Monthly Archives: Juli 2015

Raben und Krähen oder wie lerne ich unauffälliges Fotografieren?

Der entscheidende Moment bei Kind und Krähen - Foto: Michael Mahlke

Der entscheidende Moment bei Kind und Krähen – Foto: Michael Mahlke

Unauffälliges Fotografieren ist die Königskunst der Streetphotography und des ungestellten Porträts.
Aber das ist sehr schwer. Es gibt eine Übung.

Ich nenne diese Übung die Krähen- und Rabenübung.
Dabei geht es um genau das, was die Wörter beinhalten.
Es geht um das Fotografieren von Krähen und Raben.
Diese Vögel sind bei uns weit verbreitet und das ganze Jahr über verfügbar.

Versuchen Sie doch mal, diese Vögel aus der Nähe ohne Tele mit 35 oder 50mm Brennweite so zu fotografieren, daß mehr als die Silhouette sichtbar wird.

Diese Vögel sind zwar frech aber genaue Beobachter und dann plötzlich sehr scheu und schnell weg.
Sie haben eine Fluchtdistanz, die es zu überwinden gilt.

  • Wenn Sie mit einer großen DSLR an einem Acker stehen werden Sie erleben, daß die Vögel wegfliegen.
  • Wenn Sie mit einer Bridgekamera an einer Straße stehen werden Sie erleben, daß die Vögel wegfliegen.
  • Wenn Sie mit einer kleineren Kamera sich ca. drei Meter den Vögeln nähern werden Sie erleben, daß die Vögel wegfliegen.

Und genau das ist die Gretchenfrage?

Wie kann ich diese Distanz überwinden, so daß ich näher rankomme?

Es ist mit Menschen nicht so schwer wie mit diesen Vögeln.

Wenn Sie es schaffen, gute Fotos aus der Nähe mit kurzen Brennweiten von diesen Vögeln zu machen, dann sind Sie auch in der Lage, unauffällig Menschen zu fotografieren.

Sie werden auch erleben, daß die Größe und das Handling der Kameras sehr unterschiedlich sind und es soziale Standards bei Tieren und bei Menschen gibt.

Ich sage Ihnen jetzt schon, daß es dauert.

Ich habe mehrere Jahre gebraucht.

In diesem Sinne viel Spaß!

 

 

F 1.4 – Lichtmalerei

Lichtstarke Objektive

Wie lange haben wir darauf gewartet, eine Kompaktkamera mit F1.4 zu bekommen?

Geliefert hat uns diese Kamera Panasonic mit der LX7.

Ein Traum?

Realisiert im Jahre 2012 und bis heute und auch noch in zehn Jahren ein wundervolles Instrument für gute Fotos.

Doch neben der Optik kommt es auch auf den Sensor an. Derselbe Sensor ist auch in der Panasonic Lumix LF-1.

Lumix LF-1 Foto: Michael Mahlke

Lumix LF-1 Foto: Michael Mahlke

Diese Kamera ist die heimliche Geliebte vieler Fotojournalisten geworden, also echter Fotopraktiker, die wissen, was sie wollen.

So ist aktuell (2015) auf dem Fotomarkt das verfügbar, was wirklich zum klassischen Fotografieren mit Kamera und guter Optik optimal – wenn nicht maximal – geeignet ist.

Es ist nur nicht mehr so schwer.

Was will man mehr?

Aber die Menschen sind nie zufrieden.

Neuheit ist die neue Sucht.

Neu ist besser auch wenn es nicht besser ist.

F1.8, F1.4 oder sogar F1.2 oder F0.95 sind die Pinselgrößen der Maler unter den Fotografen.

Foto: Michael Mahlke mit einem älteren Pentax SMC 1:1.2 50mm

Foto: Michael Mahlke mit einem älteren Pentax SMC 1:1.2 50mm

 

Steffen Böttcher hat in seinem gut gemachten Buch „Abenteuer Fotografie“ dies aufgegriffen. Hier ein Zitat aus der Leseprobe bei digitalkamera.de:

Und so gibt es dann manchmal Kombinationen von Kameragehäusen mit Objektiven oder neuerdings eine eingebaute Lösung bei der Panasonic LX7, die in der Hand von Lichtkünstlern wahre fotografische Wunder hervorbringen.

Mit einer so lichtstarken offenen Blende zu fotografieren oder etwas abgeblendet – das muß man können.

Bokeh-Wunder – das sind relativ viele ältere Objektive, wenn man sie richtig benutzen kann.

Dazu gehört Wissen und Übung.

Und so ist der wahre Lichtkünstler so selten wie der wahre Maler. Aber ob er oder sie entdeckt werden, steht wieder auf einem anderen Blatt.