Monthly Archives: Oktober 2012

Achtung Brillenträger! 400 Euro sind genug – gute Sucherkameras zum Schnäppchenpreis

Als Brillenträger sind für mich immer noch Sucherkameras erste Wahl. Daher sind Schnäppchen, also zeitlich begrenzte günstige Angebote, sehr interessant.

Aktuell ist es mal wieder soweit nach der Photokina und vor dem Weihnachtsgeschäft.

Welche Sucherkameras werden aktuell sehr günstig angeboten?

  • Die Canon EOS 1100D mit zwei Objektiven für 399 Euro
  • Die Nikon 1 V1 mit einem Objektiv für 390 Euro
  • Die Panasonic G3 mit Objektiv für 395 Euro

Das sind alles Spitzenkameras, deren Bildqualität und Kameraeigenschaften keine Vergleiche zu scheuen brauchen. Und sie sind auch in fünf Jahren noch einsetzbar.

Eine Sucherkamera für 400 Euro erscheint preiswert, ist aber eigentlich schon teuer, denn es sind 800 DM. Und dennoch bezeichne ich mittlerweile eine 400 Euro Sucherkamera mit Objektiv als preiswert in Relation zu den anderen Kameras, die meistens fast keine grossen Verbesserungen haben, dafür aber wesentlich teurer sind.

Wie immer handelt es sich hier nur um einen unverbindlichen Hinweis. Die Preise habe ich im Laden gesehen oder im Internet am 30.10.2012.  Ob die Preise wieder nach oben gehen oder noch tiefer, können Sie bei eigener Recherche im Internet herausfinden.

 

 

Die Fuji X10 in der Dämmerung im EXR-Modus

Wenn der Herbst beginnt und die Blätter fallen, dann zeigt sich bei den Kameras, was sie zu leisten vermögen. Denn das Dämmerlicht, die schwierigen Übergänge und die vielen unterschiedlichen Lichtquellen fordern die Chips und die Optiken der Kameras ganz schön heraus.

Und deshalb nahm ich die Fuji X10 als Sucherkamera und Reportagekamera mit und besuchte die Vaillant Nacht der Kultur in Remscheid. Der Mond war noch nicht ganz voll, der Himmel war wolkenlos, es war sehr kalt und sehr windig und die blaue Stunde hatte schon begonnen. Vor allem aber war an diesem Abend auch eine Mischung aus verschiedenen Lichtarten zu sehen und das erhöhte ja die Anforderungen an die Kamera.

Da die Kamera nun den modifizierten Sensor hat und einige Firmware Updates von Fuji aufgespielt worden waren, machte ich etwas ganz einfaches. Ich wählte den Bildausschnitt und stellte die Kamera auf den EXR-Modus.

So entstanden Reportagefotos als Produkte einer Kombination von Mensch und Maschine.

Damit zu einigen Fotos, die zeigen sollen, was daraus entstanden ist. Alle Fotos sind unbearbeitet bis auf die Größenänderung.

Hier fing die blaue Stunde gerade an. Man sieht, dass das Problem der „weissen Scheiben“ gelöst wurde.

Fuji X10 EXR – Foto: Michael Mahlke

Ein paar Minuten später wird die blaue Stunde schon deutlicher und die Lichtmischungen nehmen zu, links das Telekom-„Lilarot“ und rechts die roten Lampen:

Fuji X10 EXR – Foto: Michael Mahlke

Hier dominieren dann eindeutig die roten Farbtöne und verleihen dem Ganzen etwas Surreales:

Fuji X10 EXR – Foto: Michael Mahlke

Doch schon eine Strasse weiter wechselte die Farbe. Grün war angesagt und lud in das städtische Bibliotheks-  und Kommunikationszentrum ein:

Fuji X10 EXR – Foto: Michael Mahlke

Und um den Unterschied zwischen EXR-Modus und P-Modus zu zeigen folgt nun ein Bild im P-Modus, also mit etwas weniger Dynamik, dafür aber mit 12MP statt 6MP Auflösung im Original:

Fuji X10 P – Foto: Michael Mahlke

Das Foto wurde etwas später aufgenommen als das Foto vorher.

