Monthly Archives: Juni 2011

Die TAZ macht Multimedia

Seit einiger Zeit erscheint bei der taz unter dem Titel „Berlin Folgen“ eine Foto-Video-Serie. Das ist interessant und empfehlenswert. Der inhaltliche rote Faden ist die Geschichte eines Menschen, der mediale rote Faden ist Audio. Das entspricht dem Soundslides Prinzip. Inhaltlich gibt es wenige Videoszenen und dazwischen Fotos.

Man kann einen solchen Clip nicht allein mit einer Digitalkamera machen. Es muss immer eine separate Audioaufzeichnung dabei sein. Eine aktuelle digitale Kompaktkamera und ein Audiorecorder würden zusammen aber reichen. Bei der taz entstehen dadurch interessante Reportagen. Sie ersetzen aber nicht die Texte und die Fotos anderer Beiträge.

Solche Geschichten, die übers Ohr in den Kopf kommen, sind meiner Meinung nach eindringlicher. Ich könnte mir andersrum aber nicht vorstellen, eine Webseite nur über solche Clips zu entdecken. Solche Clips sind in meinen Augen – richtig eingesetzt – ein gutes Mittel für eine verbesserte fotografische Berichterstattung.

Sie bieten durch die Stimme (Audio) eine Individualität, die weiter geht, als dies nur mit Text oder Foto möglich wäre. Und sie werten vielfach Fotos auf, weil dadurch auch mehr Fotos in einem tieferen Zusammenhang gezeigt werden können. Diese Fotos wiederum sind dann reine Digitalprodukte und können mit kleinen Kameras gemacht werden.

Aber für mich ist auch die Grenze klar. Solche Multimediaclips sind ein Mittel journalistischer Berichterstattung. Sie ersetzen nicht grundsätzlich Texte oder Fotos, sie sind manchmal das beste Mittel und manchmal das schlechteste Mittel einer Berichterstattung. Bei der taz sind sie an dieser Stelle sicherlich das beste Mittel.

In einem anderen Artikel habe ich schon einmal auf die Wahl des besten Mittels für journalistische Berichterstattung hingewiesen.Wenn man nun die Clips bei arte mit denen bei der taz vergleicht, dann fallen Unterschiede auf. Bei arte werden Fotoserien verknüpft, bei der taz werden Videoszenen mit eingebunden. Aber in beiden Fällen ist die Audiospur entscheidend. Sie verbindet nicht nur sondern wertet letztlich auch die Fotos auf. Ich persönlich glaube, dass eine neue Reportageform geboren wurde. Es ist die Koppelung von Ken Burns und Soundslides plus etwas Video.

Im Prinzip ist es schön, dass Pixel-Journalisten bzw. Online-Journalisten oder Multimedia-Journalisten nun mehr Möglichkeiten zur Berichterstattung haben. Damit sind die Berufe des Fotoreporters und des Bildjournalisten nicht auf dem Friedhof sondern in der neuen Welt gelandet. Gerade diese Clips zeigen, dass Fotos, Audio und Video eine neue und gute Form der Berichterstattung zusammen hervorbringen können.

Platz dazu gibt es im Internet satt. Nur die Bezahlung wird meistens das Problem sein.

Magnum & Leica oder Mimapix und die Dokumentarfotografie

Welche Philosophie ist wohl besser?

„Leica und Magnum – Die Zukunft im Blick. Die Leica Camera AG und Magnum Photos International Inc. gehen eine technologische und fotografische Kooperation ein, die sich auf eine langjährige gemeinsame Geschichte dieser beiden weltbekannten Institutionen im Bereich der Fotografie stützt. Vor dem Hintergrund ihrer gemeinsamen Geschichte haben Magnum und Leica die Zusammenarbeit bei einer Reihe von Projekten vereinbart, die das gemeinsame, langjährige Engagement für unabhängige Dokumentarfotografie fortschreiben sollen.“

Das fand ich bei Leica. Ich finde es bemerkenswert, dass hier die Dokumentarfotografie als wesentlich genannt wird. Das ist es.  Aber ist hiermit die Dokumentarfotografie als Streetphotography a la Cartier-Bresson gemeint oder eher als Fotokunst?

Wenn es sich um die Tradition von Henri Cartier-Bresson handeln soll, dann glaube ich, dass Magnum hier einen Fehler macht.

