6mois oder wie die Fotoreportage ins Fernsehen kommt

6mois ist ein neues französisches Magazin. Es bietet Fotoreportagen. Bei arte wird darüber regelmässig berichtet. Das ist insofern bemerkenswert, weil ein gedrucktes Magazin jetzt multimedial aufbereitet ins Fernsehen und Internet kommt.

Die multimediale Aufbereitung der im Heft gezeigten Fotos ist ebenfalls sehr interessant. Es scheint so, als ob nach dem Soundslides Prinzip vorgegangen wird: erst wird eine Tonspur erstellt und dann werden Fotos eingefügt. Die Fotos werden dann durch Zoomen optisch bewegt. Dies erinnert mich sehr an Ken Burns und seine Effekte.

Insgesamt finde ich dieses Projekt richtig gut. Denn es nutzt das Foto und die Reportage so wie man sie heute multimedial nutzen kann. Vor allem wird auch deutlich, dass es keines Videos bedarf, um einen sehr guten Sachbeitrag zu erstellen.

Es ist sehr interessant und macht Lust auf mehr. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob dies ein neues Geschäftsmodell für kritischen und guten Fotojournalismus werden kann. Ich denke schon, weil hier viele Dinge gezeigt werden können, die man mit einem gedrehten Videofilm nicht (so) machen könnte. Hier ist wirklich weniger mehr.

Abschließend noch eine Bemerkung. Solange es das Internet nicht gab, hätte mir das Heft gereicht. Aber in diesem Fall bin ich über die Audioslideshows auf arte zum Heft gekommen. Das Heft hat viel mehr Informationen. Es ist allerdings nur auf französisch und damit nicht international ausgerichtet. Englisch wäre hilfreich gewesen. Man merkt aber sofort, dass man mit einer Audislideshow und Ken Burns Effekten viel mehr aus einem Foto machen kann als dies gedruckt möglich ist.

Insgesamt muß ich feststellen, dass es digital neben dem Video als echte Alternative Audioslideshows gibt. Diese brauchen das Foto und vermitteln damit Informationen in einer Weise, die als Video nicht so brauchbar wären. Es zeigt sich auch hier, dass der Weg nicht linear vom Druck zum Video geht, sondern parallel Druck, Audioslideshow und Video existieren. Es kommt eben immer auf die richtigen Mittel bei der Darstellung eines Stoffes an.

  1 comment for “6mois oder wie die Fotoreportage ins Fernsehen kommt

  1. caspar
    30/04/2011 at 6:24 pm

    Wie wahr wie wahr. Die bewegte Darstellung a la Burns kann viel bringen!

    Dass das Magazin nur auf Französisch produziert wird ist schade. Aber auch nachvollziehbar. Vielleicht finden sich ja eines Tages Leute die die Idee von 6Mois aufgreifen und in anderen Sprachen herausgeben. Es kann sich dabei ja auch um einen kleinen Markt handeln wie Deutsch.
    Oder aber es findet sich ein genialer Kopf auf der Welt der ein 6Mois als 1Mois herausbringt und es total internationalisiert verlegt. Also mit monatlichen Heften die ihre Fotografen weltweit suchen und weltweit vermarkten. Dieses Heft würde ich sofort abonnieren.

    Gruss, Caspar

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