Monthly Archives: Februar 2012

Saul Leiter

Dieses Buch ist ein Vermächtnis zu Lebzeiten. Aus Anlaß der Ausstellung im Haus der Photographie ist ein Buch im Kehrer Verlag erschienen, das dem fotografischen Werk von Saul Leiter einen weiter wirkenden Meilenstein setzt.

Ich habe Saul Leiter vor ein paar Jahren in Berlin kennengelernt. Er erzählte vor Publikum aus seinem Leben und davon, dass er sich nie darum gekümmert habe, was andere denken. Er hat einfach so fotografiert, wie es ihm gefiel.

In dem Buch lesen wir, dass er inspiriert war von dem Maler Richard Pousette-Dart und von Henri Cartier-Bresson. Aber seine Aufnahmen sind ganz anders. Es sind unpolitische Aufnahmen, die vor allem als Farbfotos wirken. Sie eignen sich als Fotokunst. Wahrscheinlich werden sie daher vom Kunstmarkt als zeitlose Objekte zunehmend verschlungen werden.

Denn sie eignen sich für Begegnungen mit Farbe und mit dem, was wir alle kennen und doch so nicht festgehalten haben. Ich finde, seine Fotos wirken gerade durch die Farbtupfer.

Das Auge findet immer einen oder mehrere Haltepunkte. Und es sind immer reale Fotos. Das ist vielleicht das besonders Besondere daran.

Ja, es ist eine Kunst, solche Situationen dann so einzufangen. Und seine Fotos gefallen. Sie erzählen aber weniger Geschichten sondern mehr über einen bestimmten farbigen realen Moment.

Sie wirken visuell farblich und erzählen etwas über Farben, die zu erkennbaren Elementen führen.

Das Buch ist mit einem schönen Leineneinband versehen und mit verschiedenen Papiersorten gemacht. So entstehen unterschiedliche Eindrücke in unterschiedlichen Kapiteln.

Es ist ein Katalog, ein Ausstellungskatalog. Aber von der Sorte, die ein Lebenswerk dokumentieren.

Offensichtlich hat zeit.de die Erlaubnis erhalten, einige der Fotos sehr gross abzudrucken. Daher sollten sie sich diese auch dort anschauen.

Nun ist Saul Leiter niemand, der endlos Fotos produziert hat. Und deshalb finden wir in diesem Buch viele Fotos, die ihn schon länger bekannt gemacht haben und einiges mehr.

Dazwischen sind dann Texte von Autoren, die zu Saul Leiter etwas schreiben sollten.

Mit diesem Buch kann man nichts falsch machen, weil es auch noch in einigen Jahren seinen Wert haben wird. Und es bereitet Freude, es durchzublättern. Es ist ein gestaltetes Werk, das den Fotos von Saul Leiter eine Form geben will.

Es hat Format.

Herausgeber: Brigitte Woischnik, Ingo Taubhorn
Autoren: Brigitte Woischnik, Carrie Springer, Christine Abbt, Ingo Taubhorn, Margit Erb, Rolf Nobel, Ulrich Rüter, Vince Aletti
Künstler: Saul Leiter

Leineneinband mit Banderole
22 x 26,4 cm
296 Seiten
155 Farb- und S/W-Abb.
Deutsch/Englisch
Lieferbar
ISBN 978-3-86828-258-0

 

At War von Anja Niedringhaus

Kriegsfotografie erzählt über den Umgang des Menschen mit sich selbst. Es ist immer wieder und alle paar Jahre an anderer Stelle dasselbe: Menschen morden und Menschen sterben. Wie viele Reporter bei der Berichterstattung sterben, finden wir bei Reporter ohne Grenzen.

So ist Kriegsfotografie nicht nur die Dokumentation von Tod und Sterben sondern auch das Leben mit diesem Risiko. Und wie schnell dies gehen kann, wird gerade aktuell wieder einmal deutlich.

Herausgegeben von c/o Berlin hat Anja Niedringhaus Bilder vom/im Krieg in diesem Buch versammelt. Es ist ein Buch, das den Krieg dokumentiert. Es ist Kriegsfotografie und es ist Dokumentarfotografie.

Ulrike Demmer schreibt dazu in ihren Anmerkungen in dem Buch: „Die Bilder in diesem Buch sprechen eine Sprache, die so einfach ist, dass jeder sie versteht.“

Und so finden wir Fotos vom Irak, über Afghanistan bis zu den Aufständen in Libyen im Jahr 2011.

Es gab dazu eine große Ausstellung und das Buch war dabei und ist auch danach noch vorhanden. Gottseidank, denn es ist ein gutes Buch unter dem Gesichtspunkt der dokumentarischen Aufgabe von Fotografie in diesem Bereich.

Und es ist auch so stabil und gut gestaltet, dass es hundert Jahre halten kann.

