Monthly Archives: Oktober 2013

Sponsoring als Spannungsfeld der Dokumentarfotografie am Beispiel „Genesis“ von S. Salgado

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke – Text: Manfred Zollner, Fotomagazin

Geld regiert die Welt.

Ohne Sponsoren gibt es heute kaum noch größere dokumentarische fotografische Veröffentlichungen. Die Sponsoren lassen sich grob in drei Gruppen unterteilen:

  • Öffentliche Institutionen
  • Private Unternehmen
  • Einzelpersonen

Beliebteste Mittel sind:

  • Fotowettbewerbe
  • Ausstellungen
  • Einzelprojekte

Erfolgreiche Projekte zeichnen sich dabei dadurch aus, daß sie den Sponsoren passen und/oder zumindest nicht weh tun – oder kennen sie ein Projekt, bei dem es anders ist? Bitte melden, ich nenne es hier sofort.

Schon während des Studiums lernen heute Studentinnen und Studenten z.B. an der Fachhochschule Hannover, wie wichtig der Umgang mit Sponsoren ist.

Daraus ergeben sich dann vielfältige Anknüpfungs- und Vermarktungspotentiale.

Nun ist ein neues Buch von Sebastiao Salgado erschienen mit dem Titel „Genesis“.

Das Buch wird von Manfred Zollner im Fotomagazin so charakterisiert: „Letztlich erscheinen uns Salgados Bilder ein wenig wie alte Fotos von Gummibäumen im Wohn-Design der 50er Jahre…. Nun will er uns Bewahrenswertes zeigen. Sein Genesis-Projekt wird von einem Bergbaukonzern gesponsert. Wie passt das eigentlich ins geschönte Landschaftsszenario der großen Salgado Show?“

Damit sind wir mitten in dem Thema gelandet.

  • Sponsoren ja oder nein?
  • Wenn ja welche?
  • Wenn nein was dann?

Bei Genesis handelt es sich um ArcelorMittal,  die das Thema auch entsprechend vermarkten.

Salgado schreibt, dass er ohne diese Unterstützung das Projekt nicht hätte verwirklichen können.

Hätte er sich jetzt andere Sponsoren suchen sollen oder sollte er dann lieber darauf verzichten?

Er hat sich dazu entschlossen, das Projekt mit Hilfe dieses Konzerns zu realisieren. Was hier im Großen abgelaufen ist, kommt auch im Kleinen täglich vor.

Hat das was mit Moral zu tun?

Wir leben in einer kapitalistischen Welt und die Gesellschaften sind offenkundig nicht in der Lage, über politische Beschlüsse Geld für solche Projekte zur Verfügung zu stellen oder eine Umverteilung von oben nach unten vorzunehmen.

Die Machtverhältnisse sind oft anders.

Umgekehrt wollen offenbar aber nicht alle sozial relevanten Menschen, dass die Welt völlig zerstört wird.

Das können ja auch ganz egoistische Motive sein wie das längere und unbeschwerte Geniessen des eigenen Reichtums in einem schönen Umfeld.

Obwohl die Zerstörung der Welt eigentlich kaum noch verhindert werden kann, ist die Problematisierung durch fotografische Visualisierung doch kein schlechter Weg.

Und warum soll Geld, das vorhanden ist, nicht für Projekte eingesetzt werden, die Chancen zeigen?

Schwierig (aus Sicht unserer Menschenrechte) wird es erst in dem Moment,

  • in dem Produktionsbedingungen,
  • Arbeitsbedingungen und
  • Umweltbedingungen von beteiligten Sponsoren

diskutiert werden, die nicht internationalen Standards entsprechen.

Aber ist dies hier der Fall?

Wenn ja, dann muß man in einer offenen Gesellschaft dies auch entsprechend publizieren.

Wenn nein, dann ist doch gegen einen Sponsor nichts einzuwenden, wenn man die Regeln der Transparenz und Offenheit berücksichtigt.

Entscheidend ist in einer Zeit, in der es keine politischen Mehrheiten für öffentliche Projekte dieser Art gibt, daß es Transparenz über Sponsoren gibt und nicht, daß es keine Sponsoren gibt.

