Die Fuji X10 in der Praxis

Die neue Fuji X10 liegt gut in der Hand. Sie ist für mich angenehm schwer und fühlt sich stabil an. Es ist eine Kamera, die man nur mit zwei Händen bedienen kann. Mann muss den Zoomring mit der linken Hand drehen und man muss mit der rechten Hand die Kamera halten. Am Zoomring wird die Kamera auch an- und abgeschaltet. Wer gerne mit einem eingebauten Zoommotor arbeitet, dem wird die Fuji nicht gefallen. Umgekehrt ist das Drehen mit der Hand schneller als ein motorisierter Zoomring.

In Wuppertal und Remscheid


Ich habe die Kamera in der Innenstadt von Wuppertal Elberfeld getestet und später noch in Remscheid. Da das Wetter immer feuchter, kälter und trüber wurde, konnte ich mit der Kamera unter sehr schlechten Bedingungen Erfahrungen sammeln.

Weil es sich hier um einen Erfahrungsbericht handelt und nicht um einen Kameratest, habe ich die Kamera entweder im Modus P oder im EXR-Modus ihren Dienst verrichten lassen. So fotografiere ich normalerweise im Rahmen von Streetphotography.

Die Fuji X10 ist ebenso umfänglich wie andere moderne Hochleistungskameras (z.B. die Canon G11/G12, die Panasonic LX3/LX5 oder die Nikon D7000/D7100). Sie hat viele Einstellungsmöglichkeiten.

Aber das wird sicherlich noch an vielen Stellen ausführlich dargestellt werden. Es ist keine X100. Sie erinnert mich etwas an meine alte Leica CL und weil ich damit gerne fotografiert habe, fühle ich mich auch etwas zu der Fuji X10 hingezogen.

Der Sucher

Da ich Brillenträger bin, war für mich der Sucher von besonderem Interesse. Er ist größer als andere kleine Sucher. Das ist positiv.

Wenn man scharfstellt, dann ertönt ein Ton und rechts leuchtet eine grüne LED. Wenn sie blinkt, dann ist zwar auch irgendwie scharfgestellt, aber das bedeutet Verwacklungsgefahr oder andere Gefahren. Solange sie orange ist, klappt es nicht. Das Prinzip mit einer oder zwei LEDs bzw. Lampen kennen wir schon von vielen anderen Digitalkameras mit kleinem optischen Sucher.

Wie soll man das bewerten? Es kommt darauf an. Wenn ich den optischen Sucher mit dem Sucher der X100 vergleiche, dann ist er wesentlich schlechter, wenn ich den Sucher mit dem optischen Sucher anderer Kompaktkameras vergleiche, dann ist er größer und eventuell dadurch besser.

Die Bildqualität der Fuji X10, die ich benutze, sieht man an den folgenden Fotos. Es kommt auch dabei auf die Ansprüche an. Die Fuji X10 hat einen etwas größeren Sensor, einen sogenannten 2/3 Sensor. Also nicht 1/2,3 Zoll sondern 2/3 Zoll. Diese Sensoren gab es früher schon, bekannt war die Nikon Coolpix P8400. Da heute auch kleine Sensoren bei ISO 100 – 200 fast so gut sind wie Vollformatsensoren (bezogen auf Internet- und Monitorbilder), ist es eine Frage, was man an Sensor braucht, um glücklich zu werden. Mehr Infos git es im Handbuch. Das finden Sie hier.

Wie klappt es bei schlechtem Licht?

Eine andere Frage ist das Verhalten einer Kamera bei schlechtem Licht. Ich habe den Eindruck, dass die Fuji X10 schnell fokussiert. Und dann kommt eben der Praxiseinsatz. Das Licht heute war genau so wie es eine gute Kamera bewältigen muss, wenn sie nicht eine reine Schönwetterkamera sein soll. Und Schönwetterkameras gibt es schon genug. Daher ist die Gretchenfrage ganz einfach, wie klappt es bei schlechtem Licht?

Wenn Sie auf ein Foto klicken, landen Sie bei flickr und können sich das Original anschauen. Sie erkennen an den EXIF-Infos (Menüpunkt Aktionen auf flickr) um welche Einstellung es sich handelt. Ich habe in den Modi P und EXR fotografiert und hatte EXR auf Auto stehen, so dass die Kamera selbständig zwischen 12 und 6 MP und ISO wechselte.

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Ein Blick Richtung von-der-Heydt Museum

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Am Markt in Elberfeld

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hier geht es Richtung C&A

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wenig los in der Innenstadt, dafür saukalt

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und hier ein Blick auf das bekannte Telefon am Markt

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ein Blick in einen Blumenladen

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eine Szene mit Ampel und Werbesäule

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und hier kann man die Feinheiten der Haare untersuchen

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in Remscheid war es dann schon dunkler, kälter und nebliger

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ein Blick auf das Teo-Otto-Theater

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hier ist die Bushaltestelle

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noch ein Blick zum Allee-Center

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hier wurde der Nebel noch stärker

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hier habe ich auf das ewr-Plakat scharfgestellt und in dem Moment kam ein Bus und ein Mann trat ins Bild

Man muß die Einstellungen an der Kamera ausprobieren. Ich habe einige Fotos herausgesucht, die einen Eindruck von den digitalen Möglichkeiten und Grenzen vermitteln können. Auf jeden Fall ist die Fuji X10 einen Blick wert, wenn man mit dieser Bildqualität zufrieden ist.

Abschließend noch einmal der Blick auf den Markt:

Fuji X10

hier mit der Fuji X10

Fuji X10

und hier mit der Fuji F200EXR…

Nachtrag 19.02.2012:

Die Kamera ist schön, sie hat nur einen Schönheitsfehler, der bei mir erst später eintrat, die weissen Scheiben (WDS). Dadurch ist die Kamera bei schwierigem Licht für mich unberechenbar. Das hat Fuji bis heute (19.02.2012) nicht lösen können.  Ich habe die Kamera zurückgegeben.

Nachtrag: Und am 13.07.2012 habe ich mich wieder mit der Kamera versöhnt, nachdem ein veränderter Sensor in den neuen Modellen eingebaut worden ist.

  2 comments for “Die Fuji X10 in der Praxis

  1. Andreas Stöbe
    12/11/2011 at 4:37 pm

    Danke für ihre erste gelungene Einschätzung. – Mich würde interessieren wie sich die X10 bei Aufnahmen im Makromodus tut, da soll sie eine ungewöhnliche Naheinstellgrenze von ca.1-2 cm haben. Können Sie das schon einschätzen ? – Mit Grüssen : A.Stöbe

    • admin
      12/11/2011 at 5:03 pm

      Die Kamera hat zwei Makromodi, einen „normalen“ und einen „Supermakro“-Modus, der Aufnahmen ab 1cm ermöglicht. Das stimmt und klappt gut im Weitwinkel.

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