Anja Niedringhaus hat zu diesem Buch und ihrer Arbeit ein Interview bei dradio.de gegeben. Da wird deutlich, warum sie dies tut: „Mein Anliegen ist eigentlich, die Menschen in diesen Ländern zu zeigen. Es geht mir nicht um die Militärmaschinerie, oder wie groß die Waffen sind, wie schnell der Panzer ist, sondern was eigentlich danach passiert, nachdem geschossen wird. Und deswegen ist es meistens so, dass an der Frontlinie für mich der uninteressanteste Punkt ist. Der interessanteste Punkt ist, was ist eigentlich da, wo es einschlägt?“

Und das Buch zeigt denn auch, wo es im Krieg eingeschlagen hat. Sie ist eine fotografische Dokumentaristin ihrer Zeit (unserer Zeit). Sie zeigt die Menschen, so wie vor ihr und mit ihr andere das Leid der Menschen gezeigt haben.

James Nachtwey hat auf seiner Webseite geschrieben „The events I have recorded should  not be forgotten and must not be repeated.“ Er will, dass die Ereignisse, die er aufgezeichnet hat, nicht vergessen werden und sich nicht wiederholen.

In dieser Tradition sehe ich auch Anja Niedringhaus und ihr Buch. Denn sie berichtet wie andere auch über die Verlierer des Krieges, die namenlosen Menschen, denen sie ein Gesicht gibt, indem sie sie fotografiert und uns ihre Bilder zeigt.

Aber die Bilder zeigen auch den militärisch-industriellen Komplex und die Glaubenskriege des 21. Jhrdt. So sind die Bilder Zeugen unseres Denkens und unseres Handelns. Sie dokumentieren, wie Menschen sein können und was wir tun und lassen müssen, aber nicht lassen wollen.

Um zu verstehen worin sich Kriegsfotografie von Armeefotografie unterscheidet, braucht man bloß hier zu klicken.

Das Problem der Kriegsfotografie ist ja, dass sie augenscheinlich folgenlos bleibt. Sie dokumentiert und das Morden geht weiter.  So ist Kriegsfotografie ein Beispiel für die Ohnmacht der Presse. Kriegsfotografie schreibt das Morden auf durch das Fotografieren, Kriegsfotografie erschöpft sich im Dokumentieren – oder doch nicht?

Ist die Wirkung der Fotos nicht so gross? Oder ist sie größer als ich glaube? Denn immerhin dokumentieren sie, warum es sich lohnt für Frieden und Gerechtigkeit einzutreten.

So lädt das Buch von Anja Niedringhaus zu einer Auseinandersetzung mit sich und der Welt in Krieg und Frieden ein. Und das steigert den Wert des Buches doch enorm.

Das Buch ist im Hatje Cantz Verlag erschienen:

Anja Niedringhaus At War

Hrsg. C/O Berlin, Texte von Jean-Christophe Ammann, Ulrike Demmer, Felix Hoffmann, Vorwort von Associated Press, Gestaltung von Naroska Design

Deutsch/Englisch

ISBN 978-3-7757-3232-1

Nachtrag 2014:

Nach der Ermordung von Anja Niedringhaus hat das Buch einen besonderen Stellenwert.

Mehr zu dem Thema gibt es hier.

 

 

S wie Streetphotography oder ohne S geht es nicht

Menschenaffen beim Laufen als HDR - Foto: Michael Mahlke

Paparazzi und Julia Roberts

Ein S kann für vieles stehen. Hier will ich es für Shutter Speed und Streetphotography benutzen. Auf Deutsch würde man sagen, es geht um die Belichtungszeit bei der Strassenfotografie.

Welche Belichtungszeit ist dabei richtig? Man will Menschen in Situationen fotografieren auf der Strasse.

Ein Profi im Bereich der Menschenbeobachtung ist sicherlich ein Paparazzi. In diesem Fall beobachtete er Julia Roberts. Seine Aussagen zur Paparazzi-Fotografie lauten, von vorne und nah dran.

Und er benutzt schwere Profigeräte mit Tele und wartet damit auf den entscheidenden Moment. Da gibt es doch schon leichteres – oder?

Aber er beantwortet die Frage nach der richtigen Belichtungszeit für Strassenfotografie leider nicht.

Vielleicht weil Strassenfotografie doch keine Paparazzi-Fotografie ist und es eben auf andere Kriterien ankommt.

Belichtungszeit

Im Prinzip ist es so: Je kürzer die Belichtungszeit, desto schärfer fange ich Menschen ein. Je länger die Belichtungszeit, desto unschärfer fange ich Menschen ein.

Im Extremfall oder als fotografischer Trick kann ich mit einer sehr langen Belichtungszeit die Menschen verschwinden lassen. Wenn ich also eine mit Menschen gefüllte Fußgängerzone leer machen will, dann lasse ich einfach ein paar Minuten die Blende auf.

Eine Faustregel für das Minimum hat fotopunk sehr schön beschrieben: „Die richtige Belichtungszeit ist so kurz wie möglich. Für das Minimum gibt es folgende Faustregel: 1/Brennweite*Cropfaktor. Es kann jedoch nicht schaden die Zeit noch weiter zu kürzen ! Du wirst große Schärfeunterschiede bemerken, wenn du statt 1/200s auf 1/400s oder 1/800s umstellst. Viele Fotografen überschätzen sich auch bei der Zeit, die sie noch aus der Hand fotografieren können.“

Menschenaffen beim Laufen als Schwarzweissfoto - Foto: Michael Mahlke

S wie Streetphotography

Daraus folgt, dass eine Kamera für Streetphotography auch ein S auf dem Wahlrad haben sollte oder die Möglichkeit, direkt die Belichtungszeit einzustellen. Denn die Vorwahl der Belichtungszeit durch den/die Fotografen/Fotografin ist eines der wichtigsten Elemente für pure Strassenfotografie.

