Monthly Archives: August 2011

Das digitale Reisetagebuch? – die Casio EX-H20G

Eine preiswerte Reisekamera als digitales Tagebuch? Da gibt es gerade was.

Der absolute Preissturz für die Casio EX-H20G macht es möglich. Komplett mit GPS und allem Drumherum nur noch 129 Euro bei einigen Händlern. Man mache sich klar, was man dafür erhält!

Eine wirklich gute Reisekamera.

Wer die Testberichte liest, z.B. hier, der wird lesen, dass es Kameras gibt, die besser Videos machen oder andere Messergebnisse bei den Fotos haben. Nun kennen wir ja den Unterschied zwischen den Messwerten für den Benzinverbrauch und dem echten Benzinverbrauch. So sehe ich auch Kameratests.

Und deshalb gibt es zum Vergleich statt Fotos aus dem Labor echte Fotos aus dem Leben mit dieser Kamera zum Beispiel hier oder hier.

Damit nicht genug. Wenn Sie nun den oben aufgeführten Testbericht mit einem anderen Testbericht vergleichen, da weiß man dann nicht mehr, wer wie viel Ahnung hatte.

Die Kamera hat nämlich etwas, was ich bei anderen Kameras vermisse. Bei anderen Kameras mit GPS steht dann immer „Kein GPS-Signal“ oder etwas Ähnliches und dann war es das. Bei der Casio ist das anders, wenn man sie bedienen kann:

Die erste Digitalkamera mit präziser Standortbestimmung in Gebäuden dank Hybrid-GPS
Die EX-H20G ist mit einem Hybrid-GPS System ausgestattet, das das GPS mit einer automatischen Positionsbestimmung mittels eines Bewegungssensors kombiniert. Wenn innerhalb von Gebäuden kein GPS-Signal empfangen wird, berechnet die Kamera die Position mithilfe eines Dreiwege-Beschleunigungssensors und eines Dreiwege-Richtungssensors. Zurück im Freien aktualisiert das System die Positionsinformationen basierend auf der präzisen Standortbestimmung durch das GPS-Signal. Dieses System ist ideal für eine Digitalkamera geeignet und erlaubt die sofortige Positionsbestimmung zu jeder Zeit und an jedem Ort.“

Übrigens, der eine Testbericht schreibt sinngemäß, das klappt nicht richtig und der andere schreibt, man muß wissen wie, dann klappt es gut.

Eine Kamera mit GPS für 129 Euro, die man als digitales Reisetagebuch benutzen kann mit erstklassigem Akku und in jedem Fall echt guter Bildqualität bei niedrigen ISO-Einstellungen, das ist einfach toll. Und wenn Sie noch zweifeln, dann vergleichen Sie einfach mal die Bildqualität. Sie werden bis ISO 400 kaum Unterschiede sehen, auch zu den angeblichen Testsiegern. Und darüber hinaus im Zwielicht zu fotografieren ist immer schwierig.

Die Kamera kann keine Serienbilder machen und hat keine P,S,A – Einstellungen. Man kann nur im Premium-Automatikmodus, im normalen Automatikmodus oder in Best-Shot-Programmen wie Essen, Feuerwerk, Kinder, Tiere etc. fotografieren.

Daher schreibt Casio richtigerweise auch, dass es sich um „Schnappschüsse“ handelt. Wer eine Schnappschusskamera will, die per GPS drinnen und draussen aufzeichnet, wo man war und dies alles mit einem starken Akku für „kleines“ Geld verbindet, der erhält hier tatsächlich ein einfach zu bedienendes digitales Reisetagebuch, das ohne besondere Vorkenntnisse einsetzbar ist. Man muß eben nur ein paar einfache Anfangseinstellungen vornehmen und schon geht es los.

Viel Spaß!

Unterwegs in den Osten von Jáchym Topol und Karel Cudlin

Das Buch ist beeindruckend. Es ist ein kleiner Schatz der Fotografie und Literatur. Dieses Buch ist dokumentarische Fotografie und dokumentarische Literatur und Geschichtsbuch in einem Band.

Wer jemals im Osten vor 1989 war und/oder auch in der Tschechoslowakei, der findet hier wieder, was man selbst gesehen hat und noch viel mehr. Denn das Buch berichtet über die Zeit bis 1989 und die Zeit nach 1989.