Da es sich bei Salgado um einen Fotografen handelt, der transparent handelt und der Realität einen Rahmen gibt ohne Dinge bewußt auszublenden, ist deutsches Denken auch nur ein Teil von vielen Gedanken, die zum Thema Sponsoring geäußert werden.

Insofern war der Gedanke von Manfred Zollner anregend, begrenzend und erweiternd.

Vielen Dank dafür!

Aber klar ist auch, die Fotografie kann die Weltzerstörung nicht aufhalten.

Das können nur Konzerne wie ArcelorMittal und die Politik, die in einer Demokratie mitgestaltet werden kann – persönlich und fotografisch.

In diesem Sinne!

1.1

The Afronauts und der neue ZEITgeist in der Dokumentarfotografie

Fotoreporter männlich und weiblich berichten zunehmend darüber, daß ihre Arbeit nur noch als Füllung zwischen Anzeigen erforderlich ist und echte Dokumentarfotografie, auch als Fotostrecke und Thema, so gut wie gar nicht mehr bezahlt publiziert wird.

Das hat zu der logischen Konsequenz geführt, doch zu gucken, womit man finanziell erfolgreicher sein kann. Da kommt man schnell auf die Fotokunst, was auch immer das sein mag, und schaut, was der Markt will.

The Afronauts – erfolgreiche Fotografie

The Afronauts  von Cristina de Middel, das auch als Buch publiziert wurde,  ist eines der bekanntesten Projekte im Mainstream der letzten Zeit.

„Warum muß Fotografie entweder dokumentarisch oder Kunst sein? „(im Original: „Why does photography have to be either documentary or an art piece? Why do we feel the need to classify?“) fragt sie und zeigt damit einen neuen Weg auf, um ein Thema zu dokumentieren und zugleich dem Markt verkaufsfähige Produkte anzubieten.

Cristina de Middel dokumentiert – aber nicht im Sinne der Abbildung der vorgefundenen Realität sondern im Sinne einer Aufbereitung durch Inszenierung eines Themas. Dabei spielen abgebildete Elemente der Wirklichkeit eine Rolle aber es sind keine 1:1 Ausschnitte sondern drehbuchorientierte Dokumentationen.

Das ist dann Fotokunst auf dokumentarischer Grundlage.

Ist dies dann auch eine neue Kategorie im Bereich der Dokumentarfotografie?

Neue Ausbildung – neue Inhalte

Ich warf einen Blick auf die aktuelle Ausbildung an der Hochschule Hannover, um diese Frage zu vertiefen.

Dort fand ich bestätigende Worte, weil Dokumentarfotografie heute so unterrichtet wird: „Der Studiengang Fotojournalismus und Dokumentarfotografie sieht seinen Schwerpunkt in der »wirklichkeitsbezogenen Fotografie«. Darunter verstehen wir die journalistische und dokumentarische, fotografische Auseinandersetzung mit der Außenwelt, ausgehend von der situativen und örtlichen Realität. Dabei interessiert uns vor allem die persönliche Interpretation der Wirklichkeit. Dies verlangt immer auch die Entwicklung einer Haltung zum Objekt selbst und zum Medium Fotografie.“

Dieses Statement der Hochschule Hannover zeigt, daß es nicht mehr auf die Abbildung der Realität ankommt sondern Dokumentarfotografie als „wirklichkeitsbezogene Fotografie“ verstanden wird. Es sollte also ein Bezug zur Wirklichkeit auf den Fotos vorhanden sein?

Das kann ziemlich weit weg sein von der Realität. So blickte ich von der Ausbildung zu den medial am meisten beachteten Fotofestivals (Fotoausstellungen mit mehreren Teilnehmern) in diesem Jahr.