Automatik geht gar nicht, so meine Einschätzung. Denn im Automatikmodus wählen Kameras eigentlich  immer eine niedrige ISO-Einstellung aus und damit unberechenbar eine längere Belichtungszeit.

Wenn sich in dem Moment aber die Menschen bewegen, dann werden diese unscharf.

Meine Erfahrungen mit 1/250 bis 1/500 Sekunde bei Tageslicht decken sich mit denen, die in der englischen Wikipedia angegeben werden.

  • Wenn man fast jede Bewegung stoppen will, dann wäre 1/2000 Sekunde richtig,
  • wenn man Fahrradfahrer und Läufer stoppen, will, dann wäre 1/1000 Sekunde richtig
  • wenn man beim Sport stoppen will, dann ist oft 1/500 Sekunde richtig

Im Handbuch für die Sony A330 gibt es auf Seite 71 eine sehr schöne grafische Übersicht, die den Zusammenhang der Belichtungszeiten aufzeigt.

Shutter, Speed, Street

So kann das S helfen, eine Situation scharfgestellt festzuhalten oder um es in eine Formel (Original von mir) zu bringen „Shutter and Speed is good for Street“ (schnelle Belichtungszeit ist gut für Strasse (nfotos).

Am besten mit Auto-ISO. Aber ISO und Blende und die Gestaltung mit Bokeh sind dann andere Themen und sie haben andere Buchstaben, nämlich F und I – in diesem Sinne!

Das Ebook in der Fotografie – Chancen und Grenzen

Der digitale Siegeszug

Seitdem die digitale Technologie immer mehr Bereiche der Welt erfasst hat, spricht man von einem Siegeszug. Dazu gehört der Glaube, dass bald auch gedruckte Bücher von elektronischen Büchern ersetzt werden.

Geht man in einen Buchladen, dann merkt man schnell, dass sich was verändert hat. Ja, es liegen viele Bücher herum, die gekauft werden wollen. Aber zunehmend gibt es sogenannte Reader. Man soll einen kleinen Monitor kaufen, der es ermöglicht, Bücher elektronisch zu lesen.

Nun haben wir digitale Buchangebote ja schon im Projekt Gutenberg, sogar mehrmals und vor allem kostenlos. Aber da reicht ein einfacher Computer und ein Zusatzgerät ist nicht erforderlich.

Natürlich ist eine Welt vorstellbar, in der Inhalte nur noch auf Bildschirmen oder Projektionsflächen angeschaut werden. Vielleicht ist deshalb im Moment der Kampf um das Urheberrecht auch so groß. Die großen Firmen nutzen Technologien, die die Einzellizenz abrechenbar machen.

Das gedruckte Buch

Aber da geht es eben um das Lesen mit einem elektronischen Gerät. Ich persönlich lese sehr viele Bücher elektronisch. Aber es sind Bücher, bei denen es nur auf den Informationsinhalt ankommt wie Fachbücher zu wissenschaftlichen Fragen, Dissertationen und Aufsätze. Und ich lese sie am 20 Zoll Monitor in der FullScreen Ansicht, weil mir das sonst zu klein wäre.

Völlig anders ist es mit Büchern, die ein gestaltetes Werk darstellen. Wenn ein Buch schon vom Einband her – was leider immer seltener wird – ein gelungenes Erscheinungsbild abgibt und man dann in dem Buch grafisch und textlich auf Entdeckungsreise geht, dann ist dies etwas völlig anderes als das Lesen eines elektronischen Buches.

Wenn der Tastsinn das Papier erfasst und der Geruchssinn die Druckerschwärze und die Papierart, dann wird das Lesen eine sinnliche Erfahrung und kein rein kognitives Ding.

Genau so ist es mit Fotobüchern. Es ist ein Unterschied, ob ich ein gedrucktes Foto in einem Buch anschaue (und das Papier anfassen kann und das Buch vor mir liegt) oder ob ich mir ein Foto elektronisch anschaue. Das Foto im Buch ist anders und irgendwie fotografisch umfassender (im wahren Wortsinn!).

Dabei meine ich mit dem Begriff Fotobuch keine online bestellten persönlichen Fotoalben sondern in erster Linie von Verlagen produzierte Bücher zu fotografischen Themen.

Aber der Erfolg der persönlich gestalteten und gedruckten Fotoalben, die man nun auch als Fotobuch bezeichnet, zeigt ja, dass man schon hier der digitalen Flüchtigkeit etwas entgegensetzen will.

Elektronische Chancen und Grenzen

Denn durch Handys, Smartphones, Tablets, PCs und anderes wird unser Verhalten zunehmend von Flüchtigkeit und Abrufbarkeit geprägt. Das ist aber eindimensional. Es gab früher schon das Telefonbuch und das Kursbuch.

