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Ein Besuch im Zoo – Beispiele für Fineart-Streetphotography

Auch heute finden sich die Situationen, wenn man den entscheidenden Moment sieht. So kann man ganz entspannt Straßenfotografie praktizieren und dabei werden keine Persönlichkeitsrechte verletzt.

Ich war im Zoo.

Die Regeln der Fineart-Streetphotography helfen dabei und geben klare Orientierung.

1. Foto

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Sie sehen drei Personen. Sie schauen den Eisbären an und der Eisbär blickt zu ihnen. Die Personen sind aber nicht erkennbar. Das ist pure Lichtmalerei, weil zu diesem Zeitpunkt die Sonne auf das Glas schien. So war es möglich eine wunderbare Szene festzuhalten.

2. Foto

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Hier blickt ein Mann zu dem tauchenden und gerade auftauchenden Eisbären. Eine schöne Geschichte. Bitte achten Sie auf die Verlaufslinie des Wassers. Sie beginnt am Kopf des Mannes und und bildet noch mal ein Dreieck. Das Foto ist geometrisch ein schönes Spiel mit mehreren Varianten. Ich habe hier einfach gewartet. Ich wußte nicht ob er sich nach vorne beugt. Für ein paar Sekunden tat er es.

3. Foto

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Hier sieht man die Fotografinnen und Fotografen ihre Kameras hochreißen als der Löwe kurz vorbeikommt. Dabei schien uns allen die Sonne voll ins Gesicht – wie man auf dem Foto ja auch sehen kann. Bei diesem Foto ist es so, daß ich kein anderes machen konnte. Hochreißen und abdrücken. Entweder ich zeige dieses Foto oder es gibt nichts zu sehen.

Drei sehr schöne Fotos, die sich ungestellt so ergeben haben.

Was will man fotografisch mehr.

Um zu zeigen, daß es nicht auf Farbe ankommt, habe ich bei allen Fotos einen schwarzweissen Filter gewählt.

Entscheidend für mich ist die Geometrie.

Sie stimmt auf allen Fotos.

Fotografieren wie Cartier-Bresson nach den Regeln der Fineart-Strassenfotografie von M. Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Heute ist das Fotografieren so einfach.

 

Draufhalten, drücken, fertig.

Die Herausforderung fängt an, wenn man etwas anderes will, nämlich gestaltete Fotos nach eigenen Maßstäben mit zufälligen Momenten.

Dann ist es schwer.

Dazu gehört zum Beispiel das Fotografieren nach den Regeln der Fineart-Strassenfotografie.

 

Man kann es sich aber noch schwerer machen.

Wie früher! Da gab es noch keinen Autofokus.

Der Meister des Schnappschuss war Henri Cartier-Bresson.

Er fotografierte zu einer Zeit als es noch keinen Autofokus gab.

 

Warum sollte man heute so fotografieren?

Weil man damit ein Gefühl für das richtige Verhältnis von Schärfe und Abstand erhält und weil man damit besser „sehen“ lernt.

 

Wie macht man das?

Wichtig ist eine Kamera, die das noch kann.

Es muß eine Kamera sein bei der man den Fokus einstellen kann auf einen bestimmten Abstand.

Die Schlüsselwörter dabei sind Panfokus oder Fixfokus oder auch Prefocus.

Dabei wird grob gesprochen auf 1m, 2,5 m oder 4 m scharfgestellt und alles danach ist dann je nach Blende, Sensor und Abstand sowieso scharf.

Oder man stellt manuell an einem Objektiv einen bestimmten Abstand für die Schärfe ein.

 

Welche Kameras sind sinnvoll?

Es können preiswerte und kleine Kompaktkameras genommen werden oder teure und große Digitalkameras.

Die Kamera muß nur über diese technische Möglichkeit verfügen.

Übrigens gibt es auch Smartphones mit solchen Fixfokus-Objektiven, die ab ca. 20 oder 50 cm alles scharfstellen.

 

Wie geht es weiter?

Der Rest ist raus und üben.