Abschließend noch ein Vergleichsfoto. Beide um 18.44 Uhr Ortszeit aufgenommen. Man sieht sehr genau wie die Kamera die Lichtführung verändert, wenn vom P-Modus in den EXR-Modus gewechselt wird.

Wenn Sie auf das Foto klicken wird es größer. Da jeder Monitor anders kalibriert ist oder gar nicht ändert sich auch die Farbdarstellung. Aufgenommen sind die Fotos im sRGB-Modus. Achten Sie auch auf das Verhältnis der Lichter. Schauen Sie einmal auf das Kunstlicht, das in den Türen zu sehen ist im Verhältnis zum Licht, das draussen am Teo-Otto-Theater zu sehen ist.

Fazit:

Die Fuji X10 hat meine Erwartungen voll erfüllt. Sie war treffsicher, hat schnell fokussiert und die Kamera hatte überhaupt keine Probleme bei Dämmerlicht.

Da ich sie als Sucherkamera nutze, hat sie noch einen zusätzlichen Vorteil. Weil der Monitor nur im Infomodus ist und daher nur Daten zeigt und kein Livebild, hält bei mir ein Akku  ca. 500 Fotos. Selbst bei der Kälte hatte ich keine Probleme. Wenn allerdings der Monitor zum Fotografieren genutzt wird, ändert sich dies.

Die Fuji X10 ist ein echter kleiner Glücksfall unter den Sucherkameras geworden und sie ist für professionelle journalistische Tätigkeiten einsetzbar.

Nachtrag 2014:

Seit dem Erscheinen der X20 fragen sich viele, ob sie sich noch eine X10 kaufen sollen.

Der X-Trans Sensor in der X20 ist anders als der EXR-Sensor in der X10.

Eine sachlich gute Diskussion, die beim Beurteilen hilft, findet sich hier.

 

 

 

Hipstamatic – die App für Fotojournalisten?!

Foto: Michael Mahlke

Ein Wandel hat sich vollzogen. Es gibt keine Diskussionen mehr darüber. Es ist geschehen. Das fotografische Bild der Welt hat sich geändert. Es wird bei neuen Reportagen und Berichten zunehmend von Smartphones mit Fotosoftware geprägt.

ZEIT-Reporter nutzen Smartphones schon länger als tägliches Betriebsmittel.

Doch damit hat sich nicht nur die Technik verändert sondern auch das Bild als solches. Fone und Filter sind die Grundlage für die neue Fotografie der fotojournalistischen Arbeit. Es ist eine wesentliche Erweiterung der bisherigen Fotografie.

Und welche Fotosoftware benutzen Fotojournalisten?

Offenkundig vielfach an erster Stelle Hipstamatic und an zweiter Stelle Instagram.

So wird aus einer Strasse ein fotografisches Kunstprodukt – Foto: Michael Mahlke

 

Seit Damon Winter eine Reportage mit der Hipstamatic-Software auf dem Iphone über den Krieg in Afghanistan gemacht hat und er damit Preise gewann sind die Würfel gefallen.

Mehr braucht man nicht mehr, wenn man aus Kriegsgebieten berichtet und Preise gewinnen will.

Und damit kommt man auch auf die Titelseite der New York Times.

Aber auch dabei sollte man nicht stehenbleiben.

Denn es ist eine neue Art der Fotografie, die Licht und Schatten hat.

In meinen Augen sind es immer eingefärbte Bilder mit einem sehr beschränkten Blickwinkel.

Und die Einfärbung entspricht nicht dem Vorhandenen sondern dem Auszudrückenden.

Aber was dominiert dabei?

Der Inhalt des Bildes oder die Farbenspiele der vorhandenen Filtermöglichkeiten?

Und deshalb ist das Neue in diesem Fall nicht der Feind des Guten sondern zum Teil nicht ausreichend, um die bisherige klassische Fotoreportage abzulösen.

Man kann so berichten.

Aber es ist oft interessanter, detailreiche, große und scharfe Fotos zu sehen, die viel mehr zeigen und die nicht so strukturiert sind.

Es ist eine eher expressionistische Art der Berichterstattung, die damit eingeläutet wurde.

Sie kommt sicherlich den standardisiert-technischen Individualismusbedürfnissen entgegen.