Da ist es gut, dass es dies heute in elektronischer Form gibt. Und auch die schnelle Information ist heute besser digital verfügbar. Aber wer mehr will als Telefonbücher und Kursbücher und aktuelle Infos, der findet in gedruckten Büchern die Chance, gestaltete Werke zu erhalten, die Inhalt und Form in Übereinstimmung bringen.

Aktualität und/oder Verbreitung sind die Vorteile digitaler Technologien. Und digitale Inhalte zu gestalten und zu publizieren sind ebenso dafür geeignet. Und dies sogar international im Internet verfügbar zu machen ist auch ein Vorteil. So sind Ebooks für die schnelle Verbreitung gut geeignet.

Ein Beispiel: Mein kleines Ebook zum Thema Streetphotography/Strassenfotografie in Farbe mit kleinen Kompaktkameras wurde in den letzten zehn Wochen gut 10.000 mal runtergeladen.

Man kann so Wissen zu kleinen und speziellen Sachfragen schnell weitergeben.

Etwas Ähnliches gilt für  elektronische Bücher zum Blättern. Man kann damit Dinge machen, die sich elektronisch gut darstellen lassen.

Da sind sie zum Teil heute sogar sinnvoll und besser als gedruckte Bücher, weil es sonst gar keinen Markt dafür geben würde und sie nie entstehen würden. Dort passen sie sogar hin und es macht Sinn.

So hat das Ebook auch eine kreative Funktion und ist ein erstklassiges Instrument und Medium.

Und damit ist in meinen Augen auch die Chance und die Grenze für Ebooks beschrieben.

Sie bieten Möglichkeiten, die normale Bücher nicht haben durch die Chance, aktuell und schnell Infos anzubieten und sie können gute Bücher im Sinne von gestalteten Werken nicht ersetzen.

Es kommt eben drauf an.

Aber dann ist auch Schluß, denn gedruckte Bücher können etwas haben, was man digital nicht kriegen kann. Das fängt banal digital an.

Wir wissen ja, dass eine Grafik (und damit auch ein Foto) auf jedem Monitor mit jeder Grafikkarte anders aussieht.

Das ist bei einem gedruckten Foto anders.

Leider gibt es mittlerweile viele Bücher, die aus einem Einband bestehen und dann nur noch gedruckte Buchstaben haben ohne gestaltete Elemente. Da ist es klar, dass dort der Versuch gestartet wird, dies über elektronische Reader anzubieten, weil die Kosten letztlich viel geringer sind und die Chance, Mehrwert zu kreieren, viel höher.

Letztlich kommt es darauf an. Manche Menschen haben nur ein Buch. Manche Menschen haben nur ein Handy. Manche Menschen haben kein Buch und kein Handy.

Und so sind Fotobücher aus Verlagen – wie zum Beispiel einige der hier vorgestellten Bücher zeigen – eine echte Bereicherung von privaten und öffentlichen Bibliotheken.

Sie nehmen dem einzelnen Foto etwas von seiner Flüchtigkeit in der digitalen Welt, sie sichern in der wirklichen Welt digitale Inhalte und sind damit ein Teil des echten Gedächtnisses, weil sie fälschungssicher sind, und sie bereichern ungemein eine Welt, die sich zunehmend durch digitale Normierbarkeit auszeichnet.

 

 

World Press Photo Award – Presse & PR heute

künstliche Welt – Foto: Michael Mahlke

Kostenlose Reklame statt bezahlter Fotografie

„Für viele Redakteure bei Onlinemedien sind Bilder nur Mittel zum Zweck; und der heißt nicht etwa Geschichten erzählen, sondern: viele Klicks generieren! Da sind 40 Bilder aus dem Agentur-Abo besser als eine Reportage von 20 Bildern anzukaufen. Und wenn die Agentur von einem Motiv eins hoch und eins quer liefert, dann packt man beide da rein. Jeder Klick ein Treffer….

Es stößt einem bitter auf, wenn sich derzeit jedes Käseblatt mit den Bildern Honstras und anderer schmückt und vor seinen Lesern so tut als sei all das “Presse” und man als Blatt sei selbst ein Teil davon und würde all das für den Leser möglich und die Leser das mit ihrem Abo möglich machen. Dabei druckt man nur die kostenlosen Handouts des Wettbewerbs, hat die eigenen Fotografen längst abgeschafft und Leute wie Honstra lassen im Internet den Klingelbeutel rumgehen.“

So die Einschätzung des Photojournalisten Sascha Rheker in seinem Blog aus Anlass der Bekanntgabe der prämierten Fotos des World Press Photo Award.

Offenkundig schreibt er mit Erfahrung. Und so ist seine hier geäußerte Ansicht als Photojournalist genau das Problem, in dem heute Journalismus und Photojournalismus stecken.

Die kommunikative Kette

Es gibt eine Kette, die man mit den drei Wörtern Journalismus, Presse und Public Relations (PR) beschreiben kann.

  • Dabei meint Journalismus eigentlich den Begriff des seriösen und recherchierenden Menschen, der mit Wort und/oder Bild als Informationsmedium arbeitet.
  • Und PR steht für Lobbyismus und Wording.

Lieber PR als Presse?

Das ist natürlich eine Mischung mit Schnittmengen.