Cartier-Bresson hatte eine analoge Filmkamera im sog. Kleinbildformat und er hatte eine Festbrennweite, am liebsten 50mm.

Heute geht es digital besser, weil man sofort sehen kann, ob man richtig lag mit der Schärfe und dem Abstand zum Motiv.

 

Viel Spaß!

 

Und wenn Sie fertig sind merken Sie, daß das Schwere vieles leichter macht – auch digital.

Aber nur, wenn Sie eine persönliche Ausrichtung beim Fotografieren entwickeln.

Sonst lohnt sich alles nicht.

Die Löwen sind los – ein Beispiel für Fineart Streetfotografie

Fineart-Streetphotography ist heute die neue fotografische Herausforderung. Es gibt aber immer wieder Debatten dazu. Ich erhalte einige Zuschriften, die das ablehnen, weil es zu schwierig erscheint.

Wer sich die Frage stellt, ob er/sie es schafft, diese Kritierien zu erfüllen, dem möchte ich an einem konkreten Beispiel zeigen, wie es geht:

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Das Foto zeigt sehr schön, um was es geht. Es war nur ein Moment, ungefähr fünf Sekunden, als eine Mutter mit ihren beiden Töchtern vorbeiging und die Töchter spontan den Löwen anfassten.

Sind auf dem Foto die Kriterien für Fineart-Streetfotografie erfüllt?

1. keine entlarvenden und verletzenden Fotos

Offenkundig wird hier niemand auf dem Foto in einer entblößenden Weise dargestellt

2. immer geometrisch gestaltet

Die Kinder ziehen den Blick auf den Löwen und der Löwe dominiert nach der Drittel-Regel das Foto

3. die Achtung aller Persönlichkeitsrechte, d.h. entweder Einwilligung oder ohne direkte Erkennbarkeit fotografiert, das ist ja genau die Kunst

Niemand ist direkt erkennbar obwohl alle individuell sichtbar sind

4. optisch gestaltete Situationen, z.T.  mit Bokeh

Hier ist kein Bokeh angesagt sondern Tiefenwirkung. Es wäre aber auch möglich, das Foto mit Bokeh hier darzustellen. Dazu hätte man entweder bei der Aufnahme eine andere Kamera nehmen müssen oder einfach hinterher ein Bokeh (besser: Unschärfeverlauf) ins Fotos filtern können so wie hier:

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

5. die Fotos erzählen eine Episode bzw. Geschichte

Die Geschichte, die hier erzählt wird, braucht keine weiteren Worte.

Fineart-Streetphotography ist also jederzeit auch heute möglich mit allen Kriterien der klassischen Geometrie und des klassischen Anspruchs. Wenn man jetzt noch die monochrome Variante wählt, dann ist man wieder da, wo Cartier-Bresson war:

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Beispiele für Fineart-Streetfotografie

Fineart-Streetfotografie ist eine Art zu fotografieren, die die goldene Regel der Streetfotografie anwendet im fotografischen Prozess.

Dabei geht es um den richtigen Moment und den Datenschutz.

Da dies auch eine fotografische Herausforderung ist, möchte ich an einigen Beispielen zeigen, wie man es richtig macht. Dabei habe ich genau die Beispiele herausgesucht, die jeder vor der eigenen Haustür finden kann und die keine besondere fotografische Ausrüstung erfordern. Es kommt auf den Menschen hinter der Kamera an.

1. Beispiel

Das erste Beispiel zeigt Personen am Rhein, die dort am Ufer versammelt sind. Das Foto wirkt wie gestellt, weil alle Personen zum Rhein gucken (bis auf den Mann ganz rechts, der die Szene weiterführt) und weil die Laterne genau in der Mitte im Vordergrund alles teilt und im Hintergrund alles fließt. Das wird auch durch das Schiff gezeigt.

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Foto: Michael Mahlke

Das Ganze war nur einen Moment so sichtbar, danach löste sich alles auf. Das Foto könnte auch als moderne Kunst durchgehen unter dem Titel „Rheinblick“.

Aber es ist eben nicht konstruiert sondern direkt aufgenommen.