Und sie kann ebenso informationsreich sein wie andere Reportagen.

Aber sie ist anders.

So bleibt auch die Dokumentarfotografie nicht bei den alten Fotografien stehen sondern muss sich um die neue Art der Fotos kümmern, wenn diese als Grundlage für dokumentarische Fotografie dienen.

Das verändert und erweitert den Horizont.

Und ändern oder ausklammern kann man es nicht, wenn man die Wirklichkeit als Grundlage für die Berichterstattung nehmen will.

So geht es immer weiter und die Entscheidung zwischen entweder/oder wurde abgelöst vom sowohl/als auch mit einer neuen Fragestellung.

Diese lautet: welche Art der fotografischen Berichterstattung ist angemessen – dem Thema, dem Publikum, dem Budget?

Und darüber werden wir dann noch Jahrzehnte schreiben und diskutieren können…

Die Fotografin Evi Lemberger publiziert zum Beispiel auf zeit.de Reportagen, die nur aus Hipstamatic-Fotos bestehen. Offenkundig reicht dies den Redaktionen aus.

Andere Kritikpunkte sind wohl eher doppelzüngig und überholt.

David Campbell hat zurecht darauf hingewiesen, dass mit Polaroid-Fotos ebenfalls ununterbrochen jahrzehntelang gearbeitet wurde.

Und wenn die Fotos einen nostalgischen oder prosaischen Ausdruck haben, dann ist es eben so.

Da Wirklichkeit im Kopf entsteht (siehe Paul Watzlawick und seine Frage „Wie wirklich ist die Wirklichkeit?“) ist dies nun ein digital neuer Zugang zu älteren Betrachtungsweisen.

Wer die Chancen sieht, der sieht, dass sich die fotografischen Möglichkeiten nun erweitert haben.

Und selbst für die Strassenfotografie/streetphotography gibt es neue Chancen, wenn man folgenden Satz liest: „We’re beginning to see how the smart-phone as photographic instrument is allowing photographers to be even more spontaneous and invisible than the Leica did for news photographers in the mid 1920′s.“

Auf Deutsch steht dort sinngemäß, dass das Smartphone ein neues fotografisches Instrument ist, welches den Fotografen heute erlaubt, spontaner und unsichtbarer zu sein so wie es Leica in den 1920er Jahren für Fotografen war.

Diese Argumentationen zeigen verschiedenes.

Wir sehen, dass Bewertungen zeitabhängig sind, wir sehen, dass jede Zeit neue zivilisatorische Errungenschaften hat und wir sehen, dass wir uns kulturell trotzdem nicht weiterentwickelt haben.

Denn die Fotos, mit denen man Preise gewinnen konnte, handeln von Kriegen und nicht von Friedensfesten und der Abschaffung des Hungers und dem besseren Umgang der Kulturen.

So haben die Menschen zwar ihre Probleme nicht gelöst, können sie jetzt aber auf technisch andere Art festhalten und miteinander teilen.

Das nennt man dann wohl Fortschritt.

In diesem Sinne!

 

Vom Erbe zum Archiv – fotografische Erinnerungskultur

Menschen sterben, Fotos landen im Müll und immer mehr neue Fotos entstehen.

Was tun?

Seit einiger Zeit gibt es verschiedene Ansätze, Erinnerungen an Menschen und ihre Fotografien zu sammeln und zu archivieren.

Aktuell sind drei Projekte online etwas bekannter geworden:

  • Die Webseite Fotoerbe mit einer Linksammlung zu Adressen, die dieses Thema behandeln
  • Das Fotografenwiki als deutschsprachige enzyklopädische Plattform zur Erfassung biografischer Daten von Fotografen

Es sind Ansätze einer Erinnerungskultur, die in einer immer unübersichtlicheren Zeit mit immer mehr Menschen und immer mehr Fotografien die Vergangenheit festhalten will.

Es lohnt sich, dort nachzuschauen und zu stöbern. Dies ist für die eigene fotografische Entwicklung übrigens teilweise sehr förderlich.