Aber man muß sehen, dass die Vierte Gewalt eine wesentliche Rolle in der Demokratie spielt. Daher ist es wichtig zu sehen, was passiert und dies nüchtern zu analysieren. Da reicht die Feststellung:

„Die Krise des Journalismus erweist sich … vor allem als Krise seiner Kritikfunktion“ (Siegfried Weischenberg).

Warum dies so ist, ergibt sich wesentlich aus dieser Schnittmenge. Dies weiter auszuführen ist überflüssig, weil man es im Alltag der Informationen immer wieder sehen kann.

Deshalb möchte ich kurz noch einen Blick auf eine interessante erweiternde Frage werfen.

„Warum gehen Journalisten in die PR?“ fragte das Mediummagazin.de . Die Antworten zeigen, wie es momentan vielfach aussieht: irgendwie ist es in der PR attraktiver, finanziell und strukturell (Arbeitszeiten, Selbstbestimmung, Hierarchie).

Es kann natürlich auch sein, dass die neuen digitalen Kanäle journalistische Medien zunehmend überflüssig machen und die neuen Kanäle ausreichen.

Am Beispiel des Reisejournalismus sieht man diese Entwicklungen. Wahrscheinlich wird es eine neue Parallelität von allgemeineren Rankingseiten für pauschale Angebote und schnelle Buchungen einerseits und differenzierten und spezialisierten Berichten auf Blogs für eher individuell orientierte Reisende geben. Doch in beiden Fällen ist Journalismus nicht mehr notwendig sondern lediglich evtl. nützlich.

Und weiter. Wenn Journalisten letztlich nur noch News-Manager sind, dann sind sie auch für interessante und recherchierende Artikel nicht mehr notwendig. Dann werden es wohl Bloggerinnen und Blogger sein, die für die Inhalte sorgen.

Mal ganz persönlich: wenn ich mir einige bis viele Artikel z.B. bei spiegel.de anschaue, dann schreiben die Journalisten ja wirklich vielfach ihr Wissen aus Blogs zusammen und übersetzen zum Teil quasi nur noch, was auf englischsprachigen Seiten steht. Das ist News-Management und die eigene geistige Leistung ist eher logistischer Natur. Das Entstehen eigener Gedanken und eigener Artikel mit eigenem Durchdachten ist dem Berichten von anderswo gefundenen News gewichen. Für den Technikbereich habe ich dies hier gefunden.

Und was die Fotos angeht bei vielen Medien, da kann man Herrn Rheker wohl nur beipflichten.

Fotostudenten lernen Sponsoring ?

Was hat dies nun mit Fotojournalismus zu tun?

Das möchte ich an einem Beispiel deutlich machen. Was lernen Fotostudenten an der Fachhochschule Hannover?

Ich zitiere aus der Webseite:

„Dabei steht den Studenten eine der modernsten Fotoabteilungen Europas zur Verfügung, sowohl im analogen als auch im digitalen Bereich. Dank unseres Sponsors Lumix verfügen wir über unsere eigenen Geräte hinaus über eine große Anzahl von Leihkameras. Betreut werden die etwa 160 Fotostudenten von zwei Professoren, einem Fachlehrer und drei technischen Angestellten. Unsere Heimat ist das ehemalige »Global House« auf dem Expo-Gelände, ein wunderbar lichter, transparenter und moderner Bau.

Weiterhin arbeiten wir in berufsvorbereitender Weise für Unternehmen der Wirtschaft (Marc Shoes, Baden-Baden Event GmbH, Klinikum GmbH), für Stiftungen und Verbände (Museumsbund, Niedersächsische Sparkassenstiftung) und für Zeitungen und Zeitschriften (F.A.Z., Hannoversche Allgemeine Zeitung, Brigitte, mare)….

Stolz sind wir darauf, dass uns seit mehreren Jahren eine Zusammenarbeit bei Redaktions-Praktika mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung verbindet und dass uns so renommierte Unternehmen wie Panasonic und die niedersächsiche Versicherungungsgruppe VGH finanziell kontinuierlich unterstützen.“

Man lernt offenkundig, dass Presse und PR irgendwie doch sehr miteinander verbunden sind. Das finde ich deshalb so interessant, weil es sich ja gerade hier um die – in meinen Augen – Hochburg des Fotojournalismus und der Dokumentarfotografie in Deutschland handelt, wenn ich diese Aussage ernst nehme: „Damit ist die Fachhochschule Hannover die einzige deutsche Hochschule, die die international übliche Bezeichnung »Photojournalism and Documentary Photography« als Begriff für das Kernprofil in der fotografischen Ausbildung trägt.“

Inwiefern wird die oben genannte „Kritikfunktion“ denn bewusst und unbewusst hier noch zugelassen?

Ist sie zugelassen? Übt man an den Sponsoren die Kritikfunktion?

Dürfte man zum Beispiel Fotoserien über Betriebsschließungen im Zuge der Globalisierung rund um Hannover bei den beteiligten Unternehmen publizieren in Ausstellungen etc.?

Oder wäre es unerwünscht, weil dann zwei Sachverhalte miteinander assoziiert würden, die – ich sag mal – nicht so passend wären aus Sicht eines der Beteiligten?