Die Zukunft der Dokumentarfotografie liegt in meinen Augen nicht bei schweren Messsucherkameras oder noch schwereren Mittelformatkameras sondern bei kleinen Digitalkameras oder sogar bei Handyfotos. Ein Blick in die letzten Jahre scheint dies teilweise zu bestätigen.

Und auch der Fotograf Alex Majoli benutzt(e) Kompaktkameras.

Dazu ein Zitat: „Dieses Weltbild mit dem Fetisch luxuriöser Digitalkameras als Basis guter Bilder hebt der Magnum-Fotograf Alex Majoli komplett aus den Angeln. Er zeigt Fotojournalismus der Spitzenklasse mit ausdrucksstarken Arbeiten.“

Nun hat sich Magnum für Leica entschieden. Der Magnum-Fotograf Alex Majoli benutzt jetzt offenkundig auch Leica. So ändert sich manches im Leben.

Ich kann die Entscheidung von Magnum nicht nachvollziehen, wenn es sich um echte Streetphotography wie bei Henri Cartier-Bresson handelt.

Wenn Dokumentarfotografie aber eher in Richtung Fotokunstszene gemeint ist, dann wäre die Partnerschaft gedanklich für mich eher nachvollziehbar.

Das hier kann man auch ohne Leica. Dafür kenne ich sogar bessere und kleinere Kameras.

Aber mit mir hat Leica auch keine strategische Partnerschaft und deshalb schreibe ich dies auch so frei.

So ist das eben im Leben.

So bleibt mir im Sommer nur eins – Magnum (Mandel) eben!

Text Version 1.2

Am Diemelsee mit der Nikon D7000

Ich hatte ein Buch im Gepäck, welches ich schon länger testen wollte. Das Buch handelte von der Nikon D7000 im Praxiseinsatz. Also nahm ich eine D7000 mit dem 18-200 VR II mit als Reisekombination, wenn man nur ein Objektiv mitnehmen will. Dann las ich das Buch und probierte die Nikon aus.

Alle hier gezeigten Fotos sind mit der D7000 produziert und in JPG Normal abgespeichert worden und mit ACDSee auf eine Kantenlänge von maximal 1000 Pixel an der längeren Seite verkleinert worden. Das Buchfoto habe ich mit einem Filter von ACDSee belegt.

Der Diemelsee ist eine Talsperre, die zum Wasserausgleich dient. Es ist keine Trinkwassertalsperre. Deshalb kann man darin Schwimmen, Angeln und auch Boot fahren.

Aus diesem Grund ist der See bei Campern, Anglern und Bikern so beliebt.

Auf dem See fährt meist jede Stunde tagsüber ein Boot. Damit kann man Rundfahrten machen oder sich quer übersetzen lassen. Das ist bei Wanderungen um den See sinnvoll, weil die Staumauer und die Strasse bis nach Heringhausen einen betonierten Fußgängerweg haben und eher nicht an dieser Stelle zum Wandern einladen.

Die meisten Fotos wurden mit dem Szeneprogramm „Landschaft“ aufgenommen.

Es gibt nicht gerade sehr viel Action an diesem See, so dass man hier Ruhe und Perspektive findet.

Das war mit der bunteste Fleck bei der Wanderung um den See.

Es zeigte sich auch, dass die Bänke am See zum Teil nur für ‚“Beinriesen“ gemacht waren und normale Erwachsene darauf nur sitzen konnten, wenn sie ihre Füße in der Luft baumeln lassen.

Wandern am See ist nicht sehr anstrengend, weil es eher flach ist.

Die Sportprogramme der Nikon konnte ich kaum nutzen, da die Kuh nicht bereit war, eine entsprechende Schnelligkeit an den Tag zu legen.

Auch der Hai hängt dort schon länger, so dass ein Foto keine besonderen Anforderungen an die Kamera stellte.

Hier sieht man einen Seitenarm des Diemelsee und die dahinter liegende Landschaft im Sauerland.

Der See lädt Motorradfahrer zum Verweilen ein und ist Grenzgebiet zwischen Hessen und Nordrhein-Westfalen. Wir waren von der Gastronomie überwiegend positiv überrascht.

Für Angler ist der See ein kleines Paradies. Abends und frühmorgens sind sehr viele Angler unterwegs und versuchen ihr Glück.