Denn man sieht nicht nur wie früher fotografiert wurde, man sieht auch, was andere besser gemacht haben trotz älterer Kameras. Und man sieht wie zeitabhängig Bewertungen sind. Es sind Blicke auf Geschichte pur in manchen Fällen.

Darüber lohnt es sich nachzudenken und auf den Seiten genau hinzuschauen.

Viel Erfolg!

 

 

 

Fotografie mit Leidenschaft von Dr. Martina Mettner

Das Buch fängt da an wo andere aufhören.

Wie heisst es so schön?

„Die Leichtigkeit, mit der das Medium Fotografie beherrschbar ist, macht es offenbar umso schwerer, zu einer individuellen Bildsprache zu finden.“

Und so schreibt Frau Mettner souverän mit der Erfahrung einer fachkundigen Beraterin, Soziologin und Autorin, die die Abläufe, Zusammenhänge, Personen und Entwicklungen in der Welt der Fotografie kennt.

Es ist ein bemerkenswert gutes Buch und es hat durchgängig Gedanken, die eigenständig sind und weiterhelfen.

„Die zentrale Frage ist: Wie funktioniert künstlerische Fotografie?“

Dieser Satz aus der Einleitung führt als gedanklicher Faden durch die Kapitel dieses Buches.

An den Beispielen von Henri Cartier-Bresson, Robert Frank, Walker Evans und Dorothea Lange zeigt sie mit einem hochinteressanten Mix von Informationen über Leben und Werk wie abhängig öffentliche Anerkennung von Beziehungen ist. Das hat nichts mit gut oder schlecht zu tun sondern mit Zeitgeist und Interesse.

Landschaft, Porträt, Reportage und Kunstmarkt stellt uns Frau Mettner mit Bildbeispielen und Betrachtungen vor, die sie klar interpretiert und sich positioniert – mit Leidenschaft eben.

Ich bin nicht immer ihrer Meinung und bewerte einige Personen und Sachverhalte auch anders. Aber sie hat wenigstens eine Meinung mit argumentativer Substanz und ein gutes Buch zeichnet sich dadurch aus, dass man sich an ihm reiben kann.

Sie schreibt auch über Fotografinnen und Fotografen, die wenig Publikum haben und analysiert die aktuelle Situation in der Welt der Fotografie zwischen Veränderung und Anpassung.

Ihre vielen Bildbeispiele machen es möglich, Ansichten zu entwickeln und zu überprüfen.

Das Kapitel „Der Kunstbetrieb“ offenbart dann auch noch einen Aspekt, der mir auch schon seit einiger Zeit auffällt: „Wie in den vorausgegangenen Kapiteln immer wieder zu sehen war, hatten die Fotografen, deren Arbeiten tatsächlich ausgestellt und gehandelt werden, immer namhafte Fürsprecher und, lange vor Social Media, ein funktionierendes Netzwerk an Fans und Förderern.“

Sie zeigt dann sehr realistisch auf, dass der Traum vom grossen Geld sehr nüchtern betrachtet werden muss.

Aber ihre Leserinnen und Leser läßt sie hier nicht stehen (was ich sehr freundlich finde) sondern nimmt sie mit auf den Weg, der der Fotografie andere Aspekte abgewinnt.

Diese findet man in den Kapiteln „Die Kunst, sein Glück in der Fotografie zu finden“ und im Kapitel „Praktische Tipps zur Realisierung freier Projekte“.

Doch darüber schreibe ich nicht, denn das sollen Sie selbst lesen, wenn Sie dieses Buch in den Händen halten. Wer fotografisch weiterkommen will, der kann sich mit diesem Buch ein großes Geschenk machen, das auch noch in einigen Jahren seinen Wert hat.

Das Buch ist im Fotofeinkost-Verlag erschienen.

Dr. Martina Mettner
Fotografie mit Leidenschaft – Vom Abbilden zum künstlerischen Ausdruck
224 Seiten mit Abb., in Leinen fest gebunden, Lesebändchen, Format 21,5 x 21,5 cm.

ISBN 978-3-9813869-1-2

A wie Abmahnung und F wie Fotografie – ein Hochrisikogeschäft?

Foto: Michael Mahlke

Mit einem Klick kann es teuer werden. Das ist eine neue Situation im Zeitalter der Klickwirtschaft.