Dies ist der zweite Band der Reihe starfruit publications, die außergewöhnliche Formen der Zusammenarbeit zwischen zeitgenössischen Autoren und Künstlern präsentiert. Die Kooperation zwischen dem Dokumentarfotografen Karel Cudlin und dem Schriftsteller Jáchym Topol ist mehr als gelungen.

„In diesem Land gab es keinen Terror. Wer nicht aufbegehrte, der konnte in Ruhe leben, wir kannten keine Armut, nur Mangel. Schwarzmarkt, Valutenschieberei, Tauschhandel. Kellner, Taxifahrer, Fleischer, Gemüsehändler – das war der sozialistische Adel.“

So schreibt Jáchym Topol im Kapitel über „Stehimbisse, Läden, Anstehen, Einkaufstaschen“.

Hier berichten zwei Reporter, der eine mit dem Bild und der andere mit dem Buchstaben. Sie sammeln Eindrücke und Erlebnisse in Ländern und Städten, die früher hinter der Mauer waren.

 

Foto: Karel Cudlin

Foto: Karel Cudlin

 

Aber das Buch ist nicht nur Geschichte, es ist auch aktuell. Viele Fotos zeigen das Leben in Lodz, Karabach, Solotvino, Baku, Blansko und an anderen Orten.

Die Texte machen aus den Geschichten der Fotos neue Geschichten hinter den Fotos und andere Geschichten neben den Fotos.

Dabei strahlt das gesamte Buch eine Ruhe aus, die ich selten in einer Veröffentlichung gefunde habe. Und es berichtet trotzdem über das, was uns Menschen gerade passiert.

„Das, was in Baku passiert ist, ist ein Paradebeispiel für die grauenvolle Art, wie der Mensch mit den von ihm entdeckten Bodenschätzen umgeht. Auch wenn man die kaputte Landschaft direkt in Augenschein nimmt, kann man den Grad der Umweltverschmutzung kaum ermessen. Es ist ein riesiger Schauplatz der Zerstörung, ein anschauliches Bild dafür, wie sich der Mensch der Ressourcen der Natur bedient, ohne darüber nachzudenken, was später passieren soll. … Eine Landschaft, die im Sterben liegt.“

 

Foto: Karel Cudlin

Foto: Karel Cudlin

 

Es sind solche Texte und die Bilder dazu, die zeigen, dass Literatur und Bildreportagen heute wichtiger denn je sind. Dieses Buch ist ein kulturhistorischer Schatz. Das gilt auch für das Layout und das gesamte Projekt.

Vor dem Verschwinden der Mauer, beim Verschwinden der Mauer und nach dem Verschwindern der Mauer erlebt man Menschen und Geschichten.

Wie man in Prag den Einzug der Ostdeutschen in die westdeutsche Botschaft erlebte, wie McDonalds nach Most kam, wie die neue Freiheit zur Suche nach Arbeit führt.

Foto: Karel Cudlin

Foto: Karel Cudlin

Es ist ein beeindruckendes Dokument als persönlicher Erlebnisbericht, als dokumentarische Fotografie und als literarisches Dokument. Vielleicht liegt es an der Übersetzung, aber die Sprache ist oft so leicht, daß es fast schon ein Vergnügen ist, den Worten zu folgen.

Und so ist dem Verlag ein Buch gelungen, welches sehr selten und sehr kostbar ist. Es ist ein kluges Buch und es dokumentiert den Wandel, der sich gerade vollzieht oder wie es so schön heisst, das Buch „leitet den Leser auf den Pfaden der Sprache in eine Welt, die so vielleicht schon bald nicht mehr sichtbar sein wird.“

Doch durch die Fotos sehen wir sie heute noch. Dieses Buch lohnt sich für Menschen, die denken und die spüren können. Es ist ein selten gutes Buch.

Jáchym Topol / Karel Cudlin
Unterwegs in den Osten

Herausgeber: Manfred Rothenberger und Kathrin Mayer
Aus dem Tschechischen von Eva Profousova

ISBN 978-3-922895-21-3

www.starfruit-publications.de

Online-Journalisten dürfen in die Künstlersozialkasse

Endlich. Das war ein langer Streit, der erst beim Bundessozialgericht entschieden wurde. Bis dahin hatte es die Künstlersozialkasse offenbar abgelehnt, Menschen aufzunehmen, die eigene Weblogs beruflich betreiben und durch den Verkauf von Werbeflächen dort Einnahmen erzielen, wenn sie die sonstigen Voraussetzungen für die KSK erfüllten.