Für Familien mit kleinen Kindern, Campern und Anglern ist der See ein kleines und offenbar friedliches Paradies. Ansonsten ist hier nicht viel mehr zu finden. Die Nikon D7000 war mit ihren Möglichkeiten hier völlig unterfordert. Allerdings ermöglichte mir die Ruhe am See, das Buch und die Kamera theoretisch und praktisch auszuprobieren. Die Umstellung auf den Quiet-Modus, die Szeneprogramme und einiges mehr sind ein gelungener Versuch, eine professionelle Technik amateurtauglicher zu machen und das Problem des Auslösegeräusches zu bändigen.

Die Kamera ist ein technischer Kraftprotz, der nicht zu schwer ist. Die Kombination mit dem Objektiv erwies sich als richtig, obwohl mehr Tele besser gewesen wäre. Gerade der grosse optische Sucher machte mir das Leben leichter. Und im Sonnenlicht zu fotografieren war mit dem Sucher überhaupt kein Problem. Monitore hätten dort wahrscheinlich kläglich versagt. Obwohl die Kamera am Diemelsee völlig unterfordert war, war es doch richtig, sie mitzunehmen. Denn unterwegs in der Natur ist gerade der Regen ein Problem. Eine z.B. D3100 wäre zwar leichter gewesen aber in meinen Augen nicht die bessere Wahl in der Natur. Unterwegs – outdoor – muß eine Kamera sehr stabil sein und auch etwas Regen vertragen können, zumindest bis sie gut verstaut ist. Insofern war die Kamera zwar unterfordert aber für Outdoor in der Natur eine gute Wahl. In der Stadt hätte ich wohl eher eine D3100 mitgenommen, aber das ist eine andere Geschichte.

Ansonsten möge dieser Artikel ein wenig visuelle Ruhe  vermitteln und die Gewissheit, dass die D7000 auch unterfordert eine gute Kamera ist, schnell, griffig, übersichtlich und leicht bedienbar..

Wieviel Foto braucht der Mensch?

1. Aktuelle Fotos aus der Weltpresse

Heute gibt es Fotos von dem aus der Haft entlassenen Künstler Ai Weiwei. Wer die Fotos sieht, der wird denken, es kann sich nur um einfache Kompaktkameras handeln, mit denen hier fotografiert worden ist.

2. Die meisten Fotos sind vom Handy

Aber es geht noch weiter. Flickr ist ja die größte Fotosammlung der Welt. Laut eines Webmagazins werden die meisten Fotos mittlerweile mit dem Iphone hochgeladen.

3. Handyfotos werden professionell akzeptiert

Und der Spiegel merkt zudem an, dass der Fotograf Damon Winter dieses Jahr einen Preis für seine Iphone Fotos erhalten hat.

4. Der Maßstab für Reportagefotos muß neu definiert werden

Die Praxis zeigt uns hier den Maßstab für Fotos. Es sind ja alles öffentliche Fotos. Damit wird ein Standard für öffentliches und akzeptiertes fotografisches Niveau gegeben.

5. Das Handy als neue Kamera für Streetphotography?

Aber es geht noch weiter. Wenn Handykameras das neue Werkzeug sind, dann sind sie es auch, die das Maß für unauffälliges und akzeptiertes Fotografieren sind. Und damit wird auch der Bereich der Strassenfotografie neu definiert. Diese Trends dokumentieren sich gerade in Zahlen. Sie werden mittelfristig eine neue Diskussion über Fotografie auslösen.

6. Der neue Trend der digitalen Fotografie: blinde Flecken finden

Digitale Fotos sind mittlerweile überall selbstverständlich. Veränderte Wahrnehmung erfordert mehr Fotos. Sie sind an immer mehr Stellen erforderlich, so dass es letzlich darauf ankommt, die offenkundigen blinden Flecken der digitalen Fotografie zu finden.

Im Gegensatz zu früher wird im politischen Bereich weniger fotografiert. Ich meine damit nicht die Menge sondern die Situationen. Zudem gibt es auch von vielen Plätzen und Situationen der Welt sehr wenig aktuelle Fotos, dafür von anderen Plätzen immer mehr ähnliche Fotos. So ist die Herausforderung geblieben, aktuell, dokumentierend und interessant über viele Dinge zu berichten. Da gibt es auch für engagierte weltenbummelnde Journalisten noch eine Menge zu tun.