Würde eine Bilderserie über eine Betriebsschließung und über Massenentlassungen in Hannover einen Preis gewinnen bei den beteiligten Wettbewerben?

Was heisst das?

Wenn man nun alle diese Informationen verknüpft, dann könnte man denken, es gibt vielfach eine unbegrenzte Nähe. Die Messlatte dafür ist die praktizierte bzw. nicht praktizierte Kritikfunktion.

Presse und PR gehen völlig neue Verbindungen ein. Das soll ja auch schon dazu geführt haben, dass Pressemitteilungen von PR-Agenturen als Journalismus verstanden wurden.

Denn auch hier ist das Rollenbild gerade komplett im Wandel zwischen Autodidakten, die medial (journalistisch oder pr ?) arbeiten und dem Scout und eventuell noch mehr Richtungen.

Und wieder andere wechseln von der PResse zur PR.

Wie stark dies auch institutionell im Reisejournalismus (welcher Widersinn im Wort!, es müsste ReisePR heissen) zu finden ist, habe ich schon beschrieben.

Wir leben in einer Zeit, die gerade neue Weichen stellt. Beim Netzwerk Recherche gibt es eine gute Dokumentation zur Frage von Journalismus und PR.

Und bei vocer.org finden Sie noch viel mehr an aktuellen Beiträgen.

Fazit

Nun denn, am Beispiel des World Press Photo Award kann man sehen, wie es aktuell vielfach und nicht nur in Deutschland um die Fotografie und die Situation von Presse und PR in Deutschland bestellt ist.

Gut, dass wir mit unseren GEZ Gebühren die öffentlich-rechtliche Medienlandschaft aufgebaut haben. Dort ist die Demokratie und die Meinungsfreiheit in guten Händen.

Dort werden täglich großartige Fotos publiziert und solche Dinge, wie oben beschrieben, würden dort nie passieren – oder, oder vielleicht nur ein bisschen?

Nachtrag: Ich hatte ganz übersehen, dass es mittlerweile das Berufsbild des „PR-Journalisten“ gibt. So wird eine Verbindung kreiert, die das Image von seriöser Recherche und Unabhängigkeit vermittelt statt bezahlter Interessengebundenheit. Ich würde sagen, das ist PR pur.

Damit wir uns richtig verstehen. Ich habe nichts gegen PR. Aber sie muss transparent sein, d.h. ich muss wissen, dass interessengeleitet geschrieben oder geworben wird. Das ist in meinen Augen für die Produkte und die PR gut. Aber so tun als ob man seriös recherchiert hat und dann bewusst nur gefakte Test oder Ähnliches zu publizieren, ist unseriös und im Zeitalter sozialer Netzwerke meistens auch dumm.

Albert Camus in Bildern und Dokumenten von Catherine Camus

Ich gebe zu, ich bin befangen. Albert Camus war einer (wenn nicht) der Gedankengeber, die mein Leben wesentlich beinflussen. Und nun gibt es schon in 2. Auflage ein wunderschön gemachtes großes Buch von seiner Tochter „Albert Camus in Bildern und Dokumenten“.

Meine Ansprüche an das Buch waren sehr hoch, denn Albert Camus ist nun mal sehr wichtig für mich.

Konnten diese Ansprüche befriedigt werden? Ich war gespannt.

„Albert Camus ist nicht irgendein Vater, sondern Albert Camus ist mein Vater.“ So beginnt seine Tochter Catherine Camus das Buch.

Später schreibt sie: „Und so habe ich mich mit Blick auf all jene, die Camus kennen oder auch nicht kennen, über alle Bedenken hinweggesetzt, die Schwierigkeiten und Unzulänglichkeiten akzeptiert, den unvollkommenen Charakter des ganzen Unterfangens in Kauf genommen und schließlich mit der tatkräftigen Unterstützung von Marcella Mahaseta versucht, sein Leben nachzuzeichnen… an Hand von Photographien in chronologischer Abfolge.“

Das hat dem Buch gut getan. Es ist ein „echter“ Camus. Bevor ich das Buch aufgeschlagen habe, dachte ich, was kann das Buch mir neues bringen?

Als ich es gelesen hatte, da war mir klar, dass der Blick der Tochter auf den Menschen, der diesen dann in eine Beziehung zum Werk setzt, völlig anders ist wie der Blick von mir auf das Werk.

Ja klar ist der anders, aber dazu braucht es eines solchen Buches, um dies so konkret auch sehen zu können.

Interessant ist auch die Gedankenauswahl. Catherine Camus hat vielfach Gedanken ausgewählt, die ich zum Teil erst jetzt neu entdecke. Es sind andere als die, die mir meine Richtung gegeben haben.

Aber das Buch ist auf mehreren Ebenen ein Genuss: es zeigt die Gedankenwelt eines Schriftstellers und Philosophen(?), der das Leben selbst annimmt, es zeigt den Blick der Tochter auf den Vater und es zeigt die Biografie eines Menschen in Gedanken, Fotografien und seiner Entwicklung.

