Ein neuer Trend – Kameras für Marsmenschen?

Es tut mir leid. Aber der Artikel musste sein. Gestern hatte ich die Pen E-PL 3 in der Hand und fragte dann den Verkäufer, wie man die denn halten soll, wenn man den Bildschirm bewegen will. Das war dann der letzte Stolperstein vor diesem Artikel. Verwundert war ich vorher über die Lumix G3 und einige andere Kameras. Während die Pen-Serie mir bis auf die Rädchen (ist aber Geschmackssache) und die Lumix mit der G1 und G2 bis dahin sehr gut gefallen haben, passierte in letzter Zeit auf einmal etwas.

Schon länger scheint es so zu sein, dass Designer entscheiden, wie Kameras auszusehen haben. Das scheint auch für Telefone zu gelten. Und wenn dann beide voneinander abgucken sollten ….

Deshalb möchte ich mich mit diesem Artikel an die Menschen wenden, die solche Produkte, insbesondere auch Digitalkameras, designen.

Ich bin ein Endvierziger, der eine Gleitsichtbrille trägt. Ich fotografiere am liebsten ohne Blitz, drinnen und draussen. Früher konnte ich das mit so gut wie jeder Kamera. Ich schaute durch den Sucher, stellte manuell oder automatisch scharf und drückte ab.

Heute ist das anders. Wenn ich im Sonnenschein auf ein Display schaue, sehe ich in der Regel nichts oder nichts wirklich.

Wenn ich fotografieren will ausserhalb des Sonnenlichtes, dann muß ich

  • einen Winkel zwischen meiner Gleitsichtbrille und dem Display finden,
  • den Abstand zwischen Brille und Bildschirm finden
  • und einen Moment ohne Sonneneinstrahlung,

um zu sehen, ob ich ein Foto machen kann.

Und nun kommen immer mehr Kameras auf den Markt, die kann man nicht einmal mehr halten! Die sind so flach, dass man sich fragt, wer sich so was ausgedacht hat und vor allem für wen?!

Mit der Globalisierung hat sich zwar die Art und die Verteilung der Produktion verändert. Mir ist aber nicht bekannt, dass sich die Menschen in ihrer biologischen Beschafffenheit geändert haben. In der Regel haben Menschen zwei Augen, zwei Hände und noch viel mehr an sich.

Wie soll man denn mit technischen Geräten umgehen, die dann so konstruiert sind, dass sich bei der Begegnung mit der menschlichen Beschaffenheit kaum sinnvolle Übereinstimmungen ergeben?

Daher möchte ich noch einmal in Erinnerung bringen, was elementare Bestandteile einer Digitalkamera sein sollten:

1. ein Handgriff, der es ermöglicht, die Kamera mit einer Hand gut zu halten
2. ein Sucher, der bei jeder Art von Licht gute Blicke ermöglicht
3. ein beweglicher Monitor in der optischen Achse

Das haben übrigens fast alle Kamerahersteller früher alles schon gemacht. Woran liegt es, dass dies heute kaum noch möglich ist?

Vielleicht will man ja neue Märkte jenseits unserer bekannten Welt erschliessen. Aber solange die Produkte hier auf der Erde verkauft werden, wäre es sehr freundlich, wenn eine Digitalkamera für Menschen auch so konstruiert ist, dass der Mensch sie benutzen kann mit seinen Händen und seinen Augen.

Dankeschön!

  2 comments for “Ein neuer Trend – Kameras für Marsmenschen?

  1. Jo
    17/09/2011 at 2:52 pm

    Tja… bleibt zu hoffen, dass es nicht noch verrückter wird! ,-)

  2. 18/09/2011 at 7:18 pm

    Zum Glueck gibt es ja auch Gegenbewegungen, z.B. die Fujifilm X100, die alles Wesentliche richtig macht.

    Christian

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