7. Woran messe ich was – über das richtige Maß in der Diskussion

Und ich möchte noch etwas aufschreiben. Bei henner.info gibt es einen Vergleich „Auflösung Vollformat gegen 1/2,3 Sensor“. Das möchte ich sehr empfehlen. Da wird dann deutlich, welcher Maßstab für Fotos heute angelegt werden kann und wieviel Foto bzw. Kamera nötig ist.

8. Ungeheure Dynamik

Wenn man darüber nachdenkt, spürt man die Dynamik in der Fotografie. Es wird nicht weniger, sondern es wird mehr Herausforderungen geben und es gibt viel zu fotografieren…

Das Profi-Handbuch zur Nikon D7000 von Jörg & Katja Walther

Was mache ich, wenn …?

Mit dieser Frage im Hinterkopf haben Jörg und Katja Walther ein Buch über die Nikon D7000 geschrieben. Es ist ein Buch, in dem die Autoren eine eigene Meinung haben und diese auch niederschreiben und genau das ist gut und macht den Reiz des Buches aus.

Es ist ein sehr übersichtliches Buch. Das Inhaltsverzeichnis ist so gut aufbereitet, dass die Fragen zur Praxis sofort beantwortet werden können.

Ich finde sehr gut, dass schon zu Beginn eine wesentliche Veränderung ausführlich und sachgerecht beschrieben wird. Während bis zur D300s die Motivprogramme fehlten und immer nur in den „kleineren“ Kameras wie der D90 vorhanden waren, hat die D7000 nun auch diese Szeneprogramme.

Damit ist eine Kamera entstanden, die sowohl mehr manuelles als auch mehr automatisches Fotografieren erlaubt.

Und genau dies wird sehr ausführlich erläutert. Damit macht man Lust auf Ausprobieren. Das Buch eignet sich sehr gut als kreative Begleitlektüre im Urlaub. Und es gibt jede Menge Empfehlungen und sogar Aufgaben.

Eine Aufgabe lautet: „Vogel im Flug fotografieren.“ Dabei soll der Leser bzw. die Leserin die automatische Messfeldsteuerung und ihre Grenzen kennenlernen. Zudem kann man üben, wie man die 39 Felder des Autofokus der D7000 richtig einsetzt.

Ich habe das Buch als einzige Textinformation auf eine Reise zum Diemelsee mitgenommen, um die Kamera und das Buch unter Aussenbedingungen und praktischen Fragestellungen zu testen.

Das Buch konnte alle Fragen vorzüglich beantworten. Allerdings muß man hinzufügen, dass es kein Buch für fotografische Anfänger ist. Es ist gut zu lesen und hat eine gute Aufteilung der Seiten, aber es setzt schon Kenntnisse voraus. Das unterscheidet dieses Buch in meinen Augen wohlwollend von Büchern, die immer alles in einem Band sein wollen. Das funktioniert einfach nicht. Ein Buch für Anfänger muß anders aufgebaut sein als ein Buch für Fortgeschrittene. Aber dies ist wohl bestimmt durch den Wunsch, möglichst viele Zielgruppen mit einem Buch ansprechen zu wollen.

Sehr gut gelöst fand ich neben anderen Themen auch den Umgang mit der „Hyperfokaldistanz als Autofokusersatz“.

Es wird zwar auch die Theorie knapp erläutert, doch dann kommt ein Kästchen und in dem steht wie man über den Daumen kalkulieren muß, um scharfe Fotos von vorne bis hinten zu erhalten.

Die vielfältigen Empfehlungen zur Objektivwahl und das Kapitel „Spezielle Fotothemen mit der D7000 bewältigen“ erlauben eine gute Einführung in die unterschiedlichsten fotografischen Situationen.

Das Thema Video wird ebenfalls angeschnitten und erläutert, aber ich meine bemerkt zu haben, dass die Autoren der Meinung sind, die D7000 sei in erster Linie eine sehr gute digitale Spiegelreflexkamera, so dass Video nicht der Hauptgrund zum Kauf dieser Kamera sein sollte. Da gibt es anderes. Das sehe ich auch so.

Das Buch ist sehr übersichtlich und inhaltlich gut aufbereitet gestaltet.

Die Informationen fangen dort vielfach an, wo die Praxis der Fotografie mit dieser Kamera beginnt und die Empfehlungen regen zur Auseinandersetzung mit der Kamera an.

