Mit dem Blick von Henri Cartier-Bresson heute fotografieren

Er gilt immer noch als ein Meister der Komposition von Fotos nach den Gesetzen der visuellen Grammatik. Aber er fotografierte am Liebsten und meistens in Schwarzweiss.

Tavis Leaf Glover hat versucht seine Fotos in die Welt von heute als satirische Zeichnungen zu übersetzen. Ich finde dies hervorragend gelungen, weil es zugleich der Transfer seiner Art zu sehen in die heutige Zeit ist.

Nun fehlt eigentlich nur noch, dies in neue Fotos umzusetzen.

Als ich unterwegs war, fand ich dieses Motiv. Eine prachvolle Linde strahlt machtvoll und harmonisch Frieden und Würde aus. Und darunter geniessen Menschen diese Harmonie.

Cartier-Bresson hätte vielleicht mit 50mm fotografiert, dann hätte er aber die Linde als Hintergrund nicht in seinen Rahmen bekommen. Vielleicht hätte er dann auch das Objektiv gewechselt.

Hätte, hätte …

Heute sieht ein solches Foto dann von mir so aus:

Wenn ich ehrlich bin, dann ist dieses Motiv zwar schön aber in schwarzweiss nicht optimal, weil es die Situation und den prachtvollen Baum nur unzureichend wiedergibt.

Daher habe ich das Motiv nun als Farbfoto umgesetzt:

Hier kommt alles voll zur Geltung. Einerseits wird die Blickart von Cartier-Bresson genutzt und andererseits werden die Motive von heute eingefangen.

In diesem Fall ist diese Kombination meiner Meinung nach die beste Lösung.

Man könnte allerdings auch sagen, daß auf dem schwarzweissen Foto der stille harmonische Moment mehr zu spüren ist.

Das ist der Vorteil von Fotos, ihre Deutung ist meistens frei und abhängig vom Betrachter.

 

 

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