Fotoausstellungen und Fotofestivals als Träger des ZEITgeistes

Wenn man Veränderungen und Übergänge festhalten will, dann will ich drei Ereignisse aus diesem Jahr nennen, die mir symptomatisch erscheinen:

  • In diesem Jahr gab es beim Fotofestival in Arles schon Kontroversen laut photonews, weil es für einige Teilnehmer nicht nachvollziehbar war, Fotos von W. Tillmans zu sehen, die nicht in die klassisch dokumentarisch-journalistische Tradition passen
  • Beim Fotofestival in Mannheim-Ludwigshafen waren aktuelle Magnum-Fotos zu sehen, die z.T. in ihrer Banalität und fehlenden Geometrie so gar nicht der früheren Dokumentation verpflichtet waren und inszeniert wirken
  • Beim Fotodoks-Festival in München sind die „Dokumentaristen“ eingezogen, eben Interpretationen und Inszenierungen der Wirklichkeit

Welche Rolle dabei eines der deutschen Leitmedien, die ZEIT, spielt, die in Mannheim und München aktiv Preise verleiht, ist mir noch unklar. Aber es sind alles Symtome des aktuellen ZEITgeistes.

So hat sich gerade auch hier eine neue Sicht entwickelt.

Sie gipfelt in der alten Frage von Watzlawick, allerdings neu gestellt für die Dokumentarfotografie: Wie wirklich ist die Wirklichkeit?

In diesem Sinne

 

 

Streetphotography als HDR Strassenfotografie

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Neue Zeiten, neue Kameras.

Aber nicht alles ist neu.

  • Die Motivsuche,
  • der manchmal entscheidende Moment,
  • die Auswahl aus der Wirklichkeit

Diese drei Dinge muß man schon selbst suchen und/oder sehen.

Aber dann?

Dann fangen die neuen Zeiten an.

Dazu gehört die Aufnahme in HDR oder die nachträgliche Bearbeitung als HDR.

So kann auch die Strassenfotografie heute neue und ausdrucksvolle Bilder bieten, die die ausgewählten Motive noch mehr betonen.

Bei masterphotos finden Sie nun eine erste Sammlung von Fotos, die speziell und ungestellt als HDR aufgenommen oder später zur Betonung so farblich gestaltet wurden.

Wie man dort sieht spricht nichts gegen solche Streetfotos. Sie sind bunt und monochrom möglich und sehen jeweils auf ihre eigene Art ziemlich gut aus.

Nur noch gute Arbeit? Das Verschwinden der Realität der Arbeitenden aus der Fotografie der Gegenwart

Seit einiger Zeit gibt es ein neues Phänomen. Nur „Gute Arbeit“ wird in Deutschland fotografisch noch gezeigt oder es wird gezielt Propaganda betrieben.

2011 gab es in Barzelona eine Ausstellung, die sich mit dem Entstehen der Arbeiterfotografie-Bewegung von 1926 bis 1939 beschäftigt hat.

Die Ausstellung wird wegen ihrer Tiefe und Breite sehr gelobt. In einem Aufsatz dazu fand ich einen Hinweis.

Dort heisst es „self-representation by the working class became a form of social emancipation“, auf deutsch wurde die Selbstdarstellung der Arbeiterklasse zu einer Form der gesellschaftlichen Emanzipation.

Die Fotos aus der Ausstellung kann man ergänzen mit Beispielen aus Deutschland aus der damaligen Zeit.

Wenn es so ist, dann ist das heutige Verschwinden der Selbstdarstellung entweder ein Beleg dafür, dass es keine Arbeiterklasse mehr gibt oder ein Beleg dafür, daß diese Menschen sich nicht mehr ins Licht trauen. Selbstdarstellung setzt ja voraus, dass man sich selbst als Teil von etwas darstellen will.

Das „Wir“, der „proletarische Lebenszusammenhang“ (R. Stumberger), zeigte sich in der gemeinsamen Wohnwelt, Arbeitswelt und Sozialwelt.

Wenn man diese gemeinsamen Erfahrungen nicht mehr macht und teilt und sich auch keiner Klasse zugehörig fühlt, dann ist das soziale Bewusstsein weg und die Suche nach anderen Zugehörigkeitsobjekten und Identifikationsmöglichkeiten beginnt.

