Monthly Archives: Juli 2014

Albert Hennig und das Auge des Arbeiters

Albert Hennig hatte mehr Fotos als er zugab. Erst 2008 nach dem Tod seiner Witwe wurden sie gefunden. Nun gibt es eine Ausstellung „Das Auge des Arbeiters“.

Aber er ist nicht der einzige Fotograf, dessen Fotos hier zu sehen sind. Zudem trifft hier die Fotografie auf die „Jungen Wilden“.

Das sind Maler wie Otto Dix, die Hildebrand Gurlitt 1926 in Zwickau ausstellte und die sich hier nun alle wiedertreffen in einer gemeinsamen Ausstellung mit Malerei und Fotografie.

Die Ausstellung ist zuerst in Zwickau und danach in Köln und Dresden zu sehen.

Sie ist großartig und eindrucksvoll.

Die einen erforschen die Fotos, die anderen machen die Fotos.

Hier kommen beide zusammen.

 

Sergio Larrain

Hatje Cantz Sergio Larrain

Hatje Cantz Sergio Larrain

Der Verlag war kompromisslos. Daraus entstand ein kompromisslos gutes Buch.

Heute ist es eine Seltenheit, wenn ein Buch schon buchbinderisch so gut ist, daß man sich als bibliophiler Mensch richtig freuen kann.

Man schlägt das Buch über Sergio Larrain auf und schon auf den ersten Seiten kommt das Staunen.

Faksimiles von Briefen in Originalgröße laden zum Lesen in verschiedenen Sprachen ein. Es gibt am Ende des Buches auch eine deutsche Übersetzung.

Unterschiedliche Papiersorten ermöglichen Gespür und Gefühl beim Lesen und Betrachten der Fotos. Das Konzept dieses Buches ist mit Sachkenntnis und Liebe entstanden.

In Leinen gebunden, gut gestaltet und für eine lange Zeit gemacht kann man das fotografische Leben von Sergio Larrain entdecken.

Nun kommen wir zur Präsentation der Fotos.

Auf großen Einzel- und Doppelseiten mit jeweils einem schönen Randabstand sind hier monochrome Fotos dargestellt wie man sie sich gerne anschaut.

Rund um die Präsentation der Fotos ist ein Buch gemacht worden, das den Namen noch verdient und dem gesamten Werk von Sergio Larrain Raum und Würde gibt.

In einem der Briefe zu Beginn des Buches können wir lesen „Ein gutes Foto … entspringt einem Zustand der Gnade“ (Good photography, or any manifestation in man, comes from a state of grace).

Mir erscheint es wie das Motto des Buches.

Die Briefe sind aber nicht nur Teil seines Lebens.

Sie sind gerade auch in der Übersetzung eine wunderbare Einführung, wenn man mit der Fotografie leben lernen will.

So zeigt das Buch auch, wie man mit der Fotografie leben lernen kann. Und das geht natürlich weit über das Fotografieren hinaus.

Das Buch ist ein Meisterwerk und Sergio Larrains Fotografie als Art zu leben und zu reflektieren ist hier meisterhaft dargestellt.

Wer ein wirklich gutes Fotobuch sucht oder verschenken will, findet hier etwas sehr wertvolles und gutes – für sich und andere.

Es ist im Hatje Cantz Verlag erschienen.

Sergio Larrain

Hrsg. Agnès Sire, Texte von Gonzalo Leiva Quijada, Agnès Sire, Gestaltung von Xavier Barral, Coline Aguettaz

Deutsch

2014. 400 Seiten, 200 ills.

22,00 x 29,80 cm
Leinen

ISBN 978-3-7757-3828-6

 

Wieder einmal ist Fotomonat Quelle für Inspirationen und Fachkompetenz

Durch mein Studium von Fotobüchern gestern und heute sind mir einige Perlen ins Auge gefallen und mir war klar, daß es einen Markt gibt für Neuauflagen bestimmter Werke.

Ich habe deshalb vor über einem Jahr vorgeschlagen, ein Buch von Henri Cartier-Bresson neu aufzulegen zu einem Preis um die 100 Euro, weil ich mir sicher war, daß dieses Buch gekauft wird.

Faszinierenderweise wird es nun neu aufgelegt und für 98 Euro verkauft.

Fotomonat ist eben eine fachkompetente und seriöse Quelle für Fotografie mit dem Schwerpunkt Dokumentarfotografie auf die man hört.