlung von Mann und Frau mit der heute gelebten Scheinheiligkeit. Sie wissen mehr und haben mehr erlebt.

Deshalb ist dieses Buch und die Reise von Kai Stefes nicht nur eine Reise in die ehemalige DDR sondern ein wunderbarer Spiegel für die massenhaften Defizite der neuen BRD bzw. des neuen Deutschland.

Darüber könnte man zum Tag der Deutschen Einheit einmal nachdenken. Dieses Buch eignet sich wirklich sehr dazu.

Gut gemacht und gut fotografiert.

Das Buch ist im Westkreuz-Verlag erschienen.

Durch den Osten von Kai Stefes

ISBN: 978-3-944836-26-3

Burtynsky Essenz

Edward Burtynsky Essenz von William A Ewing

Edward Burtynsky Essenz von William A Ewing

Wie sieht die Welt aus, wenn die Menschen unserer Zeit die Erde so ausbeuten wie ihre Mitmenschen?

Edward Burtynsky ist einer der weniger Fotografen, die dies über viele Jahre und mit dem Einverständnis der Gestaltenden und Betroffen fotografiert hat.

Es ist der große Blick bis ins kleinste Detail und er hat bis zum Ende geblickt. Hinter dem Horizont geht es weiter und er war dort.

Visuelle Schätze aus der Archäologie sozialer Landschaft – Beispiele

Unsere Lebenszeit ist endlich und ein ununterbrochener Wandel. Was von unseren sozialen Entwicklungen bleibt, ist die Architektur und Symbolik im öffentlichen Raum, die erinnern soll und die Machtverhältnisse zeigen soll – Denkmäler eben.

Mit der Ricoh GR II die Wahrheit einfangen – Photokina 2016

Bei Pentax Ricoh auf der photokina 2016

Bei Pentax Ricoh auf der photokina 2016

Heute am Ricoh Stand. Innerhalb von fünf Minuten fragten in meinem Beisein drei Männer nach der Ricoh GR II. Es waren nach meiner Einschätzung ein Russe, ein Chinese und ein Deutscher. Alle sprachen begeistert von der Kamera.

Die Entkoppelung von decisive moment und street photography

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Im Marketing hat sich zumindest auf der Weltmesse Photokina beim Thema Streetfotografie etwas getan.

Der entscheidende Moment als Wesensmerkmal guter Strassenfotografie wurde komplett von der Streetphotography entkoppelt.

Früher wurde damit geworben, daß die Kamera schnell genug sei, um jeden Moment schnell genug einzufangen, damit kein entscheidender Moment bei der Streetfotografie verloren geht.

Das ist im Moment vorbei. Jetzt ist street photography alles auf der Straße und um die Straße herum.

Ich hatte auf der Photokina den Eindruck, es geht eigentlich nur noch um das Sehen einer Kamera einer Marke und das Wort Street Photography, weil dieses eben positiv besetzt ist so wie auf dem Foto – plakative Werbung.

Fotografieren im urbanen Raum ist aber nicht Streetfotografie, höchstens Streetsfotografie bzw. urbane Fotogafie.

Es geht eben nicht mehr um das soziale Leben auf der Straße mit dem entscheidenen Moment sondern um urbane Strukturen, also Straßen, Häuser und Dinge – manchmal auch Menschen.

Das ist keine Streetfotografie sondern der Versuch der Umwertung der Streetfotografie – vielleicht eine Ab-Art der Streetfotografie?

Aber weil es so auf der photokina zu sehen ist, wollte ich diese Randnotiz auch festhalten.