Miniatureffekt und Diorama – Möglichkeiten eingebauter kreativer Fotografie

Fotos wie im Miniland oder Spielzeugladen. In immer mehr neuen Digitalkameras gibt es sogenannte Kreative Filter oder Art Filter. Diese gelten für Fotos und manchmal auch für Videos. Ein auffälliger Effekt ist der Miniatureffekt.

„Die Täuschung entsteht durch die am Computer erschaffene geringe Schärfeausdehnung im Bild. Fotos von sehr kleinen Objekten werden mit Makro-Objektiven angefertigt, die eine charakteristische Unschärfe vor und hinter dem fokussierten Punkt am Motiv entstehen lassen. Besitzt ein Foto nun diese makrotypische geringe Schärfentiefe, entsteht sofort der Eindruck, dass es sich um kleine Objekte auf dem Bild handeln muss“, so die Erklärung bei netzwelt.de.

Was kann man damit machen? Ist es sinnvoll, diesen Effekt zu nutzen? Ich habe es auf einer einfachen Bahnfahrt nach Wuppertal und in Wuppertal mit der Schwebebahn ausprobiert. So erzähle ich nun die Geschichte einer Eisenbahnfahrt von Remscheid nach Wuppertal.

Alles fing damit an, dass ich in Remscheid am Bahnhof stand. Es erfolgte die Durchsage, dass der nächste Zug ca. 20 Minuten Verspätung hat. Ich ging auf die Treppe, die zu den Gleisen führt. Hier stand ich etwa drei Meter hoch und machte das erste Foto. Und siehe da, es wirkt irgendwie mini.

Wie man hier sieht, funktioniert der Miniatureffekt nicht, wenn man die Dinge auf gleicher Höhe aufnimmt. Dieses Foto ist lediglich oben und unten unscharf.

Das relativiert sich durch Abstand. Hier ist der Blick leicht nach unten gerichtet und schon verkleinert sich für das Auge die Situation. Und natürlich führt zunehmende Entfernung ebenfalls zu einer Verkleinerung.

Hier bin ich in Wuppertal Oberbarmen. Ein Blick aus dem Treppenhaus zur Schwebebahn auf den Vorplatz. Von oben mit Abstand wirkt der Miniatureffekt am besten. Minimenschen mit Minitischen und Minibäumen sind für das Auge die Folge.

Dieses Bild vereint beide Betrachtungsweisen. Der telefonierende Mensch ist auf gleicher Höhe und der Blick auf den Bahnhof mit den Autos und den Menschen ist tiefer. Dadurch hat das Bild sowohl einen Blick ins Miniland als auch eine normale Perspektive. Vielleicht würde man es gar nicht so wahrnehmen, wenn man nicht wüßte, dass dieser Effekt eingesetzt wurde.

Aus optischer Sicht bietet sich die Schwebebahn natürlich für den Miniatureffekt an, weil man von oben fotografieren kann. Hier ist ein Beispiel für eine echte Minilandschaft. Wenn man sich vorstellt, dass es sich um einen echten Spielplatz mit echten Menschen handelt, dann ist der Miniatureffekt hier natürlich komplett sichtbar.

Mittlerweile bin ich dann in Elberfeld angekommen. Hier sieht man den Busbahnhof aus Sicht der Schwebebahn. Echt mini!

Hier ist es die umgekehrte Perspektive: von unten nach oben und nicht von oben nach unten fotografiert.

Was kann man nun damit anfangen? Ist dies nur ein Spass oder kann man damit mehr machen? Ich finde, für reine Internetfotos und für illustrative Bereiche ist dieser Effekt nutzbar. Unter dem Gesichtspunkt der Persönlichkeitsrechte ist er sogar ideal, weil niemand mehr erkennbar ist.

Die Grenzen ergeben sich aus dem Thema.

Es gibt Möglichkeiten, um diesen Effekt selbst auf Fotos nachträglich anzuwenden. Dies geht sogar online und kostenlos.

Abgesehen davon macht es mir allerdings mehr Spass, wenn ich dies alles direkt in der Kamera machen kann.

Die Firma Canon hat dies alles in einem Prospekt erläutert mit Fotos von Schloß Burg im Bergischen Land.

Und auf legovogel.de gibt es sogar ein Video mit einer Reise durch San Franciso, welches uns die Stadt auf völlig neue Art und Weise nahebringt.

Darüber hinaus gibt es bei dasfotoportal.de eine gute Darstellung, wie man dies alles hinterher durch Photoshop machen kann.

Bei hna.de gibt es sogar Leserfotos, die ebenfalls Perspektiven und Ereignisse dokumentieren.

Und bei fotomonat.de finden Sie eine gute Anleitung, um den super Monochrom Effekt der Olympus Art-Filter mit ACDsee selbst zu machen.

Es gibt also einige Möglichkeiten für eine informative Nutzung des digitalen Miniatureffektes. Un im Zeitalter der digitalen Möglichkeiten werden Reportagen und Berichte durch solche Darstellungen interessant, weil sie unterhaltend sind. So kann man Artikel aufpeppen ohne grossen Aufwand und es entstehen zum Teil einzigartige digitale Minikunstwerke.

Und es macht immer wieder Spass!

Text 1.1

  1 comment for “Miniatureffekt und Diorama – Möglichkeiten eingebauter kreativer Fotografie

  1. Pikat
    10/06/2012 at 10:48 am

    Vielen Dank für diesen wirklich hilfreichen Artikel! Ich hab mir grad eine Kamera mit diesem Effekt gekauft und wusste überhaupt nichts damit anzufangen. Durch die verschiedenen Beispiele hab ich jetzt aber einen gutenEindruck bekommen und durch die Bilder werden die Anwendungsmöglichkeiten optimal veranschaulicht – dankeschön!

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