Dabei darf man aber nicht die Arbeiterklasse mit Randgruppen verwechseln. Das Fotografieren von Randgruppen und die Arbeiterfotografie sind völlig verschiedene Dinge und die politische Dimension der Arbeiterfotografie war medial in der Weimarer Republik und in Deutschland in den 70er Jahren eine starke Kraft, die das Medium Fotografie zur Selbstreflexion und als Mittel im sozialen Kampf einsetzte.

Man kann natürlich auch sagen, dass heute jeder in sozialen Netzwerken sich fotografisch selbst darstellen kann und daher eine Zugehörigkeit kraft Klasse nicht mehr erforderlich sei. Allerdings sind die sozialen Bedingungen nicht weg, die die Arbeiterklasse hervorgebracht haben. Soziale Atomisierung blockiert aber und „soziale“ Netzwerke verbinden nicht.

Der Hunger bei uns ist aktuell besiegt aber schlechte Arbeit und vieles mehr sind immer noch da.

Nur ist die Arbeiterklasse an sich ja auch in der Demokratie mit dem wachsenden Wohlstand zerflossen, weil sie letztlich über die materiellen Erfolgselemente nicht hinauskam.

Eine Arbeitnehmerklasse 2.0 als Antwort auf die neuen Herausforderungen des 21. Jhrdts. mit zunehmender Zerklüftung der Arbeit, schlechter Arbeit, unsicheren Arbeitsverhältnissen, lebenslangem Hartz 4 Niveau und vielem mehr wird nicht als Herausforderung begriffen, so daß der Zusammenhalt als gemeinsamer Interessenpool nicht existiert sondern lediglich nach soziologischen Kriterien Schichten definiert werden können.

Öffentliches Bewußtsein

Was in den Medien präsent ist, ist repräsentativ für unser Denken über die Gesellschaft.

Die digitale Welt hat es bisher nicht geschafft, die Aufklärung weiter zu verbreiten in unserem Land.

Wer will, kann heute mehr erfahren, aber es wollen deshalb nicht unbedingt mehr Menschen davon Gebrauch machen.

Wissen ist anstrengend, es zu verbergen noch viel mehr und in einem Land, in dem Bildung durch Gesetze sogar rentenrechtlich abgestraft wird, ist Bildung ein Hindernis.

Das soll hier aber kein politischer Artikel werden sondern ein Hinweis, der erklärt, warum wir fotografisch in dem hier diskutierten Sinne ein gesichtsloses Land geworden sind.

Wenn die fotografischen Themen, die öffentlich präsent sind, ein Hinweis auf soziale Veränderungen sind, dann ist das Fehlen der Arbeitnehmer und der Realität ihrer Arbeit und Lebensumstände im Mainstream fotografischer Themen in Deutschland ein Hinweis, der eine Menge aussagt.

Er könnte auch aussagen, daß die Gesichtslosgkeit der Arbeitnehmer die Gesichtslosigkeit der Gesellschaft zeigt.

Typisch Deutsch?

Edith Tudor-Hart – Im Schatten der Diktaturen

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„Edith Tudor-Hart – moderne Fotografie“ – so verstand sie sich selbst. Die 1973 verstorbene Fotografin (geborene Suschitzky) gab den Namenlosen in Wien und in Wales ein Gesicht und ihre sozialdokumentarischen Fotos beeindrucken auch heute noch. Sie sind so frisch und ungestellt wie das wahre Leben.

Das Wien Museum Karlsplatz macht zu ihrem Werk gerade eine Ausstellung und bietet die Möglichkeit einen Teil der Bilder online anzuschauen.

Sehr schön ist auch die Darstellung auf diepresse.com.

Aber die Ausstellung ist mehr. Sie ist auch die Aufarbeitung eines Menschen in seiner Zeit, der Zeit des Übergangs von einer Demokratie in eine Diktatur. Es ist die Geschichte einer Frau, die mit der Kamera die Welt um sich herum festgehalten hat.

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Das im HatjeCantz Verlag erschienene Buch zu der Ausstellung ist mehr als ein Katalog. Es ist eine herausragende Arbeit mit sehr informativen Beiträgen zu den persönlichen und fotografischen Lebensereignissen von Edith Tudor-Hart.

