Michael Mahlke

Fotografie – Ich bin analog geblieben im Zeitalter der Sensorfotografie

„Der Mensch jedoch ist analog geblieben. Alle „Ergebnisse“ der externalisierten Fähigkeiten muss er mit seinen fünf Sinnen und seinem mit 40 Hertz getakteten Gehirn verarbeiten, was den Menschen in seiner technisierten Umwelt zur „Prozessbremse“ und damit zum „Risikofaktor“ werden lässt.“

So schreibt es Egon W Kreutzer und so sind wir bis heute.

Umgangssprachlich sprechen wir heute von analoger Fotografie, wenn wir Fotoapparate mit Film meinen.

Ohne Leica – Klassiker digital neu erfunden zwischen Fuji X und Lumix GX

Klassiker bei Fotoapparaten, die ich meine, haben den Sucher links. Es gibt ganz wenige Ausnahmen wie die Ricoh GR Digitalkameras, die ohne Sucher zum Klassiker geworden sind. Dies als Orientierung, damit Sie wissen, was ich meine.

Karl Stechl schreibt schon viele Jahre im Fotomagazin über Kameras und Digitalkameras. Er kommt in der Ausgabe 11/2019 zu einem eindeutigen Urteil: „Die X-E3 ist eine klassische Schönheit und dank des fehlenden Sucherhöckers sehr kompakt.“

Auf digitalkamera.de schreibt Benjamin Kirchheim über die Fujifilm X-E3 u.a.: „Das Design der X-E3 erinnert an eine Messsucherkamera: Statt in einem Buckel sitzt der Sucher links oben in der Ecke, was wir als durchaus angenehm empfinden. … Der Sucher selbst ist bekannte Kost: Die 2,36 Millionen Bildpunkte sind ausreichend fein auflösend, hauen aber heutzutage niemanden mehr vom Hocker. Die im Kleinbildäquivalent 0,62-fache Vergrößerung entspricht ungefähr der von üblichen Mittelklasse-DSLRs …Mit der Fujifilm X-E3 manuell zu fokussieren, ist übrigens ein Traum. Man kann nicht nur jederzeit den Autofokus auf Knopfdruck zur Hilfe nehmen, sondern erhält Unterstützung von einer digitalen Schnittbildsimulation, die es nur bei Fujifilm gibt, einer Fokuslupe sowie Fokuspeaking. Hinzu kommt eine Schärfeskala auf dem Bildschirm mit Entfernungsangaben sowie einer blendenabhängigen Schärfentiefeanzeige, die wahlweise zur Filmformat-Basis auch auf Pixel-Basis, die aufgrund der stärkeren Vergrößerung eine wesentlich geringere Schärfentiefe aufweist, arbeitet.“

Beide Autoren haben noch traditionelles Fotografieren kennengelernt und ihr Urteil zeigt, daß analog und digital in der Fotografie durchaus gute Verbindungen eingehen können, zumal Menschen weiter analog sind auch in digitalen Zeiten.

Und der Fotograf Michael Nagel schreibt über die Fuji XE3 sogar sie sei „Die Essenz des Minimalismus… Mit der Aura einer klassischen Rangefinder-Kamera macht sie die Fotografie wieder zu einem kreativen Akt.“ Schöne Sätze aus seinem Handbuch über die Fujifilm X-E3.

Anders ausgedrückt ist die Fuji X-E3 für einige die Kamera, die das erfüllt, was sie sich wünschen ohne dabei klobig oder unpraktisch zu sein. Sie und andere sind die neuen digitalen Klassiker.

Ich selbst habe mich 2011 von der Leica M verabschiedet und bin zur Fuji X100 gewechselt. Ich habe es nie bereut.

Seitdem ist fotografisch viel geschehen.

Ich bin auch dahinter gekommen, das die meditative Ruhe nicht allein der Messsucher sondern das manuelle Fokussieren ist, das Fuji nun mit digitalem Messsucher ermöglicht neben dem Focus Peaking.