„Jeder Künstler besitzt nämlich in seinem tiefsten Inneren eine einzige Quelle, die sein Leben lang speist, was er ist und was er sagt.“

Dieser Gedanke aus Licht und Schatten zieht sich durch das Buch. Albert Camus schrieb in Bildern.

Wie sagte er selbst einmal? „Man denkt nur in Bildern. Wenn du Philosoph sein willst, schreib Romane.“

Ich bin auf den Zusammenhang von Albert Camus und die Fotografie schon an anderer Stelle eingegangen.

Aber das Buch in der Edition Solms ist auch fotografisch etwas Besonderes.

Es ist ein Beispiel für die sozialen Gebrauchsweisen der Fotografie in ihrer Entwicklung. Da das Buch einen erheblichen Teil des 20. Jhrdts. umfasst, ist auch die Entwicklung der Fotografie in verschiedenen sozialen Gruppen und Funktionen zu sehen.

Familienfotos aufgeteilt nach Generationen, Klassenfotos, alte Schnappschüsse sind die eine Seite. Ein anderes Thema ist der Künstler und Theatermacher bei der Arbeit. Dann gibt es Fotos wie Albert Camus sich öffentlich einmischt. Und es gibt z.B. die Porträts von Henri Cartier-Bresson, die Albert Camus bis heute auch bildlich berühmt gemacht haben.

Alles dies gibt es nur in diesem Buch.

Je länger ich nun über das Buch von Catherine Camus schreibe, desto mehr inspiriert es mich. Was kann man besseres über ein Buch sagen?

Das Buch ist nicht unbedingt eine Einführung in das Werk. Es ist viel mehr. Es ist für Menschen, die die Gedanken von Camus kennen, eigentlich die beste Ergänzung, die man sich denken kann, denn es inspiriert zur neuen Auseinandersetzung mit sich selbst und der Umwelt.

Und es ist für fotografisch interessierte Menschen ein sehr gelungenes und interessantes Beispiel für die Entwicklung und die Veränderungen von Fotografie in sozialen Zusammenhängen am Beispiel von Albert Camus.

Eine Vorschau des Buches findet man hier und kaufen kann man es u.a. hier:

Edition-Olms

Hrsg. Catherine Camus

ALBERT CAMUS
Sein Leben in Bildern und Dokumenten

Übersetzung aus dem Französischen von Alwin Letzkus. 224 Seiten mit 550 Fotos und Illustrationen. Hardcover im Folio-Format 28 x 33 cm

ISBN10: 3-283-01151-6
ISBN13: 978-3-283-01151-2

Der Pinsel des Malers oder die Festbrennweite in der Fotografie

Früher hieß der Fotograf Lichtbildner. Darin war die Gestaltung mit Licht enthalten. Die Malerei mit dem Licht, das Malen mit Licht, ist das Wesentliche in der Fotografie gewesen. Dadurch entstehen schöne Fotos. Dabei spielt die jeweilige Optik eine entscheidende Rolle. Die Pinselwahl des Malers entspricht der Optikwahl des Fotografen.

Die Wahl des jeweiligen Bildausschnittes, das Motiv und die jeweilige Schärfentiefe und Tiefenschärfe im Foto ist dann Ausdruck der individuellen Person. Natürlich kann man heute einiges auch digital machen. Aber vieles eben auch nicht. Dazu gehört vor allem das Festhalten des Moments mit einer Festbrennweite, die durch die Lichtführung und die Schärfeführung die Dinge so darstellt wie der Fotograf es bei der Aufnahme auch wollte.

Wie man mit Festbrennweiten „malen“ kann, möchte ich an verschiedenen Bildern zeigen.

Zigarettenrauch – Foto: Michael Mahlke

 

Dieses Bild hat als Thema Rauchen und Stimmung. Wie man sieht ist es in einer Gaststätte aufgenommen. Scharf und richtig freigestellt ist allein der Zigarettenrauch. Alles andere davor, daneben und dahinter ist nicht wirklich scharf aber dennoch so „gemalt“, dass dadurch für das Auge gut sichtbar die Situation mit Licht gemalt worden ist. Aufgenommen mit einer Lumix G2 und 20mm/1,7.

Malen mit Licht und ohne Blitz – Portrait – Foto: Michael Mahlke

 

Dieses Bild ist ein Porträt mit Blumen. Im Hintergrund sehen wir Blumen, die mit ihrer Farbenpracht gemäldeartig eine schöne und natürliche Stimmung erzeugen und im Vordergrund wird die junge Dame mit ihrer ungeschminkten Schönheit und der Natürlichkeit ihres Lachens und ihres Blickes  hervorgehoben. Das könnte ein Maler nicht besser, nur anders. Solche Bilder entstehen aber im Kopf. Man braucht dazu dann Licht, Lichtstärke und das, worum es geht. Aufgenommen mit einer Nikon D5000 und einem 50mm/1,4.

Man muß bei diesem Thema viel ausprobieren, so wie ein Maler viel ausprobiert. Es reicht nicht das Motiv.