Dazu gibt es aktuell einige Beispiele, die ich hier ansprechen möchte, um das Thema der Bildrechte und der Folgen der Nichtbeachtung zu beleuchten.

In den internationalen und nationalen Diskussionen rund um das Thema Strassenfotografie taucht immer wieder auf, dass die Beachtung der Persönlichkeitsrechte nicht so wichtig sei.

Wer die Aussagen von Menschen liest, die nicht im deutschen Rechtsraum leben, der sollte sich daran erinnern, dass es nicht überall so wie in Deutschland ist. Hier gelten Regeln, die ich an aktuellen Beispielen benennen möchte.

Darauf sollte man als Fotografin oder Fotograf ein Auge haben.

  • Auf medienrecht-urheberrecht.de wird folgendes geschildert: „Für ein Foto, welches selbst in der höchsten Auflösung zwischen 20 Cent und 1,30 Euro kostet, werden Schadensersatz und Abmahnkosten von regelmäßig insgesamt ca. 1.349,00 Euro gefordert. Wir vertreten auch einen Mandanten, von dem 1.700,00 Euro Schadensersatz allein wegen der versehentlich vergessenen Angabe des Namens des Fotografen gefordert werden.“
  • Auf welikethat.de gibt es einen anderen Sachverhalt: „Vor 2 Tagen haben wir diesen Artikel veröffentlicht, in dem wir über eine Abmahnung berichteten die uns ins Haus geflattert ist. Wir wurden aufgefordert knappe 3.000 € für EIN Bild aus einem Artikel von 2009 zu zahlen und wie sich mittlerweile herausgestellt hat sind wir nicht die Einzigen die in diesem Fall betroffen sind. „
  • Bei Facebook kann ein Klick auf den „Teilen“ Knopf schon Probleme verursachen wie bei toalster.de zu lesen ist: „Liegt für die Veröffentlichung eines Fotos bei Facebook (etwa durch “Teilen” des Bildes) keine Erlaubnis vor, handelt es sich um eine widerrechtliche Veröffentlichung. „
  • Bei lhr-law.de wurde offenkundig einer der ersten Fälle zum Thema „Teilen“ auf Facebook durch Dritte auf der eigenen Pinnwand vertreten: „Die Besonderheit des Falles besteht darin, dass das betreffende Lichtbild von einem Dritten auf die Pinnwand unseres Mandanten hochgeladen wurde. Dieser kann naturgemäß gar nicht überprüfen, ob derjenige auch Rechteinhaber ist, der es auf der Pinnwand postet.“ Diese Seite ist deshalb so interessant, weil dort geklagt wurde, ein Urteil gesprochen wurde und dieses Urteil auch im Wortlaut zu lesen ist.
  • Ich empfehle sonst Bücher wie das von Wolfgang Rau: „Wolfgang Rau schildert auch das Problem der Strassenfotografie und analysiert die Fotos von Henri Cartier-Bresson. Und er schreibt den heutigen “Strassenfotografen” eine klare Botschaft ins Stammbuch: entweder liegt eine Einwilligung vor oder die Personen dürfen nicht erkennbar sein.“

Was kann man daraus lernen?

  • Am besten benutzt man nur Fotos, die man selbst gemacht hat mit Motiven, die keine rechtlichen Probleme auslösen.
  • Bei Facebook sollte man nur Artikel hochladen bei denen auch das Miniaturbild weggelassen wird.  Und „Teilen“ sollte man nur Artikel, bei denen klar ist, dass die verwendeten Grafiken oder Fotos oder Fotos mit Texten auch urheberrechtsfrei sind oder verwendet werden dürfen
  • Bei Flickr sollte man nur Fotos in seine Seiten einbinden, bei denen es eine CCC-Lizenz gibt. Wo alle Rechte vorbehalten sind, darf man diese Fotos auch nicht in einer Sidebar einbinden!
  • Kamera ist Kamera und Foto ist Foto, egal ob mit einem Handy und nur ganz klein oder mit einer grossen DSLR und ganz gross!

Das ist alles nicht so einfach und das muss man üben. Und manchmal vergisst man es auch. Da nicht alles und immer kontrolliert wird, sollte man im Zweifel lieber nachträglich löschen.