Darüber wurde auch hier schon mehrfach berichtet. Am 21. Juli 2011 wurde nun ein wegweisendes Urteil veröffentlicht über die Versicherungspflicht des werbefinanzierten Online-Journalismus.

Dort heisst es: “ Zu den im Rahmen von § 1 Abs 1 Nr 1 iVm § 3 Abs 1 Satz 1 Künstlersozialversicherungsgesetz berücksichtigungsfähigen Einnahmen „aus“ einer publizistischen Tätigkeit zählen nicht nur die im unmittelbaren Zusammenhang mit der publizistischen Tätigkeit, dh „für“ diese Tätigkeit, erzielten Einkünfte aus der Veräußerung von Beiträgen an andere Website-Betreiber, sondern auch die in einem mittelbaren Zusammenhang mit der publizistischen Tätigkeit stehenden Einnahmen aus dem Verkauf von Werbeflächen auf der eigenen Website. Analog zu dem in § 14 SGB IV definierten Begriff des Arbeitsentgelts, der alle laufenden oder einmaligen Einnahmen aus einer Beschäftigung erfasst, unabhängig davon, ob sie unmittelbar aus der Beschäftigung oder im Zusammenhang mit ihr erzielt werden, ist auch der Begriff des Arbeitseinkommens (§ 15 SGB IV) „aus einer selbständigen künstlerischen oder publizistischen Tätigkeit“ auszulegen. Zwischen den vom Kläger aus dem Verkauf von Werbeflächen erzielten Einnahmen und seiner primären publizistischen Arbeit besteht ein untrennbarer wirtschaftlicher und inhaltlicher Zusammenhang, aufgrund dessen die „Werbeeinnahmen“ dem von einem Verlag oder einer Redaktion für eine publizistische Leistung ge­zahlten Honorar vergleichbar und somit als Einnahmen „aus“ publizistischer Tätigkeit zu werten sind. Wirtschaftlich ist die Refinanzierung einer über das Trägermedium „Internet“ ausgeübten journalisti­schen Tätigkeit durch Werbeeinnahmen wegen der dort vorherrschenden kostenfreien Verfügbarkeit von Informationen („Gratiskultur“) eine notwendige Bedingung für die Ausübung dieser Tätigkeit. “

Auch die Künstlersozialkasse selbst hat dies nun veröffentlicht und schreibt: „Das Bundessozialgericht hat damit in letzter Instanz die bisherige – von mehreren Sozialgerichten bestätigte – Rechtsauffassung der Künstlersozialkasse verworfen. Danach war nicht als Publizist nach dem KSVG zu versichern, wer zwar journalistisch, redaktionell, wortgestaltend arbeitet, Einnahmen aber nicht als Gegenleistung für die journalistischen Arbeiten erzielt, sondern indirekt über Werbung.“

Insofern ist nun ein echter Erfolg für den Bereich des Online-Journalismus erzielt worden.

Rechtsanwalt Andri Jürgensen hat auf seinem Blog darauf hingewiesen, daß die KSK seit einiger Zeit wesentlich strenger verfährt, „wenn es um das Unterschreiten des Mindesteinkommens von 3.900 € p.a. geht.“

Daraus ergeben sich aber Fragen. So wäre es sinnvoll, wenn möglichst viele Online-Journalisten ihre Seiten gemeinsam als Paket vermarkten. Selbst wenn der einzelne Blog nicht so frequentiert wird, wäre aber die Anzeigenschaltung auf einer höheren Menge von Blogs eine gute Sache für die Online-Publizisten und umgekehrt auch für die Vermarkter.

Allerdings wäre es wie bei Tarifverhandlungen. Man müsste sich auf einen akzeptablen Preis für die Werbung einigen. So wären wohl Tarifverhandlungen mit Google und anderen regionalen Vermarktern angesagt. Dies wiederum würde eine echte Veränderung im Netz und mittelfristig weltweit bei den Menschen und ihren Möglichkeiten bewirken.

Man könnte umgekehrt natürlich auch als Interessengemeinschaft der Blogvermarkter auftreten, um so etwas anzubieten parallel zu Google und anderen. Technisch wäre es auch einfach. Es würde ein Script eingebaut, dies ginge sogar über den einfachen HTML Befehl zum Bildholen von einer anderen Seite, und würde dann von einer Seite, auf der die Werbegrafiken liegen, automatisch immer das aktuelle Bild einbinden. Bezahlt würde nach Zeit und nicht nach Klicks, also z.B. pro Woche. Natürlich gäbe es noch Dinge drumherum wie das Verbot, einfache Contentseiten zu nutzen statt eigener Blogbeiträge, aber dies alles wäre leistbar und ohne grossen Aufwand möglich.

Schön gedacht! In der Realität sind die meisten Blogger ja sogar zu geizig, freundliche und viele Links auf gute Artikel von anderen Bloggern zu verteilen, weil sie glauben, dann bei Suchmaschinen im Ranking eine Stufe runterzufallen. Denn sie denken ja, dass Verlinkungen bei Google das Ranking erhöhen.

Klug wäre das Verteilen vieler Links untereinander, um sich gegenseitig zu stützen (das nennt man digitale Solidarität). Und solange selbst bei Verlinkungen gegeizt wird, braucht man sich über höhere Preise und andere Gestaltungsmöglichkeiten von Werbung gar keinen Kopf machen.

So ist die digitale Welt eben eine von Menschen gemachte Angelegenheit, in der irgendwie auch ein Teil der Wahrheiten der analogen Zeit gelten, nur eben globalisiert. Aber der Trick bei der Globalisierung besteht ja darin, dass es trotzdem nur regional geht, selbst google und bing haben das umgesetzt, weil Menschen vor Ort sind und bleiben.

 

 

Vom Foto zur Fotoikone oder Monika liefert das Foto ihres Lebens

Das scheint das Schicksal von Fotografinnen und Fotografen zu sein: einmal ein Foto, welches berühmt macht.

Amy Weston hat es geschafft mit einem Foto, das unscharf und undeutlich ist und dennoch eine Geschichte erzählt. Auf Spiegel online ist dies in einem sehr schönen Artikel mit dem Titel „Spring, Monika, spring“ niedergeschrieben worden.

Ich frage mich aber, warum exakt die Kamera und das Objektiv dabei angegeben werden. Ein Schelm, wer dabei an  PR denkt, zumal das Foto für mich undeutlich wirkt. In anderen Internetmagazinen ist die Geschichte auch erzählt, aber ohne  so detailliert die Kamera zu erwähnen, zum Beispiel bei Hollywoodreporter und im Guardian.

Doch immer wieder wird in diesem Moment die Frage gestellt, warum hat man nicht geholfen sondern fotografiert?

Ein Fall, bei dem dies in einer schrecklichen Tragödie endete, war Kevin Carter. Auch Kevin Carter machte ein Bild, das weltweit berühmt wurde. Doch was sich daraus entwickelte war zum Schluß nicht schön.

Und sagt ihnen Sebastião Salgado etwas? Ein Fotograf, der zufällig das Attentat auf Ronald Reagan aufnahm. Das war der Beginn seines fotografischen Lebens mit eindrucksvollen Fotoprojekten.

So leben wir in einer sehr paradoxen Welt. Es braucht erst das Foto eines schrecklichen Ereignisses, welches als Metapher von den Medien für das Ereignis gewählt wird.

Dies ist möglicherweise dann der Aufstieg der jeweiligen Fotografin oder des jeweiligen Fotografen in den Ruhm und das Geld.

Aber der Weg zum berühmt machenden Foto zu einem Foto, das zur Fotoikone wird, ist weit. Ein gutes Beispiel ist für mich das Foto von Thomas Hoepker vom Attentat am Ground Zero. Er äußerte sich selbst dazu, was mit dem Foto geschah und was eine Fotoikone ausmacht.

Und es war eben nicht das direkt publizierte Foto von dem Ereignis, es war ein Foto, welches erst später publiziert wurde und sich dann ins Gedächtis einbrannte.

So dürfen wir ein aktuell bekanntes Foto nicht mit einem Foto verwechseln, welches zur Fotoikone wurde. Und dies wird immer wieder geschehen und ist immer wieder spannend.

Und wir dürfen gespannt sein, was Amy Weston aus dem Sprung von Monika macht …

 

 

 

Die Fuji X10 – in der Nachfolge der Fuji X100?

Fuji scheint sehr aktiv im Markt für spezielle Digitalkameras zu werden. Laut Photorumors.com plant Fuji drei neue Kameras. Eine davon soll eine Fuji X10 sein, die je nach Markt auch Fuji X50 heissen soll. Ein 2/3 Sensor, 4fach Zoom und F 2.0 sollen diese Kamera auszeichnen. Mittlerweile gibt es Fotos im Netz.

Wenn das stimmt, dann konnte man so ein ähnliches Model schon kaufen (natürlich mit der nicht schlechten Technik von 2005): die Nikon Coolpix 8400.

Ich habe diese Kamera bis heute und kann nicht klagen.
Sie hat sogar einen dreh- und schwenkbaren Monitor. Vielleicht muß man sogar eine gedankliche Kette bilden von der Modellreihe der Nikon Coolpix P8400 über die Canon Powershot G11/G12 bis zur neuen Fuji X10/X50.

Sollten diese Andeutungen von Photorumors wahr werden, dann würde man sich bei der neuen Fuji natürlich einen guten Sucher wünschen wie bei der Fuji X100, schnelle Speicherung von RAW-Aufnahmen, ein abstellbares Auslösegeräusch und einen guten EXR-Sensor.

Ein ähnlicher Sucher wie bei der Fuji X100 mit einem guten EXR-Sensor gekoppelt wären die absoluten Alleinstellungsmerkmale gegenüber den Mitbewerbern. Selbst wenn der Sucher etwas kleiner wäre, so wäre er in meinen Augen doch um Klassen besser als die bisherigen Sucher vergleichbarer Modelle.

Mal sehen, was sonst noch passiert. Das wird alles sehr spannend und verspricht einen interessanten Herbst 2011.

 

Tottenham als Beispiel oder „kollektive Bildreportagen“

Die Proteste in Tottenham sind auf vielen Fotos zu finden. Bemerkenswert ist ein Nachrichtenartikel auf Yahoo.de, der den Artikel um Fotos Dritter auf Flickr gruppiert.

Wer auf Flickr.com „Tottenham“ eingibt, der erhält viele Suchergebnisse.

Canon Powershot SX10IS, EOS 50 D, Panasonic GF2, viele andere Kameras und Handyfotos zeigen hier, wie man auf einer Fotoplattform eine kollektive Bildreportage erstellt.

Natürlich soll dies alles auch als Geschäftsmodell dienen. Daher sind sehr viele Fotos nur nutzbar, wenn man sie über getty images kauft. Aber bei flickr selbst kann man sie ja alle kostenlos anschauen. Dadurch entsteht nicht nur ein Bild, sondern so etwas ist neu.

Es ist auch anders als bei Facebook, das  eher ein kommunikatives Adressbuch und Terminbuch ist, welches nur nach Anmeldung nutzbar ist, im Gegensatz zu flickr, wo jeder freigegebene Fotos sehen kann ohne Anmeldung.

Die Fotos bei flickr sind nur möglich in einer Demokratie mit einer solchen für jeden zugänglichen Software und durch die Erfindung der Digitalfotografie mit Kameras und Handys.

Natürlich muß man die Frage stellen, inwiefern „zensiert“ flickr. Man muß auch die Frage stellen, wo gibt es überhaupt Internet, das so zugänglich ist. Das will ich hier nicht diskutieren, weil dieser Artikel die Fotografie dabei als Thema hat, aber es gehört dazu.

Fakt ist für mich aber, dass hier schon länger auf solchen Fotoplattformen etwas medial Neues entstanden ist.

Tottenham ist natürlich nicht die erste kollektive Bildreportage. Aktuell müsste man bei flickr z.B. nur „Somalia“ „refugees“ oder anderes eingeben, dann kommen sehr viele Suchergebnisse. Nicht alle sind dokumentarisch aber viele authentisch.

So ergeben sich aus der Digitalfotografie neue Möglichkeiten der Information durch Bilder und hier durch eine „kollektive Bildreportage“ zum aktuellen Zeitgeschehen.