Die 5 wichtigsten Steuerelemente sind:

  • Abstand zum Motiv
  • Sensorgrösse
  • Brennweite
  • Lichtstärke
  • Bokeh

Was man bei Festbrennweiten besser nicht tun sollte:

  • Nicht mit Blitz fotografieren
  • Nicht ohne Streulichtblende fotografieren
  • Nicht ungefähr scharfstellen sondern genau

 

Auch wenn wir heute meistens mit einem Zoomobjektiv arbeiten ist die Festbrennweite nicht überflüssig geworden. Vielleicht wird sie zukünftig sogar wieder wichtiger. Neben der „Malerei“ gibt es auch ganz handfeste andere Gründe. Wenn ich zum Beispiel in einer Gruppe eine Person fotografieren will und dies soll in ein Onlinealbum, dann muss ich ja die Persönlichkeitsrechte aller Personen auf dem Foto berücksichtigen. So kann die Tiefenschärfe die Lösung für juristische Fragen werden…

 

mit der Pentax K-r und dem SMC 1:1.2 50mm – Foto: Michael Mahlke

Wie man auf diesem Foto sieht, ist Lichtmalerei tatsächlich möglich. Hier wurde ein älteres manuelles Objektiv, ca. 30 Jahre alt, an eine neuere Kamera gesetzt. Das ermöglicht eigentlich nur das Pentax Bajonett ohne Adapter. Das manuelle Objektiv wurde mit Blende 1.2 und einem Abstand von ca. 50cm eingesetzt. Es zeigt einen kleinen Schärfebereich, wie er für eine so hohe Lichtstärke bei diesem Abstand üblich ist und dann verschmilzt der Rest zu einer wunderbaren Lichtmalerei. So ein schönes Bokeh ist eigentlich nur mit alten Objektiven möglich. In diesem Fall aufgenommen mit einer Pentax K-R und dem SMC 1:1,2 50mm.

Steffen Böttcher hat in seinem nett gemachten Buch „Abenteuer Fotografie“ dies aufgegriffen. Hier ein Zitat aus der Leseprobe bei digitalkamera.de:

Wie man lesen kann, sind gerade ältere Objektive im Bokeh oft besser. Ich wollte darauf an dieser Stelle noch einmal hinweisen, weil gerade viele neue Objektive und Festbrennweiten auf den Markt kommen, zu teilweise für mich nicht mehr nachvollziehbaren Preisen.

Parallel dazu gibt es Kameras, auch DSLRs, die gerade nahezu verschleudert werden für unter 400 Euro im Kit, obwohl sie erstklassige Fotografie erlauben und dazu noch die Möglichkeit bieten, günstig ältere manuelle Objektive zu nutzen.

Es ist an der Zeit den Wert und die teilweise heute nicht mehr erreichbare identische Qualität von älteren Objektiven zu erkennen und die Chance, damit seinen persönlichen fotografischen „Pinsel“ zu finden, um mit Licht zu malen. Denn Festbrennweiten sind die Pinsel der Fotografin und des Fotografen.

Viel Erfolg!

Dieser Artikel wurde überarbeitet und neu publiziert in der Version 1.1.

 

 

2012: Immer teurer, schlechte Pflege und „falsch“ informiert? – Bitte nicht!

Was ist los im Kameraleben auf dieser Welt?

Wenn wir es runterbrechen auf die konkreten Handlungsweisen, dann fallen meiner Meinung nach einige aktuelle Entwicklungen auf:

  • Fuji löst z.B. wesentliche Probleme nicht, die von Kunden bzgl. der Kameras formuliert werden. Statt hochpreisige Produkte (X100, X10) durch Firmware-Updates zu optimieren bzw. voll einsetzbar zu machen, werden noch höherpreisige neue Produkte angeboten. Aber warum sollte man die kaufen, wenn die vorherigen Produkte nicht mal richtig ok sind? Nun steht Fuji nicht alleine da, wie man in diversen Foren lesen kann. Aber das ist schon bemerkenswert. Ich finde, das hat erhebliche Auswirkungen auf das Vertrauen in eine Marke.
  • Neue Kameras werden mit empfohlenen Preisvorstellungen auf den Markt gebracht, die dem technischen Mehrwert in keiner Weise entsprechen.
  • Der Journalismus verabschiedet sich teilweise. Die Internet-Oligarchie wächst. Es scheint z.B. so, dass offenkundig nur ein kleiner Kreis ausgewählter Webmagazine spezielle Kameras erhält und diese dort entsprechend besprochen werden, sogar bewertet werden und mit Beispielgalerien gefüllt werden ohne dass die Kameras tatsächlich kaufbar und die dort publizierten Inhalte überprüfbar wären. Einmal scheint spiegel.de dies ausgehebelt zu haben.
  • Die Zahl der „Previews“ und „Hands on“ bei Artikeln in Testmagazinen nimmt zu. Das sind in meinen Augen Tests ohne Tests, die aber schon bewerten. Aber sind dies noch journalistische Artikel oder eher (bezahlte?) Werbung bzw. PR? Zweifel sind spätestens angebracht, wenn diese Magazine von den Herstellern Werbung schalten.

Der DJV fordert mehr Qualitätsjournalismus. Das muss gerade auch im Bereich des Fotojournalismus und im Internet gelten. Allerdings ist das Thema grösser als ich es hier anschneiden kann. So wird die Gegenwart ein Ort neuer und alter Herausforderungen.