Die Auswahl des Ausschnitts mit der Laterne in der Mitte ist vom Fotografen so gewählt, alles anders hat sich so ergeben.

Die Frau rechts nimmt mit einem Tablet die ganze Szene auf, so daß hier noch einmal Fotografie als Thema auftaucht.

Das Foto erzählt mehr als eine Geschichte, ergibt aber durch die Anordnung in meinen Augen eine gelungene und nicht langweilige Darstellung, die allen Kriterien der Fineart-Streetfotografie gerecht wird.

2. Beispiel

Wieder spielt das Thema Fotografie eine Rolle und wieder ist die Szene  direkt am Rhein aufgenommen.

Nun wird die Geschichte von Personen erzählt, die am Rhein stehen und ein Mann nimmt mit einem Smartphone eine Frau mit Kind auf.

Alles ist erkennbar und dennoch sind die Personen nicht identifizierbar. Genau darum geht es. Der Moment muß passen.

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Hier steht die Streetfotografie für das Festhalten der Idylle der familiären Gemeinsamkeit, wobei nicht klar ist, ob alle Personen auf dem Foto zusammengehören.

Übrigens sieht man nicht, daß hinter dem Mann noch ein Kind steht. Wäre es sichtbar gewesen, wäre es auch erkennbar gewesen.

Da muß man abwarten und riskieren, daß man die Szene so nicht einfangen kann.

3. Beispiel

Ganz anders.

Eigentlich auch ein Farbfoto wurde es in ein monochromes Foto verwandelt, um die Einteilung besser sichtbar zu machen.

Wie man sieht geht es darum, dass ein Bushaltestellenschild entfernt wird und ein neues Schild angebracht wird. Wenn man länger draufschaut wird klar, daß es auch einen neuen Namen gibt.

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Es war der Tag als die Bushaltestelle umbenannt wurde. Eigentlich ein Reportagefoto. Wenn man aber genau zu diesem Zeitpunkt in einem Bus sitzt und an der Bushaltestellte vorbeifährt, wenn die Umbenennung erfolgt, wie kann man dies fotografisch festhalten?

Es war ja nur ein Moment, Streetfotografie aus dem Bus im Wortsinn also. Die Entscheidung war mit der Trennungslinie im Busfenster zu arbeiten und so den Ausschnitt zu wählen. Man hätte auch näher ans Fenster gehen können oder durch den oberen Fensterausschnitt fotografieren können.

Damit wurde unterteilt zwischen Vergangenheit mit dem alten Namensschild unten, Gegenwart mit dem Mann, der die Linie durchbricht und Zukunft mit dem neuen Schild, das im oberen Abschnitt zu sehen ist.

So wurde aus dem Bus heraus ein Moment festgehalten, der so nie mehr wiederkehren wird.

Fineart-Streetphotography ist also nichts, was man selbst nicht jeden Tag umsetzen kann. Es ist die Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben, mit dem, was man sieht, woran man nur eben mal vorbeigeht und was geschieht, wenn man in dem Moment aufpasst und es so kombiniert.

Um so weit zu kommen, empfehle ich in jedem Fall eine gründliche Auseinandersetzung mit dieser Webseite.

Allerdings sind die bisherigen Beispiele eher langweilig. Sie konzentrieren sich auf die Form und nicht auf den Inhalt.

Bessere Beispiele gibt es hier und hier.

 

 

Fineart Streetphotography – die feine Art der Strassenfotografie

einfaches Beispiel für Strassenfotografie – Foto: Michael Mahlke

Wenn man nicht nur fotografiert sondern auch über Fotografie schreibt, dann ist man immer wieder erstaunt, was diskutiert wird. In der Zeitschrift Photonews wurde nun in den letzten Ausgaben über Strassenfotografie geschrieben. Dabei kam in meinen Augen heraus, dass heute erlaubt ist, was gefällt. Dies bedeutet, die von mir hier oft diskutierten Kriterien für gute Strassenfotografie fallen samt und sonders weg. Daher will ich sie noch einmal nennen:

Original Streetfotografie heute

Das Wort wird immer häufiger benutzt aber es ist immer öfter etwas anderes drin. Und nachdem man sich sogar bewußt im Kunstbetrieb von den Originalen gelöst hat und eine Umwertung aller Werte vornehmen will, lohnt sich der Blick zurück, weil dort die Diamanten zu finden sind, die auch heute die Grundlage für eigene fotografische Diamanten sein können. Auch Joel Meyerowitz hat den entscheidenden Moment gesehen und fotografiert so wie Cartier-Bresson und beide verbindet fotografisch zumindest die visuelle Grammatik und ich denke noch viel mehr. Aber lesen Sie selbst!