Meine zusätzlichen neuen Fotostars sind in der Fotopraxis die Lumix GX80 und die Fuji XE3 geworden.

Wie schreibt Herr Kirchheim über die Lumix GX80? „Wer auf das flache Design ohne Blitz/Sucherbuckel steht, aber auf Blitz und Sucher nicht verzichten möchte, bekommt mit der Lumix GX80 eine hervorragend ausgestattete und sehr gut verarbeitete spiegellose Systemkamera mit pfeilschnellem Autofokus. …Nur wer einen hohen Wert auf die Videofunktionalität legt, sollte aufgrund des fehlenden Mikrofonanschlusses doch eher zum Schwestermodell Lumix G70 greifen, um im gleichen Preisbereich zu bleiben, muss dabei jedoch auf den sehr gut arbeitenden mechanischen Bildstabilisator sowie den super leisen mechanischen Verschluss der DMC-GX80 verzichten.“

Natürlich geht es größer und teurer aber es gibt damit keine besseren Fotos oder für mich mehr fotografischen Spaß.

Womit fotografiere ich 2019 am meisten und am liebsten?

mit Sucher

  • Fuji X100 von 2011
  • Lumix LX100 von 2015
  • Lumix GX80 von 2017
  • Fuji XE3 von 2018

ohne Sucher

  • Ricoh GR II von 2016
  • Iphone XR von 2018

sind meine absoluten Favoriten als Klassiker für alles, was mit Stadt und Street zu tun hat.

Ich komme ohne Einschränkungen damit in jeder Hinsicht auf meine Kosten, zumal eben auch das manuelle Fotografien mit diesen Kameras sehr hilfreich möglich ist.

Alle aufgeführten technischen Geräte sind schon mehr als ein Jahr auf dem Markt und haben sich in meinen Augen bewährt für die nächsten 5 Jahre.

Dann wird man sehen, ob es wirklich besser Nutzbares mit mehr Qualität gibt.

Andere sehen dies sicherlich anders. Ich sehe das so wie ich es hier aufgeschrieben habe.

Dieser Artikel ist auch für mich selbst interessant, weil ich Ende 2013 einen Artikel darüber geschrieben habe, bis 2016 keine neue Kamera zu kaufen.

Ich habe mich weitgehend an diese Regel gehalten (wobei Schnäppchen immer die Ausnahme bleiben) und stelle nun fest, daß alle alten Digitalkameras noch gute Fotos machen aber die oben aufgeführten doch mehr und besseres bieten im Sinne einer Erweiterung meiner fotografischen Möglichkeiten analog denkend in digitalen Zeiten.

Und so kann ich nur empfehlen sich klar zu machen, was man braucht und was man fotografisch kann oder was man fotografisch können will.

Wenn alles gut läuft, kommt 2023 der nächste Artikel von mir zu diesem Thema und vorher noch einiges an fotografischen Themen.

 

Digitales Bloggen bedeutet unablässige Veränderung

Dieser Blog ist etwas besonderes, weil er schon mehr als zehn Jahre besteht und ununterbrochen lebt. Er besteht solange, weil er nicht kommerziell ist und deshalb die persönliche Motivation alleine zählt. Und er hat alle Höhen und Tiefen durch, die man auch im persönlichen Leben haben kann.

Zwischenzeiten von Michael Kerstgens

Da reist im Auftrag des Stern der junge Fotoreporter Michael Kerstgens im Februar 1990 nach Mühlhausen. Er soll „die alte, zerfallene Stadt Mühlhausen fotografieren.“

Und so sind wir dabei, wenn ein junger Fotoreporter dieses Thema umsetzt und uns 30 Jahre danach in Buchform zeigt.

Danach

So wie 1989 die DDR zu Ende ging und die BRD ein neues Land wurde – das neue Deutschland – so geht für mich 2019 das neue Deutschland zu Ende und es ist eine neue Zeit entstanden, in einem aktuell entgrenzten Land mitten in Europa.