Es ist ein Buch, welches die Erwartungen des Titels voll erfüllt und es macht auch Spaß, in dem Buch nachzulesen.

Es ersetzt kein Handbuch sondern ist eine sehr gute Ergänzung für die Praxis, die ihresgleichen sucht.

Im Prinzip sieht man indirekt an diesem Buch, wo die Grenzen eines Handbuches für eine Kamera sind und welches Wissen man nach dem Lesen des Kamerahandbuches noch benötigt. Da wird dann klar, wie wichtig das Kennenlernen einer Kamera und der Grundlagen der fotografischen Optik ist, damit man optisch gut konstruierte Fotos machen kann.

Jörg Walther, Katja Walther:

Das Profi-Handbuch zur Nikon D7000

ISBN: 9783815835289

Das Fotobuch, das Fotografiebuch und das Fotoalbum

Wo ist der Unterschied zwischen einem Fotobuch, einem Fotoalbum und einem Fotografie-Buch?

Da wandelt sich gerade die Begrifflichkeit im Verkaufsgeschehen. Ein Fotobuch ist ein Buch mit Fotos. Das ist heute die gebundene und gedruckte Ausgabe eines Fotoalbums. Früher druckte man Fotos aus und klebte sie in ein Fotoalbum.  Das kann man auch heute noch. Aber eleganter ist natürlich die Erstellung eines eigenen Fotobuches. Dieses Buch ist in der Regel aber nur ein Buch im Sinne von gebundenen Blättern mit Bucheinband.

Es ist aber kein mit einer ISBN Nummer versehener und über den Buchhandel versehener Verkaufsartikel. Und hier ist dann die Grenze zum Fotografiebuch. Das ist ein Buch über Aspekte der Fotografie, ein Buch mit Fotos, mit Texten und vielem mehr, das man kaufen kann.

Nun verschwimmen langsam die Grenzen. Fotobuchanbieter bieten einzelne Bücher ihrer Kunden zum Verkauf bzw. Nachdruck an. Online-Anbieter von Medien bieten ebenfalls Ausdrucke, gebunden oder anders, von digitalen Medien an. So entwickelt sich aktuell eine neue Welt.

Aber diese Welt beruht in der Fotografie immer noch auf den Fotos, allerdings digital (sofern es nicht ein künstlich erstelltes Bild (kein Foto) ist). Damit bin ich bei der nächsten Unterscheidung.

Ein Bild ist kein Foto. Ein Foto nimmt etwas auf, was gerade existiert für den/die Fotografien/Fotografen. Ein Bild kann ein aus einer Software erstelltes Ergebnis sein.

Beides ist existent, aber nur eines davon ist real. Stimmt das? An dieser Stelle höre ich zunächst mit dieser gedanklichen Einlassung auf. Denn der Unterschied zwischen real und existent ist etwas schwierig zu beantworten.

Aber wenn sie bei Suchmaschinen das Wort „fotobuch“ eingeben, dann geschieht etwas bemerkenswertes. Es kommen nur Fotobuchanbieter wie Photographerbook, CeWe, Pixum, Fotokasten und viele mehr. Es kommen gar keine Artikel oder sonstiges. Eigentlich sollte bei Suchergebnissen doch eine Mischung kommen aus werbebezahlten Suchergebnissen, die auch direkt erkennbar sind und generischen Suchergebnissen.

So gibt uns der Umgang mit dem Wort auch noch Hinweise darauf, wie man sich bei Suchmaschinen verhalten muss: man muss vor allem mehrere Seiten anklicken und sich die jeweiligen Suchergebnisse anschauen, um das zu finden, was am besten gefällt.

Damit erhält auch der Satz „Die Letzten werden die Ersten sein“ eine völlig neue Bedeutung.

Landschaft im Licht von Thomas Grundner und Ernst-Jürgen Walberg

Das Buch hat beeindruckende Fotos und ist ein wunderbares Geschenk. So könnte man dieses Fotobuch mit wunderschönen Landschaftsaufnahmen zusammenfassen. Mecklenburg-Vorpommern mit einem Schwerpunkt Richtung Rügen, so fing der Fotograf Thomas Grundner Momente dieser Landschaft auf Fotos von den vier Jahreszeiten ein.