Das Buch ist spannend und dies liegt ebenso an den Texten wie an den Bildern. Die zitierten Berichte Dritter über Sie, die teilweise interessengeleitet waren, die Schilderung ihrer Lebensumstände, die Fotos, die öffentliche Ereignisse wiederspiegeln – alles dies ergibt in diesem Buch ein dichtes Bild über einen Menschen, der die Fotografie als Methode und Bestandteil der eigenen politischen Existenz gewählt hat.

Der Titel ist durchaus doppeldeutig gewählt.

Einmal war es die Nazidiktatur, in deren Schatten sie war und ein anderes Mal war es der Schatten der vergangenen Nazidiktatur und der noch vorhandenen Sowjetdiktatur, der ihre Lebenssonne beeinträchtigte. Das Buch versucht ihrem Leben gerecht zu werden und die Frau und die Fotografin herauszuarbeiten. Das gelingt, zumindest ist dies mein Eindruck.

Roberta McGrath schreibt in ihrem Essay dazu: „Während Edith Tudor-Hart in politischer Hinsicht Moskau die Treue hielt, ist es das bleibende Zeugnis ihres Feminismus, dass sie auch weiterhin die Art und Weise dokumentierte, wie die Ungleichheit der Klassen sich in Großbritannien mit der Genderfrage überschnitt.“

So erleben wir eine Frau, die letztlich aus politischen Gründen sogar mit der Fotografie aufhörte. Sie hatte in den 50er Jahren ein Verhältnis mit dem Atomwissenschaftler Engelbert Broda und stand unter Spionageverdacht. „Kurz danach wiesen die britischen Sicherheitsbehörden sie an, ihre fotografische Tätigkeit einzustellen. Tudor-Hart zerstörte ihren Studiokatalog sowie zahlreiche Negative und Fotografien, die sie oder ihre Genossen hätten belasten können.“

So endet das fotografische Leben von Edith Suschitzky bzw. Tudor-Hart und damit endet auch das Buch über sie. Interessant ist der folgende Aufsatz über ihr „Nachleben“. Die Rezeption ihres Werkes begann bei Forschungen zur Artists International Association 1973 und führte dann 1983 zu einer ersten Ausstellung. Auch hier zeigt sich, daß in der Dokumentarfotografie überhaupt erst nach dem Tod der Fotografin oder des Fotografen oftmals ihr Werk in den Fotografenhimmel überführt wird, wenn eine neue Zeit ihren dokumentarischen Wert sieht und frei von den Interessen der damaligen Zeitgenossen ist. So ist historische Forschung der Weg zu dem, was rückblickend in einer Zeit und bei einem Thema wichtig war oder wichtig wurde – oder einfach nur da war.

Edith Tudor Hart
Im Schatten der Diktaturen

Hrsg. National Galleries of Scotland, Edinburgh, Wien Museum, Wien, Texte von Duncan Forbes, Anton Holzer, Roberta McGrath, Gestaltung von Marc Naroska

Deutsch

2013. 127 Seiten, 152 Abb. in Duplex

24,90 x 28,70 cm
gebunden

ISBN 978-3-7757-3566-7

 

 

 

Sowjetische Fotografien. Politische Bilder 1918-1941. Die Sammlung Daniela Mrazkowa

Sowjetische Fotografien, Sammlung Mrazkowa

Was hat es mit dieser Sammlung auf sich?

bei offeneskoeln.de finden wir die entscheidenden Hinweise:

„Anlage 1 ………….
PHOTOSTROIKA
Daniela Mrazkova’s and Vladimir Remes collection of Soviet photography between
two world wars
Diese Sammlung besteht aus 234 Fotografien und beinhaltet die wichtigsten Autoren
sowjetischer Fotografie der zwanziger bis vierziger Jahre.
Sie vereint die verschiedenen fotografischen Strömungen der Zeit und gibt zugleich
einen hervorragenden Überblick über die Dokumentations- und Reportagefotografie
in der Sowjetunion.
Die Bandbreite der Arbeiten spiegelt die drei zentralen Richtungen der Fotografie
der UDSSR in der damaligen Zeit wieder: Es finden sich Portraits der intellektuellen
Helden der Sowjetunion, mit Bildformen des Piktoralismus von Nappelbaum und
Sterenberg; ‚konstruktivistische’ Fotografie, z.B. von Ignatowitsch und Rodchenko,
die Architektur und industrielle Erneuerungen thematisieren; als auch Darstellungen
von Arbeitern und Landbevölkerung im Stil des sozialistischen Realismus von Zelma
und Alpert.
Viele der hier vereinten Fotografien dienten zur Mobilisierung der Bevölkerung zum
Aufbau des neuen Staates. Zugleich arbeiteten die meisten der Fotografen, die in
dieser Sammlung vertreten sind, für die viersprachige Zeitschrift „UDSSR im Bau“,
die zum Zweck der Propaganda von 1931 bis 1941 veröffentlicht wurde.
Sowjetische Fotografie ist sehr selten in Auktionen vertreten. Das liegt zum einem
daran, dass dieses Material ohnehin sehr rar ist und zum anderen, dass sowjetische
Fotografie weniger von traditionellen Fotosammlern auf Auktionen erworben wird,
sondern die Käufer sind internationale Museen und Kunstsammler, die sich auf die
russische Avantgarde, den Konstruktivismus und auf den sozialistischen Realismus
spezialisiert haben. Diese Sammlungen haben das Ineinandergreifen von Politik,
Kunst und Propaganda in ihren Sammlungsfokus gestellt. Der Markt für Sowjetische
Fotografien wird weitgehend durch Händler und Galeristen bestimmt.

Um zu einer Bewertung der 234 Fotografien dieser Sammlung zu gelangen, hat die
Gutachterin für jedes Bild einen Preis, der sich u.a. an aktuellen Auktionsergebnissen
orientiert, festgesetzt. Der Gesamtpreis beträgt danach 1.134.000 US$ / 756.000
Euro.“

Nach dem Ankauf wurde die Sammlung Grundlage für eine Ausstellung, die 2009 stattfand.

Das Deutschlandradio berichtete darüber und viele andere Medien.

Im Steidl-Verlag erschien dazu ein Buch, das die Sammlung vollständig dokumentiert. Das Buch hat einen besonderen Reiz, auch wenn wir schon ein paar Jahre weiter sind. Dieses Buch zeigt offenkundig das, was fotografisch möglich war. Es sind Beispiele, die für viele andere Fotos stehen. Der sozialdokumentarische Gehalt ist ebenso stark wie der formale in vielen Fotografien. Sowjetische Fotografie ist bis heute ein eher blinder Fleck in der fotografischen Landschaft von Deutschland. Dabei ist es doch umgekehrt so, daß gerade heute die Sammler deutschsprachiger Fotokunst oft aus der Sowjetunion kommen und hier eine Geldanlage suchen (und finden).

Aber wenn man zurückblickt, dann ist seit 2009 nicht mehr viel aus der sowjetischen Vergangenheit an fotografischen Sammlungen hinzugekommen, so daß der Wert der Fotos nicht hoch genug als pars pro toto eingeschätzt werden kann.

Nun gibt es das Buch in Restexemplaren zu kaufen. Es wird wohl nicht wieder aufgelegt werden. Aber es lohnt sich heute und morgen. Ich finde es sehr inspirierend und ich freue mich, daß diese dokumentarische Sammlung in Buchform der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.

Meinen Dank möchte ich daher auch an Frau Mrazkowa schicken, unbekannterweise.

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Edward Burtynsky Water

Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Wasser beherrscht die Welt.

Wasser ist das, was uns ausmacht.

Wasser ist das, was wir sind und was uns umgibt.

Wie kann man die Welt und das Wasser heute fotografieren?

Edward Burtynsky hat es getan und seine Sicht nun publiziert.

Die Online-Galerie finden Sie hier.

Faszinierend ist die Zusammenstellung. Man sieht Landschaften mit Wasser und ohne Wasser aus der Luft und man sieht, wie Menschen mit dem Wasser umgehen. Wie lebt man mit dem Wasser, auf dem Wasser, ohne Wasser?