Streetfotografie und EU-Datenschutz – wie es klappen kann/könnte !?

Fotografieren ist digital ein Prozess der Datenverarbeitung in der Logik der EU-Datenschutzverordnung, wenn ich das richtig verstehe.

Auch ich als Privatperson speichere im öffentlichen Raum nach dieser Logik Daten, wenn ich fotografiere und soll mich an diese Verordnung halten. So gesehen besteht die ganze Welt nur noch aus Daten, weil Daten und Digital quasi eins werden. Gilt diese Logik immer und überall und werden damit alle Grundrechte außer Kraft gesetzt?

Industrielle Zone von Dolf Toussaint

Dolf Toussaint

Der Anfang ist das Ende.

Als Dolf Toussaint 1983 die sterbenden Industriegebiete in Nordfrankreich, Südost Belgien und im Ruhrgebiet fotografierte, zeigte er die damalige Alltagskultur ungeschminkt und im Zusammenhang. Er hatte offenbar Weitblick und sah, was geschehen würde. Ein guter Essay von  Martin Schouten rundet das Buch ab.

Ob es Zufall ist, daß genau in diesen Regionen heute vielfach massive soziale Verwerfungen und Probleme dominieren und dort viele ohne Hoffnung ausharren und beginnen sich zu empören?

Im Buch wird zwischen den drei Industriegebieten nicht getrennt und deshalb weiß man auch nie, wo man ist.

Dies zeigt wie die Funktionalität der Industriegesellschaft länderübergreifend normiert – Menschen, Häuser, Fabriken, Strassen etc..

Nur dann werden Unterschiede deutlich, wenn der Fotograf es bewußt zeigen wollte, indem er Zeitungen, Plakate oder Aushänge mit in das jeweilige Foto integrierte.

Ein vergessenes Buch dokumentiert eine fast vergessene Zeit, die so lange noch nicht vorbei ist.

Bemerkenswerterweise habe ich auch fast zehn Jahre gebraucht, um auf dieses Buch zu stoßen, und dies auch nur, weil ich mich mit niederländischer Fotografie beschäftigt habe.

Es ist eben so, daß sozialdokumentarische Fotografie mit Weitblick und konkretem Blick keinen Blick wert zu sein scheint – außer bei mir hier und an wenigen anderen Stellen.

Ich habe mich in den letzten zehn Jahren in diesem Zusammenhang mit allen Fragen beschäftigt, die mir fotografisch wichtig waren.

  • Ich wollte wissen, welche Menschen früher engagiert fotografiert haben, weil sie damit auch gegen das Asoziale angehen wollten.
  • Ich wollte wissen, was passiert ist mit den vielen engagierten Menschen und ihren Fotobüchern.
  • Ich wollte „richtig“ fotografieren lernen und erlernte dies mit der klassischen visuellen Grammatik und fotografischen Vorbildern.

Aber: Die Ära, die ich meine, ist vorbei.

In gewisser Weise habe ich hier noch einmal das aufgearbeitet, was sozial und fotografisch vor meiner Zeit und während meiner Zeit in der Dokumentarfotografie an Entwicklungen ablief, ohne daß ich es bewußt wahrgenommen habe. Erst mit dem neuen Sehen war ich in der Lage, dies alles zu erfassen und systematisch darzustellen. Die Webseite hatte dann durch die Wechselwirkung zwischen Fotografie in Theorie und Praxis eine Dynamik, die sich im Tun entwickelte.  Einzigartig!