Es ist eines der wenigen Bücher, bei denen Landschaftsaufnahmen wirklich zum Verweilen einladen. Das Buch ist mit Liebe gemacht. So gut wie alle Fotos haben eine drucktechnische und visuelle Qualität, die die Einzigartigkeit des Augenblicks einfangen konnte.

Ich gab das Buch einem Bekannten, der viele Jahre dort oben gelebt hat und zur See gefahren ist. Er sagte mir sinngemäß, wer dort schon war und diese Orte kennt, der kann sie mit diesen Fotos noch einmal erleben und sich erinnern.

Fotobücher gibt es viele. Es ist sehr schwer, Landschaften in ihrer Eigenheit und ihren schönsten Momenten aufzunehmen. Es ist Thomas Grundner gelungen, mit Farbfotos eine Vielzahl natürlich schöner Momente dieser Landschaften einzufangen.

Foto: Thomas Grundner

Foto: Thomas Grundner

Ernst-Jürgen Walberg nimmt uns zu Beginn des Buches in einer inspirierenden Einführung mit auf eine Reise zu Malern und anderen Künstlern, die ebenfalls versucht haben, die Reize dieser Landschaft einzufangen.

Der Titel „Landschaft im Licht, Ein Jahr an der Ostseeküste Meckelnburg-Vorpommerns“ wird dem Buch in jeder Hinsicht gerecht. Klugerweise haben Autoren und Hinstorff-Verlag ein Querformat gewählt. So können Fotos mindestens in A4 und wenn möglich in A3 quer gezeigt werden. Dadurch entfalten sich Landschaften und natürliche Eindrücke geben dem Auge das Gefühl von den Schönheiten der Natur.

Anfang des Jahres wollte ich Rügen für ein Jahr besuchen, um die Natur im Wechsel des Jahres festzuhalten. Nun stelle ich fest, dass so etwas in diesem Buch schon auf wunderbare Weise erweitert geschehen ist. Die Momente auf den Fotos zeigen die Schönheit, die uns die Natur bietet.

Das Buch zeigt, wie gute Landschaftsfotografie sein muß. Es wird auch den Anforderungen guter klassischer Fotografie gerecht, vor allem, wenn ich es in ein Verhältnis zu anderen Bildbänden setze.

Dieses Buch mit schöner Fotografie ist ein Geschenk für sich und andere. Es erfüllt fotografisch auch hohe Anforderungen in weitem Umfang und es ist schön. Es ist schön gemacht vom Format, von der Farbgebung und vom Layout – und natürlich von den Fotos.

Wer sich an diese Region erinnern will und/oder wer wunderschöne Landschaftsfotografie sucht, der hat hier etwas gefunden, was sich wirklich lohnt.

Thomas Grundner (Fotos) | Ernst-Jürgen Walberg (Text):
Landschaft im Licht. Traumhafte Landschaft in wunderbaren Bildern
ISBN 978-3-356-01423-5

Die besten Reisekameras für den Urlaub …

Gibt es die überhaupt? Wieviel Reisekamera braucht der Mensch und was ist überhaupt eine Reisekamera? Die Anforderungen an diese Kameras sind enorm hoch. Sie muß sehr gute Bilder machen, sie muß schnelle Schnappschüsse erlauben, sie muß im schlechten Licht gute Aufnahmen machen und sie muß klein sein.

Das ist aber noch nicht alles. Am besten auch noch billig und GPS. Wenn ich nun alle diese gesammelten Assoziationen anschaue, dann sollte ich doch geordnet etwas Licht in diese Angelegenheit bringen.

Unser Test in Südtirol

Auf einer Reise nach Südtirol hatten wir folgende Kameras dabei: Nikon P7000, Canon Powershot SX30IS, Sony WX5, Sony HX5V, Nikon P500.

Die Kameras wurden von einer Frau und mir getestet. Es ging dabei darum, bei Sonnenlicht etwas zu sehen, möglichst ohne umständliche Einstellungen scharfe Fotos zu machen und eine einfache Bedienung zu haben.

Getestet wurde auf dem Spielplatz, beim Einkaufen und beim Wandern.

Die Sony WX5 war am beliebtesten. Mit dem goldenen Automatikmodus gab es keine unscharfen Fotos, egal wo. Die Kamera ist wunderbar klein. Nur bei direktem Sonnenlicht war nichts zu sehen. Aber wenn man einfach abdrückte war zumindest das Foto scharf. Das Zusammenrechnen der Fotos dauerte aber einige Zeit, so dass Serienbilder nur möglich waren mit anderen Modi.