Fotografisch betrachtet ist es einfacher. Durch geschicktes Fotografieren kann man weiter fast alles fotografieren. Man muss sich nur an die Regeln halten, wenn man nicht das hohe Risiko einer Abmahnung eingehen will, denn die Suchsoftware für Fotos wird immer besser.

Das ist eigentlich ein guter Grund, um die eigenen fotografischen Fähigkeiten zu verbessern, das Vermeiden solcher Probleme durch geschicktes Fotografieren zu üben und dann noch mehr Fotos zu erstellen.

Abgesehen davon darf man in nichtgewerblichen Fällen nach § 97a Abs. 2 UrhG eigentlich bei einfachen Urheberrechtsverletzungen nur 100 Euro verlangen laut einem interessanten Artikel.  So gibt es noch viel zu tun.

Dieser Artikel stellt natürlich keine Rechtsberatung dar sondern gibt lediglich meine Meinung und Interpretation rechtlich-sozialer Informationen und individueller Verhaltensmöglichkeiten wieder.

Altersdiskriminierung im Foto-Journalismus?

Nun habe ich mich über ein Jahr durch das Thema Arbeit und Alter gearbeitet. Ich habe viele Untersuchungen gelesen und musste viele Meinungen im Kopf revidieren.

Aber dabei entstand auch ein neuer Blick. Es ist der Blick auf eine Gesellschaft, die wie selbstverständlich Probleme nicht löst.

Ältere Menschen ab 50

  • sind vielfach kaum sozial besser gestellt als jüngere Menschen und haben oft noch schlechtere Perspektiven,
  • sind bei Arbeitslosigkeit eher chancenlos und
  • die vorhandenen „Altersbilder“ reduzieren den Prozess des Alterns eher auf sozialdarwinistische menschenfeindliche ökonomische „Leistungs“-kategorien statt eine Gesellschaft für die Menschen und für mehr altersoptimale Leistungen zu bauen

Hinzu kommen soziale Wirklichkeiten, über die gerne hinweggesehen wird:

  • Seit der Hartz 4 Reform muss jeder nach ca. einem Jahr Arbeitslosigkeit seine Ersparnisse aufbrauchen und arm werden bevor er/sie staatliche Hilfe erhält.
  • In dieser Gesellschaft wird man ab 50 selbst von der Arbeitsagentur überwiegend als nicht mehr vermittelbar eingestuft.
  • Angeblich werden wir immer älter und sollen daher länger arbeiten obwohl es die Arbeitsplätze gar nicht gibt.

Da neben diesen Ansätzen eines meiner Themen die Dokumentarfotografie ist, habe ich mir die dortige Situation etwas genauer angeschaut.

Offenbar gilt auch dort, dass junge Talente, junge Fotografen, junge Journalisten, junge Medienmacher gefördert werden. Dies gilt auch für Online-Portale und Projekte. Jüngere können sich bewerbern, meistens bis maximal 35, eher noch drunter.

Ältere finden dort kaum bis nicht statt, höchstens als Verliererthema. Das fehlende Stattfinden spiegelt einen Teil der sozialen Realität in Deutschland wieder.

Interessant dabei ist, dass man offenkundig davon ausgeht, Menschen ab 50 kommen sowieso in diesen Berufen (Journalist, Reporter, Fotograf) nicht mehr unter und als Quereinsteiger sowieso nicht. Dabei sollen sie doch noch bis 67 arbeiten!

Das gilt übrigens auch für viele Online-Magazine. Bei Bewerbungen wird man offenbar sofort aussortiert und wenn man schon älter ist meistens sowieso.

Aus diesem Grund suche ich Webseiten und Arbeitgeber, die ältere Menschen ab 50 in diesem Bereich einstellen. Darüber würde ich hier gerne im Rahmen einer Serie mit Fotos, Texten und multimedial berichten.

Wer mir dazu einen Hinweis geben kann oder dies sogar selbst als UnternehmerIn praktiziert, der schicke mir bitte eine Email an michael_mahlke@t-online.de

Vielen Dank!

22.10.2012 bis heute keine Rückmeldung

20.02.2013 bis heute keine Rückmeldung