Digitales Bloggen bedeutet unablässige Veränderung

Dieser Blog ist etwas besonderes, weil er schon mehr als zehn Jahre besteht und ununterbrochen lebt. Er besteht solange, weil er nicht kommerziell ist und deshalb die persönliche Motivation alleine zählt. Und er hat alle Höhen und Tiefen durch, die man auch im persönlichen Leben haben kann.

Ich schreibe dies so auf, weil ich selbst nicht wußte, wie sich in dieser Zeit ich und die Welt ändern.

Sie hat sich sozial sehr geändert. Ich erinnere nur aktuell an das Ende der Geo Fotocommunity, der View Fotocommunity, der völligen Kastrierung von Flickr, dem Abschied von imaging resource und nun wird auch Canon irista beendet, das so groß gestartet ist. Von den unzähligen Bloggern ganz zu schweigen.

Die Photokina als Leitmesse ist mittlerweile zu einer Leidmesse geworden und die neuen Fotowalks und Festivals lösen als zersplitterte Events das Miteinander auf der zentralen Fotomesse ab.

So kann auch der rote Faden in einem Blog nur noch das persönliche Engagement – oder die kommerzielle Ausrichtung – sein. Das hat kaum Schnittmengen.

Da ich nie mit einem kommerziellen Konzept gearbeitet habe sondern eher aufschreiben und aufarbeiten wollte, was nirgendwo sonst zu finden war, ist der rote Faden allein mein persönlicher Weg gewesen als Akteur einerseits und Dokumentarist und Historiker andererseits. Ich hätte mir es leichter gewünscht.

Dokumentarfotografie ist der Rahmen.

Wie jeder Leser hier weiß, wollte und mußte ich auch schon ein paar mal unterbrechen, weil sich eben alles ändert und weil meine Themen nicht immer schön sind – dafür aber meistens substanziell.

So hat sich das alles entwickelt und irgendwann stellte ich dann fest, daß es so etwas wie meinen Blog zur Dokumentarfotografie hier in dieser Form und Fülle im deutschsprachigen Raum nicht noch einmal gibt.

Man könnte an der schieren Größe des Themas schon verzweifeln und ich stand oft genug davor und wollte nicht mehr. Ich wurde meinen eigenen Ansprüchen im Kopf nicht gerecht, wenn ich nicht eine Landkarte zauberte, die so groß ist wie das Land, das sie darstellen soll – dachte ich bei mir, zumal es mir ja um den Blick auf die andere Seite und die blinden Flecke ging.

Aber dann half mir der Vergleich von Michael Freund, der über den Historiker sprach, der mit einem Eimer am Ozean des Wissens stand….

Und deshalb stehe ich weiter mit meinem kleinen Eimer und meiner kleinen Kamera am Ozean der Dokumentarfotografie mit ihren Themen, Büchern und Entwicklungen und werde versuchen, weiter darüber mit meiner Auswahl zu schreiben, trotz all der Veränderungen drumherum und den immer neuen Anforderungen an die Welt, die unsere Lebensaufgabe ist.

Hinzu kommt, daß die vielen Erkenntnisse von anderen auch neue Gedanken und Erkenntnisse bei mir hervorbrachten, die ganz neue Sichtweisen ermöglichten.

Und weil ich viele Jahre selbst als Dokumentarfotograf tätig war, war die Aufarbeitung und Darstellung meiner Dokumentarfotografie als Chronist, Akteur und Zeitzeuge sehr wichtig.

Dies war der Weg von der Ereignisfotografie zur Erlebensfotografie der sozialen Welt um mich herum.

Nun lebe ich mit der Fotografie, foto grafiere die Welt und dokumentiere meine Zeit und schreibe darüber.

Hier ist wirklich der Weg das Ziel.

 

 

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