So ist diese Webseite mehr und wird wohl auch Grundlage für ein neues Buch sein können.

Ich habe in diesem Prozess die fotografische Philosophie von Henri Cartier-Bresson und anderen in die digitale Zeit geholt und mit dem Handbuch zur Fineart-Streetfotografie eine gute Anleitung für klassisch-gute Fotografie für uns heute nutzbar gemacht.

Und immer sind es eigene Fotos, die zu sehen sind.

Weil ich selbst ein Kind der Industriezeit bin, ist es auch richtig, wenn der Schwerpunkt auf dem lag, was ich selbst erlebt habe und was meine Interessen prägte.

Gerade die Eingrenzung ermöglichte die intensive Beschäftigung mit dem Themenfeld der Dokumentarfotografie und zeigt hier Zusammenhänge, die sonst nirgendwo zu finden sind.

Da ich kein Netzwerker war, habe ich dafür weder Förderung noch Hilfe bekommen und bin auch nicht in die DGPH aufgenommen worden wegen besonderer Verdienste um die Fotografie. Dafür hat diese isolierte Arbeitsweise eine unglaublich vertiefte Auseinandersetzung mit der Dokumentarfotografie ermöglicht bis zur Schilderung von Zusammenhängen, die die eingetrichterten Bilder aus dem Kopf holen und die Mechanismen der Manipulaton durch Bilder offenlegen. So kann man aus der Matrix aussteigen und mit befreitem Blick sehen – fotografisch und persönlich!

So ist es!

Ich bin diesen Weg gegangen und habe mich solange mit der Dokumentarfotografie auseinandergesetzt, bis ich kaum noch Neues fand. Das ist der Punkt an dem eine Veränderung angesagt ist.

Mein Rahmen steht.

Ausgestattet mit selbst erarbeiteten theoretischen und praktischen Instrumenten sehe ich anders und denke in Zusammenhängen, die ich früher nicht gesehen habe.

Ich habe fotografisch und sozial neu sehen gelernt und mein Horizont hat sich erweitert.

Daher ist dies für mich der Anlaß, mich bei der Vorstellung des Buches von Dolf Toussaint von hier zu verabschieden.

Denn eigentlich fing mit der Zeit, die er so klar und europäisch sah, alles an, was mein weiteres Leben hier prägte.

Es war mein Leben in einer Welt voller Industrie von der Blüte bis zum Zerfall – und dies alles in nur 30 Jahren von ca. 1980 bis 2010!

Das ist historisch interessant und sozial sehr ernüchternd.

Aber so war es und so ist es.

(Unter dem Gesichtspunkt der abgerissenen Industriekultur möchte ich an dieser Stelle auf den Duisburger Christian Brünig aufmerksam machen, der offenkundig mit viel Engagement weit über das Ruhrgebiet hinaus gut mit Fotos dokumentiert hat. So erhält man eine Vorstellung von den Strukturen, die verschwunden sind. Zusätzlich ist die Linksammlung auf lipinski.de gut nutzbar sowie die Verlinkungen im Pixelprojekt-Ruhrgebiet, das allerdings regional sehr eingeschränkt ist.)

Die sozialen Folgen davon sind fotografisch ein anderes Thema.

Damit sind auch die Möglichkeiten der dokumentarischen Fotografie aufgezeigt: sie kann dokumentieren und den Dingen und sozialen Situationen eine Chance geben, nicht vergessen und wieder gesehen zu werden.

Das ist wie Geschichtsschreibung im besten Sinne.

Und ich kann sagen, ich bin dabei gewesen und wurde zu einem Spezialisten für dokumentarische Fotografie und visuelle Geschichtsschreibung.

Damit nicht genug konnte ich visuell und mit Texten die Zeit dokumentieren, in der ich dabei war. So war es mir möglich, öffentlich und privat Gesehenes und Geschehenes real und mental aufzuarbeiten.

Wer weiß wozu es gut ist!

Alles Gute

Nachtrag:

2,5 Jahre nach diesem Artikel wird dieses Buch auf ruhrspeak.de neu entdeckt mit vielen Fotos.