Die Sony HX5V mit GPS war eine zuverlässige Kamera. Sie war aber subjektiv wesentlich langsamer als die WX5. Ihre Fotos waren ok, zumal auch die Bracketing-Funktion (Belichtungsreihe) Bilder  für HDR möglich machten. Bei direktem Sonnenlicht war auf dem Display nichts erkennbar.

Die Nikon P7000 sollte als DSLR-Ersatz dienen und RAW-Dateien speichern. Die Kamera war sehr zuverlässig aber viel zu langsam. Schnappschüsse in RAW waren überhaupt nicht möglich. Der optische Sucher ermöglichte bei Sonnenlicht aber eine gute Sicht.

Die Nikon P500 kann zwar kein RAW, war aber sehr schnell. Der Autofokus war schnell, sicher und zuverlässig. Das Display war  selbst bei Sonnenlicht durch den verstellbaren Neigungswinkel noch sichtbar, hilfsweise kam der kleine elektronische Sucher zum Einsatz. Die Kamera war leicht und intuitiv zu bedienen im Zoombereich mit dem seitlichen Schieber.

Die Canon SX30 IS war schwerer als die Nikon. Sie war beim Autofokus subjektiv nicht so schnell wie die Nikon P500. Aber das Menü und die Bedienung gefielen uns viel besser. Der seitlich schwenkbare Monitor gefiel uns nicht so wie der Monitor in der optischen Achse der Nikon P500. Aber die Powershot SX30IS war sehr zuverlässig, auch auf dem Berg beim Wandern.

Unsere Wahl ist klar. Für Schnappschüsse mögen wir aktuell am liebsten die Sony WX5, für Wanderungen die Sony HX5V und für Tele die Nikon P500 (der Mann) bzw. die Canon SX30 (die Frau).

Das Ergebnis hat uns gezeigt, dass für RAW-Fotos die DSLRs noch am Sinnvollsten sind. Für JPGs waren wir sehr zufrieden mit den hier besprochenen Kameras.

Dieser Bericht gibt unsere persönliche Meinung und unsere Erfahrungen wieder. Er ersetzt keine Laborergebnisse.

Die besten Reisekameras zwischen Presse und PR

So und jetzt kommen wir zu einem anderen interessanten Teil des Artikels. Alle Kameras haben wir uns selbst besorgt, wir hatten keinen Sponsor und wir haben auch keine Geschäftsbeziehungen zu den Firmen bis heute. Es ist wichtig, darauf hinzuweisen.

Es gibt nämlich eine interessante Diskussion über eine Fotoreise von Panasonic für ausgewählte Tester zum Thema „Mit der G3 auf Mallorca“. In den Diskussionsbeiträgen zu diesem Artikel wird auf das Problem von PR und Bloggen hingewiesen. Ich empfehle ausdrücklich, dort den Artikel und alle Diskussionsbeiträge zu lesen.

Besonders interessant ist der Hinweis auf die amerikanische Webseite von Michael Reichmann, der dieses Thema klar dargestellt hat.

Mein Fazit

Allerdings muß man auch sagen, dass man natürlich nicht alles kaufen kann, über das man schreibt. Daher ist die kostenfreie Überlassung von Produkten ok. Aber es gibt eine Kette von Abhängigkeiten, über die man sich klar werden muß. Ich habe drei Kernpunkte formuliert, die ich für wichtig halte:

  • Wer Werbung auf seinem Blog hat, der wird nicht umhin kommen, attraktiv für seine Werbekunden zu sein. Das ist er/sie nicht, wenn er die Produkte seiner Kunden schlecht macht.
  • Wer PR-Angebote nutzt, der sollte dies auch klar erwähnen und sich eine eigene Meinung bilden. Das ist bei interessanten Produkten letztlich gut für PR und gut für den Blog.
  • Wer unabhängig bleiben will, der braucht zahlende Leser und das ist sehr schwierig. Daher sind Leser, die kostenlos auf Blogs lesen und dann über eventuelle Abhängigkeiten des Blogbetreibers die Nase rümpfen, in meinen Augen ebenso scheinheilig wie BloggerInnen, die genutzte PR-Angebote unerwähnt lassen. Das gilt auch für JournalistInnen.